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| Große und kleine
Kupferstatue: - Museum Kairo: JE 33034 JE 33035 |
Die wohl bekanntesten Abbildungen Pepi I. sind die beiden Kupferstatuen, die der britische Archäologe J. E. Quibell und F. W. Green 1897/98 im sog. „ Main Deposit “ innerhalb des Horustempels von Hierakonpolis fanden. Etwas ins Abseits der archäologischen Forschung gerieten die beiden Statuen nicht nur wegen ihres schlechten Erhaltungszustandes, sondern vielmehr waren es die anderen spektakulären Fundstücke aus der Grabung.
Bei dem Fundort handelte es sich um eine Grube im Boden unterhalb des Pflasters einer Seitenkapelle des Tempels. Mit den Statuen des Königs zusammen fanden sich eine Schieferstatue König Chasechemuis und die Terrakottafigur eines Löwen. All diese Statuen wurden zu einem heut nicht mehr bestimmbaren Zeitpunkt (vielleicht beim Neubau des Tempels im frühen Mittleren Reichs ?) in dieser Grube rituell bestattet.
Seitdem fristeten sie ein gewisses "Schattendasein", denn es dauerte fast hundert Jahre bis sich ihrer, nach deren ersten Restaurierung durch A. Brasanti, erneut angenommen wurde. Dabei bedurfte es mehrerer Anläufe, bis es schließlich im Januar 1996 gelang, ein Kooperationsprojekt mit dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz (RGZM) zu vereinbaren, dessen Ziel die Erhaltung und technischen Erforschung dieser Skulpturen. In Zusammenarbeit mit dem Ägyptischen Museum Kairo wurde dann mit den Arbeiten an den Statuen begonnen. Im stillgelegten ehemaligen Mumiensaal wurde ein Platz zur Bearbeitung der Figuren eingerichtet. Die kleinere Figur benötigte 13 Monate der Reinigung, die größere achtzehn.
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die große Statue Pepi I. vor der Reinigung und
Restaurierung |
die große Statue nach Reinigung und Restaurierung |
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kleine Figur vor der
Reinigung |
die kleine Statue nach Reinigung und
Restaurierung durch deutsche Spezialisten aus Mainz |
Beiden Statuen stellen wohl König Pepi I. da.
Diese beiden Statuen sind die einzigen erhalten
gebliebenen Metallfiguren dieser Größe in der
ägyptischen Rundplastik.
Die Statuen bestanden aus getriebenen Kupferplatten,
die einer Stärke zwischen einem und fünf Millimetern aufweisen.
Die kleinere der Statuen, die in mehrere Stücke zerlegt war, steckte bei ihrer Auffindung in der größeren und war durch Oxydierung in dieser festgeschweißt. Auch die größere war in Stücke zerlegt worden. Auf der Brust der größeren fanden die Ausgräber ein zusammengefaltetes Kupferblech mit einer gehämmerte Hieroglypheninschrift, die auf das Sedfest Pepis I. bezug nimmt Es handelte sich um den Sockel mit Abbildung der Neun Bogen, auf dem die größere Statue einst stand. Die Basisplatte der großen Statue, die Zehennägel und die Fingernägel des Königs waren vergoldet.
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Inschrift: |
Im Laufe der Jahrtausende hat das Metall der Statuen durch den Oxydationsprozess schwer gelitten. Sofort nach ihrer Entdeckung begann man mit Restaurationsarbeiten, die sich sehr langwierig und kompliziert gestalteten. Der Korrosionszustand ist leider soweit fortgeschritten, dass man unmöglich sagen kann, ob bestimmte Teile wie zum Beispiel die Köpfe und die Hände gegossen oder gehämmert worden sind.
Die Hände, der größeren Statue deren Fingernägel vergoldet waren, hielten jeweils eine Keule oder ein Szepter und einen langen Stab. Durch die neuen Restaurierungsarbeiten konnte einwandfrei nachgewiesen werden, dass einst die Große Statue allein auf dem gefundenen Sockel stand. Beide Statuen wurden nach ihrer ersten Restaurierung im Museum in einer gemeinsamen Glasvitrine ausgestellt, als gehörten sie zusammen, dieser Zustand wurde nun beendet.
