Luxor-Tempel 1. Hof

Luxortempel II. (Tempelhaus)

Luxor-Kolonnade


(Quellenangaben am Ende der Seite - nummerierte Verweise im Text)

Neben den Tempelanlagen von Karnak gehört der Luxor-Tempel (altägyptisch: Ipet-reset) zu den bedeutendsten Heiligtümern in dem antiken Ägypten. Der im Neuen Reich errichtete Tempel wurde "südlicher Harem des Amun von Karnak" oder "Ort der Abgeschiedenheit" (nach R. Wilkinson) genannt und war dem Gott Amun, seiner Gemahlin Mut und ihrem gemeinsamen Sohn Chons geweiht. 

Der Name "Luxor-Tempel" ist natürlich modernen Ursprungs. In der ägyptischen Antike trug das Heiligtum den Namen "Ipet-resut", was soviel wie "Südlicher Opet" bedeutet. Das Wort "Luxor" geht aber auf das arabische Wort "al-Uksur" zurück, das "Befestigung" bedeutet und sich von dem lateinischen "castrum" - gleichfalls für Befestigung - ableitet ( 3 ).

Der noch recht gut erhaltene Tempel mit seinen Obelisken, Pylonen, Säulenkolonnaden und Höfen ist ein beliebtes Ausflugsziel für den Tourismus in Ägypten und wird abends effektvoll beleuchtet. Der südliche und westliche Teil der Tempelbezirke ist allerdings vom Nil, der seinen Lauf immer weiter nach Osten verschiebt, bereits weggespült worden. Der zentrale Hof Amenophis III. geriet 1988 in den Blickpunkt des Interesses durch die Auffindung von 21 Tempelstatuen, die wohl während einer Renovierung des Tempels - in der Ptolemäer- oder Römerzeit (?) in einer Cachette auf dem Hof verborgen gefunden wurden. Die interessantesten Stücke aus der Cachette befinden sich heute im Luxormuseum.

Seit 1979 steht der Luxortempel zusammen mit dem Karnak-Tempel und der thebanischen Nekropole auf der Weltkulturliste der UNESCO ( 1 ). 

Baugeschichte
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allgemein -

Für lange Zeit war die Bedeutung des in seinem komplexen Bau- und Dekorationsprogramm sehr unüblichen Tempels für die Ägyptologie rätselhaft. In neuerer Zeit scheinen sich jetzt aber zwei seiner Hauptaspekte deutlicher abzuzeichnen.

Unübersehbar ist der Hauptaspekt des Tempels als Stätte zur Abhaltung des "Opet-Festes". Schon die Tatsache, dass der Tempel nach Norden, dem Karnak-Tempel zugewandt war, zeigt, dass der Luxor-Tempel zur Abhaltung des Opet-Festes eng an das Hauptheiligtum in Karnak angeschlossen war. Dieses Fest wurde jährlich am zweiten Überschwemmungsmonat des Sommers gefeiert und hatte anfangs eine Dauer von 11 - später sogar von 27 Tagen. Während des Opet-Festes in der Zeit von Hatschepsut wurde die Prozessionsstrecke noch zu Fuß zurückgelegt und nur die Rückfahrt auf den Nilbarken angetreten. Die Barken der thebanischen Triade wurden in sechs Barkenstationen vor dem Tempel abgestellt. Die letzte dieser Stationen lag vor dem Luxortempel, der unter Ramses II. in der 19. Dynastie in einem neuen Vorhof einbezogen wurde. Zur Zeit Amenophis III. wurden beide Strecken auf dem Wasser zurückgelegt (
4 ). 
Zum Opetfest unter Tutanchamun siehe - hier - .

Ein weiterer Aspekt für die Bedeutung des Luxortempels könnte der Königskult gewesen sein, denn der Tempel scheint "die Stätte"  zu sein, wo der König mit seinem göttlichen KA vereinigt und dadurch erst in das gottähnliche Wesen verwandelt wurde, das dadurch zur Ausübung des Herrscheramtes fähig war. Das eigentliche Tempelhaus wurde über einen früheren Tempel aus dem Mittleren Reich und der Thutmosidenzeit errichtet, über den uns nur wenig bekannt ist. Spolien dieser Bauten sind noch heute in den Wänden des Nachfolgebaus zu sehen ( 4 ). 

Es ist bekannt, dass Königin Hatschepsut ausgiebige Baumaßnahmen in Luxor vornehmen ließ, die aber fast alle von ihren Nachfolgern ersetzt wurden. Das Zentrum des Luxor-Komplexes - so wie es sich dem heutigen Besucher darstellt - stammt aus der 18. Dynastie und wurde von Amenophis III. errichtet, der in zwei Phasen baute: Er ließ zunächst einen Komplex mit mehreren Räumen auf einer erhöhten Plattform errichten. Diese bildet heute den südlichsten Punkt des Tempelkomplexes. An der Nordseite fügte er später ein offenes Peristyl hinzu und legte nördlich davon das Fundament für eine große Kolonnade ( 4 ) mit 2 x 7 Papyrus- (oder Glocken-) Kapitellsäulen, die allerdings erst unter Tutanchamun und Haremhab vollendet wurde. Als Baumeister des Tempelneubaus rühmen sich die Zwillingsbrüder Hor und Suti, die beide den Titel trugen; "Vorsteher der Arbeiten des Amun" (belegt auf einer Stele, die sich heute im Britischen Museum befindet - Helck Urk. IV. 1946).  Evtl. war auch der große Baumeister Amenhotep Sohn des Hapu bei den Durchführungen der Bauarbeiten beteiligt.

Während der Regierungszeit von Amenophis IV. (Echnaton), dem Sohn und Nachfolger Amenophis III. wurden die Bauarbeiten im Luxortempel nicht weitergeführt - erst 17-20 Jahre später führte Tutanchamun die Bauarbeiten an der  Großen Kolonnade fort. Unter Haremhab, der die Kartuschen mit dem Namen Tutanchamun durch seine eigenen ersetzten ließ, fand die Große Kolonnade denn ihren Abschluss.

Ramses II., der dritte Herrscher der 19. Dynastie, ließ den Tempel dann auf einer neuen Achse in Richtung Osten (die parallel zum Haupttempel in Karnak lag) durch einen Säulenhof und einen vorgelagerten Pylon verlängern, vor dem er zwei Obelisken (einer davon befindet sich seit 1836 auf dem Place de la Concorde in Paris) aufstellen ließ. Im Jahre 33 (an seinem zweiten Sedfest) wurden dem Statuenprogramm noch weitere - von Amenophis III. usurpierte Granitkolosse hinzugefügt. Nunmehr erreichte der Luxortempel eine Länge von 254 Metern (
4 ).

