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| Hapi - der Nilgott: |
Die Ägypter sahen in dem Gott HAPI die Verkörperung des lebensspendenden Flusses Nil - er war die Personifikation der sich wiederholenden Nilüberflutung - ein Gott des Überflusses, so wurde er sowohl in männlicher als auch in weiblicher Gestalt dargestellt. Hier sieht man ihn als Symbol der üppigen Fruchtbarkeit. Meist trägt er ein Gewand der Sumpffischer. Seine Haut erscheint grün und blau wie der Fluss, den er beschützt. Die Menschen besangen ihn in Lobeshymnen und bauten ihm Kapellen, denn er war der Gott des Nils, der ihnen mit jeder Überschwemmung Leben brachte.
Für die Bewohner Ägyptens war es lebensnotwendig, zu dem Gott HAPI zu beten, weil nur eine gute Nilüberflutung ihnen Auskommen und Überlebensmöglichkeit mit einer guten Ernte gewährleisten konnte. Ihm zu Ehren wurden zahlreiche Hymnen geschrieben und
"Du schufst den Nil in der Unterwelt,
Du führtest ihn herauf
nach Deinem Belieben,
um die Menschen am Leben zu erhalten,.....
Der Nil am Himmel (Regen) ist für die Fremdländer
Und für das Wild der Wüste, das auf seinen Füssen geht;
Der ( wahre )Nil aber, quillt der Unterwelt hervor für Ägypten!"
(aus Hymne an die Sonne.)
Pharao Echnaton 1365-1347 v. Chr.
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Der Nil |
Die Griechen gaben dem Fluss seinen Namen und nannten ihn "Neilos", aus dem später sein heutiger Name Nil entstand. Im alten Ägypten hieß der längste Fluss der Erde, Hapi. Von den Bewohnern des Landes wurde er aber auch "iteru aa", der große Fluss, genannt.
Die Ägypter glaubten, dass der Hapi aus dem "Nun", dem Urgewässer der Legenden, entsprang. Das "Nun" umfloss einst in einer der zahlreichen Schöpfungsgeschichten die gesamte Welt, und der Nil oder Hapi fließt in einem ewigen Kreislauf in dieses Urgewässer zurück und kehrt wieder. Die Quelle des Hapi lag für die alten Ägypter bei der Insel Elephantine (Assuan), wo sie dem Boden entspringt und nordwärts bis an das große Meer, dem "Nun", fließt. Der Nil strömt unterirdisch durch das Urgewässer und sein Überschwemmungswasser kommt aus der Unterwelt am südlichen Ende bei Elephantine aus zwei Quellöchern, die in den Strudeln des 1. Kataraktes liegen, in einem ewigen Kreislauf wieder heraus. (Quelle: Adolf Ehrmann - die Religion der Ägypter/de Gruyter-Verlag 2001,2. Auflage)
Schon um 500 v. Chr. schrieb der Grieche Hekataios von Milet, als er das Land am Nil besuchte: "Ägypten ist ein Geschenk des Flusses", und meinte damit den fruchtbaren Nilschlamm, der das Ackerland des Deltas an der Küste und den Fruchtlandstreifen an der östlichen Sahara erst möglich macht.
"Heil dir
Hapi....
wenn er überflutet, freut sich die Erde!
Jeder Bauch freut sich,'
jeder Kiefer bricht in Lachen aus,
jeder Zahn liegt frei!"
(Nilhymnus)
Diodorus von Sizilien machte sich etwa 450 Jahre später Gedanken darüber, woher die Wasser des Nils kommen. In Ägypten herrschte zu dieser Zeit das gleiche trockene und heiße Klima wie heute. Diodorus fand heraus, dass die geheimnisvolle, jährliche Überschwemmung im Zusammenhang stand, mit den starken Niederschlägen, die regelmäßig jedes Jahr in den Bergen Äthiopiens zwischen Juni und September niedergingen und den Fluss ansteigen ließen und das Tal überfluten.
Äthiopien ist ein sehr fruchtbares Land. Die schwarze Erde ist reich an Kali und arm an Nitraten. Tiefe, unergründliche Schluchten, die der Nil während all der Jahrtausende in die Hochebenen gegraben hat, lassen ihn auf seiner Reise gewaltige Mengen fruchtbaren Schlamm mit sich forttragen und nach Ägypten bringen. Als blauer Nil aus den 2800 m hohen Bergen Äthiopiens kommend, ist er aber nur einer der beiden Quellflüsse des Nils.
