(Co-Autor: J. H. Pirzer)

Thronname    :  HoA-xor-Ra stp - n - Ra  Heqa - Cheper - Re Setepenre
("Herrscher der Gestalten ist Re, erwählt von Re")
("Die Erscheinung des Re herrscht - erwählt von Re")
Geburtsname: ss (no) mrj - Jmn /Ssnk -mrj - Imn Ssnk / mrj - Imn /Schoschenq meri-amun/Scheschonq
("Schoschenq - geliebt von Amun)


Allgemeines zur Person:

Unter den heutigen Wissenschaftlern ist die Identifizierung und zeitliche Einordnung dieses Königs sehr umstritten. Eine Gleichsetzung mit dem gleichnamigen Hoherpriester des Amun zu Karnak, Schoschenq-mer - Amun, Sohn von König Osorkon aus der Ehe mit Maatkare, der Tochter Königs Psusennes II.,   wie allgemein angenommen wird, lehnen einige Wissenschaftler ab. Diese Identifikation stützt sich nur darauf, dass der Name dieses Hohenpriesters später einmal in eine Kartusche geschrieben wurde und für Heqa-cheper-Re Schoschenq ein Ansatz in der frühen 22. Dynastie nahe liegen soll. (Vergleiche Dautzenberg in GM 144/1005)

Sein Vater Osorkon I. ernennt ihn 924 v. Chr. zum Nachfolger des Hohenpriesters des Amun Iupet. Von Schoschenq stammen in Karnak einige Blöcke mit seinem Namen von einem Gebäudefries.

Der Ausgräber und Entdecker des Grabes, Pierre Montet,  war der Meinung, dass zwischen den Königen Osorkon I. und Takelot I. ein König namens Scheschonq geherrscht haben muss, von dessen Existenz man nie erfahren hätte, wäre Montet nicht im Grab von Psusennes I. auf sein Begräbnis gestoßen. Da sonst nichts über diesen König bekannt ist, vermutet man, dass er, wenn überhaupt, nur ganz kurz auf dem Thron gesessen hat. Die überwiegende Meinung der Wissenschaftler geht dahin in ihm einen kurzlebigen Mitregenten König Osorkon I. zu sehen. Die königlichen Ansprüche des Thronerben erfüllten sich nur teilweise mit der Erhebung zum Mitregenten, da er unerwartet stirbt.

Von dem Hohenpriester des Amun Schoschenq, sind vier Statuen aus Karnak bekannt. 

Eine Quarzhit-Statue des Nilgottes Hapi mit den Gesichtszügen Osorkons I. (heute im brit. Museum in London -EA 8) Höhe 2,20 m, gestiftet von dessen Sohn, dem Hohenpriester des Amun Schoschenq, der sich auch selbst in einer Reliefdarstellung auf der linken Seite des hinteren Stützpfeilers abbilden ließ. Sein Name ist hier in einer Kartusche geschrieben. (Schoschenk-meriamun) Er nennt sich hier "Herr des Südens und des Nordens, der Anführer der großen Armee von ganz Ägypten ist."
Das gleiche soll auf eine von ihm gestifteten Bes-Figur der Fall sein. Statue eines Stabträgers (Kairo JE 35988) - ursprünglich wohl aus der späten 18. oder frühen 19. Dynastie. Material: grüne Breccie - Höhe 48 cm, aus der Cachette. Nach den Inschriften auf dem Rückenpfeiler wurde sie in der 2. Zwischenzeit usurpiert und zwar von "Hohepriester des Amun-Re, Könige der Götter, Oberbefehlshaber des Heeres, legitimer Prinz Schoschenq, Sohn des Herrn der beiden Länder, Osorkon Meriamun". Es handelt sich da ei also um den Sohn König Osorkon I.
Zwei weitere Statuen (Kairo JE 42193 /JE 42194) - die Statue JE 42194 stellt ihn mit dem heiligen Stab der Hathor dar. Eine Inschrift darauf lautet: "seine Mutter ist die Priesterin der Hathor, Herrin von Dendera, die Gottesmutter des Harsomtus Maatkare, Königstochter des Landesherrn [Psusennes] - Meriamun".