Die erst vor kurzer Zeit durchgeführten Restaurierungsarbeiten durch deutsche Restauratoren aus Mainz gestalteten sich äußerst heikel und problematisch. Die Statuen wurden von ihrer Verkrustung befreit. Dabei kamen aber auch neue Fakten zutage, die eine Neubewertung der beiden Kunstwerke, vor allem auch ihres Verhältnis zueinander, ermöglichten.
Eine Frage die mit den beiden Statuen aus Hierakonpolis nie ganz geklärt wurde, war die Zuordnung der kleinen Statue. Das es sich bei der lebensgroßen Skulptur um eine Darstellung Pepi I. handelt, war aufgrund des archäologischen Befundes nie strittig – für die kleinere Statue hingegen waren unterschiedliche Deutung möglich. Am häufigsten vertreten und bis heute allgemein akzeptiert ist die Ansicht, es handle sich bei dem Dargestellten um Merenre, einem Sohn und direkten Nachfolger Pepi I. Eine entscheidende Rolle bei der Entstehung dieser Theorie spielte, dass man beide Figuren als Statuengruppe (Dyade) auf einer gemeinsamen Basis rekonstruierte.
Im Zuge der Restaurierung wollte man auch die Basis der Statuen rekonstruieren, dazu war aber eine eineinhabjährige Suche in den Kellergewölben des Museums von Kairo nötig um die Holzkiste mit Fragmenten die zu den Statuen gehörten zu finden.
Nachdem sie endlich gefunden war, stellte sich heraus dass sie schätzungsweise 1200 kleinteilige Kupferblechfragmente, die größtenteils der Basisplatte zugeordnet werden können.
Durch das Zusammenfügen der einzelnen Fragmente entstanden einige stark deformierte Abschnitte der Basisplatte, die einwandfrei zeigten, das nur die Große Statue eins auf ihr gestanden hatte. Damit dürfte es sich bei der kleineren Statue wohl ebenfalls um ein Bildnis König Pepis I. handeln als um seinen Sohn Merenre, obwohl eine Identifizierung dieser Statue anhand eines Namen nicht möglich ist und deshalb Spekulation bleiben muss.
Anhand der rekonstruierten Basisplatte konnte ihre ursprüngliche Größe mit einer Länge von 99,8cm und einer Breite von 36cm ermittelt werden. Davor befindet sich eine zweizeilige hieroglyphische Inschrift, die in einer Zeile gemeinsam von der Kartusche umschlossen, den Horusnamen und den Geburtsnamen mit einem Segenswunsch wiedergibt:
„(der lebende Horus, mrj - t3w, der
König von Ober und Unterägypten, der Sohn des Re, Ppj,
beschenkt mit Leben, Herrschaft, Dauer)| “
Die zweite Zeile bezieht sich auf das Sedfest des
Königs, zu dessen Anlass die Statue vielleicht hergestellt wurde.
Hinter der Inschrift befinden sich die traditionellen Neun
Bögen, auf denen der König als Symbol für die Neun Fremdländer schreitet.
Der Verbleib einer eigenen Basisplatte für die kleine Statue, die aufgrund der formalen und handwerklichen Übereinstimmung mit der großen Skulptur vorausgesetzt werden darf, bleibt allerdings offen. Die Holzkiste enthielt auch einige Bruchstücke, die zur großen Statue und auch Fragmente der – unglücklicherweise – gerade fertiggestellten kleinen Skulptur, die nicht mehr eingefügt werden konnten.
