(Quellen und Literatur-Angaben am Ende dieser Seite - nummerierte Verweise im Text)
PM = Porter & Moss, Topographical Bibliography of Ancient Hieroglyphic Text, Reliefs and paintings 1927-1952
(Anmerkungen und Verweise in Klammern im Text - siehe unten bei Literatur und Quellen).
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Die Beamtenschaft unter König Amenemhet II. wurde durch eine straffe Verwaltung geprägt. Wichtige Persönlichkeiten waren Vermögensverwalter, Wesire und die lokalen Gaufürsten, die oft in der Nähe der "Weißen Pyramide" von Amenemhet II. in Dashur bestattet wurden. Insbesondere die Grabfunde aus Dashur verdeutlichten die enge Verbindung zwischen den hohen Beamten und dem Königshof.
Amenemhet II. konnte von der eigentliche "Neugründung" des Staates durch seinen Vater Sesostris I. profitieren, der durch die Neuordnung der Provinzial-Grenzen dem Land eine hohe innere Stabilität und damit einen allgemeinen Aufschwung gegeben hatte. Die Beamten unter Amenemhet II. spielten auch eine zentrale Rolle bei der Überwachung von Expeditionen (z. B. nach Punkt), aber ebenso bei dem Ausbau von Bewässerungssystemen im Fayum und der Verwaltung des diplomatischen Austausches mit dem Ausland.
Obwohl nur wenige der Namen von Amenemhet II. seinen Beamten überliefert sind, haben wir einige Informationen über diese:
Name
Titel
Wesire:
Amenemhet-anch
Sesostrisevtl. Wesir,
evtl. WesirSchatzmeister
Siese /Sa-Aset
Schatzmeister und Wesir (?)Upuaut-aa Bürgermeister und Prophetenvorsteher von Abydos
Amenemhet-anch
- evtl. Wesir -Ein möglicher Wesir unter König Amenemhet II. war ein Beamter mit dem Namen "Amenemhet-anch" mit dem "schönen Namen" Ameny (als Kosenamen). Sein Name und sein Titel sind auf einem Fragment der Annalen von Amenemhet II. überliefert, der 1908 in Memphis entdeckt wurde.
Er besaß ein Grab innerhalb des königlichen Pyramidenkomplexes von Amenemhet II. und trug auf einer in Dashur gefundenen Scheintür (heute im Museum Kairo JE 30955) - die im Kontext mit den Mastaben der Prinzessinnen Chnumet/Ita gefunden wurde - den Titel eines "Königssohns" (sa-nesu). Es ist aber nicht einwandfrei gesichert, ob Amenemhet-anch tatsächlich ein Sohn von Amenemhet II. war. Es ist auch möglich, dass er ein Bruder von Amenemhet II. war.
Des weiteren ist er auf der Basis einer zerbrochenen Statue, die ihm zugeschrieben wird und in Saqqara gefunden wurde (heute im Ägyptischen Museum Kairo JE 37464/CG 430) genannt. Auf dieser ist seine Ernennung eines Priesters namens "Teti-em-saf" verzeichnet, wobei expliziert in den Inschriften vermerkt ist, dass Amenemhet auch diesen "Teti-em-saf" in sein Amt eingesetzt hat. Weiteres über Amenemhet-anch siehe Biografie Amenemhet II. / Familie.
