Biografie Ramses III.

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Prinzenprozession

QV 42 - QV 43 - QV 44 - QV 53, QV 55 und KV 3 sowie KV 13
aus der Zeit Ramses III. ( nach F. Abitz, N. Reeves)

Für die von Ramses III. für seine Söhne gebauten Gräber im Tal der Königinnen - Ta set neferu 
( Queens-Valley) gibt es keine Parallele. Die Gräber sind nicht das übliche Grab eines ranghohen Toten, in welchem das jenseitige Leben des Verstorbenen gesichert wird, sondern sie dienen, unter Beschränkung der Riten für die jeweiligen Prinzen, in mindestens gleichem Maß der jenseitigen Existenz.

Eine Untersuchung von F. Abitz an den den oben genannten Prinzengräbern hat ergeben: 
Diese Gräber wurden zu Lebzeiten des Königs für dessen leibliche Söhne gebaut. Nur in zwei dieser Gräber konnten Überarbeitungen festgestellt werden. In QV 42 ist die Szene einer unbekannten Königin nachträglich umgearbeitet. 

Dass die Gräber zu Lebzeiten der Prinzen angelegt wurden, zeigt besonders deutlich QV 44, welches vollständig fertiggestellt war und danach nochmals einer Planänderung unterzogen wurde. 

Die Prinzen werden in ihren Gräbern mit den Horussöhnen verglichen und es kann sein, dass zu dieser Zeit keiner der Prinzen als Kronprätendent auserwählt war. 
Dies kann auch für
Amun (her) chepsef gelten,  in dessen Grab so häufig "Erbprinz" zu lesen ist. Aus dem Prinzengräbern ist weder die Geburtsfolge abzulesen, noch ist der Arbeitsbeginn der Gräber bestimmbar.

Für Arbeiten an den Prinzengräbern werden 2 Belege genannt:

der Brief des Wesirs To
 der Ostrakon P 10663 aus dem 28. und 29. Regierungsjahr Ramses III.

 

Baubeschreibung der Prinzengräber (einschl. KV 3):

 

QV 55 - Amun (her)chepeschef: (I.)

Prinz Amunherchepeschefs (QV 55) Mutter war eine Gottesgemahlin und Große königliche Gemahlin König Ramses III. Seine Mutter könnte die Königin Titi ( QV 52 ) gewesen sein. Amunherchepeschef starb etwas im Jahre 30 seines Vaters.

Das Grab QV 55 nach der Restaurierung. 

Der Sarkophag wurde in den Annex am Ende des Grabes verlegt.


(Bildquelle: Nefertari )Leblanc u. Siliotti /Bechtermünz-Verlag)

 

Das Grab wurde nicht vollendet. Von den insgesamt 5 Räumen sind nur der erste Raum und der nachfolgende Korridor dekoriert. Das Grab Nr. 55 liegt im nordwestlichen Teil des Tales der Königinnen zwischen den nicht weit entfernten Gräbern der Prinzen Ramses ( QV 54 ) und der Königin Titi (QV 52).

Es wurde 1904 von E. Schirapelli geöffnet und gesäubert und ist demzufolge heute noch in einem guten Zustand. Nach dem Bericht Schirapelli muss es mehrfach beraubt worden sein. Ein großer Rosengranit-Sarkophag von ziemlich schlechter Qualität wurde im 2. Raum des Grabes, demnach nicht in der undekorierten Sargkammer (?) gefunden. Das von einer großen Perücke eingerahmte Gesicht auf dem Sarkophagdeckel und das Fehlen jeglicher Inschrift lassen Zweifel darin aufkommen, ob dieser Sarkophag für den Prinzen Amun(her)chepeschef bestimmt gewesen war. Einen Beweis für seine Bestattung in diesem Sarkophag oder indem Grab gibt es nicht.
Die bei der Entdeckung des Grabes in dem Sarkophag gefundenen Knochenreste sind verloren gegangen und sicher nicht mit dem Fötus, der heute in der Sarkophagkammer ausgestellt wird, identisch. Im Sarkophag fanden sich außerdem zwei kleine Bruchstücke eines gelb bemahlten Holzschreines. Nach der Dokumentation von Hassanein und M. Nelson stimmen die Abmessungen der Räume des Grabes nicht mit den königlichen Maßen überein.
Die Breite der Korridore betragen zwischen 181 - 185 cm.

Manche Fachleute sind der Meinung, dass die im nahe gelegenen QV 52 bestattete Königin Teti sei seine Mutter gewesen und er selbst sei noch jung an Jahren gestorben. Evt. sogar noch als Jugendlicher. Anscheinend wurde er niemals wirklich in seinem Grab bestattet. Ein zunächst für Königin Tausret bestimmter Sarkophag wurde mit für ihn geänderter Beschriftung in KV 13 gefunden, im Grab des Schatzmeisters Bai. Vielleicht wurde Amunherchepeschef dort bestattet.

Die Wände mit ihren farbenfrohen Malereien waren in hervorragendem Zustand aufgefunden und im Stile der 20. Dynastie verziert. Über eine steile, kurze Treppe gelangt man in die Vorkammer. Amunherchepeschef erweist zusammen mit seinem Vater Ramses III. den Göttern die Ehre. Er trägt einen breiten Federfächer. Ramses III. leistet Fürbitte bei den Göttern für seinen Sohn, indem er Reinigungsriten vollzieht.