                    Plan des Luxortempels
                        
- mit Erweiterungen -
Nach den Erweitungen durch Ramses II. wurden im Luxor-Tempel nur noch wenige, aber teils wesentliche Umgestaltungen vorgenommen. In kuschitischer Zeit entstand unter Schabaka auf dem Vorplatz vor dem großen Pylon von Ramses II. ein Säulenkiosk (Portikus) als Barkenstation mit vier Reihen von fünf Säulen, der aber heute weitgehend verschwunden ist. Etwa 300 Jahre später fügte Nektanebos I. (30. Dynastie) dort vor dem Pylon einen weitläufigen Hof an und ließ das letzte Stück des aus Karnak kommenden Prozessionsweges renovieren und mit Sphingen säumen, die über dem Löwenleib menschliche Köpfe trugen. Außerdem ließ er ausweislich einer Inschrift den Dromos mit Blumenbeeten und Bäumen schmücken (Quelle Abd el-Razik 1968 / ( 2 )  
Zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert n. Chr. wurde der gesamte Tempel in ein römisches "castrum" (ein Militärkastell) integriert. Noch heute sind die mit massiven Steinen planierten Alleen und Säulengänge zu sehen (
5 ).

In den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurden vier Kirchen auf dem Gelände des Luxortempels errichtet.

 (Plan: nach Porter & Moss / bearbeitet von
                             Nefershapiland)

 

der Luxortempel in der Römerzeit:

Der römische Kaiser Diokletian (284-305) ließ in der Spätantike im Luxortempel im Zuge einer verwaltungstechnischen Neu-Ordnung der Provinz Ägypten auf dem Areal des Luxor-Tempels ein Militärlager errichten. Die Auseinandersetzungen mit dem persischen Sassanidenreich im Osten sorgten für lokale Unruhe, was dazu führte, dass Diokletian die römischen Truppen aus Nubien zurückzog, so dass die Gegend um Assuan (Elephantine) die neue Südgrenze des römischen Reiches bildete. Die Einrichtung eines Militärlagers in Oberägypten im Zentrum des Verwaltungsbezirks Thebais sorgte für den Fall von Unruhen in Ägypten nun für eine verstärkte militärische Präsenz. 

Die Datierung und Bestimmung des Militärlagers werden durch seine Umbauten bestätigt, die innerhalb des Tempelhauses vorgenommen wurden und sich im ehemaligen 1. Hypostyl Amenophis III. befanden, dessen Zugang zum Barkensanktuar zugemauert worden war, um an dieser Stelle eine Apsis anzulegen. Die Deutung des Raumes gibt der Datierung des gesamten Militärlagers Sinn, das die "legio IIIa Diocletiana" beherbergte, die erst gebildet worden war, als Kaiser Diokletian selbst in Ägypten einmarschierte, um den Aufstand des Lucius Domitius Domitianus (ein römischer Gegenkaiser, der von Mitte 297 bis wohl Ende 297/Anfang 298 regierte) niederzuschlagen ( 2 ).

Rekonstruktion des "castrum"
- Es wurde in der Zeit Diokletians mit dem Luxortempel als Mittelachse angelegt -
 Um das Lager herum siedelte sich die zivile Bevölkerung an, woraus sich das heutige Luxor entwickelte.
(Zeichnung nach Golvin)

Das Castrum lag in günstiger Lage am Nil und hatte einen rechteckigen Grundriss mit Halbtürmen und Toren. Es war um den Luxortempel herum erbaut und zog ihn in seiner architektonischen Lage mit ein. Der Pylon bildete ein für ein Militärlager gigantisches Haupttor, die "porta praetoria" ( 2 ).

Im Luxor-Tempel wurden später auch Kirchen eingerichtet, von denen sieben übet die archäologische Stätte verstreut sind. Sie datieren in das 6. und 7. Jahrhundert n. Chr. und sind in unterschiedlich gutem Erhaltungszustand. Die bekannteste und ungewöhnlichste von ihnen ist sicherlich die in der Nordostecke des Hofes Ramses II. an der Rückseite des östlichen Pylon-Turmes befindliche Kirche, über deren Mauern sich die Moschee des Abul-Haggag erhebt.

*

Das Sanktuar im hinteren Teil des Luxortempels, das als Ruheplatz für die Heilige Barke des Amun bestimmt war, wurde durch den griechischen Eroberer Alexander der Große umgebaut. Statt der vier Säulen, die das Dach trugen, wurde eine Kapelle errichtet. 

Grabungsgeschichte: 

Der Ort Luxor hatte sich mit seinen Wohnhäusern und einer Moschee gegen Ende des 19. Jahrhunderts über den unter Schutt und Sand begrabenen Luxor-Tempel ausgebreitet. Gustave Flaubert, ein Reisender der 1850/51 Ägypten besuchte, beschreibt diesen Zustand wie folgt ( 6 ):

"Die Häuser waren zwischen den Kapitellen der Säulen erbaut; Hühner und Tauben nisten in den großen steinernen Lotosblättern; Mauern aus nackten Ziegeln oder Lehm trennen die Häuser voneinander ab; Hunde laufen bellend zwischen den Mauern herum."

Der damalige Leiter der ägyptischen Antikenbehörde, Gaston C. C. Maspero beschloss daher, die moderne Siedlung zu entfernen und den Luxor-Tempel freizulegen. Nur die Moschee blieb an Ort und Stelle. Unter der Leitung von G. Daressy begannen ein Jahr später (1881) die Ausgrabungen des Innenbereiches des Tempels. Nach und nach wurden weitere Teile des Tempels freigelegt. Unter der Leitung von George Legrain wurden 1914 und 1920 die Reste der Kirche und des römischen Militärlagers zwischen Luxortempel und Nil ausgegraben.

1930 erfolgte dann unter der Leitung von Ahmed Fakhry und später dann unter Labib Habachi die Freilegung des östlichen Teils des Tempels. Zwischen 1949 und 1951 leitete Zakaria Goneim die Aufräumarbeiten des nördlichen Tempelareals, wobei acht Skulpturen der Sphinx-Allee entdeckt wurden. Große Teile der Sphinx-Allee, der Pylon sowie Gebäude aus der Spätantike wurden 1958 unter Mohamed Abd el-Qader ausgegraben.  Das Gebiet nördlich des Tempels wurde 1962-1963 durch H. S. K. Bakry bei seinen Ausgrabungen erschlossen, und von 1964-68 legte Mahmoud Abd el-Raziq rechts und links der Sphinx-Allee eine römische Siedlung frei.

Während der Arbeiten zur Sanierung der Säulenkolonnade auf der Westseite des Hofes stieß man am 22. Jan. 1989 auf eine Statuenbasis aus Diorit, die sich als zu einer Statue des Haremhab zugehörig erwies. Insgesamt kamen während der weiteren Grabungen in diesem Bereich unter M. el-Saghir insgesamt 26 Statuen von Göttern und Königen des Neuen Reiches zutage. Man vermutet, dass diese während der Römerzeit vergraben worden waren. Die Datierung dieser "Cachette" in die römische Zeit wird durch Keramik dieser Zeit, die ebenfalls in dem Statuengrab gefunden wurde, gestützt. In neuerer Zeit ist ein Team der Universität Chicago unter der Leitung von Raymond Johnson dort tätig und führt u. a. einige Restaurierungen dort aus, wobei man auch mit dem steigenden Grundwasserspiegel in Luxor (und auch anderswo in Ägypten) zu kämpfen hat, das die schon seit Jahrtausenden stehenden Monumente gefährdet ( 6 ).

