Titulatur

      Horusname:  
  1. kn mst jw - Ra
  2. kn mst jw - n - Ra
  3. kn mrj - Ra sxaj - 
  4. km mrj - MAat
"Horus, Starker Stier, geliebt avon Re / Maat."

"Horus, Starker Stier, Abkömmling des Re."

    Thronname: wsr - MAat - Ra stp.n - Ra / wsr - MAat - Ra stp.n - Jmn
(Wosermaatre setpenre /Wosermaatre setpenamun / User - maat - re sotep - en - re/amun)
"Reich an Maat, ein Re, erwählt von Re / Amun."

"Mächtig an Maat ist Re."

"Mächtig ist die Macht des Re."

    Geburtsname: Ssno mrj - Jmn  Ssno mrj - Jmn  nTr - HoA - Jwnw / Ssno SA - Bastt mrj - Jmn / Ssno SA - Bastt (?) mrj - Jmn  nTr - HoA - Jwnw / pr - aA SS(n)o SA - Bastt mrj - Jmn (nTr - HoA - ?) Jwnw on (?)
Schoschenq mseriamun / Schoschenq meriamun Gott, Herrscher von On / Schoschenq Si - bastet mer - Amun netjer heqa On
"Schoschenq, geliebt von Amun, Gott, Herrscher von On."

"Schoschenq, Sohn der Bastet, geliebt von Amun, Gott, Herrscher von On."

 

Allgemeines zur Person:

Chronologie

Lexikon der Pharaonen:                   825    - 773      v. Chr. 

Neuansatz n. D.A. Aston:                 835/0 - 783/78 v. Chr. 
von Beckerath:                           ca.  837    - 798/85 v. Chr.
Höchstes belegt. Regierungsjahr: 39 - Kai-Inschrift Karnak Nr. 22,
Priesterannalen: - Graffito Chons-Tempel Karnak, 
                               Fragment 7 = Schoschenq III., Jahr 39
                               Jahr 30       = um 821



(zur Bauaktivitäten und Außenpolitik)

Schoschenq III. müßte der Sohn und Nachfolger Osorkons II.  gewesen sein und seine Mutter war vielleicht die Königin Karoma Meritmut II. (?), weil der früher zwischen beiden Königen geführte König Takelot II. zur oberägyptischen Linie der 22. Dynastie gehört  und somit zu streichen ist. 

Mit seiner Regierung beginnt ein Zeitabschnitt, der nur spärlich durch Informationen erhellt wird und dazu sind diese auch oft widersprüchlich.

Gemahlinnen des Königs sind evtl. Tentamenipet, Djedbastetinanch und Tadibastet. Als seine Söhne sind ein

  • Bakennefi / Bak - n - nfj - (Fürst von Athribis und Heliopolis),

  • Paschedbastet - (General in Oberägypten, der die Vestibültür zum 10. Pylon in Karnak erbauen ließ )

  • ein Pami - (vielleicht mit dem späteren König gleichen Namens identisch ?) - Fürst von Sais.

  • ein Takelot (1) (seine Mutter war Djedbastetineanch - er war Fürst von Busiris, bezeugt durch eine
    Schenkungsstele aus dem "Jahr 18 " seines Vaters in Bursiris.)

  • Padebehenbastet - (Hohepriester des Amun in Tanis)

Des Weitern sind zwei Töchter namens Anchesenscheschonq und Tschepenbastet  " Königstochter des Landesherrn Schoschenq - meiamun " bekannt.

Die Thronbesteigung Scheschonqs III. lag etwa Ende IV. Peret / Anfang 1. Shemu.
König Schoschenq III. entsandte diplomatische Geschenke an den assyrischen Hof.

Grab- und Grabausstattung:

 

Grab Scheschonq III.
Mitbestattet Scheschonq (IV.) ?

König Schoschenq ließ sich in Tanis in der dortigen Nekropole innerhalb des Tempelbezirks gelegen, einen kleinen Grabbau, der aus einem Vorraum und einer Sarkophag-Kammer bestand, errichten.

