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Durch diese Titulatur knüpft König Osorkon II. an
die imperiale Vergangenheit der Ramessiden an. Sein Goldhorusname
bedeutet: " Groß an Kraft, der die Asiaten
(variabel: seine Feinde) schlägt, mit starker Kraft".
Dieser Goldhorusname erweitert sich noch mit:
"Der die Bogenvölker (Nubien) zurücktreibt,
Herrscher, mächtig in allen Ländern."
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Horusname: |
1. kn mrj - MAat
/ meri - Maat 2. kn mrj - Maat - sxaj - sw [Ra] - r - nsw -tAwj 3. kn mrj - Maat - [sxaj - sw - Ra]
- m - nsw - r - |
1) "Starker Stier, geliebt von der Maat" 2) "Starker Stier, Geliebter der Maat, den Re zum König der beiden Länder einsetzte. 3) "Starker Stier, Geliebter der Maat, den Re als König einsetzte, um die beiden Länder auszurüsten." 4) "Starker Stier, erschienen in Theben" |
| Nebtiname: |
1. SmA p(s)St j - mj -
SA - Ast + dmD,f - Sxmtj - m - Htp 2. SmA - psSt j - mj - SA - Ast + sHtp - nTrw........ 3. SmA - psSt j - mj - SA - Ast + dmD.n.f - sxmt j - m - Htp dhn - ..... 4. SmA psSt j - mj - SA - Ast + sHtp - nTrw - m - jr(T) - MAat |
1) Der die beiden (Landes)-teile vereint wie der Sohn der
Isis - er der die beiden Landeskronen befriedet." 2) ........ 3) Der die beiden (Landes)-teile vereint, wie der Sohn der Isis, indem er die beiden Kronen in Frieden vereint." 4) Der die beiden Hälften vereinigt, wie der Sohn der Isis - derjenige, der die Götter zufrieden stellt, indem er die Maat vollbringt."(Der die beiden Landes)-teile vereint wie der Sohn der Isis, der die Götter zufrieden stellt mit dem Tun der Maat.) |
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Goldhorusname: |
1. wr - pHt j Hwj -
MnTw wsr............ 2. sxm pHt j Hwj - Xftjw.f wsr - fAw 3. ..... dr - pDwte jty - sxm -m- tAw - nbw |
1) "Mit großer Kraft, die die Asiaten schlägt,
groß an Ansehen." (Mit großer Kraft, der seine Feinde schlägt, mit
starker Macht.) 2)....... 3) "Der die Bogenvölker zurücktreibt, Herrscher, mächtig in allen Ländern." |
| Thronname: |
wsr - Maat - Ra stp.n - Jmn / stp - Ra/ Wsr - mAat - Ra - stp - n - Imn/ Ra Wesermaatre setepenamun /User-maat-Re sotep - en - Amun -Re /Woser - maat - Re setpenre/Amun / Ousermaatre setepenamun | " Mächtig ist die Macht des Re /Amun
"Mächtig an Macht ist Re /Amun" |
| Geburtsname: |
wsrkn - SA -
Bastt mrj - Jnm / Osorkon
Si-Bast meri -Amun |
" Osorkon, Sohn der Bastet, geleibt von Amun." |
(Zur Außenpolitik und zu seinen
Baudenkmälern)
| Allgemeines zur Person: |
Mit Sicherheit ist König Osorkon II. ein Sohn von Takelot I. und dessen Gemahlin Kapes. Durch die Pasenhor/Harapson-Stele (Stele Nr. 31, die Mariette in den kleinen Apisgrüften des Serapeums fand) und einer Inschrift in seinem Grabbau in Tanis ist die Stellung seiner Mutter als "Gottesmutter" - (KAps/Kapes) gesichert.
Aus der Ehe mit der Königsgemahlin
Karomama (II.) stammen
drei Prinzessinnen und zwei Prinzen. Karomama war die Mutter von Prinz
Schoschenq D. Weitere Nachkommen stammen aus seiner Ehe
mit einer Frau namens Djedmutineanch (Mutndjaamcjes),
so auch ein Sohn mit Namen Namlit (2) oder B / Namilta /Nemalot oder Nimrot,der
später in das Amt des Hohenpriesters des Amun zu Karnak eingesetzt wurde.
Eine dritte Gemahlin war eine gewisse Isetemachbit.