Tempelaufbau:

 

Sphingen-Allee und Tempelvorhof:

Das Tempelgelände betritt man heute von der Nilpromenade (Scharia el-Bahr el-Nil) aus und gelangt auf den Vorhof des Nektanebos I. Von hier aus führt eine Sphingen-Allee in nordöstlicher Richtung ( 1 ). 

In der Antike verband diese Allee den Karnak-Tempel mit dem am Nilufer liegenden Luxor-Tempel. Die religiösen Prozessionen zogen  zwischen dem Tempelkomplex von Karnak und dem Tempel von Luxor über die 2,5 km lange gepflasterte Sphingen-Allee, die beidseitig von 365 Sphingen gesäumt war (nach F. Traunecker/siehe ( 4 ).

      Prozessionsweg - die sog. "Sphingen-Allee" - zwischen Karnak und Luxortempel
Der Luxor- und der Karnaktempel waren ursprünglich mit einer Allee verbunden, die beidseitig gesäumt war von Sphingen. Zur Zeit wird gerade daran gearbeitet, diese Allee wieder in Gänze herzustellen.

                                                 Bild:  Peter Alscher, Amberg 2009

Die Sphingen-Allee wurde im Neuen Reich begonnen, erhielt ihre endgültige Form aber erst unter König Nektanebos I. aus der 30. Dynastie, der die Widderköpfe durch Menschenköpfe ersetzen ließ. Ein großer Teil der Sphingen-Allee war im Jahre 2004 noch von der modernen Stadt Luxor überbaut - bis man mit einem Projekt zur kompletten Freilegung begann, das noch heute in Arbeit ist. Zur Zeit Nektanebos I. waren zwischen den Sphingen Bäume und Blumen gepflanzt.

             Restaurierter Abschnitt der Sphingen-Allee 
                - Blick auf den Pylon des Luxor-Tempels -

 

Eine Sphinx mit dem Gesichtszügen König Nektanebos I.
Im Gegensatz zu den Sphingen im Karnaktempel tragen diese keine Widderköpfe, sondern zeigen das Antlitz ihres Stifters und wurden auf die Sockel aus der Zeit Rames II. aufgesetzt.

Foto: Elvira Kronlob

Bild: Elvira Kronlob

Der Kuschitenkönig Schabaka (25. Dynastie) ließ auf dem Tempelvorhof vor dem großen Pylon Ramses II. im nördlichen Teil des Hofes ein Stationsheiligtum in Form eines Säulen-Portikus mit vier Reihen von fünf Säulen erbauten ( 6 ), das aber heute weitgehend verschwunden ist. Nach Christian Loeben wurden in römischer Zeit Blöcke dieser Kolonnade im Fundament des Kaiserraumes - im hintersten Teil des Luxortempels - wiederverwendet. Er vermutet, dass es sich beim Füllmaterial, das man im Fundament des Fußbodenbelags des Kaiserraumes fand, um die Reste von fragmentierten Sandstein-Säulentrommeln, die an den Seiten grob zugehauen waren, handelt. Der Name des Schabakas wurde auf einigen Säulenresten identifiziert.

Erwähnenswert ist eine kleine, aber gut erhaltene Serapis-Kapelle, die sich im nördlichen Teil des Hofes, vor dem Pylon befindet und aus getrockneten Nilschlammziegeln errichtet wurde. Die erst 1850 entdeckte Kapelle mit einem Säulenumgang erhob sich über einem Podium von 12 x 8 Metern. Eine Bank an der Rückwand der Cella diente als Sockel für die große Statue einer griechisch gewandeten Isis aus Kalkstein, deren Kopf schon im Altertum abgeschlagen wurde. Charakteristisches Merkmal am Gewand der Isis ist der sog. "Isisknoten" zwischen ihren Brüsten ( 8 ). Lt. einer griechischen Inschrift auf dem Türsturz war diese Kapelle das Weihgeschenk eines altgedienten Dekurios, der sie am 24. Jan. 126 n. Chr. dem Kaiser Hadrian zum Geburtstag schenkte ( 6 ).

          Kapelle der Isis aus der Römerzeit

Die kleine Isis-Kapelle, die auf dem Platz vor dem Pylon steht, zeugt von der Präsenz der Römer im Luxor-Tempel. 

Der kleine Peripteraltempel ist ein Ziegelbau - das zentrale Tor ist mit einer Weihe-Inschrift und den ägyptischen Architektur-Elementen von Rundstab, Hohlkehle und Sonnenscheibe mit Uräen aus Sandstein hergestellt.

Die griechische Inschrift am Architraven zufolge war sie ein Weihegeschenk eines Dekurios (Ratsmitglied in Städten des römischen Rechts), für den Kaiser Hadrian (mit Datierung am 24. Jan. 126 n. Chr.)

 

Bild:      Kapelle der Isis
Autor:   Karen Green, wikipedia
Lizenz:  CC-BY-SA-2.0

 

Der erste Pylon:

Heute betritt man den Luxortempel durch den mächtigen Pylon von Ramses II., vor dem einst sechs große Kolosse des Königs (zwei sitzende, vier stehende) und zwei Obelisken standen. Die Türme des 1. Pylons sind 24 m hoch und 65 m breit und wurden im Auftrag von Ramses II. (19.Dynastie) errichtet, ebenso wie der dahinterliegende 1. Hof. Die Tortürme des Pylons waren mit Reliefs und Texten der Qadesch-Schlacht geschmückt. Der Eingang in die Türme befindet sich links - eine Treppe im Ost-Massiv führt zur Terrasse des 1. Stockwerks oberhalb des Portals. Von hier aus gelant man über zwei Treppen auf die Hochterrassen beider Massive ( 7 ).

Eine Abbildung der Tempelfassade von Luxor befindet sich im übrigen auf der Südwand des ramessidischen Hofes. Man erkennt zwei sitzende und vier stehende Kolossalfiguren, zwei Obelisken und Fahnenmasten.

1. Pylon des Luxor Tempels
"Südlichen Harem des Reichsgottes Amun-Re"
In den vier Aussparungen im Pylon standen früher vier Fahnenmasten.
(Bild wurde vom Autor Neithsabes
public domain gestellt)

Auf der Außenseite der beiden Türme sind eingravierte Szenen in versenktem Relief angebracht, die sich auf den berühmten Feldzug Ramses II. aus dem Jahre 5 seiner Regierung gegen den syrisch-hethitischen Bund  beziehen.

Auf dem westlichen Pylonturm sind Szenen aus dem ägyptischen Lager zu sehen. Die gleichen Szenen befinden sich auch im Ramesseum sowie im Inneren des großen Felsentempel von Abu Simbel. Der thronende König erhält von seinen Untergebenen Bericht und darunter sieht man die beiden hethitischen Kundschafter (Spione) beim Verhör, die schließlich nach einer "schmerzhaften Befragung" zugaben, dass das Herr der Hethiter hinter Qadesch - östlich der Festung, in Stellung gegangen war.

