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Al-Fustat: |
Muslimische Araber eroberten Mitte des 7. Jh. Ägypten und brachten die islamische Religion und die arabische Sprache ins Land. Unter der Führung von Amr Ibn al-As, Kommandeur der Armee von Kalif Omar I., brachen 639 n. Chr. die Araber von Medina aus auf, um Ägypten, die reichste Provinz des Byzantinerreiches zu erobern. Zu diesem Zeitpunkt war Alexandria noch Hauptstadt Ägyptens. Nach monatelanger Belagerung nahmen die arabischen Truppen die an der Deltaspitze des Nils gelegene, byzantinische Festung, welche die Griechen ca. 100 Jahre n. Chr. "Babylon" genannt hatten, ein. (Quelle: Wikipedia-Enzyklopädie
Ein Jahr später fiel Alexandria und im Jahr 641 n. Chr. wurde das Militärlager Fustat gegründet, aus dem später Al-Qahira (969 n. Chr.) oder Alt-Kairo entstand. Der Name Fustat geht auf das arabische Wort "Zelt" zurück und weist auf den Charakter der ehemaligen Zeltstadt hin. Amr Ibn al-As, inzwischen Stellvertreter des Kalifen, ließ die erste Moschee auf ägyptischen Boden im Zentrum von Fustat bauen. Allerdings ist davon im heutigen Bauwerk der Amr-Moschee fast nichts mehr zu sehen.
Die Omaijaden-Kalifen von Damaskus machten Al-Fustat zur Provinzhauptstadt von Ägypten. Sehr lange während ihrer über 500jährigen Geschichte galt sie als reichste Handelsstadt im islamischen Raum. Hochwertige Produkte aus den Töpfereien, Glasbläsereien, Webereien, Kupfer- und Goldschmieden waren im ganzen nahen Osten berühmt. (Omaijaden: 661 - 750 n. Chr.)
Schon hundert Jahre später eroberten die Abbasiden die Garnisonsstadt Fustat und sie wurde beim Sturz der Omaijaden (750 n. Chr.) vernichtet. Herrscher der Abbasiden war Harun al Rashid, der von Bagdad aus, Handel und Kunst nach Al-Fustat brachte.
Ahmed Ibn-Tulun, als Sohn eines ehemaligen türkischen Sklaven geboren, später als Staathalter für den abbasidischen Kalifen von Bagdad über Ägypten eingesetzt, löste sich Mitte des 9. Jh. von seinem Auftraggeber und gründete als alleinherrschender Emir eine eigene Residenzstadt, Al-Qata'i, nördlich von Fustat. (Tuluniden: 870-905 n. Chr.) Die Dynastie des Ibn-Tulun hatte allerdings nur 35 Jahre Bestand.
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Al-Qahira oder Kairo |
Mit dem Bau der neuen arabischen Hauptstadt Misr Al-Qahira (die Stadt des siegreichen Mars), die 969 n. Chr. unter dem schiitischen General Gawhar ("Jafar"), dem mächtigen Feldherr des fatimidischen Kalifen Al Mu'izz, erbaut wurde, schlug die Geburtsstunde des heutigen Kairos. Gawhar es-Saqalli, ein ehemaliger Sklave aus Sizilien, der zum Islam konvertierte, gründete die Stadt als neuer Herrschaftssitz des Fatimiden-Geschlechtes in Ägypten. (Schiitische Fatimiden 969-1171 n. Chr.) Sie lag im Gegensatz zu ihren Vorgängern Al-Fustat (641 n. Chr.), Al-Aksar (750 n. Chr.) und Al-Qata'i, die immer an den Wasserwegen lagen, nicht mehr direkt am Nil, sondern am "Khalig el-Masri", einem Kanal, der schon von den Pharaonen gebaut wurde und der bis zum Roten Meer führte.