Auf der Nordseite der Vorkammer befindet sich der erste ungeschmückte Seitenanbau. Am Türstock, welcher die Vorkammer von der Grabkammer trennt, sieht man Isis und Nephthys bei einem Reinigungsritual. Zusammen mit seinem Sohn wird der König (Ramses III:) von Horus-Inmutef in die Grabkammer geleitet. Der langgestreckte Grabraum, in dem der rosafarbige Granitsarkophag gefunden wurde, ist mit Flachreliefs mit Themen aus den Kapiteln 145 und 146 des Totenbuches geschmückt.

An der Nordseite der Grabkammer gibt es einen zweiten Seitenanbau, der ebenso wie der rückwärtige Anbau keine Dekoration aufweist. Hier befindet sich die oben erwähnte Urne mit einer Babymumie.

Der Prinz trägt folgende Titel in seinem Grab:

"Königlicher Schreiber, Aufseher der Pferde der Streitwagen des (Usermaatre - meriamun), Königssohn, sein leiblicher, sein geliebter Amun(her)chepschef, selig"

"Erbprinz, Erster Beider Länder"

"Erbprinz, Erster Beider Länder, Königssohn, sein leiblicher, geboren von der Gottesgemahlin, der Gottesmutter, der Großen königlichen Gemahlin"

"Aufseher der Pferde"

"Aufseher der Pferde der Streitwagenstation des I. großen Gespannes seiner Majestät"

Prinz Amunherchepeschef, 
Sohn von Ramses III. und Teti im Profil.

Von allen Königssöhnen trägt nur Amun (her)chepeschef den Titel: " rpat  - Erbprinz", immer mit dem Zusatz: " Hrj - tp - tAwj" . "erster Beider Länder" in seinem Grab. Wahrscheinlich trug er diesen Titel, der in seinem Grab so häufig vorkommt, wirklich zu seinen Lebzeiten, deswegen muss er aber nicht automatisch designierter Thronfolger sein, sondern kann auch lediglich ein gelegentlicher Königsstellvertreter sein.

Auch sein Titel: " Aufseher der Pferde der Streitwagen-Stationen des Königs" ist hochrangiger als der seiner anderen Brüder in ihren Gräbern.

Kammer B: Amunherchepeschef mit Ramses III.
vor den Göttern. (linkes Bild: vor Ptah-Tatenen)

Ramses III. führt seinen Sohn Amunherchepeschef vor Duamuntef.

QV 53 - Prinz Ramses:

Das Grab QV 53 liegt im nordwestlichen Teil des Tales der Königinnen, zwischen den Gräbern des Prinzen Amun(her)chepeschef und der Königin Titi. Trotz der Zerstörung des größten Teils der Wanddekoration konnte J. Yoyotte die Grabanlage dem Sohn Ramses III. namens Ramses zuordnen.
Yoyotte konnte auch nachweisen, dass in diesem Grab zwei Dekorationen in zwei Schichten übereinander angebracht worden sind, ohne dass eine Änderung der Darstellung an den von ihm vorgefundenen Stellen erfolgte. Dieser Befund könnt4e auf eine Restaurierung vor der Bestattung hindeuten.

Die Titel des Prinzen sind in den Fragmenten seines Grabes nicht überliefert, kann also rangmäßig nicht eingeordnet werden. Einzig kann nur festgestellt werden:

".............., geboren von der großen [königlichen] Gemahlin [Königssohn, Ramses".

Studien zur Archäologie und Geschichte Altägyptens (Bd 17): Ramses (III.), der spätere Ramses IV. - QV. 53 -:
Titel: " Immj-rA  msa  wr  tpj  nj  Hm = f,  (erster General seiner Majestät)
  

KV 3 - Prinz (?).

KV 3, welches wahrscheinlich schon Pococke bemerkt hatte, wurde in den 20er oder 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts von James Burton betreten, der in dem Eingangskorridor Spuren der Kartusche Ramses III. registrierte. Erstmals freigelegt wurde das Grab 1912 von Burton, obwohl Quibell und Ayrton in seiner Umgebung bereits zuvor diverse Ausgrabungen vorgenommnen hatten.

Das Grab ist heute in einem sehr schlechtem Zustand. Für die nicht regelmäßig gearbeiteten Pfeiler sind überwiegend Seitenmaße von 105 cm = 2 Königsellen, festzustellen, während sich die Raumabmessungen nicht mit den königlichen Maßen decken. Bemerkenswert ist, dass der Durchgang zwischen dem 3. und 4. Raum ebenfalls 105 cm beträgt. Demnach ist nicht auszuschließen, dass der ersten Vierpfeilerhalle ein Raum mit 2 Pfeilern folgen sollte. Es ist öfters zu beobachten, dass die Ägypter Wandteile stehen ließen und erst später hiervon die Pfeiler abtrennen.  

Die Breite des 1. Korridors beträgt 273 cm, demnach ein alle anderen Prinzengräber übertreffendes Maß. Wie die Wahl des Grabes im Tal der Könige und die Abmessungen der Räume belegen, (Gesamtlänge der Anlage etwa 31m) muss es sich bei dem Prinzen, für den es angelegt wurde, um einen Mann besonderer Bedeutung gehandelt haben. Dieser Auffassung von E. F. Wente ist sicher zu folgen. Um so mehr ist zu bedauern, dass die verbliebenen Reste der Inschriften keinen Hinweis auf den Namen des Prinzen geben. 

