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Name der Domäne *
(Wirtschaftsanlage)"Horus, Stern an der Spitze des Himmels" (?)
( SbA Hr xntj pt )ursprüngliche Höhe: ca. 60 Meter Gesamtzahl der Stufen: 6 Basislänge:
(nach 2 Erweiterungen im Norden u. Westen)121 x 109 Meter Außenverkleidung: Tura-Kalkstein * lt. Kraus war hiermit die Venus gemeint. Von den Einheimischen wird sie heute "el Haran el-Mudarrag" genannt.
Stufenpyramide des Djosers in Saqqara
(Bild: Nefershapiland)Stufenpyramide des Djosers in Saqqara
(Bild: Mutnedjem)
Hebsed-Hof - Djoser-Pyramide
(Bild Mutnedjem)Hebsed-Hof - Djoser-Pyramide
(Bild Nefershapiland)
| Erbauer: Horus Neterychet ( Djoser ) |
| Zeit
: Altes Reiche (ca. 2665 - 2645 v. Chr.) nach Jürgen v. Beckerath |
| Ort : Saqqara |
Ein klarer Bruch mit der Tradition der Thinitenzeit kann man darin sehen, dass König Djoser sich kein abydenisches Grab mehr errichten ließ, sondern Abydos also als Königsnekropole endgültig zugunsten Saqqaras aufgegeben wird.
Als Standort wählte Djoser einen Bereich mitten auf dem Felsrücken von Saqqara, der durch die nahe gelegenen Grabanlagen der Könige der 2. Dynastie Hotepsechemui, Raneb und Ninetjer, vielleicht auch durch eine oder drei (?) weitere riesige Galeriegrabanlagen weiter westlich unter den späteren Westmassiven, vorbestimmt und begrenzt war. Damit wird deutlich, dass Djoser sich bei der Wahl des Platzes in die Königsnekropole der 2. Dynastie einreihen und damit eine gewisse Verbundenheit mit seinen Vorgängern Nimaathapi und König Chasechemuis ergibt.Bei den Grabungen im Grabbezirk des Königs konnte festgestellt werden, dass die Grabanlage nicht auf unberührtem Gelände erbaut wurde, sondern auf den Trümmern einer hier schon bestehenden Nekropole.
| Umfassungsmauer: |
Der gesamte Bezirk von 545 x 272m (1042 x 520 Ellen) war von einer gewaltigen Umfassungsmauer umschlossen, die aus feinem Kalkstein bestand. Sie hat eine Höhe von 20 Ellen = 10,48 m und eine Stärke von 2 m. Ihre Länge beträgt insgesamt 1645 m und sie umschloss somit ein Areal von 15b Hektar, das entsprach damals einer großen Stadt.
Sie steht nicht direkt auf dem nivellierten Felsen, jedenfalls nicht im westlichen Teil. Dies ergab sich aus den Untersuchungen der polnisch-ägyptischen Grabung.
Hier steht die Umfassungsmauer auf einem dicken
Fundament, das im oberen Teil aus großen, fest zusammengefügten Steinblöcken,
im unteren Teil aber aus rotfarbigem Wüstenkiesel besteht. Die insgesamt 1680 vertieften Paneele in der Mauer von über 9m Höhe
wurden in die Umfassungsmauer erst nach dem Verlegen der Steinblöcke
hineingeschlagen
Die nischengegliederte
Mauer mit ihren 14 Scheintoren hat nur einen einzigen wirklichen Durchgang (den
15.) am Südende der Ostmauer. Sie sind nur auf der Westseite regelmäßig, aber
keineswegs gegenüberliegend angebracht, woraus man annehmen kann, dass sie
jeweils da, wo sie zu finden sind, einen sinnvollen, wenn auch für uns nicht
immer klaren, ideellen Durchgang anzeigen. An allen Toren erblickt man
Nachbildungen von zweiflügeligen Holztüren. Die Torflügel dieser Scheintüren
sind geschlossen, jene aber am echten Eingang bis weit nach hinten geöffnet.
