In den Gräbern von Tanis die P. Montet auggegraben hat, fand sich außer den Grabstätten der Könige und von Mitgliedern der königlichen Familie, eine Grabstätte deren Besitzer nicht durch Inschriften als Mitglied der königlichen Familie gekennzeichnet ist. Der Eigentümer dieser weiteren Grabkammer in der Grabstätte des Psusennes I. war ein hoher Würdenträger, dessen Name Wn-Db3w-n-Dd (Wen-djebau-en-djed) lautete. Er trug die Titel:
General und Oberster der Bogenschützen des Königs,
Priester des Chonsu,
Vorsteher der Priester aller Götter,
Hohepriester des Amun in Tanis,
Fürst und Siegelverwalter des Königs von Ober- und Unterägypten,
Gottesvater.
Fakten zur Herkunft Wen-djebau-en-djed
- frei nach G. P. F. Broekman in GM 167, pp. 25-27 -Ob er mit dem Königshaus verwandt war oder warum ihm die Ehre zuteile wurde, im Königsgrab bestattet zu werden, ist unter den Wissenschaftlern umstritten. Schon 1939 hatte man Uschebtis und einen Kanopenkrug (Fundnummer 307- zusätzlich zu den anderen vier Kanopenkrüge die Wendjebauendjed besaß) mit seinem Namen in Vorraum des Königsgrabes gefunden. Es gibt jedoch einige Tatsachen, welche die Vermutung stützen, dass Wendjebau-en-djed ein Angehöriger der Königsfamilie gewesen sei - evtl. sogar weiterer Sohn König Psusennes I.
Als erstes die Tatsache, dass er in einem Königsgrab bestattet wurde. Alle Gräber in Tanis gehören einem König und dessen direkten Verwandten. Genauso verhält es sich auch bei den Begräbnissen der 25. und 26. Dynastie der Gottesgemahlinnen des Amun im Tempelbezirk von Medinet Habu. Auch dort wurden nur königliche Persönlichkeiten begraben, keine anderen Personen und waren sie noch so einflussreich. Falls Wen-djebau-en-djed nicht von königlichem Blut war, so wäre er (soweit bekannt) die einzige nichtkönigliche Person, der eine solche Ehre zuteilgeworden wäre. Des weiteren war er in einer Grabkammer bestattet, deren Ausschmückung und Inventar wahrhaft königliche Dimensionen hatte. Unter seinen Grabbeigaben befanden sich Gegenstände, wie sie ansonsten nur bei Königen angetroffen werden, so zum Beispiel ein Pektoral, auf dem der Name des Wen-djebau-en-djed, beschützt wird von der geflügelten Sonnenscheibe und den Schutzgöttinnen Wadjet und Nechbet.
Die Mumie Wen-djebau-en-djed lag wie die von Psusennes I. in einem silbernen Innensarg und war versehen mit einer Goldmaske sowie goldenen Finger und Zehenhülsen. Gemäß Erika Feucht wurden goldenen Maske bisher nur bei königlichen Mumien angetroffen und goldene oder silberne Finger- und Zehenhülsen bisher nur bei einer Tochter des Königs Chephren, bei Tutanchamun, bei einigen Prinzessinnen, in den Königsgräbern von Tanis und in den Gräbern der nubischen Könige in Nuri, ausschließlich königliche Tote. Nach Prof. Andrzej Niwinski war es einzig ein Privileg der Mitgliedern der Familie des Priesterkönigs Pinodjem I., der mit Henuttaui (vielleicht einer Tochter Ramses XI.) verheiratet war, in einem Sarg mit goldenem Gesicht und vergoldeten Händen bestattet zu werden. In all diesen Fällen es waren immer Könige und ihre direkten Verwandten, deren Mumien ein goldenes Antlitz aufwiesen.