Eine Tochter des
Königs von dieser Nebenfrau hieß
Tjesbastetetperu "Königstochter". Aus
ihrem Begräbnis existieren vier Kanopen - heute im Wiener Kunsthistorischen
Museum, Inv. Nr. ÄS 3561, 3562, 3563, 3564. Tjesbastetperu war die Frau des
Hohen Priesters des Amun zu Karnak, Takelot.
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Osorkon II. mit seiner Königin Karomara I. auf einem Relief der großen Rosengranit-Halle, die der König zu seinem Hebsed-Fest in Bubastis bauen ließ. (heute br.Museum London EA 1077 - Material roter Granit ) |
Osorkon II. in der Tracht des Sed-Festes, Relieffragment vom Jubiläumsportal des Königs in Bubastis |
Eine Statue (Stelophor - Kairo, CG 1040) aus Tanis nennt als Teil seiner innenpolitischen Bestrebungen die Einsetzung seiner Söhne in hohe Stellungen.
Die Regierungslänge sowie der zeitliche Ansatz von Osorkon II. ist bis heute unter den Gelehrten ein umstrittenes Thema. Auf einer Serapeumsstele ist das höchste belegte Datum für diesen König das Jahr 23/29 (?). Unter einigen Wissenschaftlern besteht allerdings die Ansicht, das er bis in sein 30. Jahr regiert hat. Die Dauer seiner Herrschaft wird je nach Autor zwischen 33 und 23 Jahren angegeben. Krauss befürwortet eine 23 Jahre übersteigende Regierungsdauer für Osorkon II. Er legt den Beginn zwischen 883 bis 862 v. Chr. und das Ende zwischen 855 und 833 fest.
| Höchstes belegtes Regierungsjahr ist "Jahr 29" - (Kai-Inschrift Karnak Nr. 14) | |
| Nilstandsmarken am Kai von Karnak: = Nr. 8/9, 11,12,14 | |
| Jahr 12 | |
| Jahr 21 | |
| Jahr 22 | |
| Jahr 29 | |
| (Jahr 30 - Jubiläums-Inschrift Naville, Festival
Hall, T.6, wo "Jahr 30" statt
"Jahr 29"
zu lesen gewesej sein wird.) Dieses Datum wird allerdings von J. v. Beckerath angezweifelt. Er sieht hier eine Verschreibung oder Verlesung für das "Jahr 30" an - Sedfest-Inschrift am Tor von der Festhalle im Tempel von Bubastis. Dieses Datum könnte auf einer jetzt verschollenen Stele zurückgehen, die bei Porter & Moss zitiert worden ist: "Heb-sed Stele, Jahr 22 von Osorkon II., wahrscheinlich aus Bubastis, heute in einer Privatsammlung in New York." Die Stele in der Festhalle Osorkons II., an der Naville das Datum "Jahr 22" als Datum für das Sedfest gelesen hatte, ist heute leider zerstört und es kann nicht mehr nachgeprüft werden. Das Datum beruht auf einer Abzeichnung, da das Original wohl verloren ist. Bei dieser Stele handelt es sich eindeutig um die Stele eines Privatmannes (evtl. ein Priester ?) Es gibt keinerlei Hinweise auf das Hebsed-Fest des Königs. Offenbar hat diese zufällige Übereinstimmung des Datums mit dem von Naville an der Jubiläumshalle Osorkons gelesenem zu der Ansicht geführt, die Stele wäre anlässlich des Sedfestes errichtet worden. (Quelle: Überlegungen zum Sedfest Osorkon II. nach Beckerath - GM 154/1996) |
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| Grabstätte König Osorkons II. in Tanis |
Unter der Leitung von Pierre Montet führte eine französische Expedition seit 1929 Grabungen in San el-Hagar, dem griechischen Tanis, durch. Am 25. 2. 1939 gelang ihm in der 11. Grabungskampagne am 25.2. 1939 mit der Entdeckung des Grabes von König Osorkons II. aus der 22. Dynastie ein sensationeller Fund. Dieses Grab lag in einer Ecke des kleinen Mut-Tempels, der innerhalb des großen Tempelbezirks lag. Der Bereich über den Gräbern war unter der Herrschaft von Schoschenq III. mit einer riesigen Mastaba aus Schlammziegel überbaut worden, deren Überreste später allerdings weggeschwemmt worden waren, so dass die zu dieser Zeit bereits in Vergessenheit geratenen Königsgräber direkt unter den Überresten von Werkstätten und Künstlerateliers aus ptolemäischer Zeit lagen. Das Steinplattendach dieses Grabbaues war, wie sich später herausstellte, an zwei Stellen bereits von Grabräubern erbrochen, dann aber wieder flüchtig verschlossen worden.