Nach Meinung von Farouk Gomaa gibt es vielleicht ein einziges Zeugnis des Königs außerhalb von Tanis, ein Fragment aus Tell Basta (Pr-BAst / Bubastis). Es trägt den Namen [HoA] - xpr - Ra [mrj-Jmn] ssno. Es besteht die Möglichkeit, dass Schoschenq (II.) identisch ist mit dem gleichnamigen Sohn Osorkons I., den dieser in das Amt des Hohenpriesters des Amun zu Theben einsetzte, dessen Titel lauteten:
           " hm-ntr tpj n Imn - Re nsw ntr, jmj-rA ms awr hAwtj ssnq" - er war also
           " Hohepriester des Amun, des Königs der Götter, Oberkommandierender der an der Spitze des
              gesamten großen Heere von Ägypten".

Zur Bestattung Schoschenq (II.) ?

Die Bestattung Schoschenqs (II.) im Grabbau Psusennes I., des angesehensten Königs der vorangegangenen Dynastie könnte eine demonstrative Anknüpfung an die Tradition der 21. Dynastie sein oder aber auch andere Gründe haben. Für die Beisetzung von Scheschonk (II.) musste der über hundert Jahre alte Grabkomplex Psusennes I. wieder geöffnet werden. Anscheinend erfolgte die Bestattung in großer Eile, da der schwere Silbersarg so hastig an seinen Platz geschafft wurde, dass der Deckel aufsprang und beschädigt wurde. Es gab niemanden, der sich die Zeit nahm, den Deckel wieder zu schließen, nur ein Leinenschleier verdeckte das Missgeschickt.

1939 schrieb Douglas Derry: "Offensichtlich war Wasser in das Grab Schoschenq (II.) eingedrungen, denn die Gebeine der unteren Gliedmaßen..........waren mit feinen Wurzeln überzogen, während Hüftknochen und Becken in getrockneten Schlamm lagen, den das Wasser in den Sarg gespült hatte".

Es deuten mehrere Spuren am Silbersarg des Königs daraufhin, dass der Sarg von anderswo hierher transportiert worden ist. Der Pflanzenbewuchs auf der Mumie spricht dafür, dass sie geraume Zeit im Wasser gelegen hat. Der Sarg muss aber in einem anderen Grab gestanden haben, das überschwemmt wurde, wohl weit entfernt von Tanis, weil es in NRT - III. nie einen Wassereinbruch gegeben hat.

Dass das Grab Scheschonqs (II.) an einem anderen Ort lag, könnte ein Hinweis darauf sein, dass auch andere Angehörige seiner Familie ebenfalls dort bestattet worden waren, vielleicht in der Nähe von Bubastis, der Heimatstadt der 22. Dynastie. Das würde auch erklären, warum Osorkon II. in Tanis ein altes Grab übernahm, statt ein neues für sich bauen zu lassen und warum auch sein Sohn Takelot I. hier bestattet wurde. 

Die Überschwemmungen der Gräber Schoschenqs (II.) und Takelots I. sowie der anderen im Grab Psusennes I. gefundenen Könige könnte der Grund für den Umzug gewesen sein.

Grabbau Schoschenq (II.)

Die Särge:

Am 18. März 1939 fand Pierre Montet den Sarg des Königs rechts in der Vorkammer von Psusennes I auf einem erhöhten Podest aus Quadersteinen liegend. Zu Recht Bewunderung erregte die Mumie des Königs, die in zwei Särgen von außergewöhnlicher Form lag. Es handelt sich um mumiengestaltete Särge mit Falkenkopf.

