Biografie Pepi I.

Name der Pyramide:
"Von Dauer ist die Schönheit des Pepi." 
( Mn - nfr - Ppj ) = Menefer-Pepi

 

Erbauer: Pepi I. (ca. 2295-2250 v. Chr. )

Trotz der bedeutenden Bautätigkeit des Königs im Lande unterscheidet sich sein Pyramidenkomplex in Größe und Ausstattung nicht von denen der Könige vor ihm. 

Als Standort für seinen Grabbau wählte Pepi I. auf dem Zentralplateau von Saqqara einen Platz zwischen der nördlichen und der südlichen Pyramidengruppe, südlich von ihr erhebt sich die Pyramide von König Djedkare und die seines Nachfolgers Merenre I.

Der altägyptische Name des Pyramidenbezirks mitsamt der dazugehörigen Pyramidenstadt trug den Namen

" Bleibend und vollkommen ist Pepi / Meri-Re" 
(
"mn-nfr-pjpj  bzw. "mn-nfr-mrjj-ra" )

Dieser Name wurde später auf die Stadt Memphis übertragen. Ab dem Neuen Reich war sie nur unter diesem Namen "Von Dauer ist die Schönheit des Pepi" (Men-nefer-Meri-Re) bekannt. Die Griechen haben diesen Namen in abgekürzter Form dann als "Memphis" überliefert. 

In den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts eröffnete Perring die moderne archäologische Untersuchung der Pyramide. Mariette arbeitete dann von Mai 1880 hier. Als er 1881 in die Pyramide eindrang (Februar/März) und die Grabkammer freilegte, fand er hier zum erstenmal Pyramidentexte. Seit 1950/51  hat die französische Saqqara-Mission (MFAS) die Pyramide und ihren Totentempel systematisch ausgegraben und untersucht. Sie wurde von Lauer und Sainte Fare Garnot geleitet. Von 1963 - 1971 leitete sie Jean Leclant, dann Audran Labrousse. Die Forschungen ergaben bedeutende Resultate, wie zum Beispiel die Entdeckung von mehr und mehr kleinen Pyramidenkomplexen von königlichen Gemahlinnen des Pepi I.

1993 entdeckte das französische Team bei ihren Grabungen auf Fragmenten der Verkleidung der Südseite Reste einer sogenannten Restaurierungsinschrift des Prinzen Chaemweset.  Daraus geht hervor, dass die Pyramide in der Zeit der 19. Dynastie noch mehr oder weniger unbeschädigt war und dass nur einige kleinere Ausbesserungen an ihr vorgenommen wurden. Chaemweset beschreibt, wie er durch seine Inschrift die Nachwelt an den König erinnert habe, dessen Pyramide er verlassen und namenlos angetroffen habe.

Heute zeugt von der Existenz der königlichen Pyramide nur noch ein Trümmerberg von ca. 70 m im Quadrat bei einer Höhe von 12 m. Der Pyramidenkomplex Pepis I. hat von allen hier befindlichen königlichen Grabanlagen am meisten unter dem Steinraub des Mittelalters gelitten, so dass das dreifache Stemmplattendach wieder an der Oberfläche sichtbar ist.  Die Pyramide gleicht heute eher einem Krater, aus dem man die begehrten Turakalkstein-Blöcke wie in einem Steinbruch herausgebrochen hatte.

Der sechsstufige Pyramidenkern wurde nach derselben Methode errichtet, die seit der Zeit von Djedkare üblich war, d. h. aus kleinen Kalksteinstücken, die mit Tonmörtel gebunden waren. Unüblich war das Grundmauerwerk, welches größtenteils aus Turakalkstein bestand. Das ist bei keiner anderen Pyramide anzutreffen.  In größerem Umfang wurden Blöcke von schon verfallenen Mastabas in der Umgebung als Baumaterial benutzt. Auf Steinen des Kernmauerwerkes fanden sich eine Anzahl von Baugraffiti, dazu fanden sich aber auch Blöcke, die den Namen der Königin Seschseschet, der Muter von König Teti, trugen. Es stellt sich nun die Frage, ob sie aus einem zerstörten Bauwerk stammten und hier erneut Verwendung fanden? Oder sind sie ein Beweis dafür, dass Pepi seiner Großmutter Seschseschet eine Kultstätte direkt in seinem Totentempel errichtete?