Dies alles zusammen genommen gibt einen deutlichen Hinweis auf einen königliche Abstammung von Wen-djebau-en-djet. Aber aus welchem Königshaus stammte nun Wen–djebau–en–djed und warum gibt es keinen inschriftlichen Beleg auf eine königliche Abstammung? Prof. K. A. Kitchen (TIP, page 265, note 126) hat ausdrücklich auf die Ähnlichkeit von Wen-djebau-en-djeds Namen mit dem des ersten Königs der 21. Dynastie Smendes (Nesu-ba-neb--Djed) hingewiesen. Beide Namen beziehen sich auf die Stadt Mendes und seinen Ortsgott. Dies könnte auf eine verwandtschaftliche Beziehung der beiden Personen hindeuten.
Heute wird allgemein akzeptiert, dass Psusennes I. ein Sohn des Priesterkönigs Pinodjem war und nicht ein Sohn König Smendes. Damit stellt sich aber die Frage, wie der Thron von König Smendes auf Psusennes I. überging (lässt man den ephemeren Herrscher Amenennisut außer acht). Am wahrscheinlichste erscheint eine friedliche Übereinkunft zwischen König Smendes und dem Priesterkönig Pinodjem I. Es kann heute kein Zweifel mehr bestehen, dass damals zu Beginn der 21. Dynastie eine friedliche Trennung der Herrschaftsbereiche zwischen König Smendes einerseits und Herihor/Pinodjem I. stattfand, genau wie nach dem Tode Herihors die Macht in der Thebais an den Sohn von dem General Pianchi, dem Vorgänger von Herihor, wohl durch vorherige Vereinbarung überging. Als Folge dieser Vereinbarung waren natürlich alle anderen Verwandten von König Smendes von der Erbfolge ausgeschlossen. So wäre es durchaus möglich, dass Wen-djebau-en-djed ein naher Verwandter von König Smendes war, wohl kein Sohn, aber vielleicht ein jüngerer Bruder, Neffe oder Vetter, der evtl. schon während der Lebenszeit von Smendes einer der wichtigsten Beamten war und dieses Amt auch unter Amenemnisu und Psusennes I. behielt.
In der Grabkammer des Wen-djebau-en-djed befand sich kein eindeutiger Hinweis auf seine verwandtschaftlichen Verhältnisse, mit Ausnahme vielleicht eines Armbandes, welches den Namen Tarudit, Tochter von Herarit, trug. Es stellt sich nun die Frage, warum in der Grabkammer des Wen-djebau-en-djed keine der Inschriften auf eine Beziehung zu einem Königshaus verweist. Evtl. gibt es aber doch einen Hinweis, denn an verschiedenen Stellen der Wanddekoration befindet sich folgender Text mit den Titeln des Wen-djebau-en-djed:
„ Prinz, Graf, Gottesvater, geliebt von dem Gott, Siegelbewahrer des Königs von Unterägypten, Vorsteher der einzigen Freunde (?) General der Bogenschützen des Königs – Leben, Glück, Gesundheit – Oberverwalter des Chons, Prophet des Chons, Vorsteher der Propheten aller Götter “. Die Position des Titels „Gottesvater, geliebt“ [it ntr mry (ntr)] in der Titelfolge des Wen-djebau-en-djed könnte auf ein verwandtschaftliche Beziehung zum König oder auf eine Verschwägerung mit König Psusennes I. hindeuten. Es wäre denkbar, dass Wen-djebau-en-djed der Vater von Wiay/Wiai, einer Nebenfrau König Psusennes I. war, die ihm eine Tochter mit Namen Istemkheb gebar, der späteren Ehefrau des Priesterkönigs Mencheperre, Sohn von Pinodjem I. Diese mutmaßliche Verbindung zwischen den Familien König Smendes und Pinodjem I. würde erklären, warum ein Sohn von Mencheperre den Namen Smendes trägt.