Der äußere dieser Särge bestand aus zwei exakt zusammenpassenden Teilen aus getriebenem Silberblech. Der Deckel war bei der Auffindung etwas verschoben und Gold schimmerte durch den Spalt. Die Augen und die Perücke des Falkenkopfes, sowie die Bilder und Totentexte auf dem Deckel sind fein ziseliert. Die Hände, die Krummstab und Wedel halten, sind gesondert gearbeitet und eingezapft worden. Der Sarg ist über und über mit Inschriften, Symbolen und Figuren ziseliert. Der Deckel ist mit den Abbildungen geflügelter Gottheiten wie Isis und Nephtys erziert. In der Mitte findet sich eine vertikale Inschrift, die die Darstellungen in zwei Bereiche unterteilt. Im unteren sind die Figuren der vier Horuskinder abgebildet, die einander paarweise gegenüberstehen. (Kairo JE 72154 - Länge 1,90m)

Ein zweiter falkenköpfiger Sarg, der aus Mumienkartonage bestand, befand sich im äußeren Sarg. Darauf waren aus dünnem Goldblech ausgeschnittene Figuren angebracht. Die goldenen Verzierungen dieses Sarges kontrastierten gut zur schwarzen (dunkelblauen) Grundfarbe des Sarges. (Kairo JE 85913) - Kartonage aus Leinenlagen mit Applikationen aus dünnem Goldblech - Länge1,73 m.  Die Falkenaugen waren mit dünnen Golddraht umzogen.

Der Sarg wurde in Kairo fachkundig restauriert (der Silber- und der Kartonagensarg) und steht heute gleichrangig neben den viel aufwendigeren Grabausstattungen der vorangegangenen Königen.

die Mumie:

P. Montet öffnete den Silbersarg König Scheschonqs in Anwesenheit von König Faruk am 21.03.1939. Die Feuchtigkeit, die im Grab herrschte, hatte den inneren Sarg zu bräunlichen Staub zerfallen lassen. Die Mumie des Königs war von Schimmel und Pilzplantagen befallen. Einst war sie in ein Netz aus Röhrenperlen in Gold und Fayence gehüllt. Alles, was von ihr übriggeblieben war, ist ein zerbrechliches, bröckeliges Skelett.

Nur einige wenige halbvermoderte Leinenstreifen beweisen, dass die Leiche einst anständig bandagiert war. Ein Loch an der Nasenwurzel verrät, dass das Gehirn auf diesem Weg entfernt worden sein muss.

Der König muss ein Mann um die 1,70 m gewesen sein, wie man aus den Resten der Mumie erkennen kann. Er war wohl fünfzigjährig an einer Knochenkrankheit, wahrscheinlich gefolgt von einer septischen Infektion und Meningitis gestorben.

Grab- und Mumienausstattung:

Die Bestattung Schoschenq (II.) enthielt einige Ornatsreste. 