Eine stichhaltige Erklärung gibt es bisher nicht und damit bleibt dieser Fund eines der Rätsel der Pyramide des Pepi I.

zur Königin ZSzS.t

Interessant ist auch dass sich auf einigen Blöcken Baugraffiti fanden in denen der Name des Architekten des Pyramidenbezirks Inti zu lesen ist.

Die Pyramide besaß wie üblich eine Verkleidung aus feinem weißem Turakalkstein die sich nur in den untersten Lagen erhalten hat.

1993 entdeckte das französische Team bei ihren Grabungen auf Fragmenten der Verkleidung der Südseite Reste einer sog. Restaurierungsinschrift des Prinzen Chaemwese.

Daraus geht hervor, dass die Pyramide in der Zeit der 19. Dynastie noch mehr oder weniger unbeschädigt war und dass nur einige kleinere Ausbesserungen an ihr vorgenommen wurden. Chaemwaset beschreibt wie durch seine Inschrift die Nachwelt an den König erinnert habe dessen Pyramide er verlassen und Namenlos angetroffen habe.

Die Basismaße der Pyramide betrugen die üblichen 150 Ellen = 78,75m bei einer Höhe von 

100 Ellen = 52,50m, 

der Winkel betrug 53° 7 ` 48 ``
 ( Fertigbau – Basislänge = 150 Ellen  /
Rohbau – Basislänge = 100 Ellen), 

ihr Volumen ist mit ca.107.835 / 108500 3 anzusetzen.

Wenn auch der Pyramidenbezirk des Königs sich nicht in der Bauweise und Größe von denen seiner Vorgänger unterschied, so wurde doch größter Wert auf Ausstattung und Dekoration der Anlage gelegt.

Der Eingang ins Innere der Pyramide lag wie gewohnt in ihrer Mitte an der Nordseite. Über dem ebenerdigen Eingang stand mit Sicherheit eine Nordkapelle, wenn auch nichts davon erhalten geblieben ist. Die Substruktur der Pyramide folgt dem Vorbild des Teti.

Ein schräg abfallender kalksteinverkleideter Korridor, der in seiner Mitte einen einzelne Fallsteinsperre aufweist, endet in der Gangkammer. Von hieraus führt ein horizontaler Gang in die Vorkammer, die genau im Zentrum der Pyramide liegt. Etwa in der Mitte des horizontalen Ganges befindet sich eine Sperre aus drei Fallsteinen. Die Gangwände weisen an drei Stellen Verstärkungen durch Rosengranit auf, nach dem Schema der früheren Pyramiden folgend.

Erstmals ist auch die Gangkammer und der anschließende Korridor in das Beschriftungsprogramm der Pyramidentexte einbezogen. Die in senkrechten Hieroglyphenspalten angebrachten Texte waren grün ausgemalt – in der Farbe der Frische und der Erneuerung. Die Sarkophagkammer westlich der Vorkammer gelegen maß 7,90 x 3,20m und lag ca. 8m unter Bodenniveau. Das östlich der Vorkammer liegende sogenannte " Serdab "trug an den Wänden wie üblich keine Pyramidentexte, ebenso weist es seit Pepi I. keine drei Nischen mehr auf und wurde zu einem einfachen nord–südlich ausgerichteten Magazinraum der unverkleidet und undekoriert blieb. Die Nischen dieses Raumes hatten also inzwischen ihre Bedeutung eingebüßt.

Vor- und Sarkophagkammer hatten einst ein Giebeldach aus riesigen Kalksteinmonolithen. Sie war in drei Blockschichten gegliedert und jede Schicht wiederum in sechzehn einzelne Blöcke. Ihr Gesamtgewicht betrug etwa fünftausend Tonnen ! Die Decke war einst mit Sternen dekoriert, die hier nach Westen orientiert sind.