In seiner Bauform ist das Grab kein Königsgrab, auch wenn es in der Raumfolge vielleicht nicht fertiggestellt worden ist, wäre der Eingangskorridor und dann eine Pfeilerhalle für ein Königsgrab nicht denkbar. Wahrscheinlich wurde dieses Grab, entsprechend seinem Baufortschritt als letzte prinzliche Grabanlage in Angriff genommen und ist wohl in die letzten Regierungsjahre von Ramses III. zu datieren. Für die späte Datierung gibt es, außer dem geringen Fertigstellungsgrad des Bildprogramms, einen weiteren Hinweis durch das von E. Endesfelder veröffentliche und von E. F. Wente besprochene Ostrakon P. 10663, welches offensichtlich über den Beginn eines Prinzengrabes aus dem 28. Jahr Ramses III. berichtet.
Der Ostrakon - heute in Berlin - hält fest, dass sich im Jahr 28 Ramses III. ein Arbeiter ins Tal der Könige begab, 

" um [ das Grab] eines Prinzen seiner Majestät zu begründen."

Dieses Grab ist wahrscheinlich KV 3, obschon der Name des Prinzen unbekannt ist - wir wissen auch nicht, ob er dort jemals begraben wurde. KV 3 wurde später als christliche Kapelle benutzt.

Als wahrscheinlichsten Besitzer des Grabes KV 3 könnte der designierte Thronfolger, Prinz Ramses, infrage kommen, evtl. auch Prinz Amun(her)chepeschef.

QV 43 - Sethherchepeschef  / stX - Hr - xps.f


Das Grab QV 43 wurde 1943 von E. Schirapelle entdeckt und gesäubert. Er glaubt, dass es vielleicht niemals für das Begräbnis des Prinzen verwendet wurde, jedoch ist es später in der 23. - 26. Dynastie für Neubestattungen benutzt worden. Zahlreiche Holzsärge wurden gefunden. Einen Sarkophag oder ein Indiz, welches auf die Existenz des Sarkophages von Sethherchepeschef hinweisen könnte, ist bei der Entdeckung des Grabes nicht gefunden worden. Das Grab liegt im südwestlichen Teil des Tal der Könige, zwischen den nur wenige Schritte entfernten Gräbern des Prinzen Chaemwese (QV 44) und des Prinzen Paraherwenenef (QV 42)

Ähnlich dem Grab QV 44 besitzt es zwei Korridore und anschließend eine kleine Halle, welche in zwei zusätzliche Räume führt. Die Korridorbreiten des Grabes liegen zwischen 181 cm und 185 cm. Der in der Grabachse liegende 4. Raum ist vollständig dekoriert. Der nach Osten aus der linken Seitenwand abgehende Nebenraum blieb ungeschmückt, ist aber in der Steinbearbeitung fertig gestellt. Alle Decken der Räume sind ohne Wölbung.

Der Prinz trägt im Grab die Titel:

" Königssohn, sein lieblicher, sein geliebter, Wagenlenker der großen Gespanne des Königs."
"erster Königssohn seiner Majestät."
"ältester Königssohn seiner Majestät."

Der Titel " erster Königssohn" und "ältester Königssohn" trägt der Prinz nur in seinem Grab, jedoch nie in Quellen außerhalb. Diese Titel sind im Grab wahrscheinlich mit dem jenseitigen Leben des Prinzen verbunden und waren nicht real im Leben getragene Titel.

"Wagenlenker (oder erster Wagenlenker" seiner Majestät, des königlichen Stalles Ramses."
"Wagenlenker des großen königlichen Stalles des (Wosermaatre-meriamun)| (Ramses)| Seth-her-chepeschef."
" Wagenlenker des großen Gespannes des Königs."

ist ein militärisch niedrigerer Rang als der, den Amun(her)chepeschef innehatte.

Das Grab QV 43 des Prinzen Seth-her-chepeschef ist nicht benutzt worden, da der Prinz wahrscheinlich als König Ramses VIII. den Thron bestieg. Sein Grab im Tal der Könige ist noch nicht gefunden worden. Seine Mutter ist wohl eine der Nebenfrauen Ramses III. gewesen.

"Königssohn, Sohn des Königs Ramses-heka-Junu, Sohn des Königs, der Erste Seiner Majestät, Erstgeborener Königssohn, Wagenlenker der Großen Marstall von Usermaatre-Meriamun, (Erster) Vorsteher der Kavallerie seiner Majestät Ramses-heka-Junu."

Ostrakon aus Kalkstein mit dem Bild des Prinzen (MT inv. Suppl. 5637-Turin) mit der Inschrift:
" Der Sohn des Königs, von ihm gezeugt und geliebt, Seth-her-chepeschef."

QV 42 - Paraherwenemef / PA-RA-Hr-wnmj.f


Das Grab des Paraherwenemef liegt im südwestlichen Teil des Tales der Königinnen, wenige Meter vom Grab des Sethherchepeschef (QV 43) entfernt. Das Grab, welches bereits Lepsius bekannt war, wurde von E. Schirapelli zwischen 1903 - 1905 gesäubert. Nach seinem Bericht befand es sich schon damals in einem schlechten Zustand, der durch wiederholte Gewaltanwendung und häufigere Benutzung der Grabräume als Wohnung hervorgerufen worden ist.

