Pyramide Pepi I.

Biografie Pepi I.

Durch die Weiterführung der Arbeiten des MAFS kommen ständig neue Grabanlagen im Bereich der Königinnenanlagen ans Licht.  Richtung Norden konnte von der Grabungs-Mission die Reste einer neuen Pyramide freigelegt werden, die zur Zeit untersucht wird. Bei dieser Struktur, die von bescheidener Größe war ( 13,10m = 25 Ellen Basislänge), wurden viele Fragmente anderer Kalksteinmonumente wiederverwendet, wie Opferplatten, Stelen, Kapellenpfosten oder Türstürze. 
Es wurden mehr als 900 Blöcke und Fragmente gefunden, von denen die Experten viele zusammensetzen konnten. Sie lieferten eine große Anzahl neuer Namen und Titel von Personen, die uns bislang noch unbekannt waren.

Unter den oben genannten Funden sind auch Fragmente einer Grabkammer mit beachtlicher Größe. Sie sind mit den Pyramidentexten einer Dame mit Namen "Behenu" dekoriert. Des Weiteren entdeckte man einen Türsturz, der nur in Teilen geborgen wurde und einer Königin mit Namen "Sebutet" gehörte. Damit  wäre sie die 7. Ehefrau von König Pepi I., die wir bisher kennen.

Durch einen kleinen Schacht im Norden, der nach Süden hin einen Zugang zu einer Grabkammer bietet, erreicht man das Innere der Pyramide. Die Grabkammer wurde in einem kleinen Graben errichtet. Ihre Deckenplatten liegen auf Bodenniveau. Am Boden des Schachtes war auf dem sichtbaren Teil der ersten Deckenplatte der Kammer der in roter Tinte geschriebene Name des Toten zu erkennen: " Reherischef-nacht ".

Das Innere der Grabkammer, ist fast völlig zerstört, sie war nach Art eines Sarkophages dekoriert. Man kombinierte ein Hieroglyphenband, wie man es normalerweise an der Außenseite eines Sarkophages findet, mit einem Dekorationsprogramm der Innenseite in der Tradition des Endes der 6. Dynastie.

Reherischefnacht trug den Titel eines „ Bekannten des Königs “ und eines „ Vorsteher der Siegler “, war also eine Person von Rang. Der Grabherr bezeichnet sich selbst etwas überschwänglich als „ groß in seiner Funktion und eminent in seiner Würde “.

Ein Gerätefries, der die Grabausstattung darstellt, nimmt den oberen Teil der West– und Südwand der Kammer ein. Darunter und ebenfalls auf der Ostwand findet sich ein mit Tinte in Kolonnen geschriebener Pyramidenspruch. Die Inschrift beginnt am Eingang (im Osten wie im Westen) nach der Darstellung einer Palastfassade und erstreckt sich bis zur Mitte der Südwand.

Die Datierung der Grabanlage des Reherischefnacht bereitet ein gewisses Problem. Das Grab könnte eventuell an das Ende der 11. oder den Anfang der 12. Dynastie gehören.

Weitere Untersuchungen nördlich des Komplexes des Reherischef-nacht brachten die Entdeckung einer neuen Pyramide zutage, deren Untersuchung in der nächsten Kampagne der MAFS erfolgen soll.

Pyramidenbezirke der königlichen Frauen

 

Meretites                                    
Mri.t - iti = s
II. 

 

ÄAT 46: Silke Roth                            
Mri.t - it i = s  III.                                            
“ Die von ihrem Vater Geliebte ”            


Tochter  von Pepi I (?)
Gemahlin von Pepi II.(?)

Titel:
"zA [.t]   nswt   smsw.t  *  [ z A ] .t   [nswt   n.i]t   h.t = f   Pi[p]i   Mn - nfr - (Pi[p]i)|  * Hm.t   nswt  *  Hm.t   nswt   mri.t = f  *  mAA.t   !r.w   sts  *  wr.t   Hts   *  wr.t  Hz.t
*  xt.t    wr  *  xt.it   Hr.w  *  smr.t   Hr.w  *  im A x.t "

Belege:
Scheintür aus dem Totenopferraum
Pfeilerfragmente aus dem Tempelhof,
Reliefblock mit Inschriften aus dem Pfeilerhof

Ende April 1995 wurde südwestlich der Pyramide Pepi I. in Saqqara-Süd, dicht beim Pyramidenbezirk der „ westlichen Königin “ der einer Königin mit dem altmodischen Namen Meretities entdeckt. Sie trug die Titel einer „ ältesten Königstochter “ bzw. „leibliche Königstochter “ und einer „ Königlichen Gemahlin“.

Sie liegt in der zweiten Reihe und stammt wohl aus späterer Zeit, da ihr Gemahl offenbar ein König namens Nfr - kA - Ra.w war. Ob es sich dabei um König Pepis II. handelt ist nicht sicher. Warum diese Königin aus uns nicht näher bestimmbaren Gründen in unmittelbarer Nähe zum Pyramidenbezirk ihres Vaters (und ihrer Mutter ?) bestattet worden ist, kann nicht gesagt werden. Nach dem Bericht in Sokar Nr. 13 könnte sie die älteste Tochter Pepis I. gewesen sein.  

Die heute stark beschädigte Königinnenpyramide hatte eine Seitenlänge von ca. 20m = 38 Ellen. Ihr Kern besteht aus einem natürlichen Hügel aus Sand und Feuersteinknollen.

Manche Forscher gehen davon aus, dass es sich um ein Bauwerk aus der 8. Dynastie handelt, und sich hinter ihr ein Gräberfeld aus der ersten Zwischenzeit verbirgt (?). Bei dieser Pyramide handelt es sich um die 97. Pyramide, die bisher in Ägypten entdeckt wurde.   

Die Scheintür der Königin ist inzwischen restauriert worden und steht wieder an ihrem ursprünglichen Platz. Der Totentempel besaß einen offenen Hof mit fünf Pfeilern, die mit Darstellungen der Königin geschmückt und mit Texten versehen waren, die ihren  Name und ihre Titel nennen. Bei ihren Arbeiten entdeckten die französische Mission Teile des Pyramidions der Kultpyramide des Meritites-Grabbezirks.