| Sesostris - evtl. Wesir - |
Sesostris diente als Wesir ab dem 8. Regierungsjahr unter König Amenemhet II. und folgte damit einem Wesir "Ameny", der nur von dem Fragment eines Annalensteines (gefunden von Petrie zu Beginn des 20. Jahrh. - und welches nicht ohne weiteres an das große Fragment angeschlossen werden kann) von Amenemhet II. bekannt ist (evt. obiger Amenemhet-anch, mit dem schönen Namen "Ameny") im Amt. Das große Annalenstein-Fragment notiert anscheinend Ereignisse aus dem 2/3. Jahr Amenemhets II. Der dt. Ägyptologe, Prof. Hartwig Altenmüller (Zwei Annalenfragmente aus dem frühen Mittleren Reich, Buske-Verlag Hamburg 2015) datiert das von Petrie gefundene Fragment vor diese Jahre mit der Begründung, dass hier der Wesir "Ameny" (Jmnjj) genannt sei. lt. dem dt. Ägyptologen Wolfram Grajetzki (Höchste Beamte des Mittleren Reiches / Achet-Verlag A2) ist diese Erklärung nicht nachvollziehbar, da sie nicht weitere begründet wurde. Wegen des Auftretens des Wesirs Ameny sollte das Fragment nach dem 8. Jahr datiert werden, da im Jahr 8 noch Sesostris als Wesir bezeugt ist. Datiert das Petrie-Fragment des Annalensteins nun aber tatsächlich um das Jahr 1 von Amenemhet II., so ist Ameny in diesem Zeitraum Wesir gewesen und der 43. Jahr von Sesostris I. erwähnte "Zj–nj–Wsrt" (Sesostris) ist von dem im 8. Jahr datierten "Zj–nj–Wsrt " zu trennen (siehe Grajetzki: Höchste Beamte des Mittleren Reiches, Achet-Verlag).
Da er den Namen von König Sesostris trug, kann man mit aller gebotenen Vorsicht vermuten, dass er unter diesem König geboren wurde und evtl. auch schon seine Laufbahn begonnen hatte war unter dem Nachfolger Amenemhet II. ins Amt kam.. Zu Beginn seiner Karriere war er vielleicht nicht älter als etwa 40 Jahre (Quelle: engl. Wikipedia: Sesostris / Wesir).
Sesostris ist von einer Stele aus Abydos bekannt, welche ins 8. Regierungsjahr von Amenemhet II. datiert wird und die sich heute im Louvre / Paris befindest (C 4). Sesostris wird im Grab des Gaufürsten Amenemhet (16. oberägyptischer "Säbelantilopengau") erwähnt, die uns Informationen über eine Mission liefert, in welcher Sesostris den Gaufürsten im Auftrag des Königs nach Koptos begleitete. Diese Mission fand allerdings schon lt. der Datierung im 43. Jahr von König Sesostris I. statt.
Sesostris führte neben dem Rangtitel eines "Wesirs" noch folgende Titel:
Mitglied der Elite / Graf (Jrj-pa.t)
Vorderster an Aktion / @atj.a (Hati-a)
königlicher Siegler / #tm.tj-bjtj
Vollkommener Freund / %mHr-wa.tj
Sesostris wurde wahrscheinlich in El-Lischt begraben. Man fand dort eine Mastaba (Nr. 758), die einem Sesostris gehörte, deren Bau aber sehr zerstört war und von der nur kleinste Relieffragmente erhalten sind. Darum ist die Zuschreibung dieser Mastaba für den Wesir Sesostris nicht sicher.
Die eigentliche Mastaba war etwa 12 x 26 m groß. Sie hatte einen wahrscheinlich einen Innenhof mit Säulen, doch war es den Ausgräbern nicht mehr möglich einen Plan zu rekonstruieren. Die Mastaba war von einer Mauer umgeben, die eine Einfriedung von 30,4 x 35,8 m ergab. Im Grabkomplex (Schacht mit einer Kammer) fand sich die spätere Bestattung einer Dame mit dem Namen "Senebtisi", in der man anfangs ein Mitglied der Familie von Sesostris sah, dessen Grab ganz in der Nähe war. Neuere Forschungen haben aber gezeigt, dass ihre Bestattung wohl an das Ende der 12. Dynastie einzuordnen ist und einige Ägyptologen sie sogar in die 13. Dynastie datieren möchten (Quelle: dt. Wikipedia "Senebtisi).