Pierre Montet fand auf diesem Dach ein Goldamulett und Kanopen und stieg am 27.2. 1939 um 14 Uhr Ortszeit durch die Grabräuberöffnung an der Nordostecke in das Grab hinunter. Von hier aus gelangte er in eine kleine halb verschüttete Kammer (heute I.-2) Diese quadratische Kammer war an den Wänden mit Figuren und Hieroglyphen bedeckt. Eine weitere Kammer wurde von einem mächtigen, aus dem Boden herausragenden Sarkophag, der drei Viertel des Raumes einnahm, dominiert. Der Name in der Kartusche lautete Osorkon.
Wandöffnungen führten von dieser ursprünglichen Eingangskammer in ein kleines Labyrinth unterirdischer Räume mit geplünderten Sarkophagen und spärlichen, in den schlammigen Ablagerungen verstreuten Gegenständen.
| Der Grabbau: |
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| 1. = Scheschonq (V.?) oder III. 2. = ursprünglicher Zugang zur Zeit Smendes? 3. = Takelot I. 4. = Osorkon II. 5. = Prinz Hornachte |
Der Grabbau wurde aus Steinblöcken
kubischer Form errichtet und besteht aus einer großen Kammer aus
Granitblöcken, sowie der aus Kalksteinblöcken erbauten Vorkammer, einer
Seitenkammer und der ursprünglichen Eingangskammer. (Eine dünne Kalksteinmauer
teilte die Vorkammer in zwei Räume)
Der Grabbau ist von einem früheren König übernommen. (evtl. König
Smendes?) und wurde durch König Osorkon II.
umgestaltet. Die von ihm angeordneten Veränderungen am Grab haben wohl
hauptsächlich die Ausschmückung des Baues betroffen, sowie Umbauten im
östlichen Bereich der Anlage, wo man einen Sarkophag für seinen Vater Takelot
I. aufstellen ließ (Kammer 1.3)
Ein großer Granitsarkophag, der für Osorkon II.
bestimmt war, wurde in der granitenen Hauptkammer (I.4) aufgestellt. Außerdem riss
man die Westwand ab, um dort noch einen weiteren querstehenden Sarkophag für
einen Königssohn namens Hornacht unterzubringen.
Mit großer Erwartung drang man am 19.3. in die Sargkammer (I.-4) Osorkons II. vor und die Ausgräber öffneten die für den Grabherrn selbst bestimmte Kammer. Die Wand war noch unversehrt und von einer Putzschicht bedeckt. Der Zugang zur Kammer war mit einem Obelisk verschlossen. Doch zur großen Enttäuschung erwies sich auch dieses Grab als ausgeraubt. Die Grabräuber waren durch einen engen Spalt in das Mauerwerk, welchen sie an der Südwestecke der Kammer geschlagen hatten, eingedrungen, der aber bisher den Ausgräbern verborgen geblieben war, da er später wieder mit Gips verschlossen wurde.
Ein riesiger Granitquader, welcher aus der Grabkammerwand gerutscht sein musste (wahrscheinlich durch Verschulden der Grabräuber) blockierte den Deckel des Sarkophages und verzögerten dessen Anhebung. Außerdem war zur gleichen Zeit das ungeplünderte Grab des Psusennes I. unmittelbar neben dem Grab des Osorkons gefunden worden und alle Arbeiten konzentrierten sich jetzt natürlich auf das neue, ungeplünderte Grab. Erst im Januar 1940, während der letzten Grabungskampagne wurden die Untersuchungen im Grab König Osorkons II. fortgesetzt.
Vom königlichen Begräbnis war nicht mehr viel übriggeblieben, da die rechteckige Kammer bei ihrer Entdeckung bis zu Hälfte mit Schlamm und Sand angefüllt war, woraus ein riesiger, an der Stirnseite gerundeter Sarkophag aus Rosengranit herausragte. (Evtl. von Ramses II. usurpiert?) In dem Sarkophag befanden sich die Überreste einer männlichen und einer weiblichen Mumie (die des Königs und der Königin?)