Die Dekorationen sind teilweise zerstört und von Rauch geschwärzt. QV 42 weicht in seiner Bauform vollständig von den anderen Prinzengräbern ab. Dem breiteten Korridor ( 2,35 - 2,36m) folgt ein durch 4 Pfeiler getragene Sarkophaghalle, deren Decke drei, quer zur Grabachse verlaufende Wölbungen aufweist. Die Pfeiler haben keine quadratische Grundfläche und differieren in ihren Maßen. 

Wenngleich die Korridore von 2,35 - 2,36 m der Länge von 4,5 Königsellen entspricht, scheint für das Grab nicht die königlichen Maße verwendet worden zu sein.

Der von der Sarkophaghalle abgehende Nebenraum ist in der Steinarbeit fertiggestellt, jedoch mit Ausnahme der Laibungen unverputzt und nicht dekoriert belassen worden. Nachträglich wurde in diesem Nebensaal eine Königin (Name unbekannt) vor Osiris abgebildet. 
Ein von
E. Schirapelli in situ zwischen den Pfeilern in seiner Vertiefung vorgefundener Sarkophag aus Rosengranit war in Teile fast vollständig vorhanden - heute im Museum von Turin: MT Inv. Suppl. 5435.
Länge des Deckels (Fragment) - 1,60m, Breite 0,95m, Höhe 1,00m.
Porter & Moss nennt den Sarkophag
"usurpiert von einer Königin." Dieser in Mumienform gestaltete Sarkophag gehörte allen Anschein nach einer Königin, deren Name leider nicht genannt ist. Offensichtlich wurde das Grab des Paraherwenemef später für die Bestattung einer Königin unbekannten Namens verwendet.

Es ist somit fraglich, ob Prinz Paraherwenemef überhaupt in diesem Grab beigesetzt wurde. 
Die Titel des Prinzen im Grab lauten:
" Wagenlenker der großen Streitwagenstation des Ramses, erster Königssohn seiner Majestät."
" Wagenlenker des großen königlichen Stalles des (Ramses)|, (Ramses)| Paraherwenemef."
" Wagenlenker des großen Gespanns des Königs."
"Erster ( tpj ) Königssohn seiner Majestät."

Der militärische Rang Paraherwenemef war niedriger als der des Amun(her)chepeschef. Der Titel "erster Königssohn" ist nur im Grab für ihn belegt, dürfte also hier mit dem jenseitigen Leben des Prinzen in Zusammenhang stehen und war also kein real im Leben getragener Titel.

"Königssohn, der Erste Seiner Majestät, Wagenlenker des großen Marstall des Königs Ramses-heka-Jmn."
(Paraherwenemef war vielleicht der Sohn einer Nebenfrau.)

 

QV 44 - Chaemwase:

In vielerlei Hinsicht ähnelt das in der südöstlichen Ecke des Tales der Königinnen liegende Grab des Chaemwese dem seines Bruders oder Halbbruders Amunherchepeschef (QV 55). Auf mindestens zwei Wänden in seinem Grab findet man Hinweise, dass er auch der älteste Sohn, also der Thronfolger gewesen war. Dieser Hinweis ist wichtig, denn er deutet daraufhin, dass er auch Sohn einer Großen königlichen Gemahlin war. Bei den Prinzen Sethherchepeschef und Paraherwenemef handelt sich sich wohl um die Söhne von Nebenfrauen. Der Ägyptologe Kent Weeks und manche andere Wissenschaftler vermuten, dass die Königin Teti, deren Grab sich in der Nähe befindet ( QV 52), seine Mutter gewesen sein könnte.

Das Grab wurde 1903 von E. Schirapelli entdeckt und gesäubert. Schirapelli nimmt an, dass des Grab vor der Entdeckung zweimal in der 23. Dynastie und in christlicher Zeit, gewaltsam geöffnet wurde. Das Grab war bei seiner Entdeckung mit zahlreichen Holzsärgen aus der 22. bis 25. Dynastie vollgestopft, die anscheinend in koptischere Zeit geplündert worden sind.

Der Prinz übte eine Zeitlang in Memphis die angesehene Funktion eines Hohenpriesters des Ptah aus. Trotzdem darf man nicht erwarten, dass er im religiösen Zentrum des Nordens bestattet worden ist. Dort hat man in keinem Grab irgendeinen Hinweis auf ihn gefunden. 
Merkwürdigerweise sind in dem Grab des Chaemwese nur wenige Elemente vorhanden, die seine prestigeträchtige Rolle als Hohepriester des Ptah in Memphis hervorheben. Wie auch im Grab des Amunherchepeschef zeigen die Darstellungen zumeist, wie der König (hier Ramses III.) seinen gerade verstorbenen Sohn den Göttern präsentiert.

Dieses Grab ist das einzigste der Prinzengräber, welches in seinem Raum- und Bildprogramm als ein fertiggestelltes Grab angesehen werden kann. Das dieses Grab noch zu Lebzeiten Prinz Chaemwese begonnen und auch fertiggestellt wurde, beweist die Planänderung im 2. Korridor. Diese wurde erst begonnen, nach der Vollendung des Grabes, jedoch wurden die geplanten zwei neuen Nebenkammern nicht mehr vollendet.