Anfang 1966 begann man den riesigen Krater auszuräumen, der die Lage der Grabkammer anzeigte. Steinräuber hatten im Mittelalter die riesigen Blöcke ihres Stemmplattendaches  teilweise zerstört und entfernt.  Dabei wurden interessante Erkenntnisse gewonnen. Der Zugangskorridor war immer noch durch die drei granitenen Fallgatter versperrt, die erst bei der Grabung gehoben wurden. Dieser Zugangskorridor befindet sich im Gegensatz zu den Grabräumen die stark zerstört sind, in einem ausgezeichneten Zustand. Bei der Freilegung der Grabkammer ,der von Steinräubern übel mitgespielt worden ist, fand sich noch die aus Rosengranit bestehende Kanopentruhe samt flachem Deckel, in der für sie vorgesehenen Fußbodennische, östlich der Südostecke des Sarkophag stehend. Die Kanopentruhe weist keine viergeteilte Innenstruktur auf, damit kann nicht zwangsläufig davon ausgegangen werden, dass er einst vier Kanopenkrüge enthielt.

Dies ist angesichts der Tradition natürlich naheliegend, grundsätzlich aus dem archäologischen Befund nicht abzuleiten.                                                                                                         

Daneben lag der gut erhaltene Inhalt einer Kanope (nicht wie immer irrtümlich geschrieben wird,ein kompletter Satz), mit größter Wahrscheinlichkeit von König Pepi stammend. Er war mit schmalen Bändern straff zu einem kompakten Ballen zusammengeschnürt, und zeigt noch genau die Form des inneren Hohlraums der Großen Alabasterkanope, in der es sich einst befunden hatte. Eine naturwissenschaftliche Untersuchung des Kanopenbündels von Pepi I. liegt bislang nicht vor. Daher ist nicht sicher, welche Inhaltsstoffe die Harze und Öle hatten und welche Organe in dem Behältnis deponiert waren.

Es handelt sich hierbei um das einzige Exemplar des Inhalts eines königlichen Kanopenbehälters aus dem Alten Reich. Des weiteren fanden sich die Fragmente eines einzigen (nicht von 3 oder 4 wie immer behauptet wird) Kanopenkruges, bestehend aus gelblichem Alabaster. 

An der Westwand der Sarkophagkammer stand einst der Sarkophag des Königs aus hartem, dunklen Stein (Grauwacke) der bei der Auffindung völlig zertrümmert war – es fand sich nur noch der untere Teil des Sarkophages und einige verstreute Fragmente, die man in neuerer Zeit wieder zusammengesetzt hat.

Rekonstruktion des königlichen Sarkophages
- nach Audran Labrousse - 

Der Sarkophag trug an der Vorderseite eine zweizeilige Inschrift, die in einem Rahmen die Titel und Namen des Königs nannten. Bei einer späteren gründlichen Untersuchung stellte sich dann aber nach Meinung von A. Labrousse heraus, dass es sich wohl um einen Ersatzsarkophag handelte. Demzufolge wurde der ursprüngliche Sarkophag entweder beim Transport in die Grabkammer gestohlen oder die Struktur des Steines, aus dem der Sarkophag gemeißelt wurde, erwies sich als mangelhaft.

Die Wände um den Sarkophag waren mit dem Schilfmattenkabinenmotiv verziert. Die Grabräume wurden in den letzten Jahren durch die französische Mission restauriert. Petri fand im Inneren der Pyramide (wohl in der Grabkammer) eine mumifizierte Hand sowie Textilien (?). Die Hand ist seitdem verschollen.