Inti / Inenek-Inti
"
Innk "

 

ÄAT 46: Silke Roth:
" Innk / Inti oder evtl. auch zu lesen als  "Inn-ka (=f)
(
"Mein) Ka verweilt" ?)
Init = Kosename                                                

Gemahlin Pepi I.                  

Titel:
"
Hm.t    nswt  *  Hm.t   nswt   mri.t = f  *  
HA.t it   pa.t  *  ir.it   p a.t  *  
zA(.t )    Mrhw  *   zA.t   Gb  "

Belege:
Pyramidenanlage südlich der Pyramdie Pepi I. - Saqqara-Süd, 
Obeliskenpaar vor dem Eingangsportal zum Pyramidentempel

Westlich der Pyramide der Königin Nebuunet fand sich die Pyramidenanlage der Inenek – Inti. Diese Königin war vor Auffindung ihres Grabes vollkommen unbekannt. Nach den Grabungsergebnissen zu urteilen (1992/95) war ihre Pyramidenanlage die älteste der vier zuerst entdeckten Königinnenbezirke.

Die erhaltenen Spuren des Grabes zeigen klar den Grundriss der Pyramide und den des Kulttempels auf, der an ihrer Seite steht. Der Bezirk ist von einer eigenen Umfassungsmauer umschlossen und um einiges größer als der Grabbezirk der Königin Nebunet, was sowohl für den Totentempel als auch für die Pyramide gilt.

Die Pyramide maß ca. 21x21 Meter im Quadrat. Ihr Volumen beträgt somit immerhin 1/10 dessen der königlichen Pyramide. ( 22,60m x 22,60m / Höhe ca. 23 m / Winkel 64° ) Die obligatorische Nordkapelle aus Schlammziegel stand über dem Eingang in der Mitte der Pyramidennordseite ( in der Hofpflasterung). Von hier aus war über einen Korridor die kleine Grabkammer zu erreichen, die durch eine Granitblockierung versperrt war. Die Grabkammer war 3,15m unter Bodenniveau gelegen. Östlich der Sargkammer befindet sich ein Magazinraum (das sog. Serdab) von geringen Ausmaßen, während an der Westseite ein Sarkophag aus Grauwacke steht, der dazu bestimmt war, den Sarg zu bergen, der die Mumie der Königin beinhaltete.

In den völlig zerstörten Räumen haben sich so gut wie keine Grabbeigaben erhalten, außer Reste von Geschirr aus Hartstein mit verschiedenfarbigen Äderungen sowie Kalksteingefäße mit Deckel, die die Form der Gegenstände, die sie bargen, angepasst waren: Rinderschenkel, Koteletts oder bratfertiges Geflügel, kleine Holzstücke in Form von Schlüsseln oder Häkchen, die zu Musikinstrumenten oder zu Webstühlen gehört haben können, wurden nichts gefunden.     

1992 fanden die Archäologen vor dem Eingangstor der Umfassungsmauer zwei kleine graue Obelisken aus Kalkstein von 2,20m Höhe. Sie waren mit roter Farbe bemalt um den teueren Rosengranit zu imitieren.  Sie tragen jeweils eine senkrechte Inschriftenkolumne, die von einer stehenden Figur der Königin determiniert wird.

Die Königin wird abwechselnd Inenek oder Inti genannt.
Die Inschriften lauten:

Links: 
"
nswt   bit   Pipi   a nx   d.t   iri.n = f   m   mnw = f   n   ir.it   pa.t   Hm.t    nswt   mri.t =f   Imti 

„ Der König von Ober – und Unterägypten, Pepi, er lebe d.t – ewiglich, (ist es) der (es) machte als sein Denkmal für die ir.it   pa.t  und Königsgemahlin , Inti “.

Rechts: 
nswt   bit   Pipi   a nx   d.t    iri.n = f    m   mnw = f    n    ir.it    pa.t   zA .t    Gb   Hm.t  nswt  `I nnk

“ Der König von Ober –und Unterägypten, Pepi, er lebe d.t – ewiglich, (ist es) der (es) machte als sein Denkmal für die  ir.it   pa.t und Tochter des Beb, die Königsgemahlin Iunk “.

Die Vielzahl ihrer Titel zeugt von ihrer Bedeutung, sie trug beispielweise den Titel des Wesirs, was eine äußerst ungewöhnliche Position für eine Frau war. 
Der unzerbrochene der beiden Obelisken ist der bisher älteste komplett erhaltene Obelisk der bisher gefunden wurde, der zweite Obelisk ist in drei teile zerbrochen.

Der Totentempel umfasste angesichts seines zusammengedrängten Raumes eigentlich Ost-Nord– und Südseite der Pyramide. Auf der Türleibung zu ihrem Totentempel gegenüber der Königspyramide fanden sich Namen und Titel der Königin sie wird abwechselnd Inenek oder Inti (der zweite Name ist eine Koseform des ersten) genannt. Die Königin ist gezeigt sitzend mit einer Lotusblume deren Duft sie einatmet. 

Königin Inenek trug den ungewöhnlichen Titel einer  x3.t it   pa.t   z3.t    Mrhw   bzw.  x3.tit   pa.t   z3.t   Gb , also einer „ ersten der pat ,  Tochter des Mrhw – Stieres “  bzw.  „ ersten der pa.t , Tochter des 
Geb"
. Diesen Titel trug schon die Schwiegermutter Pepis I. namens Nb.t.

Das Ausmaß des Grabkomplexes von Königin Inenek/Inti, der von einer 1.5m dicken Mauer umgeben ist, zeugt von der bedeutenden Rolle, die sie gespielt hat. Sie trug auch den Titel eines Wesirs, ebenfalls wie Nb.t, was außergewöhnlich für eine Frau war. Den Inschriften auf den beiden Obelisken zufolge und spärlichen Zeugnissen zu ihren Füßen vor dem Tempel lassen darauf schließen, dass die Königin eventuell schon zu Lebzeiten so berühmt war, dass sie nach ihrem Tod zur Gottheit erhoben wurde und einen eigenen Kult besaß.