Wenn nun aber Wen-djebau-en-djed ein Verwandtere König Smendes war, warum befindet sich in seinem Grab kein Hinweis darauf? Wen-djebau-en-djed war im Grab König Psusennes I. bestattet und viele der goldenen und silbernen Gefäße und Juwelen waren Geschenke dieses Königs an diesen Mann, der nicht direkt mit ihm verwandt war. Falls Wen-djebau-en-djed nun eine familiäre Beziehung zu König Smendes besaß, aber kein Verwandter König Psusennes war, könnte dieses eine Erklärung dafür sein, dass er trotz der fehlenden Erwähnung seiner Abstammung zu König Smendes, eine Bestattung in der königlichen Grabanlage von Psusennes I. erhielt.
Entdeckung der Grabkammer Wen-djebau-en-djets Bedingt durch die Wirren des II. Weltkrieges mussten die Ausgrabungen in Tanis für fünf Jahre unterbrochen werden. Erst am 15. 4. 1945 konnte Montet die Arbeiten wieder aufnehmen. 1946 stieß der Grabungsarchitekt Alberto Alexandre Lezine zum Team von Pierre Montet. Bei der architektonischen Aufnahme des Grabes kam Lezine zu dem Schluss, dass der aus Kalkstein gebaute, auffallend breite Mauerzug im Südosten des Grabes noch eine weitere Kammer enthalten müßte. Diese Kammer, gleich neben der völlig leer aufgefundenen Grabkammer des Prinzen Anchefen-mut war so gut verborgen, dass sie der Aufmerksamkeit der Ausgräber bisher entgangen war. Mit einer Meßlatte stieß Lezine durch eine Mauerritze ins Leere. Daraufhin hob man einen Deckstein ab und zum Vorschein kam eine Grabkammer deren Süd–Ost und Westwand bemalte Reliefs und Inschriften trug.
Am 13.02.1946 drang man über das Dach in die Grabkammer ein. Alle Wände der Kammer waren mit bunt bemalten Reliefs und Inschriften geschmückt, sie zeigen unter anderen Anubis und Osiris, die den Toten geleiteten, der von Isis und Nephthys beschützt wird. An anderer Stelle geleitete ihn der falkenköpfige Totengott Sokaris und die kuhgestaltige Göttin Hathor auf seiner Reise ins Jenseits.
| Sarkophag und Grabbeigaben: |
Für Montet war diese Persönlichkeit kein Unbekannter, denn er hat schon 1939 im Vorraum der Psusennes-Bestattung Uschebtis mit seinem Namen gefunden. Wen-djebau-en-djed war wie üblich in drei Särgen bestattet. Beim Äußeren handelte es sich um einen menschengestaltigen Granitsarkophag, der wahrscheinlich aus der 20. Dynastie stammt und einem 3. Priester des Amun in Theben, namens Amenhotep gehört hatte. Für Wen-djebau-en-djed hatte man diesen Sarkophag mit einer Gipsschicht überzogen, auf die gepunztes (kleine Vertiefungen/Verzierungen) Blattgold aufgelegt wurde. Im Inneren dieses Granitsarkophags fanden sich die Reste eines Silbersarg (Fundnummer 684), der wiederum die Überreste eines vergoldeten Holzsarges (Fundnummer 680) barg, in dem die Mumie lag, oder das was von ihr übrig geblieben war. Der Silbersarg, wie der Holzsarg, von dem nur etwas von der Vergoldung der Aufschriften, einige Platten, Zapfen und Nägel aus Bronze sowie viel Staub übrig blieb, haben durch die hohe Feuchtigkeit stark gelitten.
Gut erhalten hatten sich die Goldmaske, Schmuck und Edelmetallgefäße von hoher Qualität, die zu der Grabausstattung Wen-djebau-en-djed gehörten. Auf dem Holzsarg hatte man einst drei Opferschalen und einen Becher aus Gold und Silber gelegt, dazu Waffen und Stöcke.