| Wesir Ameny |
Ameny ist nur von dem Fragment des memphitischen Annalensteins von Amenemhet II. bekannt. Dieses Fragment fand man 1908 in Memphis, zusammen mit anderen Fragmenten derselben Annalen, die jedoch erst 1955 aufgefunden wurden. Allgemein wird Ameny als Nachfolger des Wesirs Sesostris angesehen. Aber die genaue Einordnung des Wesirs Ameny innerhalb der Regierungszeit von Amenemhet II. ist unsicher (siehe oben bei Sesostris). Auf dem Annalenstein wird von der Aufstellung einer Statue des Wesirs Ameny im Totentempel des Königs berichtet: "[...] eine Statue des Stadtvorstehers und Großwesirs Imeny zu / nach [....]-Amenemhet [...]" - in Hieroglyphen:.....[t]wt n(j) (j)m(.j)-ranjw.t tA.tj-zAb-TA.tj Jmny r [.....]-Jmn-m-(HA.t]" (Quelle: Thesaurus Linguae Aegyptiae)
| Siese / Sa-Aset - Wesir und Schatzmeister - |
Siese (auch Saiset oder Sa-Aset) war ein hoher ägyptischer Beamter, der wahrscheinlich unter Amenemhet II. im Amt war. Ihm gehört die von Richard Lepsius als Pyramide LV bezeichnete Steinmastaba in Dashur (PM III/2, 898), die Jacques de Morgan 1895 ausgrub. Die später veröffentlichte Grabungspublikation ist allerdings sehr knapp gehalten, so dass es Schwierigkeiten bereitet, sich eine Vorstellung von dem Bauwerk zu machen, vor allem da auch kein Plan der Mastaba veröffentlich wurde.
Zwar veröffentlichte Jacques de Morgan in seinen Ausgrabungen keine Details über dieses Grab oder einen Grabungsplan, aber er fand und zeichnete eine Gruppe von Grabstelen auf, die sich heute im Ägyptischen Museum in Kairo befinden. Auf diesen vier Grabstelen wird der Grabbesitzer Siese oder Sa-Aset/Sa-Iset auf jeder Stele vor einem Opfertisch sitzende dargestellt mit einer Opferliste sowie seinem Namen und seinen Titeln. Diese Stelen sind in Flachrelief gearbeitet und sind wohl einige der Besten 12.-Dynastie Inschriften, die man aus dieser Zeit gefunden hatte (vielleicht gehören sie sogar zu den Besten aus dem Mittleren Reich), weil die Inschriften so wunderschön ausgearbeitet und die Details der Gesichter und Körper dieser Figuren ausgezeichnet gemacht wurden.
Im Jahre 2006 begann ein ägyptisches Team unter der Leitung des renommierten ägyptischen Ägyptologen Dr. Ramadan Badry Hussein (1970-2022) auf halben Weg zwischen den Pyramiden von Amenemhet II. und Amenemhet III. nach dem inzwischen wieder verlorenen Grab zu suchen. Zwar wusste man aus den Aufzeichnungen von de Morgan von der Existenz dieser Grabanlage, aber man wusste nicht die genaue Lage.
Das Grab wurde kurz nach dem Beginn der Grabung entdeckt und man erkannte, dass der Überbau völlig zerstört war. Dafür fand man hunderte von Steinblöcke, die überall verstreut lagen, die aber ein gutes Bild von dem architektonischen Plan des Überbaus geben konnten. Das Grab war aus feinem, weißen Kalkstein erbaut und auf den Wänden befanden sich Scheintüre, auf denen sich noch Linien mit hieroglyphischen Inschriften befanden mit der Angabe des Namens und der Titel des Grabinhabers. Die dort angegebenen Titel stimmten mit denen auf den Grabstelen, die de Morgan gefunden hatte und die sich heute im Ägyptischen Museum Kairo befinden, überein. Man fand auch kleinere Kalksteinblöcke und Stücke, die aus dem Inneren der Kapelle stammen mussten, mit Pyramidentexten sowie Dekorationen wie z. B. eine Szene der Familie von Siese, die ihm Opfergaben brachten. Auf den Szenen befanden sich Darstellungen von seinen Brüdern, Schwestern, Vater und Mutter und Großeltern. Diese Szenen sind sehr interessant, weil sie einzigartig für dieses Grab sind.
