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Biografie Tutanchamun

Maja war unter Tutanchamun "Schatzhausvorsteher" und "Bauleiter". Es ist nicht bekannt, ob er mit dem General und Wedelträger zur Rechten des Königs, der unter Echnaton wirkte (Amarna-Grab Nr. 14) identisch ist. Maja bekleidete bereits zu Beginn der Regierung Tutanchamuns höchste Ämter, in welche er nicht von Heute auf Morgen aufgestiegen sein kann. Der Maja, welcher unter der Regierung von Tutanchamun, Eje und Haremhab diente, muss eine Vergangenheit besessen haben.

Familie des Maja (may3)

Vater Jwj (Iuy)
Mutter Weret  und Stiefmutter Henu-Iunu
Brüder/Halbbrüder NAHwHr  Obervermögensverwalter,
PA
rnnfr Oberster der Bogenschützen und Vorsteher der Pferde 
Nxt 
Schatzhausschreiber 
Ehefrauen  Mrjt (Merit)
Kinder Tjauenmaya and Mayamenti. (Schneider, Raven, 88-9) (Martin pg 147-188)

Einige der Titel sind im Verwaltungsbereich angesiedelt, darum wäre eine Ernennung zum "Vorsteher des Schatzhauses" unter Tutanchamun nicht unerwartet. 

N. Reeves nennt folgende Titel des Maja in Grab Nr. 14 in Achet-Aton:
General des Herrn der beiden Länder
Aufseher des Hauses des Aton
Kammerherr des Waen-re in Heliopolis
Aufseher aller Wörter des Königs
Königlicher Schreiber
Rekrutenschreiber
Aufseher der Rinder des Tempels
Wedelträger zu Rechten des Königs
Seine Titel waren unter Tutanchamun:
Graf und Fürst,
oberägyptischer Siegler,
Einziger Freund
Mund des unterägyptisches Königs,
Herold des oberägyptischen Königs,
Liebling des Horus-in-seinem-Palast,
wirklicher Schreiber des Königs, den jener liebt,
Vorsteher des Schatzhauses des  Herrn beider Länder

Maja ist bis mindestens ins Jahr 8 der Regierung von Haremhab belegt - siehe Graffito an der Südwand der Vorkammer in Grab KV 43 (Thutmosis IV), wo sich zwei schön geschriebene hieratische Texte befinden. Als Assistent Majas fungierte ein Vermögensverwalter namens Thotmes.    siehe

„ Jahr 8, 3 Monat der achet–Jahreszeit (Überschwemmung), Tag 1, unter der Majestät von Ober – und Unterägypten (Djeser- cheperu–Re setep–en–Re)|, [ … ] Re (Haremhab meriamun)|. Seine Majestät. Leben, Heil, Gesundheit, befahl, den Fächerträger zu des Königs rechten Hand, des Schreibers des Königs, Aufseher über die Schätze, Aufseher der Arbeiten auf den Platz der Ewigkeit und Leiter der Festlichkeiten Amuns in Karnak, Maja, Sohn des Edlen Iawy, geboren von der Dame des Hause Weret, mit der Erneuerung der Bestattung des Königs  (Men - cheperu–Re)|, des Wahren an Stimme, im hehren Gefilde auf dem Westen von Theben zu beauftragen. “

( Helck -
Urk. IV 2170)

Aus dieser Inschrift sind uns auch die Namen von Majas Eltern bekannt - Vater: Iuy/Iawy und Mutter: Weret
Aus der kurzen Regierungszeit des Eje scheint es keine Belege zu geben.

Maja war für die Ausstattung der Grablegung des Königs verantwortlich. Eine Ahnung von der Nähe Majas zu dem jungen König haben wir dadurch, dass ihm das seltene Privileg zuteil wurde, bestimmte figürliche Grabbeigaben mit dem Namen Tutanchamuns und dem seinen eigenen dazu im Rahmen der königlichen Grabausstattung darzubringen (Uschebtifiguren / Bahrenuschebti).

                                Miniaturfigur des Königs als Bahrenuschebti
Die als Osiris gestaltete Figur Tutanchamuns ist aus Holz geschnitten. Nur die Details des Gesichts und der Kopfbedeckung sind durch Bemalung angegeben. Der König liegt auf einer Totenbahre, die mit dem Kopf und den Vorder- u. Hinterbeinen eines Löwen versehen ist. Zur Rechten des Königs steht ein Falke, zur Linken ein menschenköpfiger Vogel. Jeder der beiden Vögel hat einen Flügel schirmend über den Leib des Königs gebreitet. 
Auf der Bahre befindet sich eine Weiheinschrift des Maja, des "königlichen Schreibers und Aufsehers der Schatzkammer". Das Figürchen lag in einem mit schwarzem Harz überzogenen Kasten.
 Länge: 41 cm;  Breite: 12 cm; Höhe der Bahre:  4,3 cm.

(Bild und Text: Der Schatz des Tut-anch-Amun / Penelope Fox - F.A. Brockhaus, Wiesbaden 1960)

                                  
Genannt wird Maja auf einer Stele mit einem Dekret Tutanchamuns für den Schatzhausvorsteher Maja
(A.A.M.A. Amer,  RdE 36,  1985,  17 ff. - heute in der Universität Liverpool)

Dekret Tutanchamun für den Schatzhausvorsteher Maja

1. „Jahr 8., 3 Monat des Peretjahreszeit, Tag 22,
     unter seiner Majestät, Horus, starker Stier:
    
twt-mswt, Die Beiden Herrinnen: nfr - hpw
    - sgrH - tAwj
,
2. Goldhorus: wTz - Xaw  sHtp - nTrw, König von
     Ober – und Unterägypten (
nb - xprw - Ra)|
   
der Sohn des Re (twt - anx - Jmn)| beschenkt
     mit Leben.  …………………………….  “

(Hist.-Biogr. Texte der 2. ZZ und Neue Texte der 
18. Dynastie/Harrassowitz-Wiesbaden 1983)