Der östliche Pylonturm ist der Schlacht um Qadesch selbst gewidmet. Lt. Inschrift war das Heer der Hethiter 10.900 Mann stark. Auf der linken Seite ist das Hauptgefecht zu sehen Die Festung Qadesch/Kardesch ist umgeben von den Wassern des Orontes. Der König steht auf seinem Streitwagen und schießt mit seinem Bogen Pfeil um Pfeil gegen die Hethiter, die ebenfalls auf ihren Streitwagen stehen. Schließlich treibt er sie in das Wasser und die Hethiter sind überwältigt und fliehen. Auf den sehr "lebendigen" Reliefs sind durcheinanderwirbelnde Menschenmassen und Tiere zu sehen. 

Am linken unteren Bildrand befindet sich als Abschluss eine Szene, die einen hethitischen Prinz in seinem Streitwagen auf der Flucht darstellt.

Der untere Bereich der beiden Pylontürme zeigt in vertikalen Hieroglyphenzeilen eine Inschrift mit dem "Qadesch-Gedicht", das Rames II. vier Jahre nach der Schlacht anbringen ließ und welches die Kriegstaten Ramses II. verherrlicht ( 6 ).

Die Seitenmauern des Durchgangs des Portals sind mit Flachreliefs aus der Regierungszeit König Schabakas (25. Dynastie) dekoriert (PM II.² Luxor 15c-g)

*

Vom umfangreichen Statuenprogramm bei der Erweiterung des Luxor-Tempels durch Ramses II. befinden sich heute vor der Fassade des 1. Pylons nur noch zwei kolossale Sitzstatuen und eine einzige (von ursprünglich vier) aufrecht stehende Statuen Ramses II. und dazu Reste der Basisblöcke sowie ein Kopf der heute nicht mehr vorhandenen Standstatuen.

                         Die Tempelfassade mit Obelisk und Statuen
Zwei Sitzstatuen von Ramses II. (die zweite wird von dem Obelisken verdeckt), der Obelisk und ganz rechts eine Standstatue des Königs. Vor dem linken Pylonturm die kärglichen Reste der Basisblöcke von zwei Standstatuen und einem Königskopf Ramses II.
                                                  (Bild:
Elvira Kronlob 2012)

Die beiden kolossalen Sitzstatuen des thronenden Königs befinden sich unmittelbar am Portal und sind aus grauem Granit gearbeitet und haben eine Höhe von ca. 15,60 m ((Sockel 1,05 m, Thron 2,90 m und Figur 11,65 m). Leider weisen beide granitenen Kolossal-Statuen teilweise Beschädigungen im Gesichts- und Oberkörperbereich auf ( 7 ).

Kolossal-Statuen
- vor dem Eingang des Luxortempels -

Bild:     Entrada al templo-luxor2007 
Autor:  Alberto-g-rovi Wikimedia
Lizenz: CC-BY-SA-3.0

 

Linke Kolossale Sitzstatue Ramses II.

Auf den Seitenflächen des Thrones befindet sich jeweils das Sema-taui-Symbol.

 

 

  Bild: Elvira Kronlob

 

      Relief gefangener Nubier
 an der Basis der linken Sitzstatue 
 Ramses’ II. - vor dem Eingang des Luxortempels -

Bild:  
Luxor-Tempel Statue Ramses II. 13
.

Autor:  Olaf Tausch Wikipedia
Lizenz: CC-BY-3.0

 

Linke Kolossale Sitzstatuen Ramses II.

Neben dem Thron der Sitzstatuen befinden sich am rechten Bein die zierliche Gestalt einer Prinzessin, während am linken Bein (siehe Bild)  die Große Königsgemahlin Nefertari dargestellt ist. 

Bild:  
Luxor-Tempel Statue Ramses II. 04
.

Autor:  Olaf Tausch Wikipedia
Lizenz: CC-BY-3.0

 

Rechte Kolossale Sitzstatue
 Ramses II.

 

Die rechte (westliche) Sitzstatue des Königs ist im Gesicht stärker beschädigt, als die besser erhaltene im Osten.

Am rechten Bein des Herrschers befindet sich die zierliche Gestalt einer Prinzessin, während am linken Bein Königin Nefertari zu sehen ist. Die Statue trägt sogar einen eigenen Namen: "Ramses-Re-ist der Herrscher". ( 6 )

 

Bild:    Luxortempel 03
Autor:
Olaf Tausch Wikipedia
Lizenz:
CC-BY-3.0

 

Rechte Kolossale Sitzstatuen 
Ramses II.

Auf den Seitenflächen des Thrones befindet sich jeweils das Sema-taui-Symbol. Rund um die Statuenbasen zieht sich oben eine Inschriftenzeile mit den Titeln und Namen des Königs - darunter Darstellung mit den Namen der in Kartuschen eingravierten "Neun-Bogen-Völker".

 

 

 

Bild:  Luxor-Tempel Statue Ramses II. 11.
Autor:  Olaf Tausch Wikipedia
Lizenz: CC-BY-3.0

 

     Gefangener Nubier und Asiaten 
 an der Basis der rechten Sitzstatue 
 Ramses’ II. - vor dem Eingang des Luxortempels.

Bild:  
Luxor-Tempel Statue Ramses II. 15.

Autor:  Olaf Tausch Wikipedia
Lizenz: CC-BY-3.0

 

Basisblock einer Standstatue mit Teile der Füße

Kopf einer Standstatue Ramses II.

beide Bilder: Elvira Kronlob

Von den übrigen,  vier aufrechtstehenden Statuen aus Rosengranit sind nur noch die kärglichen Reste der Basisblöcke und Teile der Füße erhalten. Nur noch eine einzige, erheblich beschädigte Plastik befindet sich auf der rechten Seite des Eingangs. Sie zeigt Ramses, den stehenden König mit der weißen Krone und die Königin Merit-Amun in Relief an seinem Bein. Wahrscheinlich wurde diese Statue unter Amenophis III. hergestellt und später von Ramses II. usurpiert ( 6 + 3 )

 Standstatue vor rechtem Pylonturm

 

Bild: Elvira Kronlob

 

Die Obelisken:

Von den beiden einst 25 Meter hohen Obelisken aus rotem Granit, welche die Pylontürme rechts und links flankierten, befindet sich heute nur noch einer der Obelisken vor Ort. Die beiden Obelisken Ramses II. vor dem Pylon waren nicht gleich hoch: der kleinere rechte (westliche) und besser erhaltene Obelisk hat eine Höhe von 22,83 m und eine Basisbreite von 2,44 m und wog 227 t. Der Sockel des kleinen Obelisken steht vom Pylon um ein Stückchen weiter weg als der größere, wodurch der Höhenunterschied optisch ausgeglichen war ( 7 ).  

In situ verbliebene Basis des heute in Paris befindlichen Obelisken.

Bild:     Luxor-Tempel
Autor:  Olaf Tausch Wikipedia
Lizenz: CC-BY-3.0

Er wurde Mitte des 19. Jahrhunderts ein "Opfer der guten Beziehungen zu Frankreich". Pascha Mohammed Ali (1805-1849) machte ihn dem französischen König Louis Philippe zum Geschenk. Die Franzosen nahmen das Geschenk der Ägypter gern an, denn seit der Napoleonischen Expedition im Jahre 1798 war das Interesse am alten Ägypten sehr groß. Seit der Entzifferung der Hieroglyphen durch Champollion gab es viele, die den Namen auf dem Obelisk lesen konnten und einiges über den Initiator wussten. Am 23. Dez. 1836 wurde dieses Monument in Paris auf dem Place de Concorde eingeweiht. 