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Der Nil hat zwei Quellflüsse,
der Bahr
el-Asrak, "blauer
Nil" genannt, der aus den vulkanischen Bergen Äthiopiens stammt
und der Kagera,
der sein Quellwasser aus der Schneeschmelze des 5127 m hohen Ruwenzori
in Ostafrika erhält. Kleine Bäche und Tümpel vereinen sich zu Flüssen, die in den Kagera münden, welcher schließlich nach 850 km in den Victoriasee mündet und hier als Victoria-Nil sich durch den 1945 erbauten Owen-Staudamm zwängt. In seinem Tempo gedrosselt fließt der Bahr el-Dschebel nordwärts und durchströmt nach 110 km den Kyogasee, welcher 621 m hoch liegt. Die Zuflüsse vom Albertsee verdoppeln seine Wassermassen und er verlässt Uganda in Richtung des heutigen Sudan. Unterwegs nimmt er noch zwei weitere Flüsse auf, den Bahr el-Ghasal, "Gazellenfluss" und den Bahr el-Asfar, "gelber Fluss." Hier heißt der Fluss nun wieder anders: "Berg-Nil". Die Vegetation geht über vom tropischen Regenwald in Wüstenstriche und Grassavannen. |
Während dieser Strecke verliert er schätzungsweise die Hälfte seines Wassers. Aber schon bald wird er durch den Wasserzulauf des Flusses Sobat wieder aufgefüllt und heißt jetzt "Weißer Nil" oder Bahr el-Abiad. So gestärkt, erreicht der Fluss die Hauptstadt des Sudans. Bei Khartum vereinigt sich der Weiße Nil mit dem Bahr el-Asrak, dem" Blauen Nil" aus den Bergen Äthiopiens.
Bei den Ruinen von Meroe, der ehemaligen Hauptstadt des äthiopischen Reiches, ändert der Fluss zum letzten Mal seinen Namen und heißt jetzt nur noch "Nil". Wie auch der blaue Nil kommt der letzte Nebenfluss, der Atbara - der "schwarze", aus dem abessinischen Hochland. Von hier aus sind es noch 2700 km bis zur Mündung im Mittelmeer.
An sechs Stellen wird der Lauf des Nils zwischen Khartum und Assuan durch natürliche Stromschnellen, den sogenannten Katarakten, unterbrochen. Zwei dieser Katarakte befinden sich heute im Nasser-See. Der Nil hat von der Mündung des Atbara an keine Nebenflüsse mehr. Er ist bei Luxor oder Theben, der Stadt mit ihren beiden Tempeln von Karnak und Luxor und seiner am westlichen Ufer liegenden Totennekropole ein träger, langsam dahinfließender Fluss geworden.
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Das Delta und das
Fayum Bei Hermopolis teilt sich der Nil noch einmal und er schickt selber einen Flussarm, den Bahr el-Jussuf, in die Sahara. Nach zahlreichen Windungen erreichen die Wasser das Fayum. Ein ägyptischer Pharao hatte diese Oase vor mehreren tausend Jahren zu einer "bebauten Senke" ausgebaut. (Oase = bebaute Senke, altägyptisches Wort) An diesem Ort wachsen mitten in der Wüste Weinreben, Oliven und Getreide, erhalten allein durch die Wasser des Nilnebenflusses. Ohne den Nil wäre das Fayum genauso wie die Sahara eine trostlose Wüste.
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Bei Kairo, der heutigen Hauptstadt Ägyptens erreicht der Nil die Wahrzeichen des Landes, die drei Pyramiden von Gisa, die auf einem Wüstenplateau gebaut wurden. Hinter der Stadt gabelt sich der Fluss und bildet ein großes Dreieck, welches von den Griechen nach dem Buchstaben D = Delta genannt wurde. Auf den letzten 200 Kilometern verästelt sich der Nil in viele Kanäle über ein Marschland auf und geht dann übergangslos in das Mittelmeer über.
Die große "Reise" des Nils, von seinen Quellen im Kagera gemessen, hat eine Länge von 6671 Kilometern, und damit ist der Nil der längste Fluss der Welt.