Gleiches Stelenfragment wie oben
Das in jüngerer Zeit entdecktes Stelenfragment gewährt uns einen Blick auf eine Verwaltungsaufgabe des Maya, und zwar eine, die ihn seinen Landsleuten nicht besonders sympathisch gemacht haben kann. Der Text lautet:
„ Jahr 8, 3 Monat der peret – Jahreszeit (Winter), Tag 22 (21?), unter der Majestät des Horus ……………………………………………………. des Sohn des Re ([Tutanch]amun)| begabt mit Leben. An diesem Tag beauftragte Seine Majestät den Erbprinzen und Fürst, den Fächerträger zur Rechten des Königs, königlicher Schreiber, Vorsteher des Schatzhauses Maja ………. das ganze Land besteuern und Gottesopfer [für] alle [Götter] des Landes Ägypten einzurichten von Elephantine bis Smanebbehedet [im Delta] ausrichte. …….................................................................................................................................."
(Der Rest des Stelentextes fehlt.)

Belegt ist der Schatzhausvorsteher Maja durch:

Inschriften aus dem Grab des Schatzhausvorstehers M ajA
(
Helck Urk. IV, 2163 – 2166)

Modellsarg des M ajA im Grab Tutanchamuns          
(Helck Urk. IV, 2167)

Statue des M ajA aus Karnak           
(
Helck Urk. IV, 2168 – 2169)

Elle des M ajA
(
Helck Urk. IV, 2169 – 2170 )
heute im Louvre N 1538

Elle des Maja

2169 A. 
„Wedelträger zur Rechten des Königs, königlicher Schreiber, Schatzhausvorsteher des Herrn der beiden Länder
M ajA, er sagt: 
Ihr Propheten, Web – Priester und Vorlesepriester dieses Tempels ! Es mögen auch die Götter eurer Stadt alle eure Bitten erhören, ihr mögt eure Ämter nach einem süßen Alter vererben, wenn ihr meinen Namen aussprecht und mir tut wie einem Gelobten seines Herrn, dem Wedelträger zur Rechten des Königs, zu Füßen des Herrn der beiden Länder, der sich nicht trennt vom guten Gott an allen Orten, die er durchzogen hat ; der sich heraushebt aus den
cmrw, die versammelt sind, um seine Aussprüche zu hören, wegen der Größe seiner Tüchtigkeit für den König ; für dem Ka seines wahrhaft geliebten königlichen Schreibers, Schatzhausvorstehers des Herrn der beiden Länder  M ajA
, des Gerechtfertigten. »

2169 B. 
"[Ein königliches Opfer für …………………….. ], dass er gebe meine Lebenszeit, fest beim Begleiten seines Kas, sowie dass mein Name bleibe im Inneren seines Tempels, für den Ka des Hochgelobten des giten Gottes, der an den König herantritt bei seinen Zügen ; der den Horus erfreut im Inneren seines Palastes, des königlichen Schreibers, Schatzhausvorsteher des Herrn der beiden Länder
M ajA.

Die Elle besteht aus Holz und ist 52,3cm Lang und 2,45cm im Durchmesser. Erworben 1827 aus der Sammlung Drovetti - Lt. LD Text I. 181.1 von Memphis mitgebracht. (heute im Louvre N 1538)

 

Statue des Maja (MajA ) aus Karnak

(Nach Helck Urk. IV 2168)
" 2168  [ ………………………………………………………..…………. ] Gottesopfer des Amun. ……………………………………] Besitz und Herden [ ……………………………………. ……….. ] - - - - - - Du verbindest den Spruch, ohne dass es ein Vorbeigehen gibt beim rpa.t  HAtj a, [ einzigen] cmr, Großen der Großen, [ dem Vorderen der] Höflinge an der Spitze der Königsedlen; dem, der tüchtig ist an schönen Reden; der das herz des Königs bei seinem Sprechen [erfüllt; …………………… ]; Wedelträger zur Rechten des Königs; [ ……………. ……………. ]; Vorsteher der Bauarbeit]en des Amun in Karnak, königlicher Schreiber, Schatzhausvorsteher MajA; er sagt:  
Wie schön ist dein Name, du König der beiden Länder, den dir dein 2169 Vater Amun geschaffen hat. Du gründest ihm sein Haus neu, beständig bis in die Unedlichkeit. Du hast alle Götter gebildet und verdoppelst ihnen ihre Opferzuwendungen. Du baust ihnen ihre Gotteshäuser, die im Begriff waren zu verfallen. Ihre Herzen sind zufrieden mit dem, was du getan hast, indem du ein Nützlicher bist, der Nützliches tut. Sie schützen dich mit Leben, Dauer und Heil, sowie Hunderttausenden von friedlichen Jahren. Du bist ein Nützlicher für uns. Du bist hervorgekommen vor deinem Schöpfer in unserer Lebenszeit. Dein Name wird sein, solange die Unendlichkeit sein wird.

 

Inschriften aus dem Grab des Schatzhausvorstehers MajA

MajA betrachtet seine Besitz:
2163 „Gegeben als Gunstbeweis beim König dem Gelobten des guten Gottes, den der Herr der beiden Länder wegen seines Charakters liebt, dem [Wedel]träger [zur Rechten] des Königs, Schatzhausvorsteher MajA, dem Gerechtfertigten, aus den Gefangenen, die Seine Majestät bei den Asiaten erbeutet hat. „ Nimm sie dir “, sagte der König [ …………………….. ]
Titel:
rpa.t   HAtj a, Siegler des Unterägyptischen Königs, groß im Königspalast, Mund [Seiner] Majestät, mit hervorragendem Amt, Vorsteher aller Bauarbeiten des Königs, der die Feste der Götter leitet, mit reinen Händen beim Räuchern, sein wahrhaft geliebter königlicher Schreiber, Schatzhausvorsteher [MajA, der Gerechtfertigte]
Über den Rindern:
Belobigungsschreiben vom König, das gegeben wird den Gelobten des guten Gottes, für den rpa.t   HAtj a, Wedelträger zur Rechten des Königs, 
2164 Vorsteher der beiden Goldhäuser, Vorsteher der beiden Silberhäuser, Vorsteher der Bauarbeiten am Ort der Ewigkeit, seinen wahrhaft geliebten königlichen Schreiber, Schatz[hausvorsteher MajA, den Gerechtfertigten]

Zwei Schreiber:
Briefeschreiber PtHmsw, der Gerechtfertigte.
Schreiber des Schatzhauses des Herrn der beiden Länder Inj.