Die Standbilder sind aus mit Nägeln verbundenen Kupferplatten zusammengesetzt. Da so keine Stabilität zu erreichen war und beide Statuen im Armbereich Vierkantlöcher aufweisen (die später verschlossen wurden) dürfte eine hölzerne Innenkonstruktion existiert haben. Die Augen sind mit Kalkstein und Obsidian eingelegt. Bei der größeren Statue schreitet der König, lässt den rechten Arm seitlich herabhängen und streckt den linken vor. Einst hielt er wahrscheinlich Zepter und Stab. Der Hinterkopf fehlt, dort dürfte eine Krone gesessen haben, (Weiße oder Rote Krone ?). Der König zeigt eine gegen die Stirn scharf abgesetzte Hakennase, eine überhängende Unterlippe und ein rundes, kurzes Kinn.
Die Lücke am Becken wurde sicher einmal durch einen Lendenschurz aus einem anderen Material ausgefüllt. Die Fußnägel waren mit Blattgold überzogen, wie winzige Reste noch erkennen lassen.
Auch die kleinere Figur des Königs ist schreitend dargestellt, da das linke Bein länger als das rechte ist, doch hält er jetzt beide Arme am Körper. In den Händen trug er einst zwei königliche Insignien, die separat hergestellt wurden, genau wie der Schurz um die Hüften.
Hier trägt der König eine eng anliegende Kurzhaarfrisur. Auch bei dieser Statue waren die Fußnägel mit Blattgold überzogen. Am Kopf der kleinen Statue befinden sich Löcher zur Aufnahme des Uräus und der Ohren. Am Hals angebrachte Bohrungen könnten für einen Falken vorgesehen gewesen sein (ähnlich der Sitzstatue des Chephren).Die künstlerische Ausführung der Plastiken ist bemerkenswert, es handelt sich um die wichtigsten Metallarbeiten, die aus dem Alten Reich erhalten sind.
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| Kopf der kleinen Statue vorher | Kopf der kleinen Statue nachher |
| Alabaster-Statue: - Brooklin Museum 39.120 - Brooklin Museum 39.121 |
Zwei weitere bedeutsame Beispiele der königlichen
Rundplastik dieser Zeit befinden sich heute im Brooklyn Museum in New York,
Brooklyn
Die erste zeigt den König bekleidet mit dem kurzen sog. Hebsed–Mantel auf einem kubischen Thron sitzend, in seinen Händen hält er Krummstab und Wedel. Der auf der Thronlehne sitzende Falke gehört zu dem auf der Rückseite eingeschnittenen Horusnamen, erinnert aber an den Falken der Chephren–Statue. Der König trägt die oberägyptische Krone auf dem Kopf. Die besteht aus Alabaster und misst 26,5cm in der Höhe, 6,6cm in der Breite und 15,7cm in der Länge. Vielleicht stammt diese Plastik einst aus Saqqara.
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Alabaster-Statue König Pepi. Auf der Thronlehne
sitzt ein Falke. |
Statue aus schwarzgrünem Schiefer. In den
Händen hält der König einen kugeligen "nw-Topf"
als Opfergabe. |
Die zweite Statue besteht aus schwarzgrünem Schiefer (Schist) und misst 0,15 cm in der Höhe. Der König ist kniend mit leicht vorgebeugtem Oberkörper dargestellt. Er kniet auf einer Basisplatte, auf der sein Name steht. In jeder seiner Hände, die auf den Oberschenkeln aufliegen, hält er einen kugeligen "nw-Topf" als Opfergabe. die Augen der Figur sind mit Alabaster und Obsidian eingelegt und verleihen so der Statuette eine besondere Lebendigkeit. Der König trägt das Nemes-Kopftuch, der Oberkörper ist unbekleidet. Um die Taile ist ein schlichter Schurz gebunden.
| Fragment einer Sphinx: - Museum Kairo: CG 541 - |
Im Museum von Kairo befindet
sich ein Fragment einer Sphinx mit dem Namen Pepis I.
Material:
Schist, Länge 2,15m (?).
| Alabaster-Statuette: - Museum Kairo - |
Ebenfalls im Museum zu Kairo findet sich eine Statuette des Königs aus Alabaster. Der König mit dem Nemes-Kopftuch mit Uräus und dem kurzen Schurz bekleidet ist kniend im Opfergestus dargestellt, in dem er ein Gefäß vor sich hält.