Al-Qahira oder Kairo, die "Siegreiche" , entstand genau dort, wo heute der Khan el-Khalili liegt. Frühere islamische Zentren wurden zu Vororten Kairos. Am Ende des 11. Jahrhunderts n. Chr. vergrößerten armenische Architekten die alte Stadtmauer aus Lehmziegel durch eine große Steinkonstruktion. Von den 60 Toren, die einst Einlass in die im byzantinischen Stil erbauten Verteidigungsanlage boten, existieren heute noch drei der Tore: das nach einem Berberstamm genannte Bab el-Suweila im Süden (1092), Bab el-Futuh ( Tor der Eroberungen) und das Bab el-Nasre im Norden. (Siegestor)
Bab al-Nasre /Siegestor Das Bab al Nasre im islamischen Kairo ist eine massiv befestigtes Tor an der nördlichen Stadtmauer von Kairo. Rechteckige Steintürme flankieren den Rundbogen des östlichen Portals.
Bild-Autor: Md iet
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Originalbild: hier
Das ursprüngliche Tor Bab al-Nasre wurde 969 n. Chr. von Gawhar al Siqilli, dem großen Fatimiden-General, als Bestandteil eines Verteidigungswall erbaut.
1121 n. Chr. ersetzte der fatimidische Wesir Badre al-Jamali das ursprüngliche Tor Bab al-Nasre im Zuge der Stadtvergrößerung durch das heutige Bab al-Izz (Gate of Prosperity). Doch bis heute nennen die Bewohner Kairos das Tor bei seinem ursprünglichen Namen Bab al Nasre (Tor des Sieges)Die Samenhändler und Schlachter hatten ihre Stände in der Nähe des Bab el-Futuh aufgebaut. Die Pferdewagen der Gemüsehändler wurden ebenfalls am Tor der Eroberungen entladen. Das Stadttor ist berühmt wegen der Knoblauchhändler. Wahrscheinlich gibt es in ganz Kairo keine einzige Knoblauchknolle, die nicht durch die Hände der Kaufleute am Bab el-Futuh gegangen ist.
Kairos Reichtum beruht zum größten Teil auf seinen Gewürzhandel. Der Legende nach waren die Gewürze göttlicher Herkunft. Direkt vom Paradies hinab auf die Bäume gefallen, soll der Nil sie mitgerissen haben und in Ägypten angeschwemmt.
Bab-al-Futuh (Tor der Erweiterungen)
File: Cairo-Bab-al-Futuh.jpg
Autor: Baldiri
Lizenz: Creative Commons Lizenz 3.0 UnportedBild: mit frdl. Genehmigung von Uli
www.aegyptenfans.de
Bab Zuweila nach David Roberts
Das Bab Zuweila
mit den beiden auf den Stadttoren gebauten Minaretten.Dieses Bild ist gemeinfrei, da die Schutzfrist 70 Jahre nach dem Tod des Autors abgelaufen ist.
File: Cairo-Bab-Zuwayla.jpg
Autor: Baldiri
Lizenz: Creative Commons Lizenz 3.0 UnportedDas imposante Bab Zuweila ist das einzige Stadttor, welches von der mittelalterlichen Stadtbefestigung
Al-Qazira noch steht. Gebaut wurde es zur gleichen Zeit wie die beiden Nordtore und bis Ende des 19. Jahrhunderts noch jeden Abend zugemacht. Die Hauptplätze der Stadt befanden sich damals in der Marmeluckenzeit vor dem Tor.Unter großem Spektakel fanden hier öffentliche Hinrichtungen statt. Sultan Mu'ayyad ließ Anfang des
15. Jh. die Minarette einer Moschee auf die massiven Mauern des Tores setzen. Er ließ die Mauern eines Gefängnisses, das bis an die Stadtmauern reichte, niederreißen und errichtete dort 1420 die nach ihm benannte Sultan Mu'ayyad-Moschee.Rund um den ursprünglichen Stadtkern von Al-Qahira, gewachsen um die El-Ashar-Moschee, die knapp ein Jahr nach Stadtgründung gebaut wurde, befinden sich hier auf vier Quadratkilometern etwa 450 altislamische Bauwerke, die als Weltkulturerbe gelten.