Opferzug:
Sein Bruder, der königliche Schreiber, Domänenvorsteher NAHw, der Gerechtfertigte. Sein Bruder, der Oberst und Vorsteher der Pferde PA rn nfr, der Gerechtfertigte. Bringen von allerlei schönen Blumen für den Ka, königlicher Schreiber und Schatzhausvorsteher des Herrn der beiden Länder MajA
, du Gerechtfertigter! Durch seinen Bruder, Schatzhausschreiber des Herrn der beiden Länder Nxt, den Gerechtfertigten.
Bringen von allen guten und reinen Dingen,
wnDw–Rindern vom Besten des Stalles für den königlichen Schreiber, Schatzhausvorsteher des Herrn der beiden Länder MajA, den Gerechtfertigten, durch den Stellvertreter des Schatzhauses Wcr.
Bringen von allerlei Blumen und allerlei guten und reinen Dingen für den königlichen Schreiber, Schatzhausvorsteher
MajA , den Gerechtfertigten, durch den Stellvertreter des Schatzhauses Mr Ra.
Bringen von jungen Gazellen dem königlichen Schreiber, Schatzhausvorsteher MajA, dem Gerechtfertigten, durch den Stellvertreter der Westabteilungen des Schatzhause des Königs – Leben, Heil, Gesundheit–Imnmin.t, der Gerechtfertigte.

Bringen von allerlei guten und reinen Dingen für den königlichen Schreiber, 2165 Schatzhausvorsteher des Herrn der beiden Länder MajA, den Gerechtfertigten, durch den Stellvertreter der Westabteilung des Schatzhauses des Königs – Leben, Heil, Gesundheit , Ramsw, den Gerechtfertigten.
Heranführen von
wnDw–Rindern vom Besten des Stalles für den königlichen Schreiber, Schatzhausvorsteher des Herrn der beiden Länder MajA, den, den Gerechtfertigten, durch den Schatzhausschreiber des Herrn der beiden Länder Nb Ra
, den Gerechtfertigten und Ehrwürdigen.


Titel des MajA im Grab:
A.  [ ……………………… ], Geliebter des Herrn der beiden Länder, einziger Tüchtiger des Königs; man ist mit allem, was er tut, zufrieden; sein wahrhaft geliebter Schreiber, Wedelträger zur Rechten des Königs, Schatzhausvorsteher des Herrn der beiden Länder MajA, der Gerechtfertigte und Herr der Ehrwürdigkeit.

B.  rpa.t  HAtja, Siegler des unterägyptischen Königs, einziger cmr, Mund des oberägyptischen Königs, Herold des unterägyptischen Königs, Freund des Horus in seinem Haus, sein wahrhaft geliebter königlicher Schreiber, Schatzhausvorsteher des Herrn der beiden Länder MajA, der Gerechtfertigte.

C.  rpa.t  HAtj a, Siegler des unterägyptischen Königs, einziger cmr, königlicher Schreiber, Schatzhausvorsteher des Herrn der beiden Länder, Vorsteher der Bauarbeiten bei den Denkmälern seiner [Majestät] MajA [ ………………. ].

Biographische Inschrift:
[ ………………….. ] seine [ ………… ] und (ich) reinigte das Land Ägypten für ihre Herrn. Ich bin der Mund des Königs, um die Tempel einzurichten und um die Bilder der Götter zu bilden. Ich trete ein, die beiden Augen des Gotteshauses, zum Befriedigen ihrer 2166 Gestalten.
Der König [ ………………………………. ].

Angehörige des Schatzhauses im Grab:
Vorsteher der Bauarbeiten am Platz der Ewigkeit, 
Oberannalenschreiber
WcrHA.t.

[Handwerker] 
QbH, der Gerechtfertigte.
Schreiber des Zeichners
!wj, der das Leben wiederholen möge.
Vorsteher der Maurer im Schatzhaus des Herrn der beiden Länder
PndwA.
Zeichnermeister Mrjmrj, der Gerechtfertigte.
Schatzhausschreiber
Pnnj.t.
Schreiber der Hausverwaltung #aj.

Maja (MajA ) beim Opfer:
Bringen eines Straußes, der vor Ptah, südlich seiner Mauer, herausgekommen ist.

Titel auf Türpfosten:
Sein wahrhaft geliebter königlicher Schreiber, Wedelträger zur Rechten des Königs, Vorsteher der beiden Goldhäuser und der beiden Silberhäuser, unter dessen Siegel sich alles zu Versiegelnde des Königs befindet, Schatzhausvorsteher MajA, der Gerechtfertigte. “

(Nach Helck Urk. IV 2163 – 2167 )

 

Grabanlage in Saqqara:

 

G                          "Mein Gott es ist Maja"
Der Aufschrei von Jacobus von Dijk drang empor, als die Inschrift in der reich ausgemalten Grabkammer zu erkennen gab, dass der Bestattungsort dieses ranghohen Adeligen am 8. Febr. 1986 endlich wieder aufgefunden war.

1843 hatte die preußische Expedition unter Lepsius, welche damals das Grab entdeckten einige Blöcke aus dem zugänglichen Teil des Graboberbaus entfernt und nach Berlin mitgenommen. Im Laufe der Jahre geriet das Wissen um den genauen Fundort des Grabes wieder in Vergessenheit.  vollständig ausgegraben und dokumentiert. 