Nubunet /Nubwenet
" Nbw-wn.ti / Nbw-wnt "

 

ÄAT 46: Silke Roth:
"
Nbw - wn.ti "
" Das Gold (Hathor) ist geöffnet "            

Gemahlin Pepi I.                                      

Titel:
Hm.t   nswt    mri.t = f  *  Hm.t   nswt   n.it    Pipi   Mn - nfr - (Pipi)|   mri.t = f
„ Königsgemahlin des Pipi (in) Mn - nfr - (Pipi)|, seine Geliebte “ mAA.t    Hr.w   Sts  *  wr.t   Hst  *  wr.t    Hz.t  *  smr.t    Hr.w
„älteste Königstochter “

Pyramidenanlage der nbw - wn.ti ,
südlich der Pyramide Pepis I.,  Saqqara – Süd.

Belege:
Pyramidenanlage der Königin , Saqqara – Süd.

Diese Königin war vor der Entdeckung ihres Grabbezirkes völlig unbekannt. Ihr Pyramidenkomplex ist bisher der am weitesten östlich gelegene (man vermutet allerdings, dass sich östlich davon noch ein weiterer Komplex  befinden könnte – vielleicht von Anchenesmerire I.).

Von ihrem Grabkomplex wurde bislang nur die Pyramide und ein Teils des Tempels mit der Eingangstür zum Grabkomplex  freigelegt.

Die Anlage die eine Pyramide und einen kleinen Totentempel umfasste, ist heute zwar ziemlich zerstört, doch ihr Grundriss konnte in groben Zügen rekonstruiert werden. Der ausgegrabene Teil des Tempels ist stark zerstört; mit Ausnahme eines Abschnitts der Umfassungsmauer die eine Stärke von nur einen Meter hatte und die besser erhaltenen Eingangshalle.
Der Totentempel war von Norden her aus einem offenen Hof um die Königspyramide zugänglich. In der Eingangshalle zeigen Reliefs das klassische Thema, die Königin sitzend auf einem mit schreitenden Löwen, die Schmuckschärpen tragen, geschmückten Podest gegenüber einer Göttin die das „ Was – Szepter “ und das „ Anchzeichen“ trägt

Über einer Schwelle aus Granit befand sich die Eingangstür aus grauem Kalkstein, deren Einzelteile fast alle wiedergefunden und zusammengesetzt werden konnten und die auch hier der Pyramide des Königs zugewandt war. Auf den Türpfosten befindet sich die Darstellung der Königin sehr schlank, das Gesicht von einer ausladenden Perücke eingerahmt, trägt sie ein enganliegendes Trägerkleid und um ihren Hals einen großen Halskragen. Ein Arm ist nach unten gestreckt; mit dem anderen hält die Königin eine Lotusblume, an der sie riecht. Ihr Name und ihr wichtigster Titel sind vor ihr verzeichnet: 

„ Die Gemahlin des Königs, seine Geliebte, Nubunet “ 
 
(ihr Name ist zweifellos eine
Anspielung auf „ die Goldene “; die Göttin Hathor, die die Liebe und Schönheit verkörperte.

Darüber auf der oberen Hälfte des Türrahmens, ist unter einem Himmelszeichen nur der königliche Falke mit ausgebreiteten Flügeln gut erhalten, der seine Krallen um ein Henkelkreuz geschlossen hält, das auf die Kartusche des Königs (Pepi I.) zeigt. Der Name des Königs ist zentraler Bestandteil eines dreispaltigen Textes:

„ Der König von Ober – und Unterägypten,  der Sohn des Re, Pepi, der lebt ewiglich; er hat gemacht ein Monument für Pepi – men – nefer, die Gemahlin des Königs, aus seiner Liebe, die , die Horus und Seth sieht, die groß an Gunst ist, die groß an Preis ist, die Gefährtin des Horus “.

In der Mitte des Türsturzes befindet sich, flankiert von zwei Uräusschlangen, eine geflügelte Sonnenscheibe, die als „ der von Behedet, der Herr von Mesen“ bezeichnet wird. Die Textzeile, die sich zum „Anch“ – Zeichen öffnet, nennt den Horusnamen und die Kartusche des Königs „der lebt ewiglich“, gefolgt von der Nennung des sed – Festes des Königs, das durch zahlreiche Erwähnungen gut belegt ist.

Die Pyramide selbst bestand aus Kalkstein, sie maß 21,12 x 21,12m im Quadrat. Ihr Winkel betrug 61° 
( 63°/ 64° ?) somit erreichte sie eine Höhe von ca. 18 bis 20m.
Der Eingang des in die Grabkammer führende Korridors lag im Hofpflaster vor der Nordseite, darüber stand eine kleine Nordkapelle aus Schlammziegeln, in der sich noch zwei Fragmente eines Kalksteinaltars fanden.

Die Grabkammer die ca. 2,75m unter Bodenniveau liegt hatte einen ostwestlich orientierten Grundriss und eine flache Decke; von    dem Sarkophag aus Rosengranit sind nur Bruchstücke gefunden worden. Etwas unklar ist die Bedeutung der Fragmente von Alabasterplatten mit Überresten einer Hieroglypheninschrift im Flachrelief. 

Ansonsten fand man hier weder Überreste der Königinnenmumie noch Pyramidentexte.

Der Totentempel vor der Pyramidenostwand war klein und einfach gestaltet, sein Eingang lag nördlich und befand sich in einer Vorkammer, aus der ferner ein Weg in einen kleinen Hof um die um die Pyramide führte. Die Opferhalle mit Scheintür, etwas südlich der Ostwestachse der Pyramide gelegen, diente als Kultzentrum. Zwischen ihr und der Vorkammer befinden sich drei Nischen für die Statuen der Königin.

Leider konnten von der ursprünglichen Reliefverzierung des Tempels nur kleine Fragmente gefunden werden, zum Beispiel das Stück eines Deckenblocks mit Sternen und ein Teil des Königs (?) Titels sowie die Darstellung einer Domänenprozession.

sog. " Westliche Königin "

 

ÄAT 46: Silke Roth:

Gemahlin .........