(Grundriss nach Tal der Könige/ A. Siliotti / Karl Müller-Verlag)

Von der ehemaligen Grabausstattung des Prinzen war im Grab nichts mehr erhalten. Ob die von S. Reisner in ZÄS 37 genannten Kanopen-Krüge aus diesem Grab stammen, ist ungewiss. E. Schirapelli berichtet, dass die Bruchstücke eines Sarkophages, zum Teil in kleinen Stücken, zerstreut im Tal gelegen haben. Ein großes Bruchstück dieses Sarkophages aus Rosengranit befindet sich heute im Museum Turin Inv. Suppl. 5215. Es handelt sich um ein Fragment des Sarkophagdeckels. (Länge 157cm, Breite 100cm, Höhe 47cm

Der Deckel weist abgerundete Kanten auf, auf ihm ist plastisch die Gestalt des Verstorbenen dargestellt. Das Gesicht ist rund, die Arme sind auf der Brust gekreuzt und halten den Heka-Stab und die Geißel. Die am Rand des Deckels noch erkennbare Inschriftenreste dürften aussagen, dass der Sarkophag ein Geschenk Ramses IV. an seinen Bruder darstellt:

" Begrüßung durch den Osiris, König, Herr beider Länder (Hekamaatre setepenamun)| , Sohn des Re, Herr der Diademe (Ramses)|."


Diese Beischrift kann eine Form der Zuneigung ausdrücken. Man schließt daraus, dass Chaemwese unter der Regierung Ramses IV. starb und im Grab QV 44 bestattet wurde. Jedoch kann nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass Chaemwese wirklich indem Sarkophag bestattet wurde.

Die Titel, die der Prinz in seinem Grab trägt, lauten:
"sm  Priester des Ptah"
( Chaemwese trägt keine militärischen Titel.)
"Sm - Priester des Ptah, der südlich seiner Mauer ist, der Herr des Lebens beider Länder, Königssohn, Chaemwese, selig."
sm - Priester des Ptah, des Großen, der südlich seiner Mauer ist, Herr von Anch-tauj, (Memphis), Königssohn, sein leiblicher, sein geliebter."
"der leibliche Königssohn"
"der geliebte Königssohn."
"der erste (tpj) Königssohn, sein leiblicher, sein geliebter, ältester Sohn, sein geliebter,"

Prinz Chaemweset

Den Titel "ältester Königssohn" trägt Chaemwese nur im Grab, nie in Quellen außerhalb davon. Dieser Titel hing wahrscheinlich mit dem jenseitigen Leben des Prinzen im Zusammenhang, war also kein realer, im Leben getragener Titel. Das gleiche gilt für den Titel "erster Königssohn".

Bildprogramm von QV 44:

Dekoration:

Man betritt den 1. Korridor des Grabes durch einen Eingang am Fuße einer leicht ansteigenden Rampe. Links und rechts der Vorkammer befinden sich zwei Anbauten. Prinz Chaemwese steht in anbetender Haltung vor dem Gott Ptah, dessen Abbild sich in einem auf der linken Wand gemalten Schreins befindet. Es folgt ein Bild des Königs (Ramses III.) und Chaemweset vor Anubis und Re-Harachte. Auf der rechten Seite bringt der König Ptah-Sokaris Opfergaben dar. Auf der gegenüberliegenden Seite des Korridors opfert Ramses III. Weihrauch für Ptah-Sokar.

In jeder Szene wird der junge Prinz in anderer Kleidung dargestellt, jedoch hält er stets denselben Khu-Fächer in der Hand und trägt seitlich immer die Jugendlocke. Im östlichen Seitenanbau sieht man Horus-Inmutef, Isis, Nephthys , Neith und Selkis. Hier befindet sich der Prinz allein in Gegenwart von Anubis, den Söhnen von Horus sowie von Selkis und Neith.
In der westlichen Seitenkammer wird auf der Vorderwand ( links neben der Tür) eine Darstellung von Isis und Nephthys sowie Neith und Serqet gezeigt. Die Szene ist identisch mit der aus der anderen Kammer.

Ramses III. führt seinen Sohn, der einen Fächer in der rechten Hand hält, vor das Angesicht der Hauptgötter der "jenseitigen Welt".
( Bild aus der Vorkammer QV 44)

Die Grabkammer sieht zwar auf den ersten Blick wie ein zusätzlicher Gang aus, war aber von Anfang an als Grabkammer geplant. Erkennbar ist dieses an der gewölbten Decke, denn so etwas findet man selten in Kammern, die einem anderen Zweck dienten. 

Die Wanddekorationen in der Grabkammer beziehen sich auf Kapitel 145 und 146 des Totenbuches, vergleichbar in der Grabkammer des Amun-her-chopeschef, dessen Fortsetzung es vielleicht war. Hier werden die 21 Pforten beschrieben, die von dem Verstorbenen auf seiner Reise ins Jenseits passiert werden müssen. Die Szenen in Chaemwesets Grabkammer nehmen auf der linken Seite Bezug auf die Pforten 10, 12, 14 und 16 und auf der rechten Seite auf die Pforten 9, 11, 13 und 15.

Auf der rechten Wand steht König Ramses in anbetender Haltung. Er trägt ein langes, durchsichtiges Gewand und einen aufwendig gearbeiteten Schurz und die blaue Chepresch-Krone. Hinter ihm steht Chaemwase. Unter der Kartusche mit dem Königsnamen stehen sieben Hieroglyphen, die in einer dazwischenliegenden Textspalte stehen; diese geben dem Namen des Prinzen wieder.