Die Freilegungsarbeiten am Maja-Grab begannen erst 1987 durch ein britisch-niederländisches Grabungsteam unter der Leitung von Prof. Geoffrey T. Martin, obwohl die Ausgräber schon ein Jahr früher durch Zufall auf die zugehörige unterirdische Grabanlage gestoßen waren, als sie einer Querverbindung folgten, die vom Schacht eines anderen Grabes abzeigte. Prof. Martin grub die Grabstätte vollständig aus und dokumentierte sie. (The Hidden Tombs of Memphis, London 1991)

Nur wenige Meter vom Grab des Haremhab entfernt gelegen, gleicht die Grabarchitektur des Majas in Umfang und Gestaltung weitgehend derjenigen seines Vorgesetzten und späteren Königs. Als Vorsteher des Schatzhauses“ gehörte Maja an die Spitze der Verwaltung, wobei er dieses wichtige Amt schon zur Zeit Tutanchamuns und Ejes bekleidete. Einer seiner großen Aufgaben als Schatzmeister muss es gewesen sein, den reichen Komplex an Beigaben ritueller und privater Natur für das Grab des jung verstorbenen Pharaos Tutanchamun zusammenzustellen. Wohl deshalb wurde ihm das Privileg verliehen, bestimmte figürliche Grabbeigaben mit Tutanchamuns Namen und seinem eigenen dazu im Rahmen der pharaonischen Grabausstattung darzubringen: einen besonders schön gearbeiteten Prunk-Uschebti mit eingearbeiteter Widmung von Maja, die zugleich seine eigene Unsterblichkeit sichergestellt hat, welcher den König im Jenseits begleiten sollte und ein wundervoll gearbeitetes Abbild des Königs in der Gestalt des Gottes Osiris, wie er auf der Totenbahre ausgestreckt ruht. Auf dieser Grabbeigabe befindet sich folgende Inschrift:

"Hergestellt von dem Diener, der Seiner Majestät nützlich ist, der das Gute sucht und das Schöne findet und es voller Sorgfalt für seinen Herrn ausführt, der herausragende Dinge tut am Schönen Ort, Vorsteher der Bauarbeiten am Platz der Ewigkeikt auswählt, Vorsteher der Bauarbeiten im Westen (dem Nekropolenbereich), Geliebter seines Herrn, der tut, was er (der Pharao) sagt, der nicht zulässt, dass irgend etwas falsch geschieht, dessen Antelitz fröhlich ist, wenn er das (vermutlich: seine Pflichtd) tut mit liebendem Herzen als ein Ding, das seinem Herrn höchst zuträglich ist."

Maja blieb auch unter den Nachfolgern des Tutanchamuns im Amt. Wie bekannt ist, hat Maja bis in die Regierungszeit Haremhabs hinein überlebt, muss also zweifellos auch nach dem Tod Tutanchamuns und dessen Nachfolger König Eje im Amt belassen worden sein. Zudem wurde Maja später von Haremhab mit der Beaufsichtigung seiner gewaltigen Bauvorhaben im Reichstempel des Amun–Re von Karnak betraut.

Die Ost–West orientierte Grabanlage des hohen Beamten betritt man über einen breiten Pylonbau, der im Durchgang mit großformatigen Reliefdarstellungen des Maja versehen war. Die Grabanlage des Maja und seiner Gemahlin Merit besteht aus einem Oberbau und unterirdischen Grabräumen. Alle Bestattungen, welche die Ausgräber 1986 in der ersten Ebene zu Gesicht bekamen, nebst der ihnen zugeordneten Gegenstände, schienen aus einer wesentlich späteren Zeit, als die des Majas zu stammen. Die Gräber der memphitischen Nekropole wurden immer wieder verwendet. Auf der zweiten Ebene fand sich hingegen keinerlei Material aus einer späteren Nachbelegung, außer ein paar Spätzeitamuletten aus den Räumen der ersten unterirdischen Ebene, die durch den leeren Schacht in die untere Ebene gefallen waren. Das hatte zur Folge, dass alle Gegenstände, die in der Folge im Schutt der zweiten Ebene gefunden wurden, Bestandteil der Grabausstattung von Maja und Merit und evtl. anderer Mitglieder der Familie sind.

Der im Stile eines Tempels angelegte Oberbau hatte einen Pylon und zwei Höfe, die mit Säulen ausgestattet waren. Der folgende erste Hof besaß eine Ziegelpflasterung und zeigt nur auf der Westseite eine Reihe von sechs Papyrusbündelsäulen. Anschließend leitet der große Statuenraum in die innere Hofanlage über, die wie bei Haremhab eine umlaufende Säulenstellung aufweist.

Die Wandreliefs sind zumeist religiösen Themen wie dem Bestattungszug oder der Anbetung vor der Hathor–Kuh vorbehalten, beinhalten aber auch den Amtsbereich des Grabherrn, wenn er bei der Registrierung von Gefangenen und deren Vieh abgebildet ist. Besonders gut hat sich noch ein kurzer Aufzug von Opfergabenbringern erhalten. Am Westende des Hofes liegen die Hauptkultkammer und zwei Seitenkapellen, die allerdings schon im Altertum ihre reliefführende Kalksteinverkleidung verloren haben. Insgesamt hat die Grabarchitektur stark unter den antiken und modernen 
(19. Jahrhundert) Steinräubern gelitten, so dass nur ein geringer Prozentsatz der ursprünglichen Darstellungen die Zeit überdauert haben.

Doch die Ausgräber wurden durch einen überraschenden Befund entschädigt. Einige Räume der unterirdischen Anlage mit der Sargkammer für den Beamten und seine Frau waren vollständig dekoriert und zeugen das Ehepaar in Verehrung vor den Totengöttern. Auffällig ist dabei, dass sich die Farbpalette primär auf einem goldgelben Ton in der Bemalung beschränkt, sicher eine Anspielung auf den verklärten Zustand der Verstorbenen. 

Statue des Maja und der Merit (Leiden/Niederlande)

Foto:  rob koopman from Leiderdorp, netherlands
Lizenz: CreativeCommons Lizenz by-sa-2.0-de. Originaldatei ist   hier zu finden.
Foto: Urville Djasim from The Netherlands
Lizenz: CreativeCommons Lizenz by-sa-2.0-de.
Originaldatei ist  hier  zu finden.