Tochter des Teti, Gemahlin des Pepi I.

Titel:
zA.t   nswt   smsw.t  *  hm.t   nswt    Mri - Ra.w    Mn - nfr - (Mri - Ra.w )|

Grab: Pyramidenanlage südwestlich der Pyramide Pepi I.,
Saqqara-Süd

Belege:
Obeliskenfragment am Eingang in den Tempel der Pyramidenanlage.

Die erste Pyramidenanlage, die durch das französische Team aufgedeckt wurde, war die einer bis heute anonym gebliebenen Königin.

Auf dem Fragment eines kleinen Obelisken der einst vor dem Eingang zu ihrem Totentempel stand, wird sie als „ älteste Königstochter und Königsgemahlin“ bezeichnet. Ihr Vater könnte vielleicht König Teti gewesen sein. Nach A. Labrousse wurde dieser Pyramidenbezirk erst nachträglich hier eingefügt.

Der Pyramidenbezirk der sog. westlichen Königin schließt sich westlich an den Bezirk der Königin Inenet – Inti an. Von ihrer Substruktur haben sich noch drei Steinschichten erhalten und erreicht so heute noch eine Höhe von etwa drei Metern. Ursprünglich hatte sie wohl eine Seitenlänge von
ca. 21,30m = 40 Ellen. Bei einem Winkel von 64° ereichte sie wohl eine Höhe von ca. 22m. 

In ihren ursprünglichen Ausmaßen unterscheidet sie sich kaum von ihren Nachbarpyramiden, im Grundriss ihrer Substruktur jedoch erheblich. In ihrem Fall befand sich nämlich das sog. Serdab nicht östlich, sondern südlich der auf der vertikalen Pyramidenachse gelegenen Grabkammer. Darin wurden zwei Röllchen feinen Leinens gefunden, eine vergoldete Holzsandale und Kupfergeräte – offensichtlich Überreste der Grabausstattung.

In der Sarkophagkammer entdeckte man neben Sarkophagfragmenten aus Rosengranit ähnliche Gegenstände wie bei Königin Nebunnet, allerdings in größerer Anzahl: 

hölzerne Webgewichte, 

hölzerne Symbole der Maat in Form von Straußenfedern, 

außerdem aber auch kupferne Angelhaken

 und große Gefäße aus gebranntem Ton.

Der absteigende Gang zur Grabkammer folgt dem üblichen Muster, Gangkammer, dann eine Granitblockierung.

Der Totentempel wurde in Eile und zum größten Teil nur aus Nilschlammziegeln errichtet, weist eine drängende Enge auf.  Neben der Opferhalle befand sich ein Raum mit nicht drei, sondern lediglich zwei Nischen für die Statuen der Königin. Der gesamte Tempel weist eine ungewöhnlich lange und schmale Form auf. Er erstreckt sich in nördlicher Richtung und wurde mehrmals verändert.

Unter den Relieffragmenten, die hier gefunden wurden, sind Reste von Prozessionsszenen von Hofleuten und der personifizierten Totenopfergüter, ein Teil einer Kartusche, die den Namen Pepis II.
(zur Vollendung der Tempeldekoration kam es also erst unter der Herrschaft dieses Königs ! ) und anderes.

"Horus steigt herab" 
-
HAA - Hr.w -

 

ÄAT 46: Silke  Roth:
"M-h = ("Mehaa) oder ist der Name
"
HAA - Hr.w" zu lesen?
- "
Horus steigt herab" -                               

Gemahlin des Pepi I.

Titel:
Hm.t  nswt  mri.t = f   tis.t  !r.w

Grab: Pyramidenanlage südwestlich der Pyramide Pepi I., 
Saqqara-Süd

Belege:
Türpfosten des Eingangs der Grabkammer ihres Sohnes
!r.w - nTr.i - X.t  ( oder handelt es sich um den Pyramidentempel der Königin selbst?)

Der Name der Königin ist wohl irrtümlich als „ Mehaa  (M - hAA) gelesen worden, er steht auf dem Türpfosten des Eingangs der Grabanlage ihres Sohnes (oder handelt es sich vielmehr um den Pyramidentempel der Königin selbst ?). Bis zum Zeitpunkt dieser Entdeckung war diese Königin völlig unbekannt.

Sie hatte einen Sohn namens !r.w - ntr.i - X.t  = „ Horus mit göttlichem Leib “.

Ihre Pyramide hatte eine Seitenlänge von ca. 22,60m  =  43 Ellen.  Die Grabkammer der Königin ist fast vollkommen zerstört. Im Schutt gefundene dekorierte Fragmente zeigen allerdings, dass sie wenigstens teilweise mit der „ Palastfassade “dekoriert war. Einige Fragmente tragen horizontal eingemeißelt Titel und Namen der Königin.            

Im Süden befinden sich noch ein Verkleidungsblock in situ. Ebenso finden hier Magazine, die wie Zähne eines Kammes angeordnet sind. Wahrscheinlich standen sie in zwei symmetrischen Reihen, die durch einen Ostwest–Gang verbunden waren.

An der Südwestecke der Umfassungsmauer der Königspyramide befindet sich ein noch nicht ausgegrabenes Gebäude. Auf seiner Eingangstür ist in einer Inschriftenzeile der Name und die Darstellung eines Prinzen Hor – neteri – chet, eines Sohnes Pepis I. und der Königin  HAA -Hr.w zu sehen. Der Prinz offensichtlich jung verstorben, wird von seiner Mutter in seinem Grab (?) begleitet.

In der Nähe dieses Grabes, aber leider außerhalb des Forschungsgebietes, wurde die Spitze eines kleinen Obelisken gefunden. Man vermutet, er habe mit seinem Zwilling vor dem Eingang zu einer 
Königinnen–Grabanlage gestanden. Auf dem Obeliskenbruchstück stehen drei Titel einer königlichen Gemahlin
Pepis I., der Titel „ Gemahlin des Königs “ wird mit dem Namen der Pyramide  Pepi I. verbunden, dann folgt „ erstgeborene Königstochter “.