In der Rückwand der Grabkammer war
quer zum königlichen Sarkophag ein kleiner Quarzitsarkophag (oder Rosengranit?)
mit anthropomorphen Deckel (menschenförmig) eingelassen, der nach seiner sich
um den Deckel ziehenden Inschrift dem Prinzen Hornacht ( Hor-nacht / Hr
- nxt /
Har - nachti /Hornakhte), einem Sohn Osorkons II. gehörte. Das Sterbealter des
Prinzen wurde von Professor Derry in Kairo auf acht oder neun Jahre bestimmt.
Trotz seines jugendlichen Alters, bekleidete der Prinz schon das Amt eines
Hohenpriesters des Amun in Tanis
Der Königsohn
war mit einem großen Prunk bestattet worden. Die Sarkophagwanne des Hornacht
bestand aus einem Block aus der Zeit von Ramses II. Der Deckel gehörte
ebenfalls zu einem früheren Monument. Die Grabräuber konnten wegen dem
verschobenen Granitblock den Sarkophag nicht öffnen, darum schlugen sie ein
Loch in Höhe der Brust des Toten in den Sarkophag. Sie schlugen den Silbersarg,
in dem er lag, in Stücke und holten ihn so heraus, ebenso seine goldene
Gesichtsmaske, sowie den Kopf- und Halsschmuck.
Am 15.01. 1949
öffnete man den Sarkophag und zum Glück hatten die Grabräuber noch an die 40
Schmuckstücke zurückgelassen.
Die Mumie des Prinzen war einst in Bänder
gewickelt und in ein Perlennetz gehüllt und lag in einem (falkenköpfigen ?)
Holzsarg, der seinerseits wiederum in einem vergoldeten Holzsarg (falkenköpfig
?) steckte.
Wegen der hohen Feuchtigkeit in den Gräbern befanden sich beide Särge (was
davon noch erhalten war) in einem sehr schlechten Zustand. Vom Holz des Sarges
war praktisch nichts mehr vorhanden. Den Silbersarg hatten die Grabräuber
zerbrochen und so viele Bruchstücke wie möglich durch das in den Sarkophag
gebrochene Loch herausgezerrt. Mit Hacken wurde dann der Schmuck an Kopf und
Hals der Mumie herausgezogen. Zum Glück gelang es ihnen nicht, weiter in den
Sarkophag einzudringen, deshalb entgingen ihnen die Skarabäen mit ihren Ketten,
Amuletten und Statuetten sowie fünf Armreifen.
Neben dem Kopf des Prinzen fand man einen Spiegel aus Bronze. Die Mumienhülle des Hornacht war mit aufgenähten Amuletten geschmückt, jedes aus dünnem Gold oder Elektrumblech geschnitten und in Zelltechnik mit bunten Einlagen eingelegt und so bildet ein jedes ein kleines Meisterwerk für sich.
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| aufgenähte Amulette auf der Mumienhülle des Hornachte |
Man fand eine Osirisfigur (Höhe 8 cm) plastisch aus Goldfolie, die Feder zu beiden Seiten der Krone, in blauem Stein eingelegt, ein Geier (Himmelsgeier), dessen Körper aus zweifarbigen blauen Stein (Lapislazuli) eingelegt war, ein mumifizierter Achem-Falke in Zelltechnik mit blauem Stein eingelegt sowie ein menschenköpfiger Seelenvogel, dessen Körper und Gesicht aus Goldblech ziseliert ist. Die Perücke wiederum ist mit blauem Stein eingelegt, der in den Klauen sn-Ringe hält.
An den Armen der Mumie fanden sich fünf Armreifen, auf denen sich Hornacht unter den Schutz verschiedener Gottheiten stellt, darunter den 36 Dekanssternen, den Gefolgsleuten der "Gefährlichen", der furchterregenden Göttin. Die Innenseite einer der Armreifen ist in drei horizontalen Registern gegliedert; das oberste zeigt eine Prozession von vierzehn Göttern, die beiden unteren tragen Schutzformeln:
"Gesprochen
von den Göttern und Göttinnen des Himmels, der Erde und der Unterwelt:
- Was wir tun, das ist dein Schutz!"