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Moscheen |
Zeugnisse aus der frühen islamischen Zeit sind in Ägypten eher selten zu finden. Einige bedeutende findet man in Kairo, wie die Ibn-Tulun-Moschee und die ältere Amr-Moschee. Von deren ursprünglichem Bau ist aber nichts erhalten geblieben. Ebenso die Al-Azhar-Moschee, die von Gawhar gegründet wurde.
Die islamische Sakralarchitektur ist von drei Moscheeformen geprägt. Die sogenannte "Hofmoschee" ist der älteste Typus, mit einem arkadengesäumten, offenen Innenhof und einem seitlichen Portikus, der nach Mekka weist. Meistens findet man diese klassische Anordnung bei den großen Moscheen. Die große El-Akmar-Moschee in Kairo ist das älteste Beispiel des klassischen Typs. Häufig wurde der Grundriss dem Straßenverlauf angepasst, doch verblieb die Ausrichtung nach Mekka.
Ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts setzte sich in Ägypten eine ganz andere Form durch, die eine spezielle Ausprägung erfuhr: die "Liwan-Moschee"- Das Zentrum dieses Moschee-Typs war der überdachte Hof, auf dem sich vier überwölbte Hallen (Liwane) öffnen. Viele Liwan-Moscheen sind von bescheidenen Ausmaßen, da die städtische Wohndichte bereits sehr hoch war. Häufig bestehen sie aus unterschiedlichen Nebengebäuden, jenseits der den eigentlichen Gebetsraum begrenzenden Straßen. Ein charakteristisches Beispiel hierfür ist die 1480 n. Chr. in Kairo errichtete Kidjmas el-Ischaki-Moschee, die vom Stallmeister des Sultans Kait Bey, Emir Kidjmas el-Ishaki auf einem kreuzförmigen Grundriss erbaut wurde. Sie liegt höher als die Straße. Das untere Geschoss der Moschee wird von Geschäften eingenommen. Das Portal ist mit Marmor und Koranversen verziert. Besonders zu erwähnen ist hier das prächtige Minbar mit Intarsien aus Elfenbein. Ein vergittertes Fenster geht auf das Mausoleum, welches für Kidschmas gedacht war, der jedoch in Damaskus bestattet wurde.
Ein dritter Moschee-Typ, der sich an den Kuppel-Moscheen Istanbuls orientierte, entstand schließlich unter der osmanischen Herrschaft. Typisch osmanisch ist der Grundriss der Malika Safija-Moschee in Kairo (erbaut 1610 n. Chr.). Nach der türkischen Eroberung Ägyptens 1517 entstand durch den byzantisch-osmanischen Stilsein Sanktuarium, das von einer großen Kuppel überwölbt war; davor befand sich ein Hof, den mit kleinen Kuppeln bedeckte Arkaden umgaben.
Islamische Sakralarchitektur
Minbar
Der Iman hält von der Minbar-Kanzel aus seine Predigt. Die Minbar ist aus verziertem Holz und manchmal auch aus Marmor. Meistens ist die Minbar neben der Gebetsnische (mihrab) an der qibla-Wand (Kibla-Wand) errichtet, auf welcher der Chatib (Islamsiche Prediger) am Freitag die Predigt (Chutba) hält. Einst wurden von der Minbar-Kanzel aus auch die Anordnungen der jeweiligen Herrscher verkündet.
Die Ursprünge des Minbars reichen in die Zeit des Propheten Mohammed zurück, welcher der Überlieferung nach aus Palmenstämmen zwei Stufen mit einem Sitz errichten ließ, damit seine Gläubigen ihn besser sehen konnten.