Unmittelbar nach dem Ende der Reformation setzt unter Tutanchamun wieder eine bedeutende Privatplastik ein. In ihr klingt die Amarnakunst in großartiger Weise aus. Deutlich zu sehen bei diesen beiden Statuen von Maja und Merit (heute im Rijksmuseum van Oudheden Leiden) - wo sich der Luxus der Zeit in kunstvollen Perücken und den langen plissierten Gewändern mit ausschwingenden kurzen Ärmeln zeigt.

Maja und seine Frau Merit
- Doppelstatue Museum Leiden
Kalkstein, Höhe: 1,58 m 
(Bild:
W. D. van Wijngaarden, Leiden 1957)
Sitzstatue der Merit
- Museum Leiden -
Kalkstein, Höhe: 1,89 m 
(Bild:
W. D. van Wijngaarden, Leiden 1957)

Im inneren Hof des Maja-Grabes fanden Professor G. Martin und seine Kollegen vom Rijksmuseum van Oudheden (Leiden, Niederlande) anstatt der erhofften historischen Szenen, wie sie im inneren Hof von Majas Zeitgenossen Haremhab von Meisterhand eingemeißelt worden sind, solche konventionellen Inhalts, die aber trotzdem interessant sind, da sie thematisieren, was in einem ägyptischen Grab von Rang unerlässlich war. Die Reliefs im Maja-Grab sind sicherlich hochrangige Kunstwerke und exzellent ausgeführt, aber er schweigt sich eher aus, wenn es um Informationen für die Nachwelt aus seinem Privatleben oder seiner Dienstpflichten im Rahmen der Verwaltung geht, jedenfalls zu urteilen nach den erhaltenen Reliefs seines memphitischen Grabes.

     Opferbringende mit Gaben für Maja und Merit    Majas Mutter Weret und seine Stiefmutter Henutiunu
Szene von Opferträgern aus dem Grab des Maja. Zur Rechten (außerhalb dieses Bildes) führt vom Innenhof aus der Eingang in den Statuenraum
(Bild: Martin/Auf der Suche nach dem verlorenen Grab)



(Bild: Martin/Auf der Suche nach dem verlorenen Grab)

 

            Maja vor einem Tisch mit Opfergaben
                   Das Porträt des Maja
    - aus einer der unterirdischen Grabkammern. -

(Bild: Jon Bodsworth)

(Bild: Martin/Auf der Suche nach dem verlorenen Grab)

 

                      Maja hält zwei Langstöcke
                    als Zeichen seiner Amtswürde

Er trägt eine besonders schöne Vollperücke, ein Collier, das aus vier Reihen von vielen Dutzenden goldener Lochscheiben besteht, ferner einen Anhänger an einer Kette und ein feingefälteltes Gewand. Einen kleinen Zeremonialbart hat er unter das Kinn gebunden. 

Der Block befand sich in situ, als Lepsius die Gegend 1843 besuchte. Das vereinigte EES / Leidener Team fand ihn im Schutt liegend. 

 

Steinblöcke aus dem Jeremias-Kloster:

Während aller Epochen der ägyptischen Baugeschichte wurden von den Baumeistern der memphitischen Nekropole bereits existierende Bauwerke von Saqqara zwecks Wiederverwendung der Blöcke für andere Bauten abgerissen. Selbst in der christlichen Epoche und noch darüber hinaus wurde dieses praktiziert. In den Jahren 1908 bis 1910 grub der englische Archäologe J. E. Quibell ein wichtiges koptisches Kloster etwas östlich vom Areal des Maja/Haremhab Bezirkes aus und entdeckte dabei, dass die Architekten dieses Klosters beim Bau im 5. Jahrhundert n. Chr. und später eine Reihe von Gräbern des Neuen Reiches auf dem nahe gelegenen Friedhof abgetragen hatten. Nur wenig war von dem großen koptischen Bau übriggeblieben, nachdem dieser geplündert und seiner Steine beraubt worden war, aber zum Glück für die Wissenschaftler gehörten zu jenen Blöcken, die sich bis in unser Jahrhundert erhalten haben, mindestens zwölf Reliefs aus dem Grab des Maja und der Merit. Heute befinden sich diese im Museum von Kairo. Alle im Jeremias-Kloster gefundenen Blöcke vermittelten interessante Einblicke in die Kunst des Neuen Reiches und geben auch Hinweise auf die Existenz von Gräbern bedeutender Verwaltungsbeamter von Memphis aus der Zeitspanne des Tutanchamun und Ramses II. 
Prof. Martin meint, dass die von Quibell im Jeremias-Kloster gefundenen Maja-Blöcke ursprünglich aus dem inneren Hof zu stammen scheinen.

Auf einem dieser Reliefs werden Maja und Merit sitzend dargestellt, umgeben von drei räuchernden Dienern, die Opfergaben darbringen. Auf demselben Block wird Maja dargestellt bei der Anbetung der Hathor-Kuh, die in einer Barke steht. Einer der wenigen Darstellungen des Grabherrn bei seinen administrativen Pflichten befindet sich auf demselben Relief: Es zeigt Maja beim Registrieren der vorderasiatischen Gefangenen und ihrer von Hirten herangebrachten Buckelrinder. Evtl. waren diese Gefangenen identisch mit denen, die im Haremhab-Grab dargestellt sind.

Darstellungen Majas auf anderen Reliefs und im Grab:

Andere Szenen auf der Südseite des Hofes, die von Lepsius 1843 seinerzeit nach Berlin mitgenommen wurden, zeigen eine herrliche Folge von Blöcken mit der Wiedergabe Majas Grabprozession. Einige Reliefs, die Lepsius damals von der Südseite des inneren Hofes selbst abgenommen und nach Berlin geschickt hatte, haben in Berlin unbeschadet den 2. Weltkrieg überlebt. Während der Bombardierung Deutschlands wurden sie durch Feuer stark beschädigt, so dass heute nur noch kalzinierte Fragmente davon übrig sind. Zum Glück wurde ein Satz guter Photos der Berliner Reliefs am Beginn des letzten Jahrhunderts hergestellt, die zusammen mit den Zeichnungen der Kopisten von Lepsius einen adäquaten Beleg für diese Relief-Blöcke abgeben.