Durch diesen schmalen Zugang gelangt man zunächst in einen winzigen Hof. Von
hier aus erreicht man dann durch den 54m langen Eingangskorridor den
| Der "Große Graben" oder sog. "Trockene Graben": |
Den gesamten Komplex umgab ein gewaltiger, 40m breiter Graben (Tiefe unbestimmt), aus dem die Steine für das Kernmauerwerk der Stufenpyramide und der Scheinbauten gebrochen wurden. Heute ist der Graben wieder mit Sand und Schutt gefüllt, zeichnet sich jedoch auf Luftaufnahmen deutlich ab. Wie bereits von Nabil Selim vermutet, besitzt der „ Trockene Graben “ eine gigantische rechteckige Form mit nur einem, im Süden liegenden Ausgang.
Der Graben, der den größten Bau seiner Art auf der memphitischen Nekropole darstellt, misst 750 x 600 m und ist nordsüdlich orientiert.
Der südliche Arm des Grabens ist
kürzer, aber teilweise verdoppelt und offen, um so nach Art eines
"en chican" den Zutritt zur
eigentlichen Umfassungsmauer des Djose–Komplexes zu erschweren. So wurde von Süden
her, in der Nähe der Südostecke, wahrscheinlich ein einziger Zugang zum
gesamten Areal geschaffen. Archäologische Untersuchungen haben gezeigt, dass
die Wände des Grabens ursprünglich mit Nischen verziert waren.
Doch wozu diente der Graben?
Es hat den Anschein, als sollte er den Zugang erschweren. Ließ sich der Baumeister bei seinem Entwurf durch einen Wasserkanal inspirieren, der vielleicht den Herrscherpalast in Memphis umgab ? Der Graben kann aber genauso eine religiöse Funktion besessen haben.
Seine Ausmaße stellen uns aber vor allem vor die Überlegung, was aus dieser enormen Steinmenge geworden ist, die dort abgebaut worden war. In der Umgebung wurde bislang nirgends Spuren des Aushubs entdeckt. Wahrscheinlich wurde der Stein zum Bau der Stufenpyramide benutzt, und der Graben hatte primär die Funktion eines Steinbruchs.
Bislang kann noch nicht berechnet werden (da die genauen Maße des Grabens noch nicht unbekannt sind), ob das Gesamtvolumen der für die Pyramide und den dicken Kern ihrer Umfassungsmauer verwendeten Blöcke ungefähr dem des Grabens entspricht.
Neuste Untersuchungen 2005/06
durch eine polnisch – ägyptischen Archäologischen
Missionin Saqqara, direkt westlich an der Umfassungsmauer der Djoseranlage
brachten interessante Entdeckungen ans
Licht. Im sog.
„ Trockenen Graben “ kamen mehrere kleinere Objekte von Beginn der 3.
Dynastie zum Vorschein.
Zahlreiche „ blaue Kacheln “ wie sie sich als Wandverkleidung in einigen unterirdischen Räumen des Djoseranlage finden, Fragmente einer „ Grenzstele “ beziehungsweise eines Opferständers mit dem Namen König Netjerichets.
Der etwa 20m lange Abschnitt des „ Trockenen Grabens “ der durch die Grabungen freigelegt wurde, liegt ca. 90m von der Umfassungsmauer des Djoserbezirks entfernt. Die beiden Seitenwände des gigantischen in den Fels gehauenen Grabens verlaufen nicht exakt geradlinig, sind nicht strickt nordsüdlich orientiert und stehen nicht genau parallel zueinander.
Jede Wand wird im oberen Teil mit einem hervortretenden, ca. 1 m hohen „ Architrav “ abgeschlossen, die die Eingänge zu verschiedenen Räumen überdeckt.
Bisher wurde der Graben (Ende 2002) nur bis zu einer Tiefe von 5m ausgegraben (was darunter liegt, ist noch unbekannt. Die Tiefe der Graben ist bislang ebenfalls noch unbekannt.
Eins zeigte sich aber bereits bei den aktuellen Grabungen, der „ Trockene Graben “ war keinesfalls immer trocken. Schlammablagerungen in den Grabräumen die in die Wände des Grabens getrieben worden waren zeigen dies deutlich.
Das Wasser das vom Pyramidenplateau herunterfloss, stammt von heftigen Regenfällen.