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Relief des Grabherrn vor dem Opfertisch Die Mastaba war mit einer Palastfassade und mit Szenen geschmückt, die Siese und seine Familie zeigten. Vier Tafeln mit dem Bild von Siese vor einem Opfertisch wurden von de Morgen geborgen und befinden sich heute im Museum Kairo. In den Texten der Grabkammer steht der Titel eines Schatzmeisters - und gegen Ende seiner Karriere wurde er zum Wesir befördert. |
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Tomb-Relief
of Siese Autor: Udimo, Wikipedia 11. Dez. 2025 Lizenz: CC BY-SA 4.0 |
Einige der Titel von Siese sind auf jeder Stele belegt - zu diesen Titeln gehören einige sehr prestigeträchtige Titel, die uns zeigen, dass Siese ein sehr wichtiger Beamter des Königs war:
der gute Fürst
der Oberste der Lektorpriester
Schreiber der Heiligen Bücher
Träger des Siegels des Südens
vollkommener Freud (früher einziger Freund) des Königs
Aufseher der Schatzkammer
Aufseher der Pyramidenstadt
Wesir, Richter
Aufseher der sechs Kapellen.
Über eine Rampe, die sich im Norden befand gelangte man in die Unterstruktur der Grabanlage. Die Westwand der Grabanlage erstreckte sich über ca. 10 Meter und ist 86,5 cm dick. Die Rampe führt nach unten in einen mit Mudbrick gesäumten Tunnel vor der Vorkammer und der dahinter liegenden Grabkammer. Die einst versiegelte Vorkammer (sie wurde irgendwann geöffnet - vielleicht von Grabräubern oder von de Morgen), deren Boden leicht abfällt, hat eine Gewölbedecke. Die rechteckige Vorkammer ist mit großen Kalksteinblöcken ausgekleidet und ist etwa 5,5 Meter lang und 2 Meter breit.
Hinter der gewölbten Kammer befindet sich die Grabkammer - ein kleiner Raum, der nicht größer als ist als 3,4 x 1,75 Meter und in welcher ein Sarkophag den gesamten Boden einnimmt. Der riesige Deckel des Sarkophages besteht aus grünem Diorit. Zwei kleine Nischen befinden sich auf der östlichen Seite der Grabkammer und sind in die untere Hälfte der Wand eingearbeitet worden. In der südlichen Nische befindet sich eine Kanopen-Box - ebenfalls mit grünem Diorit gearbeitet, die an einigen Stellen schon gerissen und zerbrochen ist. Die nördliche Nische ist leer.
Die Gewölbedecke der Grabkammer wurde mit Kalkstein ausgekleidet und auf den Kalksteinwänden befinden sich Pyramidentexte in vertikalen Reihen (in Grün eingefärbt), in denen sich in jeder Zeile der Name des Siese / Sat-Iset entweder am Anfang oder am Ende der Zeile befindet. Interessant ist, dass diese Texte im Stil ähnlich sind, sie die Pyramidentexte aus der Unaspyramide in Saqqara - was bedeuten kann, dass die Künster aus der 12. Dynastie, welche das Grab von Siese dekorierten, wahrscheinlich die Texte aus der Pyramide des Unas kannten.