Ein goldener Gürtel mit ziseliertem Muster befand sich auf dem Leichnam. Von dem vorne herabhängenden Perlenschurz ist nur noch die trapezförmige Einfassung aus Goldblech. Ihre farbigen Einlagen und der Fries von Lotosblüten geben eine Vorstellung seiner ursprünglichen Schönheit. Die Perlen, die auf dem Sargboden aufgesammelt werden konnten, erlauben die Ergänzung des Schurzmusters, bei dem sich Königskartuschen und geometrische Motive in einer vielfarbigen Komposition abwechselten. Statuen und Tempelreliefs zeigen oft solche vielgliedrigen Schurzgehänge. Bei Schoschenq (II.) konnte nun erstmals solch ein Schurz im Original beborgen werden. Bisweilen tragen sogar Götter diesen Bestandteil des königlichen Ornats. Im Bereich des Totenglaubens könnte dieser Schurzteil den Sieg des Toten symbolisieren.
Kairo JE 72168 - Sonnenvogel aus Gold. Ein außergewöhnlicher Fund ist der Sonnenvogel, der wahrscheinlich an diesem Schurz befestigt war. Der aus Goldblech getriebene und fein ziselierte Anhänger zeigt eine Schwalbe, die auf dem Rücken eine Sonnenscheibe im sn-Ringe, Symbol des menschlichen Kreislaufs trägt. Nach den bisher bekannten Darstellungen befand sich dieser Sonnenvogel stets am Saum des Perlengehänges des Königsschurzes.
Ein Sandalenpaar aus Gold welches einfacher gearbeitet ist, als das, welches Psusennes I. trug. Die Sohlen biegen sich vorn in einer Art Sporn auf, der rückwärts bis zum Rist läuft. Die Sandalen hatten eine Länge von 28 cm bzw. 29,4 cm.
Ein breiter Schulterkragen in Form eines Geiers  Nur König Schoschenq (II.) besaß von allen in Tanis bestatteten Herrschern solch einen Schulterkragen mit ausgebreiteten Schwingen. Er stellt einen Geier dar, dessen ausgebreitete Flügel den Hals des Toten umfassen und sich auf seinem Rücken berühren, wo sie ein Gegengewicht tragen. Im Vergleich zu dem bei Tutanchamun gefundenen Parallelen wirkt die Arbeit, die aus dicken Goldplättchen geschnitten ist, leblos. Der Kopf des Raubvogels ist  nach rechts gewendet und seine Fänge halten sn-Ringe, bestehend aus massivem Gold. Zur Wiedergabe des Vogelgefieders wählte der Goldschmied die Zellenschmucktechnik. Die bunten Einlagen sind heute leider nicht mehr erhalten.
Ehrengoldhalskragen - Um den Hals des Königs lag auch ein Ehrengoldhalskragen, dessen Kettenanhänger in glockenförmigen Blütenkelchen enden.
Kairo JE 72163 - Goldmaske- Wie alle Königsmumien trug auch Schoschenq (II.) eine Goldmaske. Sie hat eine Höhe von 26 cm, Breite 23 cm. Es ist die eindrucksvollste, die in den Königsgräbern von Tanis gefunden wurde. Die Maske trägt erstaunlicherweise keine königlichen Embleme. Falls Schoschenq (II.) mit dem Hohenpriester des Amun und Sohn König Osorkons I. identisch sein sollte, könnte es sich hierbei um seine Totenmaske handeln, bevor er König wurde und man aus Zeitgründen oder Sparsamkeit ihm diese mit ins Grab mitgab. Nur der Hals und das Gesicht wurden von der Maske bedeckt, weder Nemes-Kopftuch, Zeremonialbart, Halskragen oder Uräus sind vorhanden. Fünf Laschen mit Bohrungen erlauben es, die Maske an der Mumie zu befestigen.
Bei ihrer Auffindung waren noch die Einlagen des rechten Auges der linken Augenbraue erhalten. Zweifellos ist diese Goldmaske die lebendigste aller in Tanis gefundenen Totenmasken, obwohl die Einlagen verloren sind. Dieses Idealporträt von äußerster Kühle ist mit höchster handwerklicher Perfektion gearbeitet, die sich besonders in der Modellierung des von einem feinen Grat umzogenen Mund zeigt.