Entdeckungs- u. Erforschungsgeschichte
des Grabmals
| Baugeschichte des Grabbezirks: |
1. Bauphase:
Zu Baubeginn war anfänglich ein wesentlich kleinerer Bezirk von genau 300 x 145m geplant und durch Grenzstelen mit dem Namen des Königs und dem des Totengottes Anubis kultisch abgesteckt worden, von denen eine nicht geringe Zahl in späteren Bauabschnitten gefunden wurde.
Im Mauerwerk der letzten Bauperiode sind eine große Zahl dieser
Grenzstelen gefunden worden und zwar zwei verschiedene Typen, flache, oben
gerundete Stelen - über 50 - und konische, die beide dieselbe Art Beschriftung
aufweisen, nämlich den Horusnamen des Königs Netjerichet,
gefolgt von den beiden Prinzessinnennamen - Hetephernebti
und Inetkaes - gegenüber
dem Anubis-Fetisch und dem liegenden Anubistier. Eine davon in einer der
Wendemarken des Südhofes verbaut unf befindet sich heute in Chicago, Oriental
Institut Museum.
Der Bezug auf die Bestattung und die Jenseitsresidenz
wird damit deutlich gemacht.
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Man
liest: Rechts "Anubis, Herrn des Heiligen Landes", auf den in der Mitte der Horusname Netjerichet folgt, die Namen der beiden Königinnen Hetephernebti und Inethaus stehen gegenüber dem Anubis-Fetisch, der die Zeichen "Leben" und "Glück" den Königsnamen entgegenhält, gleichsam als Begrüßung und Empfang durch den Herrn der Nekropole. |
Anubis oder Upuaut auf der Standarte ist jeweils auch auf den Stelen unter der Pyramide und unter dem Südgrab dargestellt. Man wird in den Grenzstelen daher wohl die anfängliche Begrenzung des "Heiligen Landes" des Anubis erkennen dürfen, wobei die Differenzierung der Formen vielleicht einer solchen eines äußeren und inneren Bereiches oder Kultweges entspricht. Die Nennung der Prinzessinnen / Königinnen auf den Stelen neben dem König bedeutet, dass der Grabbezirk gleichermaßen diesen beiden weiblichen Familienmitgliedern zugeschrieben war, eine Vorstellung, die recht wenig zu der stets angenommenen Ausschließlichkeit des vergöttlichten Königs zu passen scheint.
Die ägyptischen Bauleute maßen natürlich mit der altägyptischen Königselle von 0,5223 cm Länge, somit hätte der erste Entwurf ein Rechteck von 574 Ellen = 300,20 m Nord-Süd-Richtung und 277 Ellen = 144,87 m Ost-West-Richtung ( nach Stadelmann 215 Ellen = 113m Ost-West-Richtung ) umschlossen. Dieses Gelände wurde mit einer wuchtigen Umfassungsmauer eingegrenzt. Noch heute erkennbar am Rest der Streifenfundamente mit einer Breite von genau 5 Ellen = 2,62m. Die Mauer selbst war 4 Ellen = 2,09m stark. Bemerkenswert ist, dass sich diese Umfassungsmauer noch nicht genau an den vier Himmelsrichtungen orientierte, wie die späteren Umfassungsmauern des 2. und 3. Bauabschnitts, sondern um 4° nach Westen (Osten?) abweicht.
Im Vergleich zur
Nordung der späteren Pyramiden erscheint diese Abweichung von 4°
beträchtlich. Es ist aber wohl zu bedenken, dass die Gräber der ersten beiden
Dynastien nur ungefähr genordet waren und die Meßmethoden offenbar mit den
praktischen Bedürfnissen der Bautechnik entwickelt wurden. Möglicherweise ist
der gesamte Djoserbezirk unter Ausnutzung des schon bestehenden Westmassives,
des Chasechemui
orientiert - so Stadelmann - worden. Der Bezirk seines wahrscheinlichen
Nachfolgers Sechemchet
weicht im übrigen fast 11° von der Nordrichtung ab.