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Goldmaske des Wen-djebau-en-djed
Das Gesicht, Hals und Ohren (nach
oben nur bis zum Haaransatz reichend) des Holzsarges war von einer
ausgezeichnet gut erhaltenen Maske aus starkem Goldblech bedeckt, an der
man noch deutlich die Hammerspuren der Treibarbeit erkennen kann. An
ihren Rändern war sie mit sechs Splinten auf das Holz des Sarges
genagelt. Kairo
JE 87738
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| (Bild: thanks to Jon
Bodsworth) Der Urheberrechtsinhaber erlaubt es jedem, dieses Bild für jeglichen Zweck, inklusive uneingeschränkter Weiterveröffentlichung, kommerziellem Gebrauch und Modifizierung, zu nutzen. |
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Herzskarabäus aus grünem Feldspat
Unter
den Grabbeigaben des Wen-djebau-en-djed befanden sich auch Erbstücke
aus der Zeit des Neuen Reiches, so ein goldgefasster Herzskarabäus
aus Feldspat, der ursprünglich für einen Ramessidenkönig bestimmt
war. Auf der Unterseite trägt der Skarabäus
einen Auszug aus dem Totenbuch Kapitel 26. Die Kette die zum umhängen
diente besteht aus acht Edelmetallröhrchen. In einer Inschrift
wird ein König namens User–maat–Ra
genannt, was vermuten lässt, dass dieser Anhänger aus dem Grab eines
ramessidischen Königs stammt. |
Der Gefolgsmann des Königs Psusennes war mit Ehrengaben überhäuft. Er besaß drei Pektorale und einen Skarabäus, alles an Halsketten sowie Amulette, kleine Götterfiguren in großer Zahl, und zwei Armbänder. Ebenso wie König Psusennes I. steckten auch bei Wen-djebau-en-djed Finger und Zehen des Verstorbenen in goldenen Hülsen. Über den Fingerhülsen stecken fünf wertvolle Ringe. Überall besticht die Goldschmiedekunst durch ihre Virtuosität. Kelche und Schalen, vor allem die aus Gold und Silber, in deren Mitte sich Schwimmerinnen zwischen Enten, Fischen und Lotus tummeln, zarte Amulette in Gestalt der Isis oder der Katzengöttin Bastet, ein goldener Miniaturnaos mit einem zwei Zentimeter hohen Chnum-Widder aus Lapislazuli und das erstaunlichste Stück des Schatzes, eine Trinkschale mit abwechselnd aus Gold und Silber gefertigten Zierovalen.
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Zwei der Fingerringe,
die über den goldenen Fingerhülsen steckten, stammt aus dem
persönlichen Besitz König Psusennes I. |
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Ring aus
Bestattung Wen-djebau-en-djed - Fundnummer Montet: 712 - Bei vorliegendem Stück handelt es sich um einen goldenen Ring mit einer länglichen drehbarer Zierplatte aus grünem Amazonit, deren konkave Oberseite mit einem "Udjad– Auge" in kräftigem Relief versehen ist. Der Ring ist aus Goldblech gearbeitet und endet in angelöteten, perlenförmigen Abschlüssen aus Goldblech. Die winzige Inschrift auf der flachen Rückseite nennt den König von Ober– und Unterägypten Psusennes I. |
| Das Udjat-Auge hat
schutzbringende Funktion. Es entstammt einem Mythos und spielt auf das
Auge des Horus an, welches dieser im Kampf mit Seth verlor. Mit Hilfe
von Hathor, Thot oder anderen Gottheiten (je nach Überlieferung)
erlangt Horus sein Auge später heil und gesund wieder. Daher wurde es
auch das "Udjat-Auge" (intakt, vollständig, gesund)
genannt. Dieses Auge wurde das Symbol für alles, was mit
Vervollständigung und Heilung zusammenhing, war aber ebenfalls mit
Schutz, Vollkommenheit und Macht verbunden. Das Udjat-Auge ist eines