Totenmaske des Scheschonq (II.)
Kairo JE 72170 oder Kairo JE 85786 (?) Pektoral:  Auf der Mumie des Königs fanden sich drei Pektorale und vier Amulette. Alle drei Pektorale hatten anstelle einer Kette einen Bügel aus einem steifen dünnen Goldblech zum Umhängen. Ein Pektoral zeigt eine besondere Vorliebe für kühle Farbtöne (Gold, Schmucksteine, Glasfluss - Höhe 15,6 cm, Länge des Goldstreifen zum Umhängen, 75 cm.) Die Goldblechplatte, aus der das Pektoral besteht, hat in der Mitte ein ovales Loch, das einen großen Skarabäus aus grünem Stein (Steatit/Jaspis ?)  beherbergt. Die Flügel des Skarabäus sind in Zelltechnik gearbeitet. Der Skarabäus hält eine Kartusche mit dem Thronnamen des Königs über sich. Mit den Hinterbeinen umfasst  er den Geburtsnamen . Links und rechts knien schützend Isis und Nephthys, darüber schwebt eine geflügelte Sonnenscheibe mit zwei Uräen. Das ganze befindet sich in einem Schrein mit Hohlkehle, der untere Abschluss besteht aus Isisknoten und Djedpfeiler.
Kairo JE 72172 - Schlangenpektoral:  Gold, Lapislazuli, hellgrüne und rote Fayence, Höhe 7cm, Briete 5cm - Länge des Goldstreifens zum Umhängen: 63 cm. Es wird die Vermutung geäußert, bei dem Stück könnte es sich um ein Erbstück von König Scheschonq I. handeln.
Kairo JE 72171 - Pektoral in Zelltechnik gefertigt. Gold, Lapislazuli, Türkis, Karneol - Höhe: 8,2 cm, Breite 7,8 cm. Zu den bedeutendsten Grabbeigaben zählen Erbstücke aus dem Besitz Scheschonq I., darunter dieses Pektoral, das Scheschonq I. bereits gehört haben muss, als er noch Oberkommandierender der Meschwesch war, wie eine Inschrift links und rechts in den Ecken besagt. Die Inschrift lautet:
"Möge Amun-Re-Harachte den Himmel täglich befahren, um den großen Häuptling der Meschwesch, den Größten der Großen, Scheschonk, den Gerechtfertigten zu beschützen, den Sohn des Großen Häuptlings der Meschwesch Nemrot (Laminutu)"

       Pektoral im Grab von Schoschenq (II.)
      - Erbstück aus dem Besitz von Schoschenq I. -

Als Bildmotiv zeigt das Pektoral die Fahrt der nächtlichen Sonnenscheibe in ihrer Barke über den Ur-Ozean (der Streifen des Urwassers ist in Zellentechnik gestaltet), unter dem gestirnten Himmel, am Ost- und Westhorizont von Falken beschützt. In der Barke befinden sich noch die Göttinnen Isis und Maat, die mit ihren Flügelarmen die Sonnenscheibe schützen. Die große Sonnenscheibe besteht aus Lapislazuli, eingeschnitten darin als Flachrelief sieht man den thronenden Amun-Re-Harachte, vor dem die Göttin Maat steht. Scheschonq I. dürfte dieses Schmuckstück zu Lebzeiten getragen haben. Gebrauchsspuren sind unverkennbar.

 