Zwei der Maja-Reliefs aus dem Sakkara-Grab: heute im Ägyptischen Museum Berlin
(Bilder aus Wikimedia Commons wurden vom Urheber Neithsabes public domain gestellt)

 

Alle vier heute noch vorhandenen Fragmente im Museum Berlin
(
Bilder aus Wikimedia Commons wurden vom Urheber Neithsabes public domain gestellt)

Nachdem der Schutt zwischen den zwei ziemlich arg zerstörten "Flügeln" oder Türmen des Pylon beiseite geräumt war, sahen Martin und seine Ausgräber, dass beide Seitenwände des Eingangs mit Kalksteinplatten verkleidet gewesen sind, ebenso wie bei seinem Amtskollegen Haremhab. Aber im Gegensatz zu diesem waren die entsprechenden Stücke in Majas Pylon mit Reliefs von absoluter Spitzenqualität ausgestattet und in einem viel größerem Maßstab. Steinräuber hatten schon im Altertum viele von ihnen aus der Verankerung gelockert, um sie zur Wiederverwendung abnehmen zu können. Weitere von ihren, die wohl aus der gleichen Serie stammten, lagen kreuz und quer im Schutt. Nachdem Martins Team viele von ihnen an Ort und Stelle gereinigt, ausgebessert und wieder zusammengestellt hatten, konnte die ungefähre Höhe der Reliefs auf 3,5 Meter beziffert werden.

        Maja in Anbetung vor Osiris - Pylondurchgang
             - Kalkstein mit Bemalung, Höhe 65 cm -
      Merit in Anbetung vor Osiris - Pylondurchgang

Die gut erhaltene Bemalung, des Blockes gewährt eine Vorstellung von der ursprünglichen Farbenpracht der Reliefdarstellungen. Die Szene zeigt den Grabherrn und seine Frau Merit (von ihr ist in diesem Relief nur die Hand hinter seiner Schulter erhalten) im Anbetungsgestus mit erhobenen Händen vor dem Totengott Osiris, dessen thronende Gestalt links vor dem Ehepaar anschließt.

Bild: Thanks to Jon Bodsworth for public domain









Bild: Thanks to Jon Bodsworth

Das hier nur kurz gefasste Dekorationsschema sieht folgendermaßen aus:

Nördliche Wand des Pylon-Einganges:
Auf der nördlichen Wand werden Maja und seine Frau (siehe Bilder oben) stehend in Anbetung vor Osiris, dem Herrn der Unterwelt, dargestellt, während der Gott auf seinem Thron unter einem Baldachin sitzt. Die 4 Horussöhne befinden sich befinden sich auf einer Lotusblüte, dazu ein aus sechs senkrechten Zeilen bestehender Text mit Beinamen, die aus Osiris-Hymnen entnommen sind. Ein weiteres Indiz für die Vermutung, dass die Großen Grabanlagen des Neuen Reiches hier in Sakkara als Totentempel und nicht als sicherer Ruheplatz für die Mumien gedacht war, ist die Anbringung von Osiris, dem Herrn der Unterwelt, direkt am Eingang des Grabes, denn Osiris war in erster Linie der Gott der Toten.

Ein wunderbar erhaltenes Register mit neun Opferträgern befindet sich unterhalb der Szene mit Osiris, von denen einige namentlich genannt sind. Einer dieser Opferträger ist der Bruder von Maja, andere wiederum sind die unteren Beamten aus Majas Verwaltung. Außerdem noch die persönlichen Diener von Maja und Merit

Südliche Wand des Pylon-Einganges:
Maja wird auf der südlichen Wand des Pylon-Einganges stehend gezeigt mit einem Amtsstab in der Hand. Auffallend ist die große Anzahl sehr schwerer Goldkragen, die er um den Hals trägt. Diese sind die üblichen Gaben der Belohnung, welche er von seinem Herrn, den König für seine Verdienste als getreuer Verwalter verliehen bekommen hatte. Die Figur des Maja hat in etwa Lebensgröße. Als winzige Figur steht sein Bruder Nahuher hinter ihm. An einer anderen Stelle im Grab wird dieser im übrigen ebenfalls gezeigt und tritt hier als königlicher Schreiber und Domänenverwalter auf. Die Darstellung auf der südlichen Pylonwand deutet daraufhin, dass Maja keine Söhne hatte, deshalb ist es evtl. möglich, dass die Erhaltung des Grabes und der dafür notwendige Totenkult in die Verantwortung seines Bruders Nahuher gefallen war.

Auf dieser Szene stehen vor Maja die Gestalten von Merit und seiner Stiefmutter Henutiunu, welche beide ihm ihre Hände entgegenstrecken, um ihn im Grab zu begrüßen. Evtl. sind beide schon vor ihm verstorben. Vor den beiden Damen stehen Inschriften, die ihre Anreden an Maja wiedergeben.

Merit sagt: "Willkommen, der du ausgezeichnet worden bist mit den Gunsterweisen von Ptah-der-südlich -seiner-Mauer-ist. Wie sehr verdienst du sie, Gepriesener, der vor die Gepriesenen hervortritt, denn du bleibst der Leiter des Festes des Herrn der Götter! So spricht seine geliebte Gemahlin, die Herrin des Hauses Merit, wahr an Stimme."

Henutiunus Anrede ist wohl ähnlich, aber der Text ist stark zerstört.

Eine ursprünglich aus 31 Zeilen bestehende Inschrift, die sich oberhalb der obigen Szene befindet, enthielt Majas Ansprache an die Besucher seines Grabes:

" an die Leute, welche kommen und sich im Westen zerstreuen wollen und einen Spaziergang machen wollen im Bezirk der Ewigkeit."