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Skizze des königlichen Pyramidengrabbezirkes
Djosers in Saqqara |
In den Grabbezirk gelangte man nur durch ein einziges Tor am südlichen Ende der Umfassungsmauer gelegen - R. Stadelmann spricht von einem weiteren Nebeneingang an der Nordseite. Die zweite Hälfte der jetzigen Eingangspassage mit dem abschließenden Portikus war jener ursprüngliche Eingang, dem später mit Durchführung der 2. Baustufe der vordere Teil der heutigen Eingangspassage vorgesetzt wurde. Die acht Säulen des Portikus, jeweils als Dreiviertelsäulen paarweise durch Mauern miteinander verbunden, stützten einst das schwere Dach aus halbrunden Balken. Schon der erste Entwurf sah zwei unterirdische Grabanlagen, die sich im Entwurf sehr ähnlich waren, vor. Sie unterschieden sich aber grundlegend in ihren Oberbauten. Im nördlichen Teil des damals 43.500 m2 umfassenden Rechtsecks begann man mit dem Einmessen der Grabmastaba, im Süden wurde mit dem Bau des sog. Südgrabes begonnen.
Die Westmauer des ersten Grabbezirkes dürfte durch das östliche der 3 langen gestreckten Westmassive begrenzt worden sein, die erst in der zweiten Bauphase in den Gesamtbezirk eingeschlossen worden sind.
Ein Beweis - so Stadelmann - dass diese Westmassive älter waren als die Stufenpyramide, ist die Beobachtung, dass die Westseite der Pyramide auf diese Massive aufgesetzt ist. Unter dem mittleren Massiv wurde u. a. neben einem menschlichen Begräbnis zahlreiche Tierknochen - Opfertiere - und Scherben von Steingefäßen gefunden. Der Ägyptologe Lauer denkt an einen eventuellen funerären Charakter dieser Massive.
Unter diesen Westmassiven, genau unter dem mittleren, liegt eine langgestreckte Galerie von mehr als 365m nord-südlicher Ausdehnung, die sich schon durch ihre Länge erheblich von den Magazingalerien abheben. In ihren ausgegrabenen unterirdischen Partien gleichen sie aber sehr den Königsgräbern der 2 Dynastien des Hotepsechemui und Ninetjer. Sie scheinen nicht nur ein Begräbnis zu enthalten, sondern auch zahlreiche beschriftete Keramik der 2. Dynastie, so dass es nahe liegt, hierin das Grab eines Vorgängers - von der Größe her am ehesten vielleicht sogar das memphitische Grab des Chasechemui - zu vermuten, an das sich der Grabbezirk des Djosers ursprünglich anlehnte.
Etwa aus der Mitte des rechteckigen Bezirks nach Nordwesten versetzt, begann man mit dem Ausschachten des Königsgrabes und seines Zugangs von Norden her; gleichzeitig begann man in der Südwestecke des Hofes, entlang der Südmauer mit dem Aushub eines nahezu identischen Schachtes, dessen Korridore aber von Westen her abgesenkt wurden, dem sogenannten Südgrab.
Als sichtbare Form seines Grabmals wählte König Djoser zunächst die übliche Mastabaform - Baustufe M 1 - 2 - allerdings in bedeutend größeren Dimensionen als seine Vorgänger. Die Maße wurden festgelegt auf 120 Ellen = 63m Seitenlänge. Die Mastaba M 1 bestand aus horizontal angeordneten Steinlagen, die nach innen geneigt sind. Die Außenwände dieser Mastaba wurden mit einer ca. 5 Ellen = 2,615m starken Schicht aus feinem weißen Kalkstein verkleidet und geglättet, wodurch ein Bau von ca. 69 m Abmessung entstand. Die Verkleidung von M 2 war um rund 1 Elle = 0,523m niedriger als die Kernstufe M 1, so dass eine Art Stufenmastaba entstanden war. Die Höhe dieser vermutlich leicht gewölbten Mastaba M 1 - M 2 des ersten Bauentwurfes betrug ca. 16 Ellen = 8,368 m, die der Stufe M 2 eine Elle weniger.
Wenn man beim Königsgrab auch an die traditionelle Mastabaform anknüpfte, so wurden doch zwei Neuerungen eingeführt: Erstmals hatte das Grabmal einen quadratischen Grundriss und war nicht mehr aus Lehmziegeln, sondern vollständig aus lokalem Steinmaterial errichtet. Wie sehr die Baumeister des Djosers noch dem Ziegelbau verhaftet waren, zeigt sich in den relativ kleinen Steinmaßen der Mastaba M 1 - M 3, die wie große Ziegel anmuten.