Jeder der Wächter trägt zwei Messer, doch scheinen sie trotz der furchterregenden Namen sanfte Geschöpfe zu sein. Alle sind gleich gekleidet

                     (unteres Bild)    -   Pefsachuef  -
                - Hüter der 11. Tür im Reich des Osiris -
"der seine Kohlenpfanne anzündet" - Nordwand, Sargkammer  
                      (unteres Bild) - "Miu, die Katze"
             - Wächterin der 12. Tür im Reich des Osiris -
                          Grabkammer, linke Wand

Auf der linken Wand 
" Sekhenur", dessen Name "Großer Bezwinger" bedeutet, "Miu, die Katze", "Saupen, der Beschützer",  und einer mit dem Namen" Der Niedergang befiehlt, Schwäche verursacht und als Tod herauskommt."
Auf der rechten Seite sind "Dendeni, der Wütende" , "Pesefakhu-ef, der sein Kohlenbecken entzündet", "Hedkiauna" und "Wachsames Gesicht aus der Unterwelt."
Zwei Geistwesen stehen an der hinteren Wand der Sargkammer zu beiden Seiten des Haupteinganges. Links der Hüter der 16. Pforte und rechts die Hüterin der 15. Pforte. mit dem Namen " Nehes-her-per-em-duat".
( Deren Gesicht verborgen ist).
In Kapitel 146 des Totenbuches wird dieses Geistwesen beschrieben als die Fürchterliche, die Herrin der Pest, die Tausende menschliche Seelen dahinrafft und die Toten zerstückelt.

Die Stufen, die zum hinteren Anbau führen, sind mit zwei Säulen geschmückt. Im Anbau an der Nordwand befinden sich links der schakalköpfige Anubis und der Löwe. In einem weiteren Bildabschnitt werden die Geister Neb-neru und Hery-maat dargestellt, sowie der König beim Darbringen der Opfer vor Horus und Schepes. Auf der Rückwand schließlich sieht man eine Szene, wo der König Osiris opfert, vor dem Isis und Neith (links) und Nephthys mit Selkis (rechts) stehen. Vor Osiris Füßen wachsen Blumen und die vier Horussöhne steigen aus einer Lotus-Blume hervor.

Probleme des Grabes KV 13 ( Baj):

Durch die Funde in dem Kanzlergrab Baj (KV 13) ist die Belegung durch den "Leiblichen Königssohn" Amunherchopeschef gesichert. Gefunden worden sind der Granitsarkophag sowie Fragmente von drei Kanopengefäße, von denen zwei annähernd vollständig rekonstruiert werden konnte.

Der in der Sargkammer "J" entdeckte Granitsarkophag des Prinzen sit der wiederverwendete Sarkophag der Königin Tausret. Er steht in der Mitte der Sarkophaghalle in einer Vertiefung. die in den Felsboden hineingeschlagen ist. Seine Maße sind: Länge: 2,88m, Breite 1,10m, Höhe der Wanne: 1,10m, Höhe des Deckels: 0,53m.

Bei der Auffindung war der Sarkophag geöffnet. Der Deckel an der Südseite der Wanne angelehnt. Der Deckel zeigt in plastischer Ausbildung die mumienförmige Gestalt eines Prinzen mit an der rechten Kopfseite angebrachter Haarlocke des Prinzen. Die Prinzenfrisur ist nur unvollkommen aus der Geierhaube und der Frisur der Königin umgearbeitet worden. Geierkopf und Uräus der Königin fehlen. Das zur Befestigung der beiden Insignien dienende Loch ist noch vorhanden und wurde nicht mit einem Flickstein aufgefüllt. Der Sarkophagdeckel ist im Relief verziert. Die Dekoration stammt aus der Zeit der Königin Tausret 
Die Bilder zeigen die Königin in Anbetung vor Sokar und Osiris, sowie unter dem Schutz von verschiedenen Gottheiten, darunter die Kanopengötter und Isis, Nephtys, Neith und Selkis. Die originalen Inschriften berücksichtigen die hohe Position der Königin, die die Titel einer
"Großen königlichen Gemahlin und Herrin der beiden Länder" ( Hmt  njswwt  wrt  nbt  TAwj  TA - wsrt ) trägt.

Die Bilder und Namen der Königin sind an allen Stellen ausgekratzt, nur am Fußende des Deckels wurde einmal der Name übersehen. Er steht dort unter dem Bild der auf einem Goldzeichen knienden Nephthys.

Die ausgekratzten Namensinschriften wurden während der Usurpation durch die Titel- und Namensinschriften des Prinzen Amunherschopeschef ersetzt. An die Stelle der Bilder der Königin traten solche der Horuskinder. Der Deckel ist passgerecht für die Sarkophagwanne gearbeitet, so dass man annehmen darf, dass auch die Wanne für Tausret hergestellt wurde.

Die Inschriften auf Deckel und Wanne des Sarkophags nennen die folgenden Titel des Prinzen Amunherchopeschef:

 sA  njswst,  sA  njswt  n  Xt.f  mrj.f, [-...] t - n(t) - htr  (Wsr - [mAat - ra] [mry] - Jmn) sA  njswt .