Der Steg eines anderen Armreifs ist mit einer Reihe winzig kleiner Dekangöter geschmückt, die sich in ganz ähnlichen, eindeutigen Worten vernehmen lassen:
"Wir gewähren
Schutz dem Hohenpriester des Amun, dem Königssohn des Herrn der Beiden
Länder,
Hornacht dem Gerechtfertigten."
Ein weiterer
Armreif trägt die Kartusche König Osorkon II. Das Schmuckstück war vielleicht
ein letztes Geschenk seines Vaters für ihn. Ein anderer Armreif besteht aus
drei nebeneinanderliegenden Röhrchen, die mit Schachbrettmuster geschmückt
sind. Sie schließen sich nicht zu einem Ring, sondern lassen Platz für drei
Stege, auf denen sieben Skarabäen aus Gold und Lapislazuli sowie ein Frosch
sitzen.
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| Vier Kanopengefäße des Hornacht |
Im Schlamm auf dem Boden des Sarkophages fand man Uschebtis vor dem Loch, das die Grabräuber gebrochen hatten sowie die vier Kanopen des Hornacht in ausgezeichnetem Zustand. Jeder der Kanopengefäße, die aus Kalkstein gefertigt waren, besaß einen hervorragend figürlichen Deckel, der im besten Stil der 19. Dynastie gearbeitet war. Man erkennt die Gesichter der vier Horussöhne, die in feiner Ausführung mit zahlreichen schwarzen, blauen und roten Farbresten noch unterstrichen werden. Den kleinen Sandsteinkasten mit gewölbten Deckel, in dem sich die Kanopengefäße befanden, nahmen die Grabräuber mit.
Hornachte besaß
über dreihundert Uschebtis in seinem Begräbnis mit der Aufschrift:
"Osiris,
Erster Prophet des Amun-Re, des Königs der Götter, Hornacht,
Gerechtfertigt."
Deutlich ist an den rund tausend Uschebtis, die in der Grabkammer Osorkons II. gefunden wurden zu erkennen, dass unter der 22. Dynastie die Fayencekunst einen deutlichen Renaissance erlebte. Eine besonders auffällige Tendenz zu einer individualisierenden Darstellung sieht man bei den sehr verschieden gestalteten Gruppen von Uschebtis aus dem Besitz des Königs, wie z. B,. gut zu erkennen die Darstellung bei den ausdrucksvollen Gesichtern der Diener, die Löchchenperücken lebender Personen tragen. Dieser naturalistische Stil ist auch übertragen worden bei der Gestaltung der Person der Vorarbeiter. Er gibt hier erstmals in der ägyptischen Kunst seine steife Haltung auf und wird in Schrittstellung gezeigt, wie er seine Peitsche knallen lässt
Ein Schmuckstück der
besonderen Art trägt den Namen Osorkon II. Es ist eine Göttertriade
aus Gold, Lapislazuli
und Glas mit einer Höhe von 9 cm. Sie ist heute im Louvre
E 6204..
Es ist möglich, dass
sie aus der Beute der Grabräuber stammt und damit aus Tanis. 1872 wurde die
Göttertriade vom Pariser Louvre aufgekauft. (Sammlung Rollin - Feuardent)
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Es handelt
sich um einen Anhänger, denn an der Rückseite jeder Figur sind drei
große Ringe gelötet, sicherlich zum Tragen mit einer Kette. Es ist eine goldene Dreiergruppe - Osiris, flankiert von Horus und Isis, auf einer Lapislazuli-Säule, die auf ihrem Boden den Namen Osorkon II. trägt. Die drei massiv gegossenen Goldstatuen sind mit einer blockfelddekorierten Bodenplatte verbunden. Im Zentrum sitzt Osiris - der hier mit König Osorkon II. identifiziert wird - auf einem Schrein, den man aus einem Lapislazulistück geschnitten hat. Er ist mit dem Namen des Königs beschriftet. Auf einer Seite wird Osiris/Osorkon von seiner Gemahlin Isis beschützt und auf der anderen Seite von seinem falkenköpfigen Sohn Horus, der die Doppelkrone trägt. |
Sicher geschah die Wiederverwendung und die Umgestaltung eines schon existierenden Grabes eines früheren Herrschers durch König Osorkon II. für sich nicht aus finanziellen Erwägungen - ganz im Gegenteil erlebte Ägypten gerade unter seiner Regierung eine wirtschaftliche Blütezeit - sondern geschah wohl aus dem Wunsch heraus, in der Nähe einer heiligen und verehrten Umgebung bestattet zu werden.