Zu den beiden Schwestern und Gemahlinnen Pepi I.:

Für einige Verwirrung sorgen die beiden Schwester, die am königliche Hof als Gemahlinnen Pepis I. den gleichen Namen und gleiche Titel trugen.

Hm.t   nswt   Mri - Ra.w    Mn - nfr  - (Mri  - Ra.w)| “ = „ Königsgemahlin des Mri - Ra.w (in) Mn - nfr - (Mri - Ra.w)a

Beide waren Mütter eines König, die beide ihrem Vater hintereinander auf den Thron folgten.

Die beiden gleichnamigen Königinnen trugen den Namen  anx - n = s - Mri - Ra.w  = „ Mit – Ra.w (= Pepi I.) lebt für sie “, der in einer parallel gebrauchten Variante  anx - n = s - Pipi auftritt.

Der Pyramidenbezirk von anx - n =s - Mri - Ra.w  II. wurde bereits südwestlich der Pyramide ihres Gemahls entdeckt, das ihrer Schwester hart zwar noch der Entdeckung, ist aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ebenfalls hier zu lokalisieren.

Auf einem Türpfosten aus dem Bereich des Abydostempels werden beide Frauen nebeneinander dargestellt, in Begleitung des Wesirs +aw,  der sich als sn  =  „ ihr Bruder “ bezeichnet. Hieraus wird nicht nur deutlich, dass es sich bei den gleichnamigen Gemahlinnen Pepis I. um Schwestern handelt, sondern auch, dass beide bürgerlicher Herkunft waren, denn +aw führt auf dem Denkmal auch seine Eltern auf: Es handelt sich um den ir.i  pa.t und HA.t a Gottesgeliebter und Ehrwürdigen von dem Großen Gott, Hwiund die  Hkr.t   nswt  Nb.t “.

Auf einer Stele, die zu Ehren des Gottesvaters  #wiund seiner Frau Nb.t errichtet wurde, wird letztere durch Titel ausgezeichnet, die sonst nur von königlichen Frauen belegt sind: Sie wird betitelt als  ir.it    p a.t    z3.t    Gbb    x3.tit  a   z3.t    Mrhw     t3i.ti    z3b    t3.ti    z3.t  

+hwti   smr.t    bit    z3.t    !r.w  = „ ir.it    pa.t  und Tochter  des Geb,   x3.tit  a  und Tochter des Mrhw Stiers, Wesir und Tochter des Thoth, Freundin des Königs von Unterägypten und "Tochter des Horus “, wobei sicher zu Recht angenommen wird, dass es sich um Ehrentitel handelt, die der
 „ postumen mythologischen Aufwertung“ der bürgerlichen Schwieger– und Großmutter von Königen dienten.

In der Eheschließung Pepis I. mit den beiden Beamtentöchtern wird eine – sicher schon in früherer Zeit praktizierte – Maßnahme zur Sicherung der Kontinuität der Königsherrschaft offenbar. Die Einheirat in den im abedenischen Gau etablierte Familie des #wi kann als politischer Akt interpretiert werden, mittels welchem Pepi I. sich der Loyalität seiner Untergebenen versicherte.

( Vor diesem Hintergrund vergleiche auch denn Namen einer vermutlich weiteren Gemahlin Pepis I. deren Name erst kürzlich ans Licht kam – Ndf.tit  „ Die aus (dem Gau von) Ndf.t “)<

Das jugendliche Alter, in dem die Söhne Pepis I., Merenre und Pepi II. nacheinander den Thron bestiegen, lässt es als nahezu sicher erscheinen, dass die Eheschließung König Pepis I. mit den beiden Beamtentöchtern erst gegen Ende seiner Regierung stattgefunden hatte.

Anchnespepi II.
-
" anx - n = s  Pipi II." -

 

ÄAT 46 - Silke Roth:
" anx-n = s - Mri-Ra.w II. / anx-n = s - Pipi II.
"Anchnes Merire / Pepi lebt für sie" / "Ihr Leben gehört Meri-Re / Pepi"

Gemahlin des Pepi I.                                               
(Gemahlin des Merenre ?)
Mutter von Pepi II.

Titel:
"Hm.t   nswt  *  hm.t   nswt   Mri - ra.w   Mn - nfr - (Mri - Ra.w)|  *  Hm.t    nswt   mri.t = f  *  hm.t   nswt   mri.t = f   n.it   Mrj - Ra.w   Mn - nfr - (Mri - Ra.w )|  *  mw.t   nswt  *  mw.t   nswt   Nfr - k3 - Ra.w    Mn - anx - (Nfr - k3 - Ra.w)|  *  mw.t   nswt   bit  *  mw.t   nswt   bit   Nfr - k3 - Ra.w   Mn - a nx - ( Nfr - k3 -Ra.w)|  *  mw.t   nswt   bit   n.it   Nfr - k3 - Ra.w   Mn - a nx - ( Nfr - k3 - Ra.w)|  *  zA.t   ntr  *  zA .t   ntr   wt * m AA.t   Hr.w   Sts  *  wr.t   Hts  *   wr.t   Hz.t  *  xt.it   wr  *  smr.t   Hr.w  *  tis.t   Hr.w  * im3x(.t)  *  mri.t   #nm.w  *  mrr.t   ntr.w   nbw."

Attribute:
Geierhaube, Uräus, Anchzeichen, Was-Zepter

Grab:
Pyramidenanlage Süd-westlich der Pyramide Pepi I., Saqqara-Süd


Belege` Abydos
Türpfosten des +aw: Kairo  CG  1431 / Dekret Pepis II. /  Stele des Mhnw und des S.t - ib = i  vermutlich aus Abydos: Baltimor  WAG  22.422  /  Scheintür des `Iww:  Kairo  CG  1439.

Saqqara – Süd:
Relieffragmente aus dem Bereich der Königinnenpyramiden Pepis I.  /  Relieffragmente aus
dem Pyramidentempel Pepis I.  /  Relieffragmente aus Tal – und Pyramidentempel Pepis I. 

