Pyramidenseite

Chephren-Pyramide

Pyramide des Cheops

"Cheops war ein so verruchter Mensch,
dass er in seiner Geldnot die eigne Tochter 
in ein Freudenhaus brachte 
und ihr eine bestimmte Geldsumme zu schaffen befahl".

(Herodot Historien II., 126; s.S.. 40ff.)

Herodot von Halikarnassos (um 485-425 v. Chr.) schildert König Chufu/Cheops (um 2620-2580 v. Chr.) als grausamen Menschenschinder, der sein Volk brutal knechtete, als moralisch verwerflich handelnden Charakter, der vor nichts zurückschreckte, um die Unsummen für den - nach Herodots Angaben - dreißig Jahre dauernden Bau seiner Pyramiden aufzubringen. Da er die heute allgemein anerkannte richtige Reihenfolge der Dynastien und seiner Herrscher nicht kannte, urteilte er sehr hart über Chufu: 

"Bis zur Regierungszeit von Rhampsinitos***hat in Ägypten, so erzählen sie weiter, die vollkommenste Ordnung und großer Reichtum geherrscht. Aber sein Nachfolger Cheops hat das Land in tiefstes Unglück gestürzt. Zunächst hat er alle Heiligtümer zuschließen lassen und das Opfern verhindert. Weiter hat er alle Ägypter gezwungen, für ihn zu arbeiten. - Fünfzig Jahre lang war dieser Cheops König, und als er starb, folgte ihm sein Bruder Chephren auf den Thron." (Quelle: Historien II., 128)

*** Rhampsinit, altägyptisch Rau-mesisu-sa-Net (Ramses, Sohn der Neith) ist ein mythischer ägyptischere König, eine literarische Figur, dem der antike Historiker und Schriftsteller Herodot einige Geschichten zuweist. Eine handelt von einem Meisterdieb, eine andere von der Hadesfahrt des Königs. (Quelle Wikipedia)

Historisch gesehen sind diese üblen Behauptungen Herodots über den König Cheops durch nichts zu beweisen, sorgten aber in der Vergangenheit für einen schlechten Ruf als gottlosen Tyrann.  Sie wurzeln aber vielleicht in dem Unverständnis der Menschen aus der Zeit Herodots und dem zur Zeitenwende lebenden römischen Gelehrten Plinius (23-79 n. Chr.), der die Auftraggeber der drei großen Pyramiden ebenso negativ beurteilte wie Herodot selbst, da diese Bauten für welche immense Anstrengungen unternommen worden, für den menschlichen Verstand der damaligen Zeit nicht nachvollziehbar waren.

Die "großen Denker" der damaligen Zeit kamen zu dem Schluss, dass die weithin sichtbaren gigantischen Scheinbauten, ohne praktischen Verwendungszweck im Leben der Menschen, wohl nur als nutz- und sinnloses Resultat aus dem Wahn übermächtiger Könige entstanden sein konnten, die aus bloßem Eigeninteresse ungeheure Mengen an Material vergeudeten und die Arbeitskraft der ihnen ausgelieferten Menschen gnadenlos ausbeuteten.

Die Annahme, dass gigantische Sklavenheere - wie in dem 1955 gedrehten Monumental US-Film von Howard Hawks "Land der Pharaonen", mit Jack Hawkings als Pharao Khufu - die Pyramiden gebaut haben, gilt heute als überholt, hielt sich jedoch über einen langen Zeitraum hartnäckig in den Köpfen der Menschen. Hierzu trug neben Herodot auch die biblische Überlieferung bei, die von Ägypten als dem "Haus der Knechtschaft" spricht (siehe Josua 24,17, Exodus 20,2) Erst mit dem Feldzug Napoleons im 18. Jh., als auch eine Schar von Wissenschaftlern und Zeichnern ins Land kam, wurden die Bauwerke Ägyptens aus der Sphäre des Geheimnisvollen und des Mythos enthoben und das wissenschaftliche Interesse an den alten Kulturen nahm zu, wobei sich seit der Entschlüsselung der Hieroglyphen im Jahre 1822 durch Jean-Francois Champollion durch die Lesbarkeit der vielen Inschriften ganz neue Möglichkeiten ergaben.

Allgemeines:  Chufu / Cheops
 (ca. ca. 2620 - 2580 v.Chr. n. Schneider)

Der gängigen Lehrmeinung nach, wurde die große Pyramide von Giseh vom König Chufu(i)-Chnum - was übersetzt: 
"
er beschützt mich, (nämlich Chnum)",  zu Beginn der 4. Dynastie erbaut. Bekannter ist dieser Pharao unter seinem griechischen Namen Cheops, den der Historiker Herodot uns überliefert hat. 

Geburtsname  :   xwj.f - wj   "er beschützt mich"     nach Schneider
Thronname      : --------- ---------  
Horusname      : MDd(w)                                      "Der (die Feinde) zerdrückt"
nach Schneider
Nebtiname       : MDd - r - nbtj "Der (die Feinde) zerdrückt entsprechend den beiden Herrinnen " nach Schneider 

 

Goldhorusname :  Bjkwj - nbw     
"Gold (Goldener) der zwei Falken"  nach Schneider
weitere Namen : Manetho :   Suphis
Herodot   :  Cheops
Diodor     :  Chembes/Chemmis 
   
Regierungszeit:

Altes  Reich

ca. 2620 -2580 v. Chr.

nach Turiner Papyrus:  23  J. 
Manetho                     :  63 J.

möglich sind auch 46 effektive Regierungsjahre (lt. Schneider: Lexikon d. Ph.) 
Vater:  Snofru  (mit Vorbehalte)    
Mutter: Hetepheres I. (nach Schneider und Lehner)  
Gemahlinnen: Meritites I. (Mrj.t-jtj.S)
Henutsen  (Hnwt-Sn) ****
weitere namentl. nicht bekannte Frauen

 (zeitgenössisch nicht belegt)
 (zeitgenössisch nicht belegt)
 
Geschwister:

 

Prinz Rahotep, 
Prinz Nefermaat (umstritten)
Ranefer, 
Anchhaf (umstritten)
Prinz Kawab, (umstritten)
Netjeraperef
Hetepheres I.,  u. a.
 

(lt. Stadelmann evtl. Sohn Cheops) (umstritten, evtl. auch Sohn Cheops)

 
Kinder: Djedefre (Radjedef),
Chephren, Babaef I., Hordjedef,
Minchaef,
Chaef-Chufu (G 7130-7140