der häufigsten Amulette, ein Symbol als Schutz gegen den "Bösen
Blick" und in einem erweiterten Sinne gegen alle vorstellbaren
Gefahren. Die Form und die Augenbraue stammen
vom menschlichen Auge, während die Linien darunter der Zeichnung
eines Falkenauges entsprechen. (Textauszüge: Lexikon des Ägyptologie-Forums) |
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- Kairo JE 87704 - Fundnummer Montet: 714 Material: Gold, grünblauer Amazonit und Lapislazuli Durchmesser: max 2,6 cm; Ringplatte 1-1,5 cm Dieser aus Goldblech gearbeitete Ring wurde mit 4 anderen Ringen an den Fingern der Mumie des Wen-djebau-en-djed gefunden. Er endet in angelöteten, perlenförmigen Abschlüssen aus Goldblech, die auch dem Schutz der Ringplatte dienen. Zwischen den Enden befindet sich eine rechteckige Ringplatte aus Lapislazuli, die sich, längs durchbohrt, über einen in den Enden befestigten Goldstift. Die Ringplatte wird auf der Vorderseite durch eine "Udjat-Auge" in Relief geschmückt und weist auf der Rückseite die in winzigen Zeichen geschriebene Inschrift: "König von Ober- und Unterägypten Psusennes". |
Der Gefolgsmann des Königs besaß einen weiteren
Ring, ähnlich der Fundnummer 714, mit annähernd quadratischer
Lapislazuliplatte und einem Udjat-Auge in zartem Hochrelief, auf dem auf der
Rückseite der Geburtsname Ramses XI. „ Neferkare-
erwählt–von–Amun “, eingraviert
ist.
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Zahlreiche Amulette beschützten die
Mumie des Wen-djebau-en-djet. Neben
solchen gängiger Art aus Fayence und Stein fanden sich goldene und
goldverkleidete Götterfigürchen sowie kleine Idole aus Lapislazuli,
offensichtlich ältere Stücke, die in Goldfassungen und einem Miniaturschrein
als Talisman an einer Kette um den Hals getragen werden konnten.
Mit diesen außergewöhnlichen Goldschmiedearbeiten besaß Wen-djebau-en-djed einen Schatz, wie ihn kein Tanitenkönig sein eigen nannte, denn die anderen in Tanis gefundenen goldenen Amulette sind eher von minderwertiger Ausführung als reiner Totenschmuck. Aufs feinste modelliert sind die massiv goldenen Figuren der Göttin Isis und Bastet.
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| Sachmet-Anhänger Kairo: JE 87718 Material: Gold Höhe: 7,2 cm |
Isis-Anhänger Kairo: JE 87716 Material: Gold Höhe: 11 cm; Breite: 2,2 cm Länge der Kette: 82 cm |
Bastet-Anhänger Kairo: Material: Gold Höhe: 9 cm |
| Dieser Anhänger stellt die Göttin Sachmet mit einem Frauenkörper und dem Kopf einer Löwin dar. Auf ihrem Kopf thront die Sonnenscheibe mit einer Uräusschlange. Die Göttin trägt ein langes, eng anliegendes Kleid und eine Halskette, ihre Arme liegen seitlich am Körper an | Dieser Anhänger in Gestalt der
Isis mit Kuhhörnern und der Sonnenscheibe, den Symbolen der Hathor,
trägt eine Inschrift an der Basis: "Isis, Mutter des Gottes" |
Diese von der Sonnenscheibe mit schützender
Uräusschlange gekrönte Gottheit aus massivem Gold mit dem Körper
einer Frau und dem Kopf einer Löwin ist nur 9 cm hoch. |
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Anhänger
des Wen-djebau-en-djed
Weiter fand sich ein recht grob gearbeitetes Lapislazulifigürchen des Gottes Ptah– Tatenen, in einem Säulentempelchen aus Gold, deren Wände mit Götterbildern geschmückt sind. Die Höhe des Tempelchens beträft 6cm. Oben an der Kapelle ist eine Öse angelötet, um sie mit einer Kette um den Hals tragen zu können.