Aus dem letztgenannten Titel, ergibt sich eine Abstammung des Prinzen von Ramses III. Der Titel darf dabei zu den bekannten Titel

[jmj - r  sssmwt  n  tA st] t - n(t)  htr  ( Wsr - [mAat - ra] [mrj] - Jmn) sA  njswt  jmn - Hr - xps.f - [Vorsteher der Pferde der] Streitwagenstation [des Usermaatre Miamun und Königssohn, Amunherchepeschef."

ergänzt werden, den auch der Prinz Amunherchopsef aus QV 55 trägt. Von drei Kanopen des Amunherchopsef fanden sich Alabasterfragmente.
Auf dem Granitsarkophag steht über dem Namen der Königin Tausret der des Prinzen:

"leiblicher, von ihm geliebter Königssohn"
( sA  njswt  n  Xt.f  mry.f )

wird also zu einem nicht bezeichneten König in Beziehung gesetzt. An einer heute teilweise zerstörten Stelle der Sarkophaginschrift ist der Titel: 

 [ ....] t - n(t) - htr  sA  njswt  Wsr - [mAat - ra ] [mry) - Jmn  Jmn - Hr - xps.f 

zu lesen. Die Zeichenreste können zum Titel

[jmj - r  ssmwt  n tA st] T -n(t) - htr  Wsr - [mAat - ra] [mry) -Jmn  sA  njswt  Jmn - Hr - Xps.f " [ Vorsteher der Pferde der] Streitwagenstation [Ramses III.], der Königssohn Amunherchopeschef " 

ergänzt werden, was eine Zuordnung zu Ramses III. ermöglicht.

Die gleichen Titel trägt der Prinz Amunherschopeschef aus QV e55, der anch K. A. Kitchen auf den folgenden Denkmälern belegt ist:

Prinzengrab QV 55: 
"
Erbprinz (rp at), königlicher Schreiber, (ss  njswt) Erster der beiden Länder (hry - tp  tAwj)  
Vorsteher der Pferde der Streitwagenstation des Königs, sein leiblicher und von ihm geliebter
Königssohn."

Stelenfragment aus Deir el - Medinet:
" Erbprinz ( rpat) und Königssohn"

Kapelle G des Ptah-Heiligtums:
"Königssohn"

Prinzenliste von Medinet Habu, 9. Prinz (?)
"Wedelträger zur Rechten des Königs, leiblicher (von ihm geliebter) Königssohn".
Nach K. A. Kitchen ist dieser Prinz der vierte Sohn Ramses III: und der Königin Isis TA-HmDrt.

Vorausgesetzt, dass es sich beim Prinzen Amunherschopeschef aus KV 13 um einen Sohn Ramses III. handelt, kann dieser nur mit dem gleichnamigen Prinzen aus QV 5e5 gleichgesetzt werden.

( Der 2. Sohn Ramses III. mit Namen Amunherschopeschef, der später als Ramses VI. den Thron besteigen sollte, kommt hier nicht in Betracht. Zu diesem Amunherschopeschef (II.) vgl. Kitchen in JEA 58, 1972, 187. Er ist belegt in der Prinzenliste von Medinet Habu (2. und 3. Prinz): 

(2. Prinz) "Wedelträger zur Rechten des Königs, Erbprinz, königlicher Schreiber, leiblicher, von ihm geliebter Königssohn."

(3. Prinz) "Wedelträger zur Rechten des Königs, königlicher Schreiber, großer Vorsteher der Pferde des Königs, leiblicher von ihm geliebter Königssohn."
und (nach Jahr 22) bei der Darstellung des Min-Festes im Tempel Ramses III. in Karnak mit dem Titel: " Königlicher Schreiber (ss  njswt), Vorsteher der Pferde (jmj - r  ssmwt), leiblicher von ihm geliebter Königssohn."

Bei der Gleichsetzung der beiden gleichnamigen Prinzen aus KV 13 und aus QV 55 ergibt sich aber das Problem, dass dann für diesen Amunherchopeschef zwei Gräber angenommen werden müssen: eines im Tal der Könige und ein anderes im Tal der Königinnen. 

Zwar besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass eine Umbettung erfolgt ist; entweder vom Tal der Königinnen, wo auch die anderen Söhne Ramses III. bestattet sind, doch ist auch die dritte Möglichkeit in Erwägung zu ziehen, dass das eigentliche Grab des Amunherchopeschef im Tal der Könige gelegen hat und dass das Grab im Tal der Königinnen für Amunherchopeschef nur die Funktion eines Kenothaps besaß. Eine sichere Entscheidung in dieser Frage ist nicht möglich. Doch scheint die letzte Möglichkeit am ehesten zuzutreffen. Die Annahme, dass Prinz Amunherchopeschef tatsächlich im Tal der Könige beigesetzt war und dass es sich beim Grab im Tal der Königinnen um einen Kenotaph handelt, wird nicht zuletzt durch den Umstand gestützt, dass das Prinzengrab QV 55 kein individuelles Grab, sondern ein Sammelgrab für Prinzen von Ramses III. gewesen ist. Diese Funktion von QV 55 ergibt sich aus der Widmungsinschrift, in der es über das Grab heißt:

" Gestiftet als ein Gunstbeweis seitens Ramses III. (für) die großen Königskinder ( nA  msw - njswt  aAw )."

Das Grab wurde zwar im Namen des Amunherchopeschef dekoriert, dürfte aber auch anderen Prinzen aus der Zeit Ramses III. als Grab gedient haben.