Weiter fährt der Text  fort mit einem lobenden autobiographischen Bericht von Majas Karriere und seiner Beziehung zu seinem König: (Quelle: Auf der Suche nach dem verlorenen Grab/G.T. Martin/Ph. v. Zabern 1994)

"....die Arbeiten der Regierung, die durch mich entstanden sind als etwas, das seit meiner Jugend für mich von meinem Gott vorherbestimmt gewesen war. War mir doch seit meiner Kindheit das Wandeln vor dem Angesicht Seiner Majestät (der König) beschieden. Ich erreichte glücklich das Ende [meiner Karriere], indem ich unzählige Zeichen der Gunst genoss durch den Herrn der beiden Länder...Anfangs war ich gut, gegen Ende brillant, einer; dem im Tempel des Ptah friedvolle Verehrung zuteil wurde. Ich führte die Absichten des Königs meiner Lebenszeit aus, ohne irgendeinen seiner Befehle zu vernachlässigen...[Ich verschönerte?] die Tempel, indem ich die Götterbilder schuf innerhalb meiner Verantwortung. Ich näherte mich von Angesicht zu Angesicht dem erlauchten Antlitz..."

Weitere Opferträger findet man im Register unterhalb der eben beschriebenen Szene, welche sich auf das Innere des Grabes zubewegen. Sie bringen verschiedene Gaben und Gegenstände unter denen sich auch etliche Paare von Handschuhen befinden. Dieses ist ein Kleidungsstück, welches auf ägyptischen Reliefs nicht eben häufig auftritt. Eines dieser Paare hat die Form menschlicher Hände mit gepflegten Fingernägeln.

Die Arbeiter  von Prof. Martins Ausgrabungsteams fanden u. a. einen fast vollständig erhaltenen Türsturz, der evtl. über dem Eingang oder vielleicht über dem Ausgang des Durchganges angebracht gewesen sein muss. Es zeigt Maja und Merit, wie sie anbetend vor Anubis knien, der auf seinem Schrein liegt.

Grab Maja in Sakkara - Vorzimmer/Südseite


(Bild:
Lepsius III. 240a)

       Hamburger Relieffragment 1924/123 Grab Maja
Der Reliefblock wurde 1923 in Paris bei Satflandari gekauft für das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe.
(Umzeichnung Prof. Graefe MDAIK 31.2)

Bild LD III. 240a: (Quelle: MDAIK 1975 Bd. 31.2 Prof. Erhart Graefe)
Titulaturen des Maja von der rechts anstoßenden Schmalseite:
"
...geliebte vom Herrn Beider Länder, Einziger, angenehmen Herzens für den Herrscher, einer, über all das, was er tut, man zufrieden ist, wirklicher Schreiber des Königs, den jedener liebt, Wedelträger zur Rechten des Königs, Vorsteher des Schatzhauses des Herrn Beider Länder, Maya, selig, Herr der Ehrwürdigkeit."

Reste der beiden Kolumnen vor Maya:
"
...die Gottesdinge des Westens, Herausgehen aus seinem Haus zu seinem Grab, Empfangen seiner Gottesopfer. Den Stab bekommen in ... Barke. Man sprengt ihm die Wege mit Milch."

Spruch über dem Räuchernden:
"Worte zu rezitieren: Ha Osiris, Kgl. Schreiber und Schatzhausvorsteher Maya, selig! Deine Reinigung ist die Reinigung des Horus (und umgekehrt). Nimm dir das Horusauage! Sein Duft ist zu dir gekommen. Man vollzieht die Riten des Morgenhauses, damit du lebst, damit du dauerst, ewig, Osiris, wirklicher Schreiber des Königs, den jeder liebt, Schatzhausvorsteher, der Majordomus Nahuher, selig."

Senkrechte Kolumne hinter der Frau:
"...sein...., der eÄgypten reinigte für  - (Loch für einen Türriegel) - ihren Herrn. Ich bin ein Mund des Königs, um die Tempel vortrefflich zu machen, um Götterbilder herstellen zu lassen. Ich bin einer, der eintritt und das Goldhaus schaut, um ihre Kultbilder zu versorgen.

Hamburger Relief - Inv. Nr.: 1924/123 
Auf dem Relief im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe erkennt man einen männlichen Kopf der nach links blickt. Er trägt die gleiche Perücke wie der Opferträger auf dem Reliefblick Lepsius III. 241a, der hinter dem ersten Ehepaar steht. Er muss aufgrund der noch zu erkennenden Darstellung einen Blumenstrauß derselben Art wie der des Mannes vor dem Ehepaar gehalten haben. Hinter ihm sind ebenfalls Reste eines Blumenstraußes erkennbar. Über dem Kopf der männlichen Figur sind Reste einer Beischrift mit mind. fünf Kolumnen zu sehen. Auf dieser sieht man in Resten den Namen des Bruders des Maja. Er lautet: NAHw-Hr. (Nahuher)
Nahuher ist im Grab des Majas immer derjenige, der den Toten Opfergaben präsentiert oder der räuchert und libiert.

Nach Stil, Größe, Darstellung, Richtung der Figur und Beischrift scheint dieses 1924 gekaufte Relieffragment in Hamburg ein Teil der Szene im Hypostyl, Ostwand, Nordseite; LD III. 241a zu sein. 
Der Text über Majas Bruder lautet dann (von Prof. Graefe in MDAIK 31.2 wiederhergestellt:)

"[Bringen frischer Pflanzen] aller schönen reinen [Dinge dem Kgl. Schreiber] [M]aya, selig, seitens des wirklichen Schreibers des Königs, den jener liebt, und Majordomus, N[a]huher, selig."
Grabfunde:

Prof. Martin und sein Team fanden in der Nordkapelle neben der Hauptkultkammer eine Art Oberarmknochen eines sehr großen Tieres. Er meint, es handle sich hierbei um einen Elephantenknochen. Obgleich er knapp über dem Fußbodenniveau in der Kapelle gefunden wurde, existieren keine konkreten Belege dafür, dass er aus der Zeit des Majas stammt. Es könnte möglich sein, dass dieser in die römische Zeit, als Elefanten als mächtige Waffe des Militärs diente, datiert werden kann. Weiter fand man im Jahr 1988 im äußeren Hof des Grabes, etwa gegen den Südflügel des Pylons zu, die ungestörte Grablegung eines Verstorbenen wohl aus der Ramessidenzeit oder auch aus der 21. Dynastie. Unter dem Skelett befanden sich Uschebtis des Verstorbenen, schlecht gearbeitet und mit Texten ohne Bedeutung.