Das Grab des Siese blieb unvollendet - was an den erhaltenen gebliebenen roten Vorzeichnungs-Linien zu erkennen ist. Auch der Sarkophag-Deckel ist immer noch sehr rau und wurde nicht fertig poliert - ebenfalls blieben die Wände der ersten gewölbten Kalksteinkammer nie fertig und tragen die Überreste von Werkzeugmarkierungen. Zwar versuchte de Morgan den Sarkophag zu öffnen, dieses erwies sich aber als unmöglich, da man befürchten musste, beim Anheben des Deckels - der die Wand berührte - die einzigartigen Texte zu zerstören (Quelle: Blog von Dr. Zahi Hawass: The tomb of Sa-Iset at Dashur )
Die Datierung von Sieses Karriere ist ungewiss. Lange Zeit wurde angenommen, dass er unter König Amenemhet II. im Amt war, da seine Mastaba sich nahe dem Pyramidenkomplex dieses Königs befand. Allerdings argumentieren einige Ägyptologen, dass die Art von Szenen, die einzelne Familienmitglieder zeigen, die vor einem gedeckten Opfertisch sitzen und vor denen sich weitere Opfergaben auf dem Boden befinden, erst ab der Herrschaft von König Sesostris III. bezeugt sind. Deshalb tendieren einige Ägyptologen daraufhin, dass Siese möglicherweise unter Sesostris III. und nicht unter Amenemhet II. gedient hat (siehe Adele Oppenheim: Elite tombs at the residence: the decoration and design of 12th Dynastie tomb chapels and mastabas at Lisht and Dahshur, Middle Kingdom - in Jimenez-Serrano, Alejandro and Antonio J. Morales (Hrsg): Leiden-Boston 2021).
| Cheper-ka-re - Obervermögensverwalter - |
Cheperkare diente unter König Amenemhet II. mit dem Amtstitel eines "Obervermögensverwalters". Sein Name entspricht dem Thronnamen von König Amenemhet II., daher kann man davon ausgehen, dass er unter der Regierung dieses Königs geboren wurde und auch evtl. unter ihm im Amt war. Seine Gemahlin trug den Namen "Hetepet" - seine Mutter hieß "Insedjemet" und sein Vater trug den Namen "Tjhau" (Quelle: James P., Allen: The high officials of the early Middle Kingdom in: Nigel Strudwick, J. Taylor (Hrsg.): The Theban Necropolis: past present, and future, British Museum Press, London 2003).
Cheperkare ist von drei Stelen bekannt, die aus drei Abschnitten seiner Karriere stammen. Auf einer von ihnen (aus Abydos) trägt er den einfachen Titel eines "Vermögensverwalters" (jmj-rA-per) (Stele Paris Musee Guimet 11324/heute im Louvre Paris E 13110, weil ein Großteil der ägyptischen Bestände 1945/48 im Zuge eines Sammlungsaustausches an den Louvre übergeben wurde, während das Guimet im Gegenzug asiatische Werke erhielt)
. Auf einer weiteren Stele (heute im Museum Kairo CG 20531) erscheint er als
Auf dieser Stele ist er auch als "Vorsteher aller Arbeiten des Königs" belegt und berichtet von Kanalbauarbeiten im thinitischen Gau. Diese Stele ist unter Amenemhet II. datiert.
Die größte der drei Stelen stammt aus der Zeit, in der er zum "Obervermögensverwalter im ganzen Land" befördert wurde. Hier trägt er zahlreiche hohe Titel, wie: "Oberhaupt des ganzen Landes" oder "geliebter Gottesvater" (Stele Leiden 6)
| Upuaut-aa - Bürgermeister und Prophetenvorsteher von Abydos - |
Upuaut-aa war Gaufürst und Vorsteher der Priester. Er ist auf der Stele aus Abydos - heute in der Staalichen Sammlung ägyptischer Kunst München (siehe Bild) - unten links vor einem großen Opfertisch dargestellt. Die übrige Fläche der Stele wird von einer 25-zeiligen Inschrift bedeckt. Die Stele trägt das Jahr 13 von König Amenemhet II. und besteht aus Kalkstein. Die Stele misst 1,36m in der Höhe und 0,70m in der Breite sowie 0,13m im Durchmesser und befindet sich unter der Inventar-Nr. GL WAF 35 im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst München.