Pyramidenanlage der a nx - n = s - Mri - Ra.w / a nx - n = s - Pipi, Saqqara – Süd:   -

Fragmente eines  Obelisken vom Eingang zum Pyramidentempel  /  Fragmente eines königlichen Dekrets (FS. Stadelmann , 98)  /  Fragmente einer Statuette der Königin  /  Titulaturbordüren in der Sargkammer

Neufunde aus dem Bereich des Pyramidentempels der Königsmutter:
Fragmente von insgesamt drei Dekrete (wohl inklusiv des oben schon erwähnten) auf Reliefblöcke.

Sonstige Fundorte:
Felsinschrift Pepi II. im Wadi Maghara / Sinai, (Inser. Sinai 64)
Alabastergefäße aus einem Grab in Badari;

Der Fund zweier Gefäße mit dem Thronnamen Pepi II. am gleich. Ort läßt in der hier angesprochenen anx - n = s - Pipi die Mutter dieses Königs erkennen.

Fundort unbekannt:
Schaft einer Kopfstütze;: Berlin 7791 (heute verschollen);
Sitzstatue der Königin mit ihrem Sohn auf dem Schoß: Brookloyn 39.119;
Alabasterkelch der
anx - n = s - Pipi - heute in New York MMA 23.10.11.

 

nach Bettina Schmitz und V. Callender:
Königin anx.n.s. - (Mrj - Ra )|  II.

Titel:
" sA.t - ntr  *  mw.t - nswt ( - bjtj)  *  Hm.t   nswt  *  wr.t   Hts  *  wr.t   Hsj.t  *  smr.t   Hr  "

V. Callender:
" Mrj - Ra  a nx.n.s  II.
Mwt   nswt   bjtj  *  Hmt   nswt  *  wrt   Hts  *  xsjt   wrt  *  mAAt   Hr   StX  *  ddt   x.t   nbt  *  sAt   (t)w   ntr "

Der Pyramidenbezirk der Königin Anchnespepi II. wurde 1998 südwestlich der übrigen Königinnen-Pyramiden entdeckt. 

Die Pyramide selbst ist so gut wie abgetragen. Die Basis betrug einst 60 Ellen gegenüber den sonst üblichen 40 Ellen von Königinnenpyramiden. Sie ist hier mit ihren rund 31,20m die größte entdeckte Königinnenpyramide. Nur an der Nordseite fanden sich in situ Reste der Pyramidenverkleidung.

Bei den Untersuchungen stellte sich heraus, dass an dieser Stelle schon früher einmal gegraben worden ist, denn es fand sich eine Münze, die aus dem Jahre 1860 stammte. Spuren einer Nordkapelle, eines Baus von 8 Ellen Breite, konnten festgestellt werden. Sie war der Ausgangspunkt des absteigenden Grabkorridors. Auf Fragmenten der Kapellenwände sieht man Speisetische, Register von Opferträgern und Opferdarstellungen.
Die Grabkammer ist praktisch  komplett zerstört, es fanden sich nur noch Spuren der West- und Nordwand in situ. Der Grundriss der Grabräume ist traditionell: Am Ende des absteigenden Korridors, der durch einen Verschlussstein blockiert war, erstreckt sich ein ostwestlich orientierter Raum von 14 x 16 Ellen, der Zutritt zu einem Serdab ermöglichte.

2001 fand sich der Sarkophag aus schwarzem Stein (Basalt ?) von 2,81m breite und die Fragmente seines Deckels mit Namen und Titulatur der Königin. Der Wandteil um den Sarkophag war mit dem Palastfassadenmuster geschmückt. Die Sargwanne besitzt die Merkmale eines  „ königlichen Monuments".

Auf den beiden freigelegten Seiten enthält eine Inschriftenzeile einen Teil der Titulatur der Königsmutter

Auf der Ostseite liest man:
„ Die Mutter des Königs von Ober – und Unterägypten, die Tochter des Geb, Anchnespepi; die Tochter der Nut, von ihrem Leib, die Mutter des Königs von Ober – und Unterägypten, die Gemahlin des Königs, seine Geliebte, Anchnespepi; möge Geb ihr einen schönen Platz im Horizont geben ".

Auf der Nordseite steht:
Die Mutter des Königs von Ober – und Unterägypten, diese Gottestochter, die Gemahlin des Königs, seine Geliebte, 
Anchnespepi ".

Der Deckel des Sarkophages ist aus einem anderen Stein gefertigt als die Wanne, nämlich aus Grauwacke und ist in vier Teile zerbrochen. In der Mitte ist er mit einer Textkolumne beschriftet:

 „ Die Mutter des Königs von Ober – und Unterägypten, Tochter des Geb, Anchnespepi; die Mutter des Königs von Ober – und Unterägypten, die Tochter des Nut, Anchnespepi; möge nut ihr einen schönen Platz im Himmel geben.“.

In der Sargwanne wurden einige Knochen gefunden; sie könnten die Überreste der Königin darstellen.

Erstmals finden sich in den Grabräumen einer Königin Pyramidentexte an den Wänden, über 1200 Fragmente wurden davon gefunden, die Hieroglyphen grün ausgemalt. Dieser Umstand ist von außerordentlicher historischer Bedeutung.

In der Grabkammer fanden sich zahlreiche Vasen – und Steinfragmente; Schalen verschiedener Typen, Krüge, bauchige Vasen, Becher, Fragmente von Vorratskästen und Fleischattrappen aus Kalzit oder Kalkstein. Einige der Gefäße trugen Inschriften: eines erwähnt König Merenre, einige nennen den Namen der Pyramide, andere den der Königin Anchnespepi II.

Ein in Stücke zerbrochenes Kalzitgefäß weist durch eine Inschrift in einem Schild, das Himmel und Erde sowie zwei Was-Szepter einschließt, auf das erste Regierungsjubiläum Pepis I. und den Namen seiner Pyramide hin.