Über die angeblich gefundenen „ Mumienbinden “ und die „ Mumienfragmente “ äußerte sich Petrie nur sehr oberflächlich. Da Petrie in seinem Bericht nur Objekte und Fundsituationen der Grabkammer schildert, ist davon auszugehen, dass dies hier gefunden wurden. Allerdings geht aus seinen Aussagen nicht eindeutig hervor, ob er die besagten Fragmente alle selbst gefunden / gesehen hat oder ob er sich hier auf Aussagen von Brugsch stützt. Damit ist es sehr unsicher ob diese Fragmente ( Hand) wirklich von der Mumie König Pepis I. stammen.

Da Petrie ausdrücklich die gute Qualität der Bandagierung / Mumifizierung erwähnt, ist dies eher unwahrscheinlich (wie bei den meisten „ königlichen Mumien des Alten Reiches “ ). A. Leclant gibt in seinem Grabungsbericht an, dass in der Grabkammer Pepis I. plissierte„ Stofffetzen “ von außerordentlicher Qualität gefunden wurden und Reste einer linken Sandale aus rötlichen Leder (Sykomorenholz ??) auf der die Neun Bogen aufgemalt waren. 

Weiter fand sich ein Leinenstück mit der Inschrift „ Leinen für den König von Ober – und Unterägypten, dass er ewig lebe “, und ein kleines Messer aus Feuerstein.

An den Wänden des Gang und Kammersystems fanden sie Teile der Pyramidentexte noch an ihrer ursprünglichen Stelle, zum Teil jedoch auf etwa dreitausend Fragmenten im Schutt der Kammern. Das französische Team arbeitet schon seit einigen Jahren an der Lösung der komplizierten Aufgabe, die mit ihrer Rekonstruktion verbunden sind, und setzt dazu in umfangreichem Maße moderne Computertechnik ein. Dabei kam es zu unerwarteten Entdeckungen. Beispielsweise wurden in der Vor und Grabkammer nachweislich etwa zwei Drittel der Inschriften von einem größeren Buchstabentyp in einen kleineren umgearbeitet.

Nicht weniger interessant war auch die Feststellung, dass es zu einer Änderung des älteren königlichen Thronnamens Nefersahor in Merire kam. Die Gründe für diese wesentliche Modifikation konnten bisher nicht geklärt werden.    

Die Pyramide in Zahlen:
Name in der Antike: "Bleibend und vollkommen ist Pepi"
Ursprüngliche Höhe: 52,50 Meter       (100 Ellen)
Basislänge: 78,75 Meter       (150 Ellen)
Neigungswinkel: 53° 7' 48 ''
Volumen: ca. 107.835/108500 Quadratmeter
Aufweg: noch nicht freigelegt
Eingänge: 1  (in der Mitte an der Nordseite)
Passagen: 1 abfall. Korridor u. 1 horizontaler Gang zur Vork.
Innere Räume: 3
Nebenpyramiden: 8 (bisher entdeckte)
Kultpyramide: 1

 

Der Pyramidenkomplex:

 

Wenn auch der Pyramidenbezirk des Königs sich nicht in der Bauweise und Größe von denen seiner Vorgänger unterscheidet, so wurde doch ein großer Wert auf Ausstattung und Dekoration der Anlage gelegt. Den gesamten königlichen Pyramidenbezirk umschloss eine 4,16 m = 8 Ellen breite Umfassungsmauer von 125 x 100 m Abmessung. Statuenfragmente, Teile von Stelen und Opfertischen in den Trümmern des Totentempels lassen vermuten, dass der Kult Pepi I. bis ins Mittlere Reich anhielt: im Neuen Reich begann die Pyramide aber schon zu verfallen.

Der Taltempel sowie die Pyramidenstadt sind bislang nicht lokalisiert worden und sind wahrscheinlich für immer unter dem modernen Ort Saqqara verloren. In die um den Taltempel Pepi I. entstandene große Stadt verlegte man am Ende des Alten Reiches und zu Beginn des Mittleren Reiches das Zentrum des ausgedehnten Verwaltungsbezirkes, welcher allmählich um die Festung "Weiße Mauer" gewachsen war. Die Abkürzung "Men-nefer" bildete die Grundlage des griechischen Namens Memphis und setzte sich allmählich als Bezeichnung für die gesamte Hauptstadt Ägyptens durch.