Ramses-Obelisk in Paris 
auf dem Place de Concorde

Am 23. Dez. 1836 wurde dieses Monument in Paris auf dem Place de Concorde eingeweiht. Er ist auch unter dem Namen "die Nadel der Kleopatra" bekannt.

Bild:  Luxor-Obelisk in Paris
Autor:  Dennis Jarvisw / Canada 
Lizenz: CC-BY-SA-2.0 

Im Gegenzug erhielt Mohammed Ali eine Standuhr, die im Uhrenturm, welcher noch heute auf der Zitadelle in Kairo zu bewundern ist, aufgestellt wurde. Diese Standuhr machte ihrem Namen alle Ehre, sie "stand" nämlich und ließ sich auch nicht mehr reparieren, während der Obelisk Ramses II. noch immer auf dem Place de la Concorde in Paris steht.

Siehe hier:   
   (Link zur Zitadelle und Alabaster-Moschee)

                                                                 *
Der linke (östliche) und am Originalstandort verbliebene Obelisk ist höher als sein "Bruder" in Paris. Er hat eine Höhe von 25,03 Metern bei einer Basisbreite von 2,51 m und wiegt 254 t. 

Vorderseite des in situ befindlichen Obelisken

Rückwärtige Ansicht des Obelisken
- zum Pylon gewandte Seite -

Bild: Elvira Kronlob
- bearbeitet von Nefershapiland -

Bild: Elvira Kronlob

Auf jeder seiner vier Flächen ist unterhalb des ursprünglich mit einer Metallkappe (wahrscheinlich aus vergoldeter Bronze) versehenen Pyramidions ein kleines Bild eingemeißelt, welches Ramses II. in Anbetung vor Amun-Re zeigt. Unmittelbar darunter bedecken drei Vertikalbänder aus gravierten, mit Rot erhöhten Hieroglypheninschriften die gesamte Höhe des Monuments. Das mittlere Band ist tiefer graviert als die seitlichen. Ihr Inhalt zeigt die erweiterten Titel des Königs nebst lobpreisenden Hinweisen auf seine Bautätigkeit, die Dauer seiner Regierung und seine Siege.

     Obeliskensockel mit Paviane

Jeder der beiden Obelisken 
stand auf einer Basis und zeigten auf ihrer Nord- und Südseite je vier die Sonne anbetenden Paviane - die von der Nordseite des linken Obelisken sind heute im Museum Louvre in Paris (
7 ).

  Bild: Elvira Kronlob

 

Linke Basis-Seite des noch vor dem Luxortempel stehenden Obelisken

  Bild: Elvira Kronlob

 

Statuen vor dem westlichen- und östlichen Tempeleingang:

Das westliche und das östliche Zugangstor wurde jeweils von zwei Königsplastiken flankiert. Vor dem westlichen Tordurchgang standen zwei Standfiguren, von denen heute nur noch der Unterkörper vorhanden ist. (Fragmente eines kopflosen Oberkörpers und Reste einer Krone liegen auf dem Boden neben der linken Statue). 

Grundriss des Festhofes Ramses II.

1 + 2. Sitzstatuen Ramses II.
3. Standstatue Ramses II.
4. in situ befindlicher Obelisk Ramses II.
5. Basis des heute in Paris befindlichen
    Obelisken
6 + 7. Sitzstatuen Ramses II.
8 + 9. heute im MET-Museum .
           befindliche thronende
           Königsfiguren von
          (Amenhotep III./Merenptah)
10 + 11. Standfiguren des Königs

A.  Haupteingang
B.  Südtor
C.  Westtor
D.  Osttor

     Plan: Nefershapiland 

Es scheint so, dass am östlichen Zugangstor während der Regierungszeit Ramses II. keine Königsplastiken aufgestellt waren. Erst der Sohn und Nachfolger König Ramses II., Meren-ptah, ließ auf beiden Seiten des östlichen Tordurchganges je eine Königsstatue aus Diorit aufstellen (8 + 9)welche einen thronenden König darstellt. Beide Sitzstatuen, die sich heute im Metropolitan Museum New York befinden, stammen jedoch ursprünglich aus der Zeit König Amenophis III. Eine weitere, neben dem Tor ursprünglich vorhandene Statue, ist heute verschollen.

    Tempeleingang auf der Westseite

Vor dem westlichen Zugangstor des Luxortempels standen ebenfalls zwei Königsplastiken (10 + 11), von denen allerdings heute nur noch der untere Bereich und die Basis erhalten sind. Fragmente eines kopflosen Oberkörpers liegen auf dem Boden neben der linken Statue.


Bild:     IMG 7367
Autor:  Karen Green, Flickr-Album
Lizenz: CC-BY-SA-2.0

 

                                            Standfiguren des Königs vor dem Westtor
Im Vergleich zu den Königsstatuen im ramessidischen Hof weisen diese beiden Standstatuen nicht die übliche Schreitstellung auf - beide Beine sind geschlossen. Neben der linken Statue liegen ein Oberkörper und die Reste einer Krone auf dem Boden.

                      Standstatue links vom Durchgang ( 11 )

Standstatue rechts vom Durchgang ( 10 )

Bilder: Gitta Warnemünde, Berlin - 
- alle Rechte vorbehalten -

 

    Sitzstatuen Amenophis III. (8+9)
   - ursprünglich vor dem östlichen Eingang
          des Luxortempels befindlich -

- usurpiert von König Merenptah -

 

Bild:     Metropolitan
Autor:   Carsten  Flick-Album
Lizenz:   CC-BY-2.0

 

Ramessidische Schlachtenszenen
- an den Außenwänden der inneren Umfassungsmauer  des 1. Hofes -

Mit Ausnahme des Pylons ist der äußere Baukörper des Luxortempels größtenteils zerstört. An den Außenwänden der inneren Umfassungsmauern des Ramseshofes befinden sich in zwei Registern Kriegsberichte - sowohl auf den östlichen als auch auf den westlichen Mauern. 

Plan des ramessidischen Hofes

 

Nach Porter & Moss II² Luxor 202-204 befinden sich auf der Westwand des ramessidischen Hofes des Luxortempels  (nördlicher und südlicher Teil) die Reste von Darstellungen in zwei Registern.


Drei Jahre nach der Qadesch-Schlacht (im Jahre 8) zog es Ramses II. wieder nach Syrien bis zu Stadt Dapur (etwa 100 km nördlich von Qadesch). Er ließ dort eine Statue von sich aufstellen - als Zeichen der Einnahme von Dapur. Im Jahre 10 seiner Regierung führte ihn eine militärische Kampagne abermals nach Dapur (evtl. war die Stadt wieder abtrünnig geworden?). Die Stadt Qadesch ließ er hierbei - ebenso wie beim Feldzug im Jahre 8 - aber unangetastet. Im Jahre 18 seiner Regierung fand der letzte bekannte Feldzug Ramses II. nach Syrien statt. Dieser führte bis nach Megiddo ( 6 ).