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Ein Lapislazuliwidders in Mumienform der teilweise mit Goldblech verkleidet ist, trägt eine goldene Sonnenscheibe mit Uräus als Erscheinungsbild des Gottes Amun auf dem Kopf. Ein aus Goldblech geschnittener und ziselierter Geier, der auf dem Rücken des Widders aufliegt, umfängt dessen Körper mit den Flügeln, dem Stoß und den Beinen. Es ist die Göttin Nechbet von Oberägypten. Er befand sich in einem goldenen Schrein von 3,5 cm, Höhe der durch eine Schiebetür verschlossen werden konnte. Oben sind zwei Ösen angelötet zur Befestigung an einer Kette. Auf den Seiten des Schreins ist das Bild eines Widders ebenfalls mit der Sonnenscheibe auf dem Haupt und weitere vier Uräen mit Sonnenscheiben zu sehen. |
| Kleiner Widder mit Schrein - Kairo Inv.-Nr. JE 87715 - Widder-Maße: L 2,8 cm; B 1,25 cm; H 1,75 cm; mit Krone 2,93 cm, Schrein: L 3,5 cm; B 1,64 cm; H 3,89 cm Material: Gold, Lapislazuli |
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| Weitere Schmuckstücke aus der Bestattung Wen-djebau-en-djed | |||
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Pektoral mit Kette Fundnummer Montet: 721 - Höhe 9, 3 cm - In den Motiven der schönsten der drei Pektorale des Wen-djebau-en-djed kehren die Symbole der Auferstehung wieder: Ein geflügelter Skarabäus aus Lapislazuli hebt den Namen des Toten zum Himmel empor, gestützt von Isis und Nephthys. Darüber zwei Geier die "Djedzeichen" halten, darüber die geflügelte Sonne, von der zwei Uräen herabhängen. Unten am Pektoral Pflanzenmuster, dazwischen ein Anch-Zeichen. Das Ganze ist in Gold und Grün gestaltet. Eine doppelreihige Kette aus goldenen und grünen Tonnenperlen ohne Gegengewicht diente zum Umhängen. |
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Montet fand in der Bestattung
Wen-djebau-en-djed noch zwei weitere Pektorale mit Skarabäen (ohne
Bild)
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Wen-djebau-en-djed besaß als einziger aus allen in Tanis gefundenen Bestattungen ein Paar recht einfache spiralig zusammengebogene Ohrringe aus Gold. Schwere Ohrgehänge waren in Tanis zu dieser Zeit nicht mehr in Mode. Montet fand in den Grabbeigaben von Wen-djebau-en-djed auch einen Anhänger (Fundnummer 763), der einst einem Hohenpriester namens PA–rn–nfr vom Ende der 18. Dynastie gehörte. |
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Der Gefolgsmann des Königs besaß als
weitere Gabe König Psusennes I. einen massiven Goldring mit
quadratischen Querschnitt. Er bildete vermutlich den Abschluss eines
heute zerfallenen Stabes oder Zepters aus Holz. Außen um den Reif
läuft eine eingravierte Inschrift mit einem einfachen Totenspruch
für Wen-djebau-en-djet.
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| Als Soldat hatte Wen-djebau-en-djet für seinen letzten Kampf ein ganz besonderes Schwert in seinem Grab. Die Klinge bestand nicht wie damals üblich aus Bronze, sondern aus dem in Ägypten noch überaus seltenen Eisen. | |||
| Des weiteren fanden sich auch Fragmente eines Bronzeschwertes (Fundnummer Montet: 471) bei den Grabbeigaben. Es trägt den Namen des Wen-djebau-en-djet und seinen Titel mr pDwt–pr–aA. | |||
| Auf einem weiteren massiven zylindrischen goldenen Armreif (Fundnummer 710) nimmt eine Anrufung des heiligen Widders von Mendes fast die ganze verfügbare Fläche ein: „Oh du Widder mit vier Gesichtern, Herr des Feuers ............. komm ................ , du wirst erretten von allem Übel und Unheil “. | |||