Durch ein granitenes Eingangsportal, vor dem ein Obeliskenpaar stand,  betrat man den Pyramidenbezirk. Eine Art "Erweiterung" auf der Nordseite fällt beim Totentempel auf, welche von drei Seiten durch die Umfassungsmauer begrenzt wird. Diese weit eine außergewöhnliche Dicke von 4 Ellen gegenüber der sonst üblichen 2 bis 3 Ellen bei Königinnenanlagen. Auf der Ostseite zeigt die Fassade ein großes Inschriftenband in versenktem Relief mit der Titulatur der Königin. 

Die Erweiterung umfast zwei Räume, die hintereinander liegen. Eine Treppe führt vom nördlichen Raum zu den "Terrassen". Westlich davon liegt eine größere Halle mit fünf Pfeilern, während südlich davon sich der Nordteil des Totentempels befindet, er sich in einen von einem Pfeilerportikus gesäumten Hof von 11,70m Breite im Osten und einer Reihe von Magazinen im Westen unterteilt. Von den Mauern und Pfeilern hat man zahlreiche Blöcke in den Trümmern des Totentempels verstreut gefunden, die Reliefs von außergewöhnlicher Qualität zeigen.  
Vier von ihnen lassen sich zu einer Darstellung der stehenden Königsmutter auf einer Barke zusammensetzten. Bislang kannten wir von Anchnespepi II. nur die berühmte Statue im Museum von Brooklyn, Nr. 39.119.

Eine kleine Frauengestalt, deren Name Neith lautete steht vor der Königin. Es ist trotz des Umstandes, dass in dieser Szene kein Zusammenhang zwischen dem Kind Neith mit der gleichnamigen Königsmutter und Ehefrau Pepi II., deren Pyramide in Saqqara-Süd bei der Pyramide Pepi II. gut bekannt ist, auszumachen ist, verführerisch, dennoch hier Mutter und Tochter zu vermuten.
Ein ähnlicher Block, der eine Szene von Arbeitern beim Transport von Papyrusbündeln darstellt, könnte vermutlich zur selben Darstellung gehören. Vier weitere Darstellungen von Feldarbeitern und eine Schlachterszene sind ebenfalls gefunden word
en.

Im Pyramidenkomplex der Königin wurden außerordentlich interessante Inschriften entdeckt die fundamental zum Verständnis der Familienbeziehungen der Könige der 6. Dynastie beitragen.

Von außerordentlich geschichtlicher Bedeutung sind zwei dekorierte Fragmente, wovon das erste Anfang 1998 gefundene ein Block von einem oberen Wandabschluss ist, der den Titel "Königsmutter" in Zusammenhang mit dem Namen der Pyramide Pepi II. nennt und sie gleichzeitig als " Gottesmutter " nennt. Der König Pepi I., der ja ihr Gemahl war, wird auf dem gleichen Fragment genannt. Dieses ist zwar alles zusammen nichts Ungewöhnliches, doch ist es schwer zu erklären, dass die letzte Kolumne an erster Stelle die Pyramide des Königs Merenre I. nennt. Dieser wird allgemein als der älteste Sohn Pepi I. und Neffe unserer Königin Anchnespepi II. betrachtet. Während der Grabungskampagne von 1999, bei der ein weiterer Steinblock mit Reliefdarstellungen entdeckt wurde, der hinter einer Darstellung von Opfern Teile von fünf Inschriftenkolumnen zeigt, fand sich die Erklärung dafür.

Die erste Kolumne nennt den Namen der Pyramide Pepi I. In den beiden folgenden wird die Königin zunächst als " königliche Gemahlin" bezeichnet in Verbindung mit dem Namen der Pyramide Pepi I. Danach aber mit dem der Pyramide König Merenre I. In der vierten Kolumne erscheint der der Titel 
Gottestochter ". Die fünfte schließlich zeigt den Eigennamen der Königin.

Diese Erkenntnis des Kolumnen-Textes ist wichtig für die Rekonstruktion der familiären Bindungen der Herrscher am Ende der 6. Dynastie und damit für die Organisation des königlichen Harems.
Man vermutet, dass die Ehefrau Pepi I, die Königsmuter Anchnespepi II, anschließend ihren Neffen König Merenre I. - Sohn ihrer Schwester oder Halbschwester Anchnespepi I. - geheiratet haben muss. 
Aber wessen Sohn war nun
Pepi II., der von Pepi I. oder von Merenre?

Ein weiteres sehr aufschlussreiches Relieffragment zeigt oben eine Sonnenscheibe, flankiert von zwei antithetisch angeordneten Falken, die die Flügel schützend über der darunter befindlichen Szene ausgebreitet hatten.

Unterhalb der Darstellung haben sich die oberen Teile von fünf Inschriftenkolumnen mit Titeln erhalten, wie sie für Königsmütter der 6. Dynastie typisch sind. Darunter dürften Darstellungen der beiden Königsmütter Anchnespepi I. und II. zu ergänzen sein, wobei die Figuren nach rechts gewendet waren.

Anchnespepi II. die Mutter König Pepis II. stand auf der rechten Seite und war als :

" mw.t   nswt   bit    mw.t   ntr   Nfr - k3 - Ra.w    Mn -a nx - Nfr - k3 - Ra.w   [a nx - n = s - Mri - Ra.w /Pipi]

bezeichnet, also als „ Mutter des Königs von Ober – und Unterägypten und Gottesmutter des Neferkare (in) Menanchneferkare, [Anchenesmerire/- pepi] “ .

Ihr folgt die  mw.t   nswt   bit   [Hm.t   nswt]   Mri - ra.w   Mn - nfr - Mri - Ra.w   [mw.t   ntr]   Mri - Ra.w    #aj - nfr - Mri - n - Ra.w   [ a nx - n =s - Mri - Ra.w/ Pipi

also die
Mutter des Königs von Ober –und Unterägypten, [ Königsgemahlin des] Merire (in) Mennefermerire und [Gottesmutter des] Merenre (in) Chainefermerenre, [Anchenesmeire/ pepi] “,

die Mutter des Königs Merenre.