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Der König mit Nemes-Tuch und Uräus |
| Rollsiegel: - Museum Royaux Brüssel: Invt.Nr. E. 7311 - |
Aus der Zeit Pepis I. sind mehrere Rollsiegel erhalten geblieben. Ein sehr schönes Exemplar befindet sich im Musees Royaux d `Art et d `Histoire in Brüssel, Inv. Nr. E 7311.
Der Zylinder besteht aus Granit und hat eine Länge von 7,5cm bei einem Durchmesser von 2,4cm. Neben dem Horus– und Thronnamen des Königs ist der Beamtentitel der königlichen Verwaltung eingraviert.
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Rollsiegel aus der Zeit Pepi I. |
Abrollung des Rollsiegels: Neben dem Horus- u. Thronnamen des Königs ist der Beamtentitel der königlichen Verwaltung eingraviert. |
| Rollsiegel: - Brit. Museum: BM Inv. - Nr. 25 322 - |
Ein weiteres, dem Brüsseler Rollsiegel sehr
ähnliches, befindet sich im Britischen Museum
- Inventar Nr.: 25 422.
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Rollsiegel im brit. Museum |
| Rollsiegel: - süddeutsche Privatsammlung - |
Ein weitere den oben beschriebenen sehr ähnliches Rollsiegel König Pepis I. befindet sich heute in einer Süddeutschen Privatsammlung. Es ist aus dunklem Sepentin gefertigt und misst 5,1cm in der Länge, bei einem Durchmesser von 1,8cm.
Es zeigt drei vertikale Register mit
Hieroglyphenschrift. Das Ende beziehungsweise der Anfang der Inschrift wird
durch ein geometrisches Spiralmuster gekennzeichnet.
Die erste Zeile gibt den Thronnamen in einer Kartusche wieder
"njswt
- bjtj mrjj - ar a
rdj anh
dt „
(der) König von Ober – und Unterägypten, Merj – Re
geliebt von Re, dem Leben
Die zweite Zeile
lautet:
hrj -
tp njswt
jrj hss.t
ntr = f
„ (der) Leibkammerdiener des Königs, welcher tut, was sein Gott
(Pepi) lobt “.
Der Titel hrj
– tp njswt
bedeutet wörtlich „der
unter dem Kopf des Königs (ist)“ und wird
allgemein mit
"Leibkammerdiener“ wiedergegeben.
Die dritte Zeile
nennt den Horusnamen: mrj
- t3wj
„Geliebter der Beiden Länder“ .
Auf dem " Serech "
sitzt der Horusfalke auf einem Stab mit einer aufgerichteten Uräusschlange.
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Rollsiegel in einer Süddeutschen
Privatsammlung. |
| Sedfestvase: - Museum u. Papyrussammlung - Berlin Inv.-Nr. 7715 |
In der ägyptischen Museum und Papyrussammlung Berlin befindet sich ein Gefäß aus Kalzit das aus Saqqara stammt. Es weist eine Höhe von 52cm auf. Die Inschrift darauf besteht aus drei senkrechten und zwei waagerechten Schriftzeilen.
Die mittlere und die Linke senkrechte Kolumne
nennen Horus
und Geburtsnamen des Königs – wobei der mit dem Titel „
König von Ober – und Unterägypten "eingeleitete Geburtsname
des König noch die frühere Form aufweist. In der rechten senkrechten Kolumne
steht der Name des Pyramidenbezirks des Königs:
„ Mennefer
Pepi “.
Die erste waagerechte Zeile gibt eine Reihe von
Segenswünschen wieder, die sich auf die drei
senkrechten Kolumnen beziehen. Die unterste waagerechte Zeile nennt das
„ Erstes
Mal des Sedfestes “ – sp
tpj Hb
sd / sep tepi heb sen (in
heb – sed).
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Gefäß aus Kalzit |
Inschriftentext Sedfestvase Pepi I. |
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( Co.-Autor: J. H. Pirzer)
Nefers Gästebuch
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