Wie bereits oben erwähnt, war Maja nicht sehr auskunftsfreudig hinsichtlich seines eigenen öffentlichen oder privaten Wirkens hin, zumindest nicht in seiner Grabanlage. Aber kurz vor seinem Ableben (also in der Regierungszeit Haremhabs) hatte er einige Angaben für die Durchführung seines Totenkultes um seine Person und um die Erinnerung an ihn auf Dauer sicherzustellen, erlassen. Dieses hatte er auf einer Kalksteinstele, die aufrecht stehend in einer an der Außenseite der Südwand eingebauten Nische am Ort ihrer ursprünglichen Aufstellung gefunden wurde, einmeißeln lassen. Auf dieser Stele wird der Name des Totenpriesters des Majas mit dem ungewöhnlichen Namen Iamen genannt. Sicherlich waren weitere Nischen für Stelen (wahrscheinlich der Totenpriester) in die Wände von Majas Totentempel eingelassen, was wahrscheinlich ein regulärer Bestandteil der großen memphitischen Gräber der 18. Dynastie und der späteren Zeit war. Für das Überleben der Seelen von Maja und Merit waren Vorlesepriester oder Totenkultbeamte eine zwingende Notwendigkeit, vor allem da es keine männlichen Erben gab, die für den Totenkult seiner Eltern verantwortlich waren.

Ein Steinquader war mit der Stele des Iamen verbunden, auf den man die Opfergaben für Maja und Merit deponierte, ferner eine kleine hölzerne Statuette und ein Bündel pflanzlicher Überreste. Es wurde aber noch nicht restlos geklärt, ob diese Blumengabe nur rein zufällig zu einem späteren Zeitpunkt hierher verschleppt worden ist.

Särge und Grabbeigaben:

Die Särge von Maja und Merit waren aus Holz. Es war in der späten 18. Dynastie üblich, dass Personen von hohem Rang die in der Sakkara-Nekropole bestattet wurden, in Holzsärge beigesetzt wurden. Erst in der Ramessiden-Zeit wurden in der Grabausstattung für die  hohen Beamten Sarkophage aus Granit und anderem Gestein eingeführt. Die Särge für Maja und Merit waren zwar aus Schreinerholz, aber sie zeigten das große Können der Zimmerleute und Intarsienkünstlicher der damaligen Zeit. Obwohl die Särge von Maja und Merit von Grabräubern aufgebrochen und die Fragmente unter den sehr feuchten Bedingungen unter der Erde von Sakkara zu formlosen Holzstückchen verkommen sind, fanden die Forscher im Schutt eine Menge Blattgoldstücke, welche zweifellos die Sarkophage bedeckt hatten. Prof. Martin und sein Team fanden 
u. a. Bestandteile einer fein gearbeiteten Goldkette, welche vermutlich Maja oder Merit um den Hals getragen hatte. Weiter wurden in den unterirdischen Kammern Hunderte Teilchen von Einlegearbeiten aus Glas, verschiedene Steinsorten und Fayence gefunden, die alle erst in einem waren Puzzlespiel wieder zusammengeführt werden mussten.

Zu den Grabbeigaben gehörten auch mit kostbaren Ölen angefüllte Alabastergefäße. Ein großes Fragment aus feinem Alabaster war alles, was von den Uschebti-Figuren von Maja und Merit übrig blieb. Auf dem Rumpf der Figur des Vorstehers des Schatzhauses des Herrn der beiden Länder (Tutanchamun) steht in einem Abschnitt eine standardisierte Formel aus dem VI. Kapitel des Totenbuches. Auf einigen sehr schön gearbeiteten Elfenbeinfragmenten wird der Name von Haremhab als König in ihrer Beischrift erwähnt. Sicherlich stammen sie von Kästchen oder Teilen des Mobiliars.

Natürlich hatten Prof. Martin und sein Team nicht erwartet, die Mumien von Maja und Merit zu finden, da sie sicherlich mit wertvollen Amuletten und Juwelen aus kostbaren Materialien überhäuft gewesen waren und damit vorrangiges Ziel der Grabräuber wurden, aber die Ausgräber fanden viele Knochenfragmente, die über mehrere unterirdische Räume verstreut worden waren. Alle noch so winzigen Fragmente wurden von ihnen sorgfältig aufgehoben und den Anthropologen übergeben, die diese dürftigen Reste, welche nach Meinung von Prof. Martin nur zu den sterblichen Überresten der Grabbesitzer selber gehören konnten, da er überzeugt war, dass keine späteren Nachbestattungen auf der untersten Ebene der unterirdischen Anlage von Majas Grab, wo der Besitzer und seine Gattin zur Ruhe gebettet worden sind, stattgefunden haben.

(Vermerk von Nefershapiland: Unseres Wissens gibt es bis heute - nach 24 Jahren - keinerlei Publikation, die uns weitere Angaben zu den gefundenen Überresten aus der Grabkammer geben. Vielleicht sind diese ebenso "verschwunden" wie die Knochen-Fragmente der Königin Mutnedjmet, der 2. Ehefrau von Haremhab, die im Sakkara-Grab des Königs gefunden wurden ?)

(Quellen: 1.  Auf der Suche nach dem verlorenen Grab/Geoffrey T. Martin/Ph. v. Zabern-Verlag
               2.  MDAIK Bd. 31.2 1975 Das Grab des Schatzhausvorstehers und Bauleiters Maya in Saqqara/Erhart Graefe/Ph. v. Zabern)

Co-Autor: J. H. Pirzer


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