                              Die Außenseite der Westwand des Luxortempels
Der Bilderzyklus beginnt mit den Schlachtendarstellungen an der nördlichen Außenseite des Pylons in zwei Registern.
                                            Bild: Gitta Warnemünde, Berlin
                                               - alle Rechte vorbehalten -

 

                             Nordwestseite des Luxortempels
Die Szenenfolge an der nördlichen Westwand beginnt rechts oben mit der Darstellung des Königs, der mit seinem Heer in den Krieg zieht ( 1 ). Von rechts nach links - in Richtung des Pylons -  befinden sich großformatige Bildszenen, in denen die Erstürmung und Unterwerfung der syrischen Festung "Dapur" ( 3 ) (inschriftlich als "im Lande Hatti" lokalisiert) und einem Ort, dessen Name heute teilweise zerstört ist, dargestellt wird. Noch lesbar ist: "...im Lande Qode, in der Region Naharin" (Mitanni). Es folgt der Ortsname "Han[...]a"
  (Quelle: Gitta Warnemünde in Kemet 1/2007, S. 16). 

Die Maße der Königsfigur vor der Festung Dapur ( 2 )sind dabei fast genauso groß wie die der Festung, wobei es fast so erscheint, als ob der König allein vor der Festung steht. 

Im unteren Register schießt der König ( 4 ) Pfeile auf  die Festung Han[...] ab ( 5 ).  Rechts davon werden ihm Gefangene von den Prinzen zugeführt. 
(Quelle:  - Gitta Warnemünde in Kemet 1/2007)

Bild: Mit frdl. Dank Gitta Warnemünde, Berlin 
- alle Rechte vorbehalten -

Über die Einzelheiten der Truppenstärke und den genauen Verlauf der Eroberung von Dapur (eine Stadt am nördlichen Rande des Reiches von Amurru) ist nicht viel bekannt.

Eine besser erhalten Darstellung der Festung Dapur aus dem Ramesseum zeigt, dass Ramses II. ein Heer aus Streitwagen, Bogenschützen und Infanterie mit Schwertern und Schildern hatte. Doch auch die Verteidiger der Festung hatte Bogenschützen und Speerträger. Auf der Darstellung aus dem Ramesseum sieht man, wie die Soldaten Ramses versuchen mit Leitern die Festung zu erklimmen, die von den Hethitern mit Speeren und Pfeilen verteidigt wird. Aber obwohl sich Dapur mit Wurfgeschossen zur Wehr setzt, musste die Festung sich am Ende ergeben und die Soldaten Ramses II. nahmen die Stadt und die Festung ein ( 6 ).

Eroberung der Festung Dapur
Die großformatige Szene an der Westwand zeigt die Erstürmung der syrischen Festung Dapur und wird von zwei Teilen beherrscht. Im linken Abschnitt sieht man die Festung Dapur mit ihren Verteidigern. Rechts davor die übermächtig wirkende Gestalt des Königs, die Pfeile auf die Festungsverteidiger abschießt. 

Zeichnung: Details nach
Zeichnung nach Walter Wreszinski (Atlas zur altägypt. Kulturgeschichte II. 1913-1936) in Heinz Feldzugdarstell. , S. 274 - Abb. VIII.11

 

Bilderzyklus auf der Westwand / Nordseite des Luxortempels - rechts vom Pylon
- im unteren Register links: der König verschießt Pfeile auf die Festung Han[...] -
                       rechts: die Prinzen führen dem König Gefangene zu

Bild:     Luxortempel-Court of Ramesses II.
Autor:  Kairolinfo4U Flickr-Album
Lizenz: CC-BY-NC-SA-3.0            

Der Szenenzyklus auf der nördlichen Westseite der Umfassungsmauer setzt sich nach rechts weiter fort. Zu sehen sind in der Mitte der Darstellung die Prinzen, welche dem König Gefangene zuführen. Es folgt die nächste Szene mit der Rückkehr des Königs aus dem siegreichen Feldzug. Auf den Darstellungen ist zu sehen, dass der König drei Reihen Gefangener mit sich führt, denen teilweise die Hände über den Kopf gefesselt wurden.

  Westwand Luxortempel - ramessidischer Hof 
- Außenwand Innerer Umfassungsmauer -
 
Rückkehr des Königs auf seinem Streitwagen (PM 202- Szene 3)

Nach der Eroberung von Dapur und Han[...]a kehrt Ramses mit einer großen Anzahl von Gefangenen nach Ägypten zurück - gefolgt von 3 Prinzen, die große Fächer tragen und 3 Reihen von Gefangenen.

Bild Gitta Warnemünde, Berlin
-
alle Rechte vorbehalten -

Oberes Register  (Porter & Moss) mit drei Szenen:

  1. Szene: (PM 202) Der König greift die Festung von Dapur an.                            

  2. Szene: (PM 202) Der König greift die feindlichen Streitwagen an.

  3. Szene: (PM 202) Der König zieht in Begleitung seines Löwen und der Prinzen in den Krieg

unteres Register mit sechs Szenen:

  1. Szene: (PM 202) der König schießt Pfeile auf Han[...]a in Naharin

  2. Szene: (PM 202) Prinzen bringen Gefangene vor den König 

  3. Szene: (PM 202) Der König in seinem Streitwagen - hinter ihm in drei Reihen die gefesselten Gefangenen.

     

                                       Der König in seinem Streitwagen
     - hinter ihm drei Prinzen, die große Fächer tragen und 3 Reihen Gefangene -
                                                 - Bild: Peter Alscher -

     

  4. Szene: (PM 202) der König ergreift die Gefangenen vor Amun und führt den Ritus des "Erschlagen der Feinde" aus mit dem Gott @a (Heh), der die Gefangenen, die mit Namensringen ihrer Herkunft dargestellt sind, führt.
    (unter dieser Szene befindet sich ein demotisches Graffiti des Amun-Priesters Hor.... aus der Spätzeit)

  5. Szene 5: (PM 202) der König erschlägt Gefangene vor Amun] und Namensringe,

  6. Szene 6: (PM 203) hinter dem Tordurchgang: der König in seinem Streitwagen beim Angriff der Festung Mutir.

 

Westwand nördl. Teil
- linke Seite vor Tordurchgang -

Auf den Darstellungen links vor dem westlichen Tordurchgang haben sich von den Mauern nur noch 4 Steinlagen erhalten. Von den Darstellungen des "Erschlagen-der-Feinde-Ritus und dem Zuführen der Feinde vor dem Gott Heh" sind heute nur noch die die Beine erhalten geblieben.

        Bild: Gitta Warnemünde
     - alle Rechte vorbehalten - 


Tor-Durchgang Westwand
- linke Seite

PM 23 e und f
Auf beiden Seiten des Tordurchganges in der westlichen Hofmauer befinden sich Darstellungen (teilweise zerstört). 

Der König opfert die "Maat" vor Amun-Re (gegengleich zu dem rechten äußeren Torpfosten)

PM 23 c-d (Tordurchgang innen)
Königskartuschen mit Dekoration des Gottes Heh (Gott der Ewigkeit).