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Armreife auf der Mumie gefunden Wen-djebau-en-djet besaß auch einen besonders schönen Armreif. Zwischen den ziselierten Enden eines massiven goldenen Reifs von 9,3cm Durchmesser ist von goldenen Hülsen gehalten eine große tonnenförmige Achatperle eingesetzt. |
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| Kultgeschirr: |
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Unter den Grabbeigaben des Wen-djebau-en-djed befanden sich mehrere Gefäße aus Gold, Silber und Elektron. |
| Datei: General
Wendebauendjed's cups from Tanis by John Campana.jpg Autor: Jon Campana Lizenz: Creativ Commons Attribution-Share_Alike 2.0 Generic |
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Goldschale Wen-djebau-en-djed - Kairo JdE 87741 - Durchmesser 15,5 cm; Höhe 4,6 cm Auf dem Holzsarg waren einige besonders kostbare Gefäße abgestellt, darunter eine goldene Schale. Die Schale erinnert an eine geöffnete Margeritte mit 23 Blütenblättern (Hohlkehlen) und ist in der Mitte mit einer in Cloisonne gearbeiteten Blüte aus farbiger Glaspaste verziert. . |
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Pierre Montet,
der Entdecker dieses Stückes hat dieses zentrale Bild als das "Sema-taui",
die Vereinigung der Papyrusdolde mit den Lotosblüten, also die
bildliche Darstellung der Vereinigung der von
Ober– und Unterägypten, interpretiert Mit
vier Goldnieten ist am Schalenrand ein Henkel befestigt, dessen
Halterung mit Palmetten und ziselierten Ringen verziert ist. Eine
kurze Inschrift vor dem Henkel gibt Auskunft über den Besitzer der
Schale: „Der Verwalter des Chons,
Wen-dje-bauen-djed, gerechtfertigt “.
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Schale des Wen-djebau-en-djed aus Silber, Goldblech und
Glaseinlagen - Kairo JdE 87742/Fundnummer: 885 - Durchmesser 18,2/18,4 cm; Höhe 2,5 cm Dieses Edelmetallgefäß gehört ebenfalls zu den besonders kostbaren Gaben des Königs für seinen treuen General und stand auf dem vergoldeten Holzsarg. Auf dem Grund der flachen Silberschale schließt in Treibarbeit verziertes Goldblech eine Rosette in Zellentechnik ein, in deren Mitte die kreisrunde, von geperlten Rändern gesäumte Applikation mit einer Niete im Schalenboden verankert ist.
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Innen am Rand
der Schale gegenüber des Griffs verläuft eine Inschrift, die eine
Widmung wiedergibt:
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Dekorierte Silberschale des
Wen-djebau-en-djed mit
Goldeinlage - Kairo JdE 87743/Fundnummer: 773 - Durchmesser 16,5 cm |
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Diese Schale wurde in der Grabkammer
des Wen-djebau-en-djed gefunden. Im Zentrum der Schale befindet sich
eine Goldniete, umgeben von einer ziselierten Rosette mit 18 Blättern,
die wiederum von einem Kreis von 14 Lotosblüten umgeben ist.
Am oberen Rand sind vergoldete Silberringe befestigt, die zum Aufhängen der Schale dienten.
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Schale des Wen-djebau-en-djed - Kairo JdE 85806 - - Durchmesser 16 cm - |
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Diese Silberschale
Wen-djebau-en-djeds ist in der Mitte mit einem Blumenmotiv verziert,
welches abwechselnd aus je einer Lotosknospe und einer Lotosblüte
(insgesamt 16 Stück) besteht. Zwanzig Zickzacklinien stiegen daraus
empor, geschwungen finden sie sich unter dem Rand wieder zusammen.