Kalkstein
Ziegel

Dieser Bau wurde 19389/40 von Pierre Montet entdeckt. Die Wände der Kammern trugen Reliefschmuck und zeigen Episoden aus der Reise der Sonnenbarke durch die Unterwelt. Osiris reist in zwei Barken. Die Erweckung des Osiris durch seinen Sohn Horus-Osiris ist auf einer Bahre gezeigt, vor der Horus  mit einem Was-Szepter in der Hand steht. Auf diesem ist  vorne ein Anchzeichen angebracht, welches er Osiris an Mund und Nase hält.

Schoschenq III. - Grabrelief

 

Die Sarkophagkammer enthielt bei ihrer Entdeckung zwei Sarkophage; einen größeren rechteckigen und einen kleineren an der Stirnseite gerundeten.
Wie die meisten königlichen Grabanlagen  hier in Tanis, war auch dieses Grab schon in der Antike geplündert worden.

Der größere der beiden Sarkophage gehörte dem Grabherrn König User - maat - Re, Schoschenq III. Seinen Deckel zierte eine menschliche Figur in Mumiengestalt mit überkreuzten Armen.
Dieser Sarkophag war aus einem Kalkstein Architrav, das aus dem Mittleren Reich stammt, hergestellt, genauer gesagt aus der 13. Dynastie. Auf einer Seite trägt er noch die Reste der ursprünglichen Beschriftung, was eine genaue Datierung des Stückes ermöglicht. 

Die Inschrift nannte einst die Titulatur zweier Könige aus der 13. Dynastie, allerdings sind nur mehr die Horusnamen erhalten:
        
" Horus Chaa biw ( #aj - bAw ) und  " Horus Hetepibtowi " ( HTp - jb - tAwj )
Dabei handelt es sich um die Horusnamen der Könige Hor sowie den des Königs Sechemrechutowi aus der 13. Dynastie.

Man darf wohl mit Recht annehmen, dass die Herstellung des Sarkophages schon zu einem früheren Zeitpunkt stattfand und dass Schoschenq III. ihn nicht als erster benutzte. 

Die Mumie des Königs im Sarkophag war in äußerst schlechtem Zustand, trug aber bei ihrer Auffindung noch ein mesopotamisches Armband am Handgelenk.

Der zweite kleinere Steinsarkophag in der Grabkammer trug keinerlei Inschriften. Sein Besitzer wurde bis vor kurzem allgemein mit König Schoschenq I. identifiziert. Neuerdings sind aber ernsthafte Zweifel an dieser Zuweisung aufgetaucht und man möchte darum dieses Begräbnis lieber einem König Schoschenq "Ouadrus" IV., einem neu in der 22. Dynastie eingeschobenen König zuschreiben. (Ein König zwischen Schoschenq III. und König Pemui)

In der Sarkophagkammer fanden sich die Fragmente zweier Kanopenkrüge (praktisch vollständig), von denen einer die Namen und Titel eines Königs Hedjcheperre - setepenre Schoschenq - sibast merjamun - netjerhekaiunu trug. Dieser Kanopenkrug mit der Inschrift befindet sich heute im Museum von Sagazig SDR II. 1235, der andere im Magazin in Tanis, Nr. 270.

Nun ergibt sich aber ein Problem: König Schoschenq III. nahm lt. den Gelehrten auch Veränderungen im Inneren des Kalksteinteils der Grabkammer Osorkons II. vor. Vermutlich wurde zu seiner Zeit hier in Kammer I. - 1 ein riesiger am Kopfende gerundeter Sarkophag aufgestellt. Der Sarkophag ist ausgeplündert und wird einem König Usermaatre Schoschenq (III. ??) zugeschrieben. Während der Herrschaft Schoschenq III. wurde das gesamte Begräbnisareal mit einem Überbau (Mastaba) aus Ziegeln versehen.

Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit im Grab Osorkons II. war die im Sarkophag befindliche Mumie praktisch bis auf das Skelett reduziert.

( Co-Autor J. H. Pirzer)

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