Kairo JE 721848 - Armreifenpaar:  Die Bestattung Schoschenq  (II.) (Scheschonq) entheilt sieben Armreifen, drei am rechten Arm und vier am linken. Ein Armreifpaar JE 721848 stammt wieder aus dem Besitz von König Schoschenq I. Er ist aus Gold, Lapislazuli, Karneol und  Fayence, Höhe 4,6 cm, Durchmesser 7 cm. - Die leicht konisch zulaufenden Reifen aus dickem Goldblech wurden in zwei ungleichen Teilen gefertigt, die mit Scharnieren verbunden sind. In Cloisonne-Technik erscheint hier auf Lapislazuligrund ein Udjat-Auge mit schwarzer Pupille und weißem Augapfel, getragen von einem Korbzeichen (nb) mit Schachbrettmuster. In die goldene Innenseite der Reifen, dem Udjat-Auge gegenüber, ist die Besitzerinschrift eingraviert: "König von Ober- und Unterägypten, Herr der Beiden Länder Hedj-cheper-Re, erwählt von Re, Sohn des Re, Herr der Kronen, Scheschonq, geliebt von Amun, begabt mit Leben wie Re ewiglich!"
Kairo JE 72189 - Armreif-Paar mit Skarabäus zwischen den Dolden: - Gold, Lapislazuli, Farbpaste; Durchmesser 6,7 cm, Breite des Reifs 1cm, Länge des Skarabäus 2,5 cm - bestehend aus einem Goldband mit sanft gewölbter Außenseite das an den sich verbreitenden Enden in Papyrusdolden enden, die durch farbige Einlagen besonders hervorgehoben sind. Zwischen den Dolden sitzt ein Skarabäus aus nachtblauem Lapislazuli in einer aus Gold getriebenen Fassung, Längst durchbohrt, dreht er sich um seine eigene Achse. Der fein geschnittene Skarabäus trägt auf seiner Basisfläche den Männernamen Djet-Chons-inef-anch (Djedchons-inefach), der andere den Königsnamen Men-Cheper-Re. (Dabei kann es sich um den Namen Thutmoses III. oder den des Priesterkönigs Men-Cheper-Re aus der 21. Dynastie handeln (?). 
Kairo JE 72190 - Fingerring: Gold, Lapislazuli, Durchmesser 2,5 cm. König Schoschenq (II.) besaß eine Miniaturausgabe der obigen Armreifen als Fingerring. Auch hier trägt der Skarabäus auf der Unterseite nicht den Namen Schoschenqs (II.), sondern den eines Priesters der frühen 22. Dynastie namens Hor-em-hut-aa oder Hor-em-ineb/Hor-em-pe (?) Insgesamt besaß der König zwei Fingerringe.
Kairo JE 72186 - Armreifen Nur einer der sieben Armreifen wurde nicht paarweise getragen am rechten Arm gefunden. Er hatte einen Durchmesser von 7,7 cm. Höhe des Siegelzylinders 2,8 cm. Es ist eines der erstaunlichsten Stücke (Zylinderarmreif) der Grabausstattung. Er besteht aus zwei unterschiedlich langen Segmenten von Goldröhren, die über einen Zapfen miteinander verbunden sind. Dazwischen sitzt ein drehbares Amulett: ein mesopotamischer Siegelzylinder, der durch die intensive Farbigkeit des goldgeänderten Lapislazuli auffällt. Der Siegelzylinder stammt aus dem 3. Jahrtausend, also 1500 Jahre vor der Zeit Schoschenqs (II.) - wohl Regierungszeit Sargons, um 2300 v. chr. Auf dem Zylinder ist in reinstem altmesopotamischem Stil das Motiv des Helden Gilgamesch dargestellt, der die wilden Tiere bezwingt. Die Verwendung eines alten arkadischen Siegelzylinders, ob nun als Talisman oder Familienerbstücks in einem ägyptischen Armreif dokumentiert die Vorliebe für das Alte und Exotische im Niltal.

Armring mit einem antiken mesopotamischen Rollsiegel         Kairo JE 72168 - Sonnenvogel aus Gold. 
In Kairo befindet sich ein weiteres Armband, das als Schmuckelement ein Udjat-Auge aus Eisen besitzt. Weiter fand man bei den Grabbeigaben des Königs ein Parfümfläschchen. Zur Grabbeigabe des Königs gehörten wie üblich goldene Finger- und Zehenhülsen.

Armreif mit Udjat-Auge - Erbstück aus dem Besitz Schoschenk I. - Kairo JE 721848 

Schlangenpektoral Schoschenq  (II.)

 

Kairo JE 72159 - Kanopenbehälter: Die vier Kalzitvasen mit Deckel, die je einen silbernen anthropomorphen Kanopenbehälter König Schoschenqs (II.) enthielten, standen an einer Vorkammerwand. Die Kanopenbehälter stellen ebenso wie die bei Tutanchamun gefundenen, Miniatursärge dar. Die Höhe beträgt ca. 25 cm. Sie bestehen aus zwei aneinander passenden Hälften, die den Herrscher mit Nemes-Kopftuch, Uräus, dem Zeremonialbart und mit stark geschminkten Augen abbilden. Die Mumienbinden lassen die Hände frei, die einst Zepter und Geisel hielten. Der Königsname wird in einer vertikalen Inschrift auf dem Körper genannt und die Namen der vier Horuskinder, unter deren Schutz die Eingeweide des Herrschers stehen: "Amset, Duamutef, Hapi und Kebechsenuef, deren Sohn Schoschenq Meri-Amun ist".  Die Kanopenbehälter enthielten außer den Innereien des Königs auch noch eine ganze Reihe von Ringen und Anstecknadeln.
Am 6. April 1939 wurden die Schätze von König Schoschenq (II.) nach Kairo überführt.


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