Der bewegliche Goldhenkel läuft durch dei beiden breiten Ringe einer mit vier Goldnieten, in der Mitte gewölbten Platte, deren beide Enden die Form von Palmetten haben. Der Name König Psusennes I. ist auf der Gegenseite unterhalb des Randes eingraviert. |
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Schale Wen-djebau-en-djeds Eine Besonderheit bildet eine Schale aus Gold und Elektron, aus denen die geöffneten Blütenblätter des Lotus wechselweise gefertigt sind. Die einzelnen Teile sind mit großer Präzision verlötet. Der Fuß der Schale hat die Form eines umgestülpten Kelchbechers. |
Eines der goldenen Blütenblätter
trägt drei Namen in Kartusche, zusammen mit einem Segenswunsch, die
Namen von rechts nach links:
(Inschriften der Spätzeit, Bd. II., Jansen-Winkeln) Unter den Kartuschen befinden sich die
Abbildungen eines Affen, der seine Hand zum Mund führt (links), ein
Blumenbund (Mitte) und ein Löwenkopf (rechts). Vermutlich verkörpern
sie die Hieroglyphengruppe ankh,
udjat und
seneb
, also „Leben, Heil, Gesundheit “. Die Inschrift liefert ein Zeugnis für das hohe Ansehen, das Wen-djebau-en-djed genoss. |
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Uschebtis Wen-djebau-en-djeds: |
Wen-djebau-en-djed besaß ungefähr 40 Bronze-Uschebtis, die sich heute verstreut in verschiedenen Sammlungen der ganzen Welt befinden. Wegen Platzmangel in seiner Grabkammer legte man die Uschebtis in die Vorkammer des Königsgrabes ab, wo später andere Mitglieder der königlichen Familie beigesetzt wurden.
Neben dem typischen Fayence-Uschebtis gehören auch zwei Uschebti-Typen aus Bronze zur Grabausstattung des Wen-djebau-en-djeds: Diener und Aufseher. Dieses war zu jener Zeit ein unüblicher Luxus, weil man Bronze damals sehr hoch einschätzte. Pierre Montet gab in seinem Grabungsbericht an, dass er eine einzige Aufseherfigur und etwa 20 Diener aus Bronze gefunden habe.
Andere Uschebtis
Wen-djebau-en-djeds waren zu dieser Zeit bereits in den Handel, auf die
Antiquitätenbasare gelangt.
16 von diesen Figuren, die sich heute im Museum Kairo befinden, konnten so
erworben werden.
Die Figuren sind alle mumienförmig, haben dreiteilige Perücken und verschränkte Arme. Eine Hieroglypheninschrift mit dem Namen und einem der Titel Wen-djebau-en-djeds verläuft über dem Leib des Uschebtis. Es gibt zwei Textarten: eine bezieht sich auf die höchste weltliche Position, jede des "Generals", während die andere den religiösen Titel mit dem größten Prestige, den Wen-djebau-en-djed besaß, nennt: "Güterverwalter des (Gottes) Chons".
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Uschebti aus Bronze - Kairo JdE 88501 - Höhe 9,5 cm - |
Uschebti aus Bronze - Kairo JdE 89810 - Höhe 7,5 cm - |
Uschebti aus Bronze - Kairo JdE 89800 - Höhe 8,0 cm - |
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Bronze-Uschebti Wen-djebau-en-djeds
Der größere der beiden Uschebtis trägt nicht das übliche Mumiengewand, sondern den nach unten vorspringenden Schurz, und ist dadurch als Aufseher ausgewiesen. Auf seinem Schurz trägt er die Inschrift „Großer der Zehn“ (oder „Großer der Medjaj“ also Polizeioberst?), darauf müsste der Name des Verstorbenen folgen, der in diesem Fall nicht eingesetzt wurde. Der kleine der beiden Uschebtis trägt den Namen des Wen-djebau-en-djeds. |
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Bronze-Uschebti - München ÄS 5316 - Höhe10,5 cm - |
Bronze-Uschebti - München ÄS 5317 - Höhe 8,8 cm |
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Uschebtis
in der Sammlung Kofler-Truniger - Luzern (siehe MÄS 5) - Höhe 7,5 - 9 cm; Material: Kupfervollguss a. Uschebti eines
Aufsehers mit der Aufschrift: |
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Kanopengefäße Wen-djebau-en-djed |
Wie in der 18. Dynastie üblich,
tragen die vier Kanopengefäße des Wen-djebau-en-djed
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Nach der Sicherung der Funde dieser Grabstätte war die Grabung P. Montets hier in Tanis abgeschlossen.
(Co-Autor: J. H. Pirzer)
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