Außergewöhnlich ist der quadratische Grundriss dieser Mastaba; schon Lauer hat dies so gedeutet, dass die Gesamtanlage des Grabbezirks als eine große, langgestreckte Mastaba zu sehen ist, in der Mitte das Königsgrab - wie bei den Gräbern der 1. Dynastie in Saqqara - durch einen Tumulus über dem Grabschacht markiert wird, aus dem und über dem sich der flache Stufenbau des Grabhügels entwickeln konnte.
| Unterirdischer Bereich: |
Gleichzeitig mit Baubeginn des Oberbaus wurde im Norden der geplanten Mastaba ein tiefer Grabschacht ausgehoben, der seinen Anfang etwa in der Mitte der heutigen Nordwand unterhalb der späteren 1. Stufe nahm. Sobald diese offene Zugangspassage fertiggestellt war, wurde die Grabkammer am Ende des durchschnittlich 9 m ( evtl. 7 m ?) breiten und bis auf 28 m tief abfallenden Schachtes angelegt.
Der 7 x 7 messende und 28 m tiefe Grabschacht liegt nicht in der Mitte der Mastaba M1 - M2, sondern nach Nordwesten aus der Mitte verschoben; dies wie auch der leicht versetzte schräge Abgang von Norden her, sind sicher keine Zufälligkeiten, da sie beiden Erweiterungen, spätestens beim Bau der Pyramide hätten korrigiert werden können.
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( Grundriss des unterirdischen Bereich der Stufenpyramide nach J. Ph. Lauer)
Der Eingang des absteigenden Korridors von 28 m Länge, der anfänglich offen, dann durch den Fels auf wohlbehauenen Stufen hinunterführt, lag ca. 20 m nördlich der Mastaba. Er wird kaum offen gelegen haben, sondern wie der spätere zweite Korridor in einem Totentempel begonnen haben. Im Grabschacht endete er in einer hohen Galerie, die direkt zum Schachtboden führte, auf dem das Königsgrab, heute "die Höhle", genannt aus mächtigen Rosengranitblöcken aufgebaut war. Es handelt sich dabei um eine rechteckige Kammer, die außen fast 4 m hoch ist, Innen misst sie 2,96 m von Nord nach Süd und 1,65 m von Ost nach West. Über dieser Kammer befindet sich ein Raum, die sog. "Chambre de manoeuvre" , wie Lauer sie nannte, in die der Grabkorridor mündete und durch deren Boden der Zugang in der Granitkammer bis zum Begräbnis offengehalten war.
In dieser Vorkammer, die ähnlich auch im Südgrab vorhanden gewesen ist, war der schwere 1,85 m hohe und 3 Tonnen wiegende Verschlusspfropfen aus Rosengranit aufgehängt, der zum Verschließen der runden Öffnung in der Sargkammer diente. Dieser muss, wie Einkerbungen zeigen, durch dicke Seile vor der Bestattung in Position gehalten worden sein, um dann nach dem Begräbnis mit Hilfe einer Art Flaschenzug herabgelassen zu werden, um die Kammer zu verschließen.
Firth und Lauer hatten in dem Schacht unter der Pyramide zahlreiche Bruchstücke feinen Kalksteins und Alabasters gefunden, die auf zwei Seiten mit einem Muster von fünfzackigen Sternen dekoriert waren. Gleich dekorierte Blöcke fand Lauer auch im Südgrab, u.a. – wie er meinet – wiederverwendet in der Rückwand der Vorkammer.
Die Ausgräber schlossen aus diesem gleichartigen Befund, dass diese Kalksteinblöcke die Überreste erster Grabkammern gewesen sein müssten, die in beiden Schächten zur gleichen Zeit aus Gründen der besseren Stabilität durch die granitenen Kammern ersetzt worden seien.
So wenig wahrscheinlich dieser Schluss ist, ihm sind bisher alle Bearbeiter gefolgt.