Bild:     IMG 7367
Autor:  Karen Green, Flickr-Album
Lizenz: CC-BY-SA-2.0

(Detailausschnitt Nefershapiland)

 

           Tor-Durchgang
         - rechter Torpfosten außen -

Auf dem rechten äußeren Torpfosten des Durchgangs sind Reste von Darstellungen zu sehen:

Der König (zerstört/bzw. nur noch die Füße zu sehen) opfert die Maat vor Amun-Re, darunter drei Linien Text mit dem Tornamen.





Bild: Gitta Warnemünde, Berlin

Am südlichen Teil der Westwand der Inneren Umfassungsmauer (Außenwand) setzen sich die Schlachtenreliefs Ramses II. nach dem Tordurchgang mit der Unterwerfung der Festung Mutir  fort. 

       Eroberung der Festung Mutir
      PM 203 - südliche Hälfte der
Westwand
- ein Syrer im Versteck zwischen den Bäumen - 

Eroberung der Festung Mutir/Mutira, die auf einem Hügel im Buschland lag.

Manchmal werden in den Darstellungen der Schlachtenreliefs auch Deserteure der feindlichen Truppen dargestellt, die  bei dem Angriff der ägyptischen Truppen im Angesicht des Todes die Flucht ergreifen oder aus einem sicheren Versteck heraus den Untergang des eigenen Heeres beobachten - wie dieses Motiv des in den Büschen kauernden Deserteurs (unten rechts), der aus sicherer Entfernung das Geschehen beobachtet. 

Detail-Zeichnung aus Walter Wolf "Altägypt. Kulturgeschichte 1959) nach Walter Wreszinski (Atlas zur altägypt. Kulturgeschichte II. pls. 77-80, 1913-1936)

 

                                              Westwand - Südliche Hälfte 
                                                         
Die Festung Mutir (PM 203) -
An der südlichen Westwand des Luxortempels befinden sich Darstellungen der Eroberung der Festung Mutir, die auf einem Hügel im Buschland lag.

                                          Bild: mit frdl. Dank Gitta Warnemünde, Berlin
                                             - alle Rechte vorbehalten -

Der Bilderzyklus setzt sich auf der südlichen Rückwand des ramessidischen Hofes (PM 204) mit der Eroberung und Zerstörung der Stadt Satuna (einem Ort, den K. A. Kitchen weiter südlich vermutet) fort.

südliche Rückwand des
- ramessidischer Hofes in Luxortempel -
(Porter & Moss II.² Luxor, 204)

Auf diesem Mauerabschnitt befinden sich Schlachtendarstellungen der Eroberung der palästinensischen Stadt "Satuna".

 

Bild:     Gitta Warnemünde, Berlin
        - alle Rechte vorbehalten -

Porter & Moss gibt uns dazu folgende Angaben:

(PM 204 - siehe Plan oben): 
Der König  und die Prinzen in ihren Streitwagen beim Angriff auf die palästinensische Stadt Satuna mit syrischen und libyschen Feinden. Ein Mann (Feind) wird von einem Bären im Zedernwald angegriffen.

  südliche Rückwand
(PM 204)

Der König im Streitwagen
- beim Angriff auf Satuna in Palästina.

 

 

 

 

 

 

   Bild: Peter Alscher


    südliche Rückwand
(PM 204)

Der König steht in seinem Streitwagen - gefolgt von den Prinzen. Er schießt Pfeile auf die palästinische Stadt Satuna.

 

 

   Bild: Peter Alscher

 

Westwand-Süd - die Festung Satuna (PM 204)

Auf der linken Seite ist die Festung Satuna mit ihren Verteidigern (Bogenschützen) zu sehen. Fliehende Feinde (Syrer und Libyer) werden von den ägyptischen Angreifern (die vom König und den Prinzen angeführt werden) unter ihren Füßen zertreten oder in Richtung der Festung zurückgetrieben. 
                                                           Bild: Peter Alscher

 

  Luxor-Tempel - Ramessidische Schlachtenreliefs Äußere Westwand-Süd
Die Festung Satuna, hinter der ein Wald von Laubholz und Zedernbäume lag (wohl im heutigen Libanon)

Bild: Peter Alscher 

 

                      Luxor-Tempel - Westwand südliche Außenwand des Hofes
Auf diesem Relief befindet sich eine interessante Szene: Am linken Rand der Szene (siehe Pfeile) ist die Darstellung eines Bären zu sehen, der während der Belagerung von Satuna einem Feind, der auf einen Zedernbaum flüchten will, ins Bein beisst (siehe PM S. 333). Wie wir wissen, war die Gattung "Bär" (Ursus)  in Ägypten nicht heimisch, aber den Ägyptern war der syrische "Braunbär" bekannt, der eine Größe von ca. 140 cm erreichen konnte. Heute ist der Bär in Syrien und Palästina seit Anfang des letzten Jahrhunderts ausgestorben. Es ist anzunehmen, dass die syrischen Bären als "Tribut"-Lieferungen nach Ägypten kamen.

Bild: Peter Alscher 

 

Äußere Westwand
des Luxortempels
mit Großer Kolonnade

1) Mutir (PM 203)
2) zerstörte Landschaften 
   (Porter & Moss 205)

 

   Bild: Gitta Warnemünde
- alle Rechte vorbehalten -

Der Bilderzyklus  setzt sich auf den Außenwänden der Großen Kolonnade fort. Hier schließt sich eine interessante Szene an, die eine völlig zerstörte Landschaft mit (Zeichnung nach Walter Wreszinski - Atlas zur altägypt. Kulturgeschichte II. pls. 77-80, 1913-1936) verwüsteter Natur zeigt und eine fast zerfallene Festung. 

            Luxor-Tempel - nördlicher Teil der Westseite der Gr. Kolonnade
 (Porter & Moss II.² Luxor 205)
- Verwüste Landschaften -
Übersichtsbild -

Bild: Mit vielen Dank an Gitta Warnemünde, Berlin
- Alle Rechte vorbehalten -

 

               Nordseite der Großen Kolonnade - zerstörte Landschaften

Auf den Darstellungen befinden sich weder Menschen noch Tiere - evtl. eine symbolische Darstellung für die Verwüstung durch die Armee des ägyptischen Königs.
Detail-Zeichnung aus Walter Wolf "Altägypt. Kulturgeschichte 1959) nach Walter Wreszinski (Atlas zur altägypt. Kulturgeschichte II. pls. 77-80, 1913-1936)      

 

                   Nordseite der Großen Kolonnade - zerstörte Landschaften (PM 205)

Die gleiche Darstellung als Photografie - in der Mitte die fast zerfallenen Festung und davor die zerstörte Landschaft.

Bild: Gitta Warnemünde, Berlin
- alle Rechte vorbehalten -

Mit den zerstörten Landschaften sind die syrischen Schlachtendarstellungen Ramses II. beendet.

Dahinter folgen weitere Schlachtendarstellungen - in denen die ägyptische Armee mit den Kampfwagen vorwärts eilt um andere Einheiten zu treffen. Die Prinzen Sety-Merenptah und Harhirwenemef bringen hethitische Gefangene. Des weiteren werden wieder abgeschnittene Hände und Soldaten gezeigt (diese Darstellungen sollen aber in diesem Teil über den ramessidischen 1. Hof von Luxor nicht weiter behandelt werden.