Die Beisetzung des Prinzen in KV 13 muss wegen der Wiederverwendung des Sarkophages der Königin Tausret ganz am Beginn der Regierung von Ramses III. gelegen haben, vermutlich nicht lange nachdem Tod Königs Sethnachte. Daher kann die Einrichtung des Grabes des Amunherchopeschef I. in KV 13 nicht mit dem Datum aus Jahr 28 der Regierung von Ramses III. verbunden werden, das durch das Ostrakon Berlin P 10.663 überliefert ist. Dort wird über das " Begründen eines Prinzengrabaes" im Tal der Könige berichtet
(
snT pA <Hr> ms  njws  n  Hm.f ), eine Nachricht, die bisher meist mit der Einrichtung von KV 3 verbunden worden ist.

Beisetzung des Prinzen Mentuherchopschef in KV 13:
- SAK 21 Altenmüller

Zu einem noch unbekannten zeitlichen Abstand zu der Beisetzung des Prinzen Amunherchopeschef erfolgte in KV 13 eine 2. Belegung des Grabes durch den Prinzen Mentuherchopeschef. Diese Bestattung war die letzte im Grab und lässt sich an zahlreichen Funden des Grabinventars und durch eine Fülle an Keramik nachweisen. Gefunden worden sind der monumentale Granitsarkophag des Prinzen, mehrere Fragmente vom Kopfschmuck der Innensärge, Fragmente von mindestens zwei Kanopengefäße sowie eine große Zahl von Uschebtis aus Fayence und Alabaster. Alle diese Funde zeigen eine weniger gute handwerkliche Qualität als die Grabausrüstung des Amunherchopeschef.

Der Granitsarkophag des Prinzen steht in Korridor "H". Für seine Aufstellung ist der Boden des Korridors um 40cm nachträglich vertieft worden. Eine flache Rampe führt in diese Vertiefung hinab, wo der Sarkophag auf dem Felsgrund abgestellt worden ist. Er vertritt den gleichen anthropomorph gestalteten Typ wie der Sarkophag des Amunherchepeschef, ist aber mit einer Gesamthöhe von 2,08m deutlich monumentaler als jener.

Maße:        

Länge:                            3,20 Meter
Briete:                            1,35 Meter
Höhe der Wanne:          1,40 Meter
Höhe des Deckels
am Fußende:                  0,68 Meter
am Kopfende:                0,80 Meter

Obwohl der Sarkophag ganz an die Nordwand des Korridors herangerückt worden ist und dort nur 15 cm von der Wand entfernt steht, blockiert er mit seinen Außenmaßen von 1,40 m Breite und 2,08 m Höhe den 2,10 m breiten und 2.45 m hohen Korridor fast vollständig. Er lässt an der Südseite des Sarkophages einen Durchgang zum hinteren Sarkophag des Amunherchopeschef von nur 50 cm Breite frei.

Der in zwei Teile zerbrochene Deckel aus Granit wurde in verstürzter Lage auf der Südseite der Sarkophagwanne gefunden. Er liegt heute wieder auf der monumentalen Sarkophagwanne auf. Der Deckel stellt den mit der Prinzenperücke geschmückten Prinzen in Mumienform dar. Bei der Auffindung zeigte die Perücke noch Reste der ursprünglichen Bemalung. Die Oberseite des Deckels war ursprünglich in schwarzer Farbe bemalt. Die Dekoration ist heute fast vollständig verblasst. Auffallenderweise fehlt in den Sarkophaginschriften die Prinzentitulatur vor dem Namen.

Auch die Sargwanne war schwarz dekoriert. Die Wanne ist aus einem asymmetrischen Granitblock herausgeschlagen worden. Aufgrund der Fundsituation und der Art der Dekoration darf an der Zusammengehörigkeit der beiden Teile nicht gezweifelt werden. Die Wanne war mit eingeschwemmtem Schutt aufgefüllt, ansonsten aber fundleer. Dennoch darf man davon ausgehen, dass der Prinz darin beigesetzt war. Zahlreiche Perückenteile aus grüner Fayence, die neben dem Sarkophag in Korridor "H" gefunden worden sind, lassen an der Existenz von mindestens zwei hölzernen und mit Einlagen versehenen Innensärge nicht zweifeln.

Kanopen:
Nur in Fragmenten sind Kanopen erhalten, alle Bruchstücke wurden in der Nähe des Sarkophages gefunden.

Uscheptis:
17 Uschebtis aus grüner Fayence und 43 Uschebtis aus Alabaster.
Sie tragen den Prinzentitel (
shD  wsjr  sA  njswt  MnTw - Hr - xps.f ).  shd = "der Erleuchtete"- 

Der dritte und letzte Grabbesitzer von KV 13 war also Prinz Mentuherchopeschef. Aus der Aufstellung des Sarkophages in Korridor "H" ergibt sich, dass dieser zeitlich nach dem Sarkophag des Prinzen Amunherchepeschef in das Grab eingeführt wurde. Im Korridor "B" gab es ein heute nicht mehr erhaltenes Bild einer Königin. Ihr Name kann vielleicht zu "[ Nubche]sbet " " ([ Nbw h] sbd) ergänzt werden. Dies wäre der Name der Großen königlichen Gemahlin Ramses VI. (?)

Prinzenprozession

( Co-Autor: J. H. Pirzer )

( Quellen und Bildmaterial: Luxor u. d. Tal der Könige / Kent W. Weeks / Nat. Geogr. Art Guide 2005 -
 Tal der Könige / Alberto Siliotti / Karl Müller-Verl. - Nefertari: Ausgrab. im Tal der Königinnen/ Leblanc u. A. Siliotti /Bechtermünzverlag, SAK 13 - Altenmüller)

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