Dabei weist der Befund der Rückwand der Vorkammer des Südgrabes sehr überzeugend darauf hin, dass diese Blöcke mit der Sternendekoration das Baumaterial der Vorkammer waren. Diese Vorkammern waren eben nicht nur Manövrierräume, in denen der jeweilige Verschlusspfropfen der Grabkammer bis nach der Bestattung aufgehängt war, sie hatten auch eine übertragende Funktion. Diese ergab sich aus ihrer Lage über der Grabkammer und am Anfang des Korridors, der aus dem Grab zum Nordhimmel hinaufführt. Die Vorkammer ist durch die Dekoration mit Sternen ein Abbild des Himmelraumes und des Sternenzeltes, zu dem der König seit Urzeiten aufsteigen will.
Der weitere unterirdische Bereich der Grabanlage Djosers gleicht einem wahren Labyrinth von Gängen, Durchbrüchen und Korridoren. Um den Grabschacht herum liegen in gleicher Tiefe drei Galeriesysteme, die vom Schachtboden aus nach Norden, nach Westen und nach Süden abzweigen. Sie dienten als Magazine. In ihnen fand man unzählige Scherben von Steingefäßen jeglicher Art. Es wird geschätzt, dass hier über 40.000 Gefäße, Vasen, Schüssel, Teller, Näpfe und sonstigen Steingeschirrs deponiert waren.
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Steingefäße und Alabastervasen aus dem unteren Bereich der Pyramide, |
Nur wenige 100 dieser Gefäße sind unversehrt zutage gekommen. Die meisten sind aus hellem Alabaster gefertigt, aber auch jede nur denkbare Gesteinsart, die im damaligen Ägypten zu finden war, wie Quarz, Bergkristall, Rosengranit, schwarzer Granit, Diorit, grüner und blauer Schiefer, Serpentin und anderes Gestein ist vertreten. Teilweise sind die Vermerke eingraviert, teils in schwarzer oder roter Tinte aufgeschrieben.
Die Namen fast aller Könige der 1. und 2. Dynastie finden sich hier verzeichnet, doch auf keinem Gefäß begegnet uns der Name des Djosers.
Ein viertes Galeriesystem östlich des Grabschachtes konnte sowohl durch einen vom Grabkorridor abzweigenden Gang wie auch vom Schacht aus erreicht werden. Es bildet um einen massiven Felskern ein sehr präzise gearbeitetes quadratisches Gangsystem, das größtenteils mit feinem Kalkstein verkleidet war.
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Im östlichen Gang sowie in den Kammern, die vom Schacht
aus zu diesem System führen, waren die inneren Wandpartien mit einem
regelmäßigen Muster, gebildet aus blaugrünglasierten Fayencekacheln,
verkleidet.
Das Ganze erinnert an Binsenmatten, wie sie einst im Palast des Djosers zu Memphis gehangen haben mögen. An der Kalksteinwand der Westseite des Ostkorridors, ist das Fliesendekor an drei Stellen durch Scheintüren und kleinen Fenstern unterbrochen. |
Die Türen, die wie Stelen mit feinem Relief
dekoriert sind, schreitet bzw. läuft der König in kultischer Tracht und im
Gestus des Kultlaufs nach Osten hin ins Land der Lebenden. Auf der nördlichen
Scheintür führt der König eine Kulthandlung vor dem Horus
von Behedet, d. h. dem Heiligtum des Nordens
durch. Auf der mittleren ist der König beim Kultlauf zu sehen vor der Kapelle
des "Großen Weißen".'
Die Füße des Königs scheinen kaum den Boden zu berühren. Die Arme sind
angewinkelt, wobei die Muskulatur deutlich herausgearbeitet ist. Die rechte Hand
hält den Zeremonialwedel, die Linke einen nicht genau bestimmbaren Gegenstand.
Auf der südlichen ist der König ebenfalls beim Kultlauf dargestellt, nur
diesmal im "südlichen Hof des
Westens."
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Die Scheintüren tragen das königliche Namensprotokoll, ebenso auch die Türdurchgänge zwischen den einzelnen Korridoren, die im feinsten Relief mit dem Königsnamen verziert sind.