Der Inhaber der Stele trägt auf dieser den Titel eines Bürgermeisters von Abydos und eines Prophetenvorstehers. Die Stele enthält eine der längsten bekannten Inschriften dieser Gattung aus der Zeit des Mittleren Reiches. Der Text lässt sich insgesamt in 94 Verse gliedern, welche von Winfried Barta nach metrischen Kriterien analysiert worden sind.
Im Stelentext bittet Upuaut-aa im Rahmen von einem Gebet an Osiris, um Anteile an den Opfern, welche im Osiristempel an allen Feiertagen, die hier in einer langen Liste aufgeführt sind, dargebracht werden. Außerdem bittet der Steleninhaber alle Lebenden, die sich vor der Stele versammelt haben, für ihn Opferformel in den Tempeln all der Götter zu sprechen, die in Abydos mit Heiligtümern vertreten sind. Die Götterliste umfasst nicht weniger als 25 verschiedene Götter.
Die Inschrift schließt mit einem Bericht über einen Empfang beim König, auf dem der Fürst seine Ämter übertragen bekam und wo ihm auch die Aufstellung von Statuen und Stelen im Tempelbezirk genehmigt wird (Quelle Wikipedia - Stele Upuaut-aa).
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Stele Wepwawetaa München /
Upuaut-aa Die Stele (steht im Eigentum des Wittelsbacher Ausgleichsfonds) stammt aus Abydos und ist in das 13. oder 23. Regierungsjahr von König Amenemhet II. datiert. Die Maße betragen 136 x 70 x 13 cm (Quelle: Hans Wolfgang Müller: die ägyptische Sammlung des Bayrischen Staates, München 1966, S. 28f. Nr. 31). Der Text umfasst 25 Zeilen, die nahezu die gesamte Vorderseite der Stele einnehmen. Lediglich in der unteren linken Ecke befindet sich eine Darstellung des Steleninhabers, der vor einem Speisetisch sitzt. Es existiert eine weitere, bereits früher gestiftete Stele von Upuaut-aa, ebenfalls aus Abydos, die sich heute im Rijksmuseum van Oudheden in Leiden befindet. Der Aufbau der Stele gliedert sich in vier größere Abschnitte. Nach einer kurzen Datumsangabe folgt zunächst eine Opferformel an den Gott Osiris, in welcher der Steleninhaber um die regelmäßige Rezitation von Opfergabenformeln, insbesondere der Zeremonie des "Hervorkommenlassens der Stimme" (pr.t-xrw), die an allen nur erdenklichen Festtagen für den Verstorbenen vollzogen werden soll. Des weiteren folgt ein sog. "Anruf an die Lebenden" - Beamte und Priester werden aufgefordert, ein Opfergebet zu sprechen. In dem 3. Abschnitt formuliert Upuaut-aa eine Reihe von Jenseitswünschen und der 4. Abschnitt (24 Verse) enthält eine biographische Darstellung des Steleninhabers (Quelle: Wikipedia: Stele des Upuaut-aa). (4). |
| Bild:
Funerary-stele
of Upuautaa from Abydos 01.jpg Autor: ArchaiOptix, Wikipedia 14. 12. 2015 Lizenz: CC-BY-SA 4.0 |
Quellen und Literatur
1. engl. und deutsche Wikipedia, Siese
2. Blog von Dr. Zahi Hawass: The
tomb of Sa-Iset at Dashur )
3. Wolfram Grajetzki: Court Officials of the Egyptian Middle Kingdom, London
2009 - ISBN: 978-0-7156-3745-6
4. John Baines: Wepwawetaa in Leiden and Munich. In: Beatrice Baragli u. a.
(Hrg.): Distand Worlds and Beyond. Heidelberg 2021 - digital