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Im Verlauf der Ausgrabung im Pyramidentempel Pepis I. trat eine beachtliche Anzahl von Architektur – und Relieffragmente zutage, deren ursprüngliche Position nicht im Totentempel selbst zu lokalisieren ist. 
Es zeigte sich dass diese Blöcke als Baumaterial im Totentempel
wieder verwendet worden sind. Sie stammen folglich von einem älteren Gebäude, das vorher abgerissen worden war. Dieses Gebäude hatte aus Kalkstein bestanden und wies rechteckige Pfeiler mit Inschriften und Darstellungen in versenktem Relief auf.

Daneben sind aber Fragmente der Wandflächen des Gebäudes erhalten, die erhabene Reliefs tragen. Nun taucht auf diesen Spolien der Name einer ZSzS.tauf, der sich aufs beste mit den Inschriftenresten der Pfeilerfragmente ergänzt, auf denen sich Teile der Titulatur der Mutter König Tetis erhalten haben.

Die Königsmutter hatte in dem abgerissenen Gebäude eine herausragende Rolle inne, weshalb die Spolien wiederholt als Überreste des bis dato unbekannten Grabkomplexes der ZSzS.t angesprochen wurde.

Befremdlich ist hierbei nur, dass Pepi I. – ein Sohn des Teti und folglich Enkel der ZSzS.t  – beim Bau seiner Pyramidenanlage Teile eines Gebäudes wiederverwendet haben soll, in dem das Andenken seiner Großmutter und letztlich auch seines Vaters Teti gepflegt wurde.

Die diesbezüglichen Erklärungsversuche sind m. E. ebenso vielfältig wie unbefriedigend.

Völlig zu Recht wurde die These abgelehnt, die mutmaßlich vom Grabbau der Zszs.t stammenden Blöcke seien das Ergebnis des Vernichtungswerk des Königs Userkare, wobei Pepi I. einige Überreste des Grabes aus Pietätgründen im eigenen Pyramidenbezirk wiederverbaut hätte.

Es besteht auch durchaus die Möglichkeit, dass das Gebäude, von dem die Spolien stammen, erst nach dem Tode König Tetis, also von Pepi I. errichtet wurde.

Bislang völlig singulär ist der Titel mw.t  ntr. ( bisher frühestens in der 17. Dynastie Göttinnen und erst ab der 18. Dynastie auch Königsmütter zuerkannt) Er kann sich nur auf Teti selbst beziehen. 
(Teti als „ Gott “)

Bei dem Gebäude kann es sich also nur um ein von Pepi zu Ehren seiner Großmutter errichtetes Bauwerk handeln. Wahrscheinlich handelte es sich um den Pyramidenkomplex für die Königsmutter selbst, den ihr Enkel postum errichten ließ.

Die kurze Regierungsdauer des Teti von ca. 4 – 6 Jahre lassen es plausibel erscheinen, dass die Bestattung der ZSzS.t erst in der Zeit ihres Enkels Pepi I. erfolgt, der seine Großmutter schließlich in seiner eigenen Jenseitsresidenz im Süden der Nekropole beisetzte.

Der – völlig im Wiederspruch zu den übrigen Zeugnissen der Königsmutter stehende – spätere Abriss von Teilen dieses Grabmals und deren Verbauung im nahen Pyramidentempel des Königs, aber lässt sich mit Restaurierungsarbeiten des Mittleren Reiches im stark frequentierten Tempel des Pepi erklären.

Diese Arbeiten wurden mit Ziegeln, aber auch mit Kalksteinblöcken aus den benachbarten Privatgräbern vorgenommen.

Außer dem Namen der Königin ^SsSst  (ZSzS.t ) fand sich noch der fragmentarische Name einer weiteren Königsmutter. Von ihrem Namen blieb nur  mwt   njswt   bit   #ntt – [  ?  ] erhalten.

Da wir die Mütter von König Teti und Pepi I. kennen , kann es sich bei dieser Königsmutter eigentlich nur um die des Königs Userkares handeln.


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