Diese Bildung der genealogischen Titel mit dem Namen der Pyramidenbezirke der betreffenden Könige entspricht hier besonders in der 6. Dynastie einer geläufigen Praxis. Erstmals wird sie für die Zeit des Unas bezeugt und erfährt mit der Errichtung von königlichen Grabpyramiden in der 12. Dynastie eine zeitweise Wiederaufnahme.  Dabei ist besonders hervorzuheben, das frühe Auftreten des Titels
" mw.t   ntr  [Gottesmutter] bei  Anchnesmerire/pepi II., ebenso wohl bei Anchnesmerire-pepi I., der hier wie auch die Titel " mw.t  nswt und mw.t  nswt  bit ", in Verbindung mit dem Namen der Pyramidenbezirke der Söhne auftritt, so dass kein Zweifel an der Identität des jeweils angesprochenen 
„ Gottes “ bestehen kann.  

Aus der Gesamtheit der Inschriften des Königinnen-Grabmahls kann festgestellt werden, dass der Titel der "Königsmutter" vor allen anderen genannt wird, was auf die Wichtigkeit dieses Titels hindeutet.

Der Grabkomplex von Königin Anchnespepi II. besaß außergewöhnliche Ausmaße und war reich an bewunderungswerten Reliefs. Außerdem fanden sich in den Trümmern des Totentempels Fragmente von drei königlichen Dekreten.

 

Anchnespepi I.
-
anx - n - =s - Mri - Ra.w I. /
anx - n = s - Pipi I. -
"
Merire / Pepi lebt für sie "

 

Bettine Schmitz und V. Callender:
" anx-n = s - Mri-Ra.w I. / anx-n = s - Pipi I.
"Anchnes Merire / Pepi lebt für sie"

Gemahlin des Pepi I.                                                                                      
Mutter von König Merenre 
Mutter der N.t. ( Neith)

Titel:
" Hm.t   nswt   Mri - Ra.w    Mn - nfr - (Mri - Ra.w)|  *  Hm.t   nswt   mri.t = f  *  mw.t   nswt  *  mw.t   nswt   Mri - n - Ra.w   #ai - nfr - ( Mri - n- Ra.w)|  *  mw.t   nswt   bit   Mri - n - Ra.w   #ai - nfr - Ra.w)|  *  mAA.t    Hr.w   Sts  *  wr.t   Hts  *   wr.t   Hz.t  *  xt.it   wr  *  smr.t   Hr.w  *  tis.t   Hr.w  "

Attribute:
Geierhaube,  Was-Zepter,
anx - Zeichen, Uräus

Grab:
sehr wahrscheinlich Pyramidenanlage südwestlich der Pyramide Pepi I., Saqqara-Süd.


Belege` Abydos
Türpfosten des +aw: Kairo  CG  1431 / Dekret Pepis II. /  Stele des Mhnw und des S.t - ib = i  vermutlich aus Abydos: Baltimor  WAG  22.422  /  
Fragment eines Türsturzes von einem Gebäude des Pepi I. oder Merenre, Saqqara Süd.
Relieffragment aus dem Bereich der Königinnenpyramiden Pepi I. /
Relieffragment aus dem Pyramidentempel Pepi I.

Fundort unbekannt:
Alabastervase Pepi I. - New York MMA 23.10.11

Nicht zeitgenössische Belege:
Dekret des  [ anx - kA ] - Ra.w  für den Kult der anx - n = s - Mri - Ra.w  smsw.t  und der N.t  vom Pyramidentempel der N.t,  Saqqara-Süd Kairo JdE 56370.

Für anx - n = s  Mri - Ra.w  I. ist ein Ka-Haus  Hw.t  kA = " Gotteshaus " belegt.

V. Callender:
" Mrj - Ra    anx.n.s  I. mwt   nswt   bjtj  *  Hmt   nswt  *  wrt   Hts  *  Hsjt   wrt  *  mAAt   Hr   Sth "

Unserer Erkenntnis nach ist die Pyramidenanlage dieser Königin noch nicht gefunden. Mit ihrer Entdeckung ist aber in naher Zukunft zu rechnen.

Nedjeftet:
" NDf.tit "

 

ÄAT 46: Silke Roth:
"NDf.tit = Die aus dem Gau NDf.t "

Gemahlin Pepi I.                                      

Titel: (hemet  nesu)   „ Königsgemahlin “
"Hm.t   nswt  *  Hm.t   nswt   mri.t = f  /  mA[ A.t    Hr.w]  Sts  *  wr.t   Hts  *  wr.t   Hz.t  *  [xt.it ]   Hr.w  *  imA   x.t    xr   nswt "

Grab:
Pyramidenanlage südwestlich der Pyramide Pepi I., 
Saqqara-Süd ?

Belege:
Bereich der Pyramiden der `Inuk/ `Inti und Nbw - wn.t i, Saqqara – Süd:

Relieffragmente, vermutlich aus dem Pyramidenbezirk der Ndf.T it.

Bei den Grabungen wurde in der Umgebung der Pyramidenanlage der `Inuk / `Int i und der 
Nbw - wn.t i
  Relieffragmente mit dem Namen einer ebenfalls bisher unbekannten Königin mit dem Namen ND f. t it ( Nedjeftet  = „Die zum Granatbaum gehört “) gefunden, die wahrscheinlich aus ihrem sich irgendwo hier befindlichen Pyramidengrab stammen.

Ihr Name „ Die zum Granatbaum gehörigen “ – diese Pflanze war das Symbol zweier oberägyptischer Gaue des 13. und 14. könnte man als Indiz nehmen. dass die Königin aus dieser Gegend stammte. Das wäre ein weiterer Beweis für die „diplomatischen“ Ehen Pepis I. (vorausgesetzt sie war eine Gemahlin Pepis I. ?) , die dieser schloss, um die Kontrolle über die Gaue zu festigen.

Bekannt ist diese Königin von drei Kalksteinblöcken, die in der Nähe der Pyramide von Königin
Inenek – Inti gefunden wurden. Sicher ist nur, dass sie eine Königsgemahlin eines noch nicht genau zu bestimmenden König der 6. Dynastie war.

(Co.-Autor: J. H. Pirzer)

 


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