Prinzengräber
Beiderseits des Haupteinganges unter den Kolonnaden des 2. Hofes im Totentempel Ramses III. zu Medinet Habu ist eine gleichartige Prozession von Prinzen dargestellt, die sich auf beiden Seiten nur dadurch zu unterscheiden scheint, dass am Ende der linken Seite einige Prinzen durch Prinzessinnen ausgewechselt wurden. Die Figuren der linken Seite halten einen Wedel vor sich hin und die rechte Handwurzel liegt in der Höhe der Schulter, während die Prinzen rechts den Wedel über der linken Schulter lehnen und die rechte Hand weit vor sich strecken. Fest steht, dass Ramses III. lediglich namenlose Figuren von Prinzen anbringen ließ, jeweils 13 auf jeder Seite; weitere sechs ließ Ramses III. an der rechten Seite des Portikus anbringen. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde jeweils den ersten zehn der Prinzen nachträglich Titel und Namen beigeschrieben. Außerdem erheilten die ersten vier Figuren einen Uräus an der Stirn und ihre Kleidung wurde umgearbeitet. Die Frage ist nun, wann wurden diese Änderungen vorgenommen, durch wen und was wurde damit bezweckt? Sicher ist, dass Ramses IV. die lange waagerechte Inschriftenzeile unter die Prinzenprozession gesetzt hat. Die Beischriften zu den Prinzen der Prozession sind zweifelfrei auf Befehl eines regierenden Herrschers eingeschnitten worden. Dabei wurde absichtlich zugunsten der prinzlichen Titel auf die Königstitulatur verzichtet. Es kam also dem Initiator dieser Arbeit darauf an, die beiden Prinzen Ramses und Amunherchepeschef in der Reihe ihrer prinzlichen Brüder und als leibliche Söhne von Ramses III. darzustellen, sie aber auch gleichzeitig als die ranghöchsten Prätendenten und später legitime Könige auszuweisen. Dem 1. Prinzen ist nur der Name Ramses in Kartusche beigeschrieben, während dem 2. Prinzen der Thronnamen und dem 3. Prinzen der Geburtsname Ramses VI. hinzugefügt wurde. Die Beischriften wie die Änderungen an den Figuren der ersten drei Prinzen scheinen gleichzeitig erfolgt zu sein ( so Beckerath ), einzige Ausnahme sind die erst später bei Prinz Nr. 4 danebengesetzten Königskartuschen des späteren Königs Ramses stX-Hr-Hps.f. Damit kommt für die Beifügung der Titel und Änderungen der Figuren nur Ramses VI. in Frage, einzig besteht die Möglichkeit, dass bereits Ramses IV. seinen Namen bei dem ersten Prinzen hat anbringen lassen. Beckerath vermutet, dass Ramses VI mit diesen Maßnahmen seine legitime Abstammung von Ramses III. augenfällig machen wollte. Erst später setzte Ramses VIII seine Kartusche zu den Beischriften des 4. Prinzen hinzu und zwar zwischen Beischriftzeile und Figur. Auch ließ er den Uräus an seiner Stirn anbringen und die Kleidung ändern. All diese Änderungen heben sich deutlich durch ihre schlechtere Arbeit von den früheren ab. Also wollte auch er als Sohn Ramses III. erscheinen, der er nach von Beckeraths Meinung aber nicht war, jedoch kann dies nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden.
Überlegungen
zur Prinzenliste von Medinet Habu: Unter der Vorraussetzung, dass der Prinz, der in KV 13 beigesetzt wurde, ein Sohn Ramses VI. und der Königin Nubchesbed ist, stellt sich hier auch die Frage, wer der Vater des Prinzen aus der Prinzenliste in Medinet Habu ist. Fest steht, dass die Name der Prinzen erst unter Ramses VI. eingetragen wurden. Dabei habe Ramses VI. seinen eigenen Namen bei den Prinzen 2 - 3 eingesetzt, bei den übrigen die Namen seiner Brüder. Die Bilder der zum König aufgestiegenen Prinzen wurden nach deren Thronbesteigung nachträglich mit der Königstracht ausgestattet. Dabei wäre der Prinz, der in KV 13 beigesetzt worden ist, von dem der Prinzenliste von Medinet Habu zu trennen. Man hätte es dann mit einem weiteren Prinzen mit Namen Mentu-her-chopschef aus der 20. Dynastie zu tun. Man muss aber durchaus mit der Möglichkeit rechnen, in den Prinzen MH 4 - 10 Söhne Ramses VI. zu sehen. Das würde auch erklären, aus welchem Grund Ramses VI. überhaupt ein Interesse daran hätte, hier Namen einzutragen. Warum soll nicht auch Ramses VI. seine Söhne, wie schon vor ihm Ramses III. nach denen von Ramses II. genannt haben. Vorausgesetzt in der Prinzenliste von Medinet Habu erscheinen tatsächlich die Söhne von Ramses VI., ist der hier an 4. Stelle genannte Prinz Seth-her-chopschef ein Sohn Ramses VI. Nach
Ausweis der bei dem Prinzenbild sekundär hinzugefügten Namenserweiterung ist
er mit dem späteren König Ramses VIII. Seth-her-chopschef, identisch, der nur
kurz regiert hat, dem späteren Ramses VIII.
Wettkampfszene unter dem Erscheinungsfenster in
Medinet Habu:
Die von F. Abitz 1985 vorgenommene Überprüfung der Inschrift lässt erhebliche Zweifel bestehen, ob die Beischriften zur gleichen Zeit wie die anderen Texte der Wand gearbeitet wurden. Unter der Szene des Min-Festes befindet sich eine lange horizontale Inschrift, deren erste Zeile die Kartusche Ramses III. und deren zweite Zeile die Kartusche Ramses IV. enthält. Inschrift aus dem Grab Theben-West: TT 148
Amenemope:
In einer Szene erscheint Amenemope vor Ramses III. und einem Prinzen, der folgende Titel trägt: " Erbprinz, königlicher Schreiber, Generalissimus, Königssohn, sein leiblicher, sein geliebter, (Ramses)|".
Mit nachträglichem Zusatz.
Es ist kein Grab für ihn gesichert, vielleicht war ursprünglich KV 13 für ihn bestimmt. (?)
Der in p Wilbour A 34.49 im "4.
Jahr" genannte Hohepriester namens Meratum
muss nicht zwangsläufig ein Sohn Ramses III. gewesen sein. Vor allem da aus dem
Papyrus nicht hergeht, ob es sich hierbei um einen Prinzen oder Nicht-Prinzen
handelt. Kess befürwortet eine Personengleichheit der beiden.
Es könnte sich um einen jung verstorbenen, gleichnamigen Bruder des späteren Königs Ramses VI. Amunherchepeschef handeln, so Jürgen von Beckerath.
Für ihn ist kein Grab belegt. (Vielleicht war QV 53 (?) für ihn vorgesehen.)
Nefers Gästebuch
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