Mihrab-Nische
Mihrab nennt man die Gebetsnische in der Wand, welche die Gebetsrichtung (Kibla) nach Mekka angibt. Sie ist meist reich verziert mit Mosaiken, Halbedelsteinen, polychromer Marmorverzierung, bemalter Keramik aus den Fayencewerkstätten von Iznik, Bögen aus ornamentierten, abwechselnd hellen und dunklen Steinen (der sogenannten Ablak-Technik. Es gibt aber auch einfache, geschnitzte Holznischen. Auf jeden Fall befindet sich in jeder noch so kleinen Moschee eine Einrichtung, die die Gebetsrichtung zeigt.
| Amr Ibn el-As-Moschee: |
Die im heutigen Stadtteil Fustat liegende älteste Moschee Ägyptens, die nach dem arabischen Feldherr des Kalifen Omar benannt wurde, entstand um 641/42 n. Chr. und gilt als die erste Moschee in ganz Afrika. Sie befand sich an der Stelle des ersten Zeltlagers der islamischen Eroberer.
Die Moschee hatte einen rechteckigen Grundriss. Als Baumaterial benutzen die Architekten Stein- und Lehmziegel sowie Palmenstämme und Palmwedel für die Überdachung.
Mehrmals wurden große Teile der Amr-Moschee zerstört. Ein neuer Hof (Sahn) den 672 n. Chr. die Omaijaden anlegten ,veränderte ebenso die Gesamtansicht der Moschee, wie der 710 n. Chr. erfolgte Wiederaufbau. (nach einer weiteren Zerstörung) Unter der Herrschaft der Abbasiden (827 n. Chr.) nahmen die neuen Herren eine Erweiterung an der Südwestseite vor. Unter den Fatimiden (969-1171 n. Chr.) erlangte die Moschee eine besondere Wertschätzung: sie erhielt drei Minarette. Abermals wurde die Amr-Moschee 1175 bei einem Brand vernichtet, kurz darauf aber wieder aufgebaut.
Auch die Mamelucken erweiterten und bauten die Moschee um, insbesondere nach einem Erdbeben im Jahre 1303. In den folgenden Jahrhunderten verfiel die älteste Moschee Ägyptens. Erst Ende des 18. Jh. begann man sie zu restaurieren und weitere Erneuerungen einzufügen.
Amr Ibn el-As-Moschee Wir haben keine wirklichen Vorstellung, wie die Moschee ursprünglich aussah, wie dieser kurze Bericht über die wechselvolle Geschichte der Amr Ibn el-As-Moschee deutlich zeigt. Vom Ursprungsbau sind nur noch Fundamente erhalten.
| Ibn Tulun-Moschee: |
Ahmed Ibn Tulun, der aus Samarra, einer Stadt im Irak kam, wurde 835 n. Chr. als Sohn eines ehemaligen türkischen Sklaven geboren. Nach der Loslösung von Bagdad und der Gründung einer eigenen Dynastie, baute er nordöstlich der Vorgängerstädte Al-Fustat und Al-Askar seine neue Hauptstadt Al-Qata'i.
Die Moschee, die Ibn Tulun im Zentrum der Hauptstadt errichten ließ (876-879 n. Chr.), ist das einzige Bauwerk, welches von seiner Residenzstadt übrigblieb. Neu war die Architektur mit einem quadratischen Grundriss. Als Vorbild dienten anscheinend die Kaaba in Mekka (z.B. der Sahn) und die große Moschee von Samarra . Deutlich wird dieses bei dem 40 m hohen Minarett, das sich an dem der großen Moschee orientierte, welche wiederum von den Zigarrats (Stufenturm babylonischer Tempelanlagen) in Mesopotamien inspiriert war. Bis auf wenige Änderungen, wie dem oberen Teil des Minaretts, dem Brunnen und die Holzkanzel, die später zugefügt wurden, blieb die ursprüngliche Moschee im wesentlichen erhalten. Zur Zeit der Tuluniden war die Ibn Tulun-Moschee allerdings mit Gold, Marmor und Edelhölzern ausgeschmückt. Die schmucklose Strenge der inneren Mauer wird von 128 Fenstern und 23 Toren gemildert, bei denen sich kein einziges Muster wiederholt.
Eine zweite Außenmauer versieht das Bauwerk mit einem umlaufenden Außenhof zwischen den Mauern, welcher wohl als Schutz gegen die herandrängenden Läden der Basare und dem von ihnen hervorgerufenen Lärm dienen sollte. Der umlaufende Holzfries mit Koranversen umzieht den ganzen Hof und ist aus Sykomorenholz geschnitzt.
Ibn Tulun, der türkische Stadthalter, baute eine Moschee, die einer Festungsanlage mehr ähnelte als einem Gotteshaus. Die Größe des Bauwerkes war so groß, dass es Platz für alle Bewohner der umliegenden Stadt bot.
Im Gegensatz zu den sonst in den Moscheen verwendeten Marmorsäulen, ließ Ibn Tulun jetzt erstmals Backsteinpfeiler aufmauern, die mit Putz überzogen und an den Ecken säulenartig geformt sind. Diese werden durch leicht hufeisenförmige Arkadenbögen miteinander verbunden - ähnlich den 200 Jahre später in Europa benutzten gotischen Stilelementen. Knospen und Blätter bilden die Verzierung der Kapitelle der Pfeiler; die Gewölbe zeigen erste Ansätze für Arabesken-Verzierungen.
Ein Zeugnis der frühen Mamluken-Zeit ist der Minbar mit dem typischen Sternendekor, der genauso wie der Reinigungsbrunnen in der Mitte des Innenhofes vom ersten Restaurateur der Moschee im Jahr 1296 stammt, dem Sultan Husam el Din Lagin. Ebenso ein Original aus dieser Zeit ist der mit Glas- und Steinmosaiken verzierte Mirhab (Gebetsnische) in der Mitte der Ostwand. Eine rechts daneben befindliche Tür bildete den Privatzugang des Ibn Tulun zur Moschee.
In den späteren Jahrhunderten wurde die Ibn Tulun-Moschee als Weberei, Pilgerstation, Lagerplatz und Armenhaus missbraucht. Zwei nebeneinander liegende Wohnhäuser an der Nordostecke der Moschee aus dem 16. und 17. Jh., die 1935-42 von dem britischen Militärarzt Major Gayer-Anderson zu einem Museum zusammengefasst wurden, beherbergen heute eine umfangreiche Sammlung von orientalischen Kunstgegenständen sowie Möbeln, Teppiche, Seidenstoffen und arabischen Gewändern aus verschiedenen Epochen.
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Die "Ibn-Tulun-Moschee" ist eine der ältesten erhaltenen Hofmoscheen der islamischen Welt |
Das 40 m hohe Minarett |
| Al-Azhar-Moschee: |
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Der große Innenhof der Al Ashar-Moschee stammt
noch aus der Gründerzeit |
Von links nach rechts: |
Die Al-Azhar-Moschee wurde von dem Fatimiden-General
Gawhar es-Saqalli neben dem zentral gelegenen
Fatimidenpalast, der mit seiner 29 ha großen Fläche einen Teil des heutigen
Khan el-Khalili Marktes einnahm, in den Jahren 970-972 errichtet. Die Al
Azhar-Moschee, d. h. die "Blühende", entstand neben der
Stadtumfassung.
Es wird diskutiert, dass das Vorbild für diese Moschee die unter den Omaijaden
entstandene Große Moschee in Damaskus (nach 705 n. Chr.) sein könnte. Der
Haupthof (sahn) und das Mittelschiff, das in der Al-Azhar-Moschee zum (alten)
mihrab (der Gebetsnische) führt, findet sich auch in Kairouan (Tunesien): Die
Verbindung der in Kairo herrschenden Fatimiden zu ihrem
"Ursprungsland" Tunesien wird hier deutlich.
(Zitat: KEMET Heft 3/2004)
Zunächst wurde in der angegliederten Universität in der schiitischen Tradition des Islams unterrichtet, später dann unter Salah ed-Din in der sunnitischen Glaubensrichtung. Auch heute noch zieht diese Universität mit ihren vier orthodox-sunnitischen juristischen Fakultäten und einer Bibliothek mit über 60.000 Bänden, muslimische Studenten aus aller Welt an. Mit ihrer ersten Vorlesung im Jahre 983 ist die Al-Azhar die älteste islamische Universität und hat nach wie vor eine weltweite hohe religiöse und wissenschaftliche Bedeutung.
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Von den Minaretten, die man besteigen darf, |
Die künstlerischen Vorbilder der |
Schon von weitem ist die Moschee im Stadtbild Kairos an ihrem von Sultan El-Ghuri gestifteten Minarett mit den Zwillingstürmchen über dem Haupteingang, dem "Tor der Barbiere" (Bab el-Mauzaynin) zu erkennen. Die Moschee Al-Azhar hatte sechs Minarette.
Der Moschee-Komplex wurde in den letzten Jahren mehrfach restauriert und erweitert. Aus der Gründerzeit stammt noch der große Innenhof, der 48 x 34 m misst, mit den spitzbogigen Arkaden. Der östlich gelegene 80 x 50 m große Gebetssaal besteht aus einem neunschiffigen Saal, der früher als Lehrsaal diente.
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Der Mihrab (Gebetsnische) |
Einen wichtigen Bestandteil der islamischen
Moschee-Architektur stellen die Kuppeln dar. |
Der Komplex besitzt sechs Eingangstore und fünf Minarette. Die verschiedenen Nationalitäten hatten
alle getrennte Unterkünfte, zu denen sie durch ihr eigenes Tor gelangten. Am
Namen der Tore erkennt man heute noch ihre frühere Funktion, wie das "Tor
der Barbiere". Hier befanden sich die Frisöre, wo sich die Studenten die
Haare schneiden ließen.
Im nördlichen Teil der Moschee befindet sich das Grab von Gawhar Bey.
| Sultan Hassan-Moschee: |
Zu Füssen der Zitadelle erhebt sich das Glanzstück mamelukkischen Architektur, die 1356 - 1363 n. Chr. errichtete Sultan Hassan-Moschee, und zugleich eine der größten Moscheen der Welt. 1391 wurde sie von einer Gruppe rebellierender Mamelukken in eine Festung umgewandelt, um von hier aus die Zitadelle angreifen zu können.
Wie viele andere Mamelukken-Herrscher hat sich auch Sultan Hassan eine prachtvolle Grabmoschee vor seinem Tode errichten lassen. Hassan gehörte wie sein berühmter Vater an-Nasr Mohammed zu den Bahri-Mamelukken. Die Herkunft des Namens leitet sich aus dem Wort "bahr" her, d. h. "Fluss". Die ersten Kasernen der Mamelukken müssen demnach wohl am Fluss gelegen haben. Möglich war dieser Prachtbau wahrscheinlich nur, weil die königlichen Kassen während der Pestepidemie von 1348 mit Geldern der Verstorbenen aufgefüllt wurden. Die Bauzeit dauerte 7 Jahre und es entstand ein Bauwerk, welches alle Ausmaße der bisherigen Grabmoscheen übertraf und auch eines der höchsten Minarette besaß. Ursprünglich sollten 4 Minarette mit einer Höhe von 80 m die Grabmoschee schmücken. Nachdem aber einer der Türme einstürzte und viele Menschen unter sich begrub, gab man den ehrgeizigen Plan auf und man begnügte sich mit 2 Minaretten.
Die meisten mamelukkischen Gotteshäuser wurden als sogenannte 4-Iwanen-Moscheen entworfen. In der Mitte des Hofes liegen kreuzförmig vier mächtige Gebetshallen an. Die Sultan Hassan- Moschee unterscheidet sich im Gegensatz zu dem üblichen Typ der Hofmoschee, in einer Kombination aus Moschee und Lehranstalt, einer sogenannten Madrasa-Moschee. Hierzu gehören Unterrichtsräume und Unterkünfte für Lehrer und Schüler, welche einst den 4 verschiedenen Theologie-Schulen des orthodoxen Islam dienten. Sie bildeten ein deutliches Zeichen, dass der Glaube an Allah ein einziger ist, auch wenn er in verschiedenen Punkten anders ausgelegt werden kann. Um das Brunnenhaus herum saßen die Studenten mit ihren Lehrern und diskutierten über den Koran und seine Auslegung.
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Der Eingang zur Moschee |
Die Sultan Hassan-Moschee |
Man kann die Unterrichtsräume von der Seite des Innenhofes betreten. Am zentralen Reinigungsbrunnen, der in der Mitte des Innenhofes liegt, vollzieht der Gläubige die vorgesehenen rituellen Waschungen, bevor er im Gebet vor Allah tritt. Fast alle Moscheen bestehen aus einem umschlossenen Hof, dem San, welcher von Arkaden (Arab. Riwak) umgegeben ist. Am Ende weist er einen Gebetsraum auf, womit die Moschee im Gesamtgrundriss Mohammeds Haus nachbildet.
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Ein Brunnenhaus steht in der Mitte des Hofes |
Heute dienen die großen Hallen nur noch Gebetszwecken. Die Gebetsnische (der Mihrab) wird durch ein hölzernes Schriftband betont, in der die Suren verewigt sind, die sechs Verse der "Siegessure" des Koran. Die östliche Seite, die Kibla-Wand, weist nach Mekka, der Mihrab gibt die heilige Richtung an.
An Hunderten von Ketten, sind kunstvoll gefertigte emaillierte Öllampen befestigt. In dem 40 Meter hohen Haupt-Iwan ist noch die ungewöhnliche große marmorne Gebetstribüne erhalten. Auf sorgfältig gearbeiteten Arabeskengrund sind die kufischen Lettern direkt in Gips geschnitten.
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An Ketten befestigte emaillierte
Öllampen |
Der Mihrab (Gebetsnische) und die Minbar (Gebetskanzel) befinden sich an der Ostwand der Sultan Hassan-Moschee |
Zur Rechten der Kanzel des Vorbeters, dem ursprünglichen Platz des Kalifen, erhebt sich die besonders ausgezeichnete Versammlungsmoschee des "Freitagsgebetes". Die goldveredelte Mekkawand ist mit Marmorintarsien verzierten Koransprüchen dekoriert. Über allen die 48 Suren. Die Innenausstattung der Mosche gehört zu den Meisterwerken der islamischen Kunst.
Sultan Hassan wurde wie etliche Herrscher vor ihm, ermordet. Er ließ für sich eines der größten Mausoleum erbauen, konnte darin aber nicht beerdigt werden, da sein Leichnam nie aufgefunden wurde. Er kann nicht mehr in seinem Grabmahl bestattet werden. Dieses ist nicht nur ein Mittel der Attentäter, die Tat zu verschleiern, sondern ist für den Menschen der alten Zeit vor allem ein Weg, der endgültigen Rache. Der Verstorbene kann nicht mehr am Tage der Auferstehung von den Engeln im Grabmahl angetroffen werden.
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Al-Nasir Mohammad: |
Nördlich vom Gebäudekomplex von Sultan Kala'uns, dem Vater von al-Nasir
Mohammad, schließen sich direkt die von Malek el-Adil begonnene und 1303 n.
Chr. von Mohammed al-Nasir, der über Ägypten zu verschiedenen Zeiten zwischen
1293 und 1340 herrschte, vollendete Madrasa/Medresse und das Mausoleum an. Das
Wort "Medresse" bezeichnet im arabischen im engeren Sinne den Typus
der islamischen Hochschule. Wörtlich bedeutet es "Ort des
Unterrichts", d. h. Schule oder Lehranstalt. Beide Gebäude wurden zwischen
1299 und 1304 errichtet.
Obwohl der Sultan an-Nasre Mohammed zweimal
entthront wurde, war er letztendlich siegreich und regierte insgesamt 42 Jahre
lang, bis er 1340 n. Chr. starb. In dieser Zeit ließ er über 200 Gebäude in
Kairo errichten. Das bekannteste Gebäude aus dieser Ära ist zweifellos die
Moschee an der Zitadelle.
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Ostfassade der Medresse Mohammed Naszir |
Christliches Portal |
Bemerkenswert ist das gotische Portal aus Marmor, welches aus einer christlichen Kirche in der syrischen Hafenstadt Akkon aus dem 13. Jahrhundert stammt. Nasirs Bruder, Sultan Ashraf Khalil, brachte es als Siegestrophäe nach Kairo mit. 1295 wurde es beim Bau der ersten kreuzförmigen Medresse Kairos verwendet.
Der gesamte Komplex Sultan El-Nasir Mohammeds zeigt deutlich Ähnlichkeiten mit dem Gesamtkomplex seines Vaters, Sultan El-Mansur Kalaun, der ebenfalls in der Bein Al-Qasreen steht. Bein Al-Qasreen bedeutet "zwischen den Palästen" und bezeichnet den Straßenabschnitt der Sharia al-Muizz li-Din Allah, der zum nördlichen Rand des Basars Khan al-Khalili führt. Allerdings gibt es die beiden Paläste, auf die er sich bezieht, schon seit mehr als 600 Jahren nicht mehr.
Von der ausgedehnten Anlage stehen im Hintergrund noch bedeutende Mauerreste mit Fragmenten von den einstigen schönen Gipsskulpturen, die zwischen den Magazinen und Werkstätten sowie den ärmlichen Wohnungen eingebaut waren. Sultan al-Nasris Monumente in Bein Al-Qasreen sind in baufälligem Zustand und das Innere ist evtl. schon bald für Besucher nicht mehr zugänglich, aber weit interessanter als das verfallene Innere ist die schöne Fassade zur Linken des christlich-gotischen Portals. Allein die schönen nordafrikanischen Stuckarbeiten an der Fassade, am Minarett und an den Torbögen sind Grund genug zu einem Besuch.
Während wenig vom Gebäude selber blieb, werden die vier Liwans, je eins für die vier Schulen der sunnitischen Rechtswissenschaft, benutzt. Das Minarett wurde wahrscheinlich gleichzeitig und vielleicht sogar von den gleichen Arbeitern errichtet, die den Qala´un Komplex wiederherstellen ließen.
| Minarett der Medresse
al-Nasir - Reich verziert mit schönen Struckarbeiten - (Bild Mudnedjem) |
Gipsskulpturen des "Kibla"
der Medresse Mohammed Naszir.
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Ein breiter Fries in Mamlukenrundschrift zieht sich unter den Fenstern hin, während über der Terrasse die achteckige alte Struktur der eingestürzten Kuppel sichtbar wird. Das Minarett, dessen reiche Gips-Ornatierung fast alle Typen der arabischen Kunst aufzeigt, erhebt sich neben ihr. Besonders schön und aufwendig sind die Stalaktiten an den Gesimsen entwickelt, welche die Galerien tragen. Die nur spärlich gegliederten Mauerflächen seiner viereckigen unteren Etage werden durch breite Schriftfriese, Ranken und vielgestalteten Medallions verziert. Das ganze obere Geschoss erscheint leichter und eleganter.
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