Wie im Grabbau König Psusennes I. fanden sich auch im Grab Osorkons II. neben dem königlichen Begräbnis und dem seines Sohnes Hornacht weitere Nebenbestattungen statt und zwar im Raum I. - 1 und I. - 3
Raum 1. - 3:
Hier befindet sich der große rechteckige Granitsarkophag mit der Bestattung
des Vaters von Osorkon II., König Takelots I. (fälschlicherweise früher oft
als König Takelot II. angesehen). Diese Bestattung geht wohl auf König Osorkon
II. zurück. Bei seiner Entdeckung war dieses Begräbnis von den Grabräubern so
gut wie ausgeraubt.
Raum 1. - 1:
Im Vorraum des Grabes steht ein gewaltiger kartuschenförmiger Sarkophag
eines Königs namens Schoschenq. Man tendiert im allgemeinen heute dazu, das es
sich hierbei um die Bestattung von König Schoschenq III. handelt. Dieser ließ
auch die baulichen Veränderungen durchführen. (Es ist aber auch schon König
Schoschenq V. vorgeschlagen worden?) Auch dieses Begräbnis ist bei der
Auffindung vollständig ausgeraubt vorgefunden worden.
| Dekoration: |
Die Wände der vier Kalksteinkammern waren mit bemalten Reliefs geschmückt. Hauptsächlich zeigten sie Szenen aus dem Totenbuch und dem Buch der Nacht, aber auch so ungewöhnliche Szenen wie die Geburt der Sonnenscheibe, die sich an Darstellungen im Tal der Könige orientieren. Weitere Darstellungen sind das negative Sündenbekenntnis und das Totengericht mit den Wägen des Herzens.
| Nördliche Wand, Kammer I. - 2 oder I. - 1: Hier befindet sich ein Relief des König Osorkon II., abgebildet, wie er Osiris ein Opfer übergibt. Der König ist im Pantherfell dargestellt mit einer Stirnbinde, deren Bänder hinten herabhängen und dem Uräus an der Stirn. Er hat die Arme in anbetender Haltung erhoben. Vor ihm sind groß Thron und Geburtsname geschrieben. | |
| Westseite - Kammer I. - 1 oder I. - 2: Hier sieht man Osorkon betend vor einem Osirisbild, im Norden sitzen Isis und Osiris in einem Naos. Die übrigen Wände sind mit einer Darstellung der Sonnenscheibe bebildert, die von einem riesigen Gefolge gezogen wird. |
An der Nord- und Südwand der königlichen
Grabkammer I. - 4 finden sich Darstellungen der morgendlichen Wiedergeburt der
Sonne. An der Westwand der ersten Kammer (wahrscheinlich ist hier Raum I. - 1
gemeint) befindet sich die langgestreckte Figur der Göttin Nut, zusammen mit
der Sonnenbarke und dem dazugehörigen Gefolge abgebildet. An der Westwand sieht
man das Abwiegen der Seele vor Isis und Osiris. Die Decke der Kammer ist bedeckt
von gelben Sternen auf blauem Grund.
In Kammer 1. - 3, in dem das Begräbnis König Takelots I. sich befindet, ist an
der Nordwand die Darstellung einer Mumie mit Widderkopf zu sehen. An der Ostwand
steht König Osorkon II. vor Osiris und Wadjet, an der Westwand, über der
Eingangstür der Kammer, sieht man den zu einem Osiris gewordenen König gekrönt
mit der Sonnenscheibe, aus der Lichtfunken hervorsprühen. Osorkon II. bereitet
sich vor, eine von zwei Genien mit doppelten Schlangenköpfen bewachten und
verriegelten Pforte zu durchschreiten.
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Kurz nach der Schlacht von Qarqar und dem Sedfest (853 v. Chr.) und dem Begräbnis des Apisstieres (852 v. Chr.) stirbt Osorkon II. und wird in seinem Grab in Tanis beigesetzt. Nachfolger wird gemäß der traditionellen Deutung Takelot II.
(Co-Autor: J. H. Pirzer)
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