Der Aufweg ist bislang nur über wenige Meter vor dem Totentempel ausgegraben worden. Er zeichnet sich in Umrissen aber deutlich ab und führte einst in fast gerade Achse (er weist nur einen Knick auf) von Ost nach West zum Schwemmland hinab.

Zum Pyramidenkomplex gehörten weiter ein Totentempel, der wie die französische Mission de Saqqara ergeben hat, alle wesentlichen Teile früherer Opfertempel besaß und eine kleine Kultpyramide. Während bei den Pyramiden des Chufu, Chephren und Menkaure jeweils nur 3 Königinnen-Pyramiden gefunden wurden, hat man hier bisher 7 zuzüglich eines Prinzengrabes gefunden. Diese Zahl wird sicherlich noch weiter steigen, denn die Forschungsarbeiten in diesem Gebiet dauern bis heute an und es ist kein Ende abzusehen.

Totentempel:

Der Totentempel an der Ostseite der Pyramide gelegen, hatte wie alle Totentempel von Saqqara schwer unter den Kalkbrennern gelitten, die in ihm sogar Öfen zum Kalkbrennen errichteten. Der an der Ostseite der Pyramide liegende sehr zerstörte Opfertempel folgt in der Raumanordnung den vorherigen Tempeln.  Zuerst die längliche Eingangshalle (Vestibül), an die sich der übliche offene Säulenhof anschließt, dessen Pflasterung aus Alabaster besteht, achtzehn monolithische Säulen tragen das Dach des Umgangs. Weiter führt der Weg durch den zentralen Querkorridor zum Fünfnischenraum, er maß 9,40 m in der Breite = 18 Ellen. Der Boden der Nischen war mit Granit gepflastert und die Nischen hatten granitene Türrahmen. Durch einen weiteren Raum gelangt man in die quadratische Vorkammer, der sog. "antichambre caree" von 10 x 10 Ellen = 5,52 m. Der Türrahmen bestand aus rötlichem Assuangranit, im Zentrum fanden sich noch die Reste der obligatorischen Mittelsäule, die für diesen Raum typisch ist. 

Der Säulenrest besteht aus einem großen Monolithen und setzt sich aus einer Bodenplatte, einer kreisrunden Basis und den ersten 40 cm des Säulenschaftes zusammen, der acht ungleiche Seiten ( 4 breite, abwechselnd mit 4 schmalen) aufweist. Von hier aus gelangt man durch einen Durchgang in den Totenopferraum mit der Scheintür an seiner Westseite.

Links und rechts der beschriebenen Raumeinheiten lagen die ausgedehnten Tempelmagazine. Die nördlich des öffentlichen Tempelteils wurden durch Lauer ausgegraben. Sie verrieten, was im Falle anderer, ähnlicher, doch schwerer zerstörter Tempel nicht mehr erkennbar war: Diese Magazine besaßen zwei Stockwerke. Sie erhoben sich außergewöhnlich gut erhalten noch bis zu einer Höhe von vier oder fünf Metern.  Später hat man sie als Kalkbrennöfen benutzt.

Hier fand man auch eine Reihe von zwar zerbrochenen knapp unterlebensgroßer, aber sehr schöner Kalksteinstatuetten. Sie waren hier bereit gelegt worden, um im Kalkbrennofen zu Kalk gebrannt zu werden. Sie stellen die traditionellen Feinde Ägyptens dar, die mit den Armen an die Hüfte gepresst und mit drei oder vier auf den Rücken verknoteten Seilschlingen gefesselt waren. Die Statuen sind an Hals und Taille zerbrochen; trotzdem konnte man anhand der Köpfe, die zwar leider alle mehr oder weniger beschädigt sind, diese Statuen den verschiedenen Völkerschaften zuordnen. Wie Lauer schon meinte, hätten sie als Sinnbild der eroberten Völker im Norden und Süden die Aufwegseiten gesäumt. Sie symbolisierten das besiegte Böse und schreckten vor dem Versuch ab, das Königsgrab und somit die Weltordnung zu verletzten.  Sie könnten aber auch unter den Siegesreliefs im Vestibül oder im Umgang des Verehrungshofes gestanden haben. Gleiche Bedeutung haben generell Figuren mit aufgeschriebenen Ächtungstexten gehabt.

Kultpyramide oder "Südgrab"

Die Nebenpyramide (Kultpyramide oder Südgrab) im südöstlichen Hof des Pyramidenkomplexes war besser erhalten als der Totentempel. Es fanden sich im Bauschutt Blöcke des Pyramidions, welches restauriert wiederaufgestellt wurde, sowie Teile ihrer Verkleidung.  Die Kultpyramide war in einer eigenen Umfassungsmauer gelegen und  weist das hier übliche T-förmige Raumschema auf. Ein Stück der Umfassungsmauer hat sich noch in Originalhöhe ( 3,12 m = 6 Ellen) mit oben abgerundeten Abschlussblöcken erhalten. Auch das Hofpflaster aus Turakalkstein ist erhalten geblieben. Die Seitenlänge der Kultpyramide betrug 15,70 m = 30 Ellen, bei einem Winkel von 63° 30'. Sie erreichte einst eine Höhe von 15,70 m.  Die Grabkammer lag ca. 2,25 m unter Bodenniveau. 

Statuenfunde, Teile von Stelen und Opfertische in den Trümmern des Totentempels lassen vermuten, dass der Kult Pepi I. bis ins Mittlere Reich anhielt; im Neuen Reich begann dann die Pyramide bereits zu verfallen.

Königinnenpyramiden:

Der Komplex südlich der Pyramide Pepi I. war von gewaltigen Geröll und Sandmassen bedeckt. 1988 begann das französische Team dieses Gebiet mit Hilfe von geophysikalischen Meßmethoden nach Schiffsgruben und vor allem nach Königinnenpyramiden zu untersuchen. Mit zwei, vielleicht auch drei Königinnenpyramiden hatte man ja gerechnet, aber das Ergebnis von bisher 7 ans Tageslicht getretenen Königinnenpyramiden - und die Zahl kann noch steigen - übertraf alle Erwartungen. Die Forschungsarbeiten dauern bis auf den heutigen Tag an und es ist noch kein Ende abzusehen. 

Die Anzahl der Königinnenpyramiden ist ungewöhnlich hoch. Königinnen spielten im Leben von Pepi I. anscheinend eine bedeutende, ja manchmal buchstäblich schicksalhafte Rolle. Die meisten der hier begrabenen königlichen Frauen waren bislang namentlich völlig unbekannt geblieben.

Alle bislang aufgefundenen Königinnen -Pyramiden stehen jeweils in einem eigenen Bezirk und sind untereinander nicht direkt verbunden. Die Kultstellen der Anlagen sind stark zerstört und teilweise nur aufgrund der erhaltenen Spuren am Tempelpflaster rekonstruierbar. Es sind kleine Bauten, die zum Teil in Kalkstein, zum Teil aber auch in Ziegeln errichtet wurden.


zu den Pyramiden der königl. Frauen

Pyramidenkomplexe der königlichen Gemahlinnen Pepi I.
Von den insgesamt - es können jetzt eventuell schon mehr sein (?) - acht entdeckten Pyramidenanlagen ist die östlichste einer Königsgemahlin namens
Nubwenti (Nubunet) zuzuordnen, während die drei anschließenden einer Königsgemahlin Inenek/Inti, einer bislang namentlich nicht bekannten königlichen Gemahlin (sog. "Westliche Königin") und einer Königsgemahlin namens Meretities zugewiesen werden.

Weiter westlich schließ sich der Pyramidenbezirk einer Königin mit dem sinnigen Namen 
"HAA - Hr.w" ( Horus steigt herab)  oder "Mehaa" (M - h) an. Sie gebar ihrem Gemahl Pepi I. einen Sohn mit Namen "hr.w-nTr.i-X.t "  ( Her-netjerichet ) "Horus mit göttlichem Leib", der wohl schon früh verstarb.

Der Pyramidenbezirk der Königsgemahlin und Königsmutter Anchnesmerire II. ( Anchenespepi II.) - anx-n =s - Ppjj II. liegt etwas weiter im Westen.

Erst kürzlich wurde nordwestlich vom Bezirk der Königin " HAA  - Hr.w " eine weitere Königinnenpyramide entdeckt, die einer Königsgemahlin Pepis II. namens Anchnespepi III. (?) gehörte. Merkwürdigerweise fehlt unter den Königinnenpyramiden bislang die der Anchenesmerire I., doch dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis sie lokalisiert wird, da sie mit absoluter Sicherheit hier bei ihrem Gemahl ein Grabmal besaß.

Zu welchem Zeitpunkt die einzelnen Königinnenbezirke errichtet wurden, lässt sich schwer feststellen. Auf einem Türsturz des Nubwenetbezirks wird das erste Sedfest des Königs erwähnt, falls der Türsturz zu dieser Zeit angefertigt wurde wäre das im 3. Regierungsjahrzehnt (?) gewesen. 
(Wann Pepi I. sein erstes Sedfest feierte ist nicht genau zu bestimmen: „ Jahr nach der 18.Zählung “).

Nach dem heutigen Stand der Erkenntnisse ist anscheinend der Grabbezirk der Königin Inenek – Inti der älteste hier.     


Königinnen-Pyramiden

Die Pyramide

Die Substruktur der Pyramide folgt dem Vorbild des Teti.  Der Eingang ins Innere der Pyramide lag wie gewohnt in ihrer Mitte an der Nordseite. Mit Sicherheit stand über dem ebenerdigen Eingang eine Nordkapelle, wenn auch nichts davon erhalten geblieben ist.  Der Kalksteinkorridor hatte einen absteigenden und einen aufsteigenden horizontalen Teil, an deren Übergänge sich ein Vestibül befand.  Der schräg abfallende kalksteinverkleidete Korridor, der in seiner Mitte eine einzelne Fallsteinsperre aufweist, endet in der Gangkammer, von hier aus führt ein horizontaler Gang in die Vorkammer, die genau ins Zentrum der Pyramide liegt.

Etwa in der Mitte des horizontalen Ganges befindet sich eine Sperre aus drei Fallsteinen. Die Gangwände weisen an drei Stellen Verstärkungen durch Rosengranit auf, dem Schema der früheren Pyramiden folgend. Erstmalig ist auch die Gangkammer und der anschließende Korridor in das Beschriftungsprogramm der Pyramidentexte einbezogen. Die in senkrechten Hieroglyphen-Spalten angebrachten Texte waren grün ausgemalt - in der Farbe der Frische un der Erneuerung. 

Grundriss Pyramide Pepi I.  

Die Sarkophagkammer westlich der Vorkammer gelegen, maß 7,90 x 3,20 m und lag ca. 8 m unter dem Bodenniveau. Das östlich der Vorkammer liegende sog. Serdab trug an den Wänden wie üblich keine Pyramidentexte. Es wies seit Pepi I. auch keine drei Nischen mehr auf und wurde zu einem einfachen nord-südlich ausgerichteten Magazinraum, der unverkleidet und undekoriert bleib. Die Nischen dieses Raumes hatten also inzwischen ihre Bedeutung eingebüßt.

Die Vor- und Sarkophagkammer hatten einst ein Giebeldach aus riesigen Kalksteinmonolithen. Sie war in drei Blockschichten gegliedert und jede Schicht wiederum in sechzehn Einzelblöcke. Das Gesamtgewicht betrug etwas fünftausend Tonnen! Die Decke war einst mit Sternen dekoriert, die hier nach Westen orientiert sind.

Im Jahre 1966 begann man damit, den riesigen Krater auszuräumen, der die Lage der Grabkammer anzeigte. Steinräuber hatten im Mittelalter die riesigen Blöcke ihres Stemmplattendaches teilweise zerstört und entfernt. Dabei wurden interessante Erkenntnisse gewonnen. Der Zugangskorridor war immer noch durch die drei granitenen Fallgatter versperrt, die erst bei der Grabung gehoben wurden. Im Gegensatz zu den Grabräumen, die stark zerstört sind,  befindet sich dieser Zugangskorridor in einem ausgezeichneten Zustand. In der Grabkammer, die von den Steinräubern sehr "geschleift" wurde, fand man die aus Rosengranit bestehende Kanopentruhe samt flachem Deckel, welche noch in der für sie vorgesehenen Fußbodennische östlich der Südostecke des Sarkophags stand. Daneben lag ein vollständiger Satz Eingeweide, (mit größter Wahrscheinlichkeit des Pepi I. - Quelle: Mark Lehner/Geheimnis der Pyramiden) welches mit schmalen Bändern straff zu einem kompakten Ballen zusammengeschnürt war, das noch genau die Form des inneren Hohlraums der Großen Alabasterkanope erkennen ließ, in der es sich befunden hatte.

Es handelt sich hierbei um das einzige Exemplar des Inhalts eines königlichen Kanopenbehälters aus dem Alten Reich. Drei der vier aus gelblichen Alabaster bestehenden Kanopen-Krüge fanden sich, allerdings in Stücke zerbrochen, im Schutt der Grabkammer.

Der Sarkophag des Königs aus hartem, dunklen Stein (Grauwacke) stand einst an der Westwand der Sarkophagkammer. Bei der Auffindung war er völlig zertrümmert. Nur der untere Teil wurde aufgefunden und einige verstreute Fragmente, die man in neuerer Zeit wieder zusammengesetzt hat. Er trug an der Vorderseite eine zweizeilige Inschrift in einem Rahmen, die Titel und Namen des Königs nannte. Bei einer gründlichen Untersuchung fand man allerdings heraus, dass es sich wohl um einen Ersatzsarkophag handeln muss.  Jedenfalls ist das die Überzeugung von  A. Labrousse, der meint, dass das ursprüngliche Exemplar entweder beim Transport in die Grabkammer beschädigt wurde oder es traten verborgene Mängel in der Struktur des Steins zutage, aus dem der Sarkophag gefertigt wurde. Die Wände um den Sarkophag waren mit dem Schilfmattenkabinenmotiv verziert. Der Raum östlich der Vorkammer war genauso wie bei Unas und Teti unbeschriftet.

Die Herkunft einiger Fragmente der Mumie aus der Pyramiden-Substruktur ist zwar sehr unsicher, doch könnten sie durchaus von Pepi I. stammen. (Quelle: M. Verner/die Pyramiden) Das Gleiche gilt für die Überreste von Binden aus feinen Leinen. Außerdem fand man eine linke Sandale aus rötlichem Holz (Sykomoren?), ein Leinenstück mit der Inschrift "Leinen für den König von Ober- und Unterägypten, dass er ewig lebe", ein Stück plissierten Leinens und ein kleines Messer aus Feuerstein.

An den Wänden des Gang- und Kammersystems fand man Teile der Pyramidentexte noch an ihrer ursprünglichen Stelle, zum Teil jedoch auf etwa dreitausend Fragmenten im Schutt der Kammern. Das französische Team arbeitet schon seit einigen Jahren an der Lösung der komplizierten Aufgabe, die mit ihrer Rekonstruktion verbunden sind und setzt dazu mehr und mehr moderne Computertechnik ein. Dabei kam es zu unerwarteten Entdeckungen. Beispielweise wurden in der Vor- und Grabkammer nachweislich etwa 2/3 der Inschriften von einem größeren Buchstabentyp in einen kleinen umgearbeitet. Nicht weniger interessant war auch die Feststellung, dass es zu einer Änderung des älteren königlichen Thronnamens Nefersahor in Merire kam. Die Gründe hierfür konnten bisher nicht geklärt werden.

( Co-Autor: J. H. Pirzer )

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