*

Auch an der äußeren Ostwand der inneren Umfassungsmauer (zwischen dem östlichen Pylonturm und dem Aufgang zur islamischen Moschee des Abu el-Haggag) befinden sich in zwei Registern (von rechts nach links) je drei verbliebene Szenen aus den syrischen Feldzügen Ramses II. Auf den Szenen sind sieben Festungen dargestellt mit Ortsnamen aus dem Qadesch-Feldzug.

Luxortempel
- Ostwand hinter dem Pylon -

Nur noch ein kleiner Teil der östlichen Außenmauer des Tempels ist erhalten geblieben, aufgrund des Einbaues der Abu el-Haggag-Mosche.

             Plan: Porter & Moss

 

      Ostwand des Luxortempels
Reste der Ostwand zwischen Pylon und Moschee.

Datei:   The Abu Haggag Mosque from the east
Autor:  Marc Ryckaert
wikipedia
wikipedia
Lizenz: CC BY-3.0


    Darstellungen an der Ostwand (rechts vom Pylon) in 2 Registern
                                        - zwischen Pylon und Moschee -

Bild:     Luxortempel-Court of Ramesses II.Pano2
Autor:  Kairolinfo4U Flickr-Album
Lizenz: CC-BY-NC-SA-3.0         

Diese Darstellungen zeigen nach Porter & Moss (Ostseite: Schlachten von Ramses II.) - Register I. und II.

Der syrische Krieg - Register I. (Name der Pferde in Szene 2 und 3)

  1. (PM 215) Szene 1+2: der König, gefolgt von den Prinzen (Pa)rahirwenemef und Merenptah (in 2) mit den wartenden Streitwagen und Soldaten, die auf die Festung schießen.

  2. (PM 215) Szene 3: der König in seinem Streitwagen.

Der König, mit dem Bogen vor den Festungen 
- gefolgt von den Prinzen und wartenden Streitwagen und Soldaten -

Bild:     Luxortempel-Court of Ramesses II.Pano2  (Detailausschnitt Nefershapiland)
Autor:  Kairolinfo4U Flickr-Album
Lizenz: CC-BY-NC-SA-3.0         


Register II. - der moabitische Krieg:

  1. (PM 215) Szene 1: der König gefolgt von Wedelträgern vor einer Festung. Er erhält Gefangene von den Prinzen,
                                    einschließlich von Amenhirkhopshef.

                     Ostwand - Szenen des Kriegs gegen die Moabiter
    Der König - gefolgt von Fächerträgern - erhält Gefangene von den Prinzen, einschließlich von Prinz Amenhirkhopshef. Auf dem Relief befinden sich 7 Festungen, die alle mit Ortsnamen aus dem Kadesch-Feldzug angegeben sind.

    Dieses Schlachtenrelief an der östlichen Außenseite des Luxortempels (zwischen der östlichen Wand des Luxortempels und dem in der Neuzeit entstandenen Aufgang zur Abu el-Haggag-Moschee ) zeigt eine überschriebene Ortsangabe auf - d. h. der ursprüngliche Ortsname wurde neu verputzt und korrigiert. In der originalen Inschrift befindet sich unter der Ortsbezeichnung für Schabtuna südlich von Kadesch ein Ort namens "Bwtrt im Lande Mw-j-bw" (Buteret im Lande Muibu - was als Moab, ein Ort östlich des Toten Meeres, der auch in der Bibel erscheint). 

    Dieses könnte evtl. - nach Meinung einiger Wissenschaftler - ein Beleg für eine nicht genau zu datierende militärische Kampagne in das biblische Moab sein, wobei diese Inschrift somit die älteste Erwähnung des Landes Moab wäre.

    Dieses erscheint aber nach neueren Erkenntnissen aus verschiedenen Gründen unwahrscheinlich, da u. a. die an der Tempelwand dargestellten Personen hinsichtlich Kleidung und Frisuren eher aus den syrisch-palästinensischen Bevölkerungskreisen als den Schasu oder gar den Moabitern entstammen. Auch gibt es aus der späteren Bronzezeit für den Ort Moab aus archäologischer Sicht keine bedeutenden Hinweise. Es ist daher gut möglich, dass Mw-j-bw weiter nördlich lag und inschriftlich durch Schabtuna ersetzt wurde. Der Grund dafür könnte sein, dass für Schabtuna eine größere Bedeutung beigemessen wurde. 

    (Quelle für diese Informationen: Artikel in der Kemet 1/2007, Seite 16 - Autor: Frau Gitta Warnemünde)

    Bild:     Luxortempel-Court of Ramesses II.Pano2  (Detailausschnitt Nefershapiland)
    Autor:  Kairolinfo4U Flickr-Album (Detailausschnitt Nefershapiland)
    Lizenz: CC-BY-NC-SA-3.0         

     

  2. (PM 215) Szene 2: der König besteigt seinen Streitwagen und zieht Gefangene hinter sich sich her. 

    Der König besteigt seinen Streitwagen und zieht Gefangene hinter sich her
    - in der Mitte des Bildes vor dem König ist abermals eine Festung zu sehen -

    Bild:     Luxortempel-Court of Ramesses II.Pano2  (Detailausschnitt Nefershapiland)
    Autor:  Kairolinfo4U Flickr-Album (Detailausschnitt Nefershapiland)
    Lizenz: CC-BY-NC-SA-3.0         

     

  3. (PM 215) Szene 3: Reste einer Szene des Königs in seinem Streitwagen vor dem Fort (mit Namen der Pferde 
                                    in Szene 2 und 3)

An der äußeren Ostmauer bis hin zur südlichen Ecke  und dem östlichen Teil der Rückwand befinden (oder befanden (?) sich nach Porter & Moss 216, 217 und 218 Textkolumnen des Schlachtpoems von Kadesch.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei Frau Gitta Warnemünde bedanken für die bereitgestellten Bilder und den sehr hilfreichen Artikel in der Kemet  1/2007 über die ramessidischen Schlachtenreliefs am Tempel von Luxor. 




Fortsetzung der Beschreibung des Luxortempels
siehe hier Luxortempel 1. Hof 

 

Literatur und Quellenverweise:
1.   Wikipedia - Luxortempel
2.   Theben - Heilige Stadt der Pharaonen/Sergio Donadoni/Hirmer-Verlag 1999
3.   Luxor und das Tal der Könige/Kent R. Weeks/Nat. Geographic Art Guide 2005
4.   Die Tempel Ägyptens, Götterwohnungen, Baudenkmäler, Kultstätten/ Dieter Arnold 1996
5.   Die Welt der Tempel im Alten Ägypten/Richard H. Wilkinson 2000/Wissenschaftliche Buchgesellschaft
6.   KEMET/Jan. 2007/Kemet-Verlag Berlin (Artikeln von G. Höber-Kamel, Gitta Warnemünde, Siegfried Richter
      u. Thomas Kühn.
7.  Ägypten und der Sudan/die blauen Führer - Verlag Fritz Molden, Wien 1979
8.  Altägypten im Römischen Reich/Günther Hölbl/Philipp v. Zabern-Verlag, Sonderband der Antiken Welt 2000

                                                                                    
                                                                                         
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