Dieses Galeriesystem mit seinen Tunneln von Norden, Westen und Süden her endete in Traversgalerien, stellte mit ihren Mattenverkleidungen und den "Palasttoren" den äußeren Königsbezirk dar. Der eigentliche Palast und dessen Innenräume bildet das Massiv des Felskerns, um den die Korridore ausgehauen sind. Diese sind nie ganz vollendet worden - anders als unter dem Südgrab, wo ein fast identischer Mattenpalast fertig und besser erhalten ist. Doch in alter Zeit - vermutlich in der 1. Zwischenzeit - haben Grabräuber die Gänge dieses Labyrinths durchwühlt und zerstört.
Gleichzeitig mit dieser Bautätigkeit wurden an der Ostseite der geplanten Mastaba, aber außerhalb von ihr, Grabschächte für Mitglieder der königlichen Familie in den Felsen getrieben.
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Grabschächte Die 11 Schächte, im Osten der Mastaba gelegen, waren sicher für Mitglieder der königlichen Familie vorgesehen. Sie reichen bis in eine Tiefe von 30m hinab, um dann rechtwinkelig nach Westen abzuknicken um Galerien zu bilden. Nur die Galerieschächte II. bis V. sind tatsächlich zu Bestattungen benutzt worden, der Schacht I. diente später als Einstieg, die dazugehörige Galerie konnte aber ein Kindergrab enthalten haben, so wie die Galerie V., die zwei identische Särge aus Alabaster barg, (einer davon ein Kanopensarg ?) ; der eine war vollkommen leer, der andere enthielt noch die Überreste eines etwa acht Jahre alten Kindes in einem einst vergoldeten Holzsarg, dessen Name allerdings unbekannt ist. Der Holzsarg bestand aus sechs Holzschichten, die Schichten sind nach der Laufrichtung der Maserung kreuzweise, also auf ganz moderne Art den heutigen Sperrholz vergleichbar übereinander gelegt. Der mit kleinen goldenen Nägeln am Holz befestigte Überzug aus dickem Blattgold wurde bereits in der Antike von Grabräubern abgerissen. Galerie
III. mündet in einen breiten Raum mit Kalksteinverleideten Wänden;
hier fand sich der Hüftknochen einer etwa 18 jährigen Frau. Wiederum vertieft die neuere Radiokarbon-Datierung das Geheimnis des Djoser – Grabes: Eine Gruppe weiblicher Überreste ist um Generationen älter als Djoser. Die Galerien VI. bis IX. wurden dagegen als Grabmagazine genutzt. Auf einer Strecke von 60m fand sich die kaum vorstellbaren Zahl von nahezu 40000 Steingefäßen verschiedenster Formen und Materialien – Teller – und Schalenstapel meist aus Alabaster oder anderem Gestein; teilweise waren die Gefäße mit den Namen fast aller Könige der 1. und 2. Dynastie beschriftet, keines jedoch der dort gefundenen trug den Namen Djoser. Die letzten beiden Schächte
X. und XI. sind dagegen
nahezu leer aufgefunden worden. Dieser
merkwürdige Befund hat zu unterschiedlichen Erklärungsversuchen geführt.
Der Ägyptologe J. Ph. Lauer sieht in dieser ungeheueren Anhäufung von
kostbaren Versorgungsgefäße mit den Namen der Vorgänger auf dem Thron
des Horus ein Zeichen der einzigartigen Selbsteinschätzung
des Djosers
als Vollender der Staatsidee der Frühzeit, was dem
Bewusstsein der Zeitgenossen und der Nachkommen
bis in die Spätzeit sehr wohl entsprechen mag W. Helck sieht es zwar prosaischer, aber doch recht ähnlich, wenn er meint, dass dieser gewaltige Hort zusammen mit dem aus den Galerien um das Königsgrab Bestände aus Magazinen und Produktionsstätten des ganzen Landes gewesen seien, die entweder nicht zur Auslieferung gekommen waren, oder die Tempelmagazine füllten, bis sie von Djoser zur Nutzung – und Bestattung – eingezogen wurden. Es könnte sich dabei aber auch um die verworfenen Beigaben der in vergangenen wirren Zeiten schon beraubten Königsgräber der 1. und 2. Dynastie aus Saqqara handeln, die der pietätvolle Djoser in seinem Grabbau sammelte und damit wieder dem Kultbetrieb einverleibte, auch zum jenseitigen Nutzen der einstigen Besitzer. Eine wiederum ganz andere Erklärung bietet sich aufgrund der erhaltenen Akten der Archive des Totentempels König Neferirkare aus der 5. Dynastie an: Dort werden mehrfach Lieferungen aus Totenstiftungen vergangener Könige aufgeführt. So könnten die Gefäße mit Namen von früheren Königen oder Königstiftungen in den Galerien des Djoser zu Festanlässen wie der Fertigstellung der ersten Stufenmastaba oder des königlichen Jubiläumsfestes geliefert worden sein, wobei die beschrifteten Gefäßen durchaus alt gewesen sein könnten |
Insgesamt elf Schächte gehen hinunter bis zu einer Tiefe von 33m, knicken dann im rechten Winkel ab und laufen bis unter die Mattenpalastkorridore, fast bis im Zentrum der ursprünglichen Mastaba. Am Ende jeden Ganges sollte jeweils ein Sarkophag seinen Platz finden, möglichst in der Nähe der königlichen Grabkammer. Vor den Schächten I. bis V. standen östlich je ein unbeschriftetes Stelenpaar, die bei der bald darauf erfolgten Erweiterung der Stufenmastaba zu einer Stufenpyramide ganz einfach eingemauert worden sind. Die elf Schachteingänge sollten in einem letzten Baustadion sicher selbst mit kleinen Mastaben überbaut werden.
Vielleicht noch während der Ausschachtungen der unterirdischen Galerien und der Belegung der 11 Schachtanlagen auf der Ostseite der Stufenmastaba M1 - M2 wurde diese abermals, jedoch nach Osten hin um 16 Ellen = 8,40m erweitert. Bei dieser erneuten Erweiterung handelte es sich wiederum um eine etwas niedrigere Stufe als die von M2. Auch diesmal wurde diese Erweiterung mit Tura-Kalkstein verkleidet und geglättet. Da diese erneute Erweiterung M3 wiederum niedriger war als M2 entstand jetzt der Eindruck einer dreistufigen Mastaba, allerdings nur nach Osten hin. Die Außenmaße der Stufenmastaba betrugen nun 77,4 x 69 m.
Durch die Erweiterung war wohl beabsichtigt, die noch offenen Schächte auf dieser Seite der Mastaba, in das geschützte Massiv einzuschließen. Nachweislich bleiben die nördlichen fünf Schächte bei dieser Bauphase aber vorerst oben noch offen.
Offensichtlich sind die Bestattungen in den Galerien I. - V. alle erst nach der 2. Bauphase vorgenommen worden, als die Grabstelen dieser Schachtgräber schon in der Pyramidenerweiterung eingefügt waren und somit unbeschriftet bleiben mussten.
Die dazugehörigen Grabstelen standen nun
unmittelbar vor der Ostkante der neuen Stufenmastaba M3, die durch die
Erweiterung eines Ost-westlich orientierten Grundriss erhalten hatten. In
Anbetracht der traditionell Nord-Süd ausgerichteten Mastabas war dies ebenfalls
ungewöhnlich, wie der quadratische Grundriss der älteren Mastaba M1 - M2
zeigt, vergleichbar aber mit dem Ost-West-orientierten Südgrab. Die einzige
vorstellbare Erklärung - so Stadelmann) für dieses Abweichen, muss in dem
Raumbedarf des Totentempel auf der Nordseite gesucht werden, der etwa die Breite
der Mastaba M1 - M2 eingenommen hat. Spuren dieses ersten Totentempels T1 konnte
Lauer mit großer Wahrscheinlichkeit unter der Stufenpyramide nachweisen.
Eindeutig und unmissverständlich ist aber der gesicherte Befund auf der
Ostseite der Stufenmastaba: die dort festgestellten Stelenpaare gehören
eindeutig allein zu den Schachtgräbern königlicher Familienmitglieder.
Eine königliche Kultstätte an der Ostseite ist, entgegen allen Postulaten und
Thesen nicht nachzuweisen.
Der Grabbezirk der 1. Bauphase mit der Stufenmastaba M1 - M3 umschloss bereits eine Reihe von Einzelbauten, die noch weitgehend unverbunden waren, umgeben von abgesteckten Höfen aus leichterem Baumaterial.
( Co-Autor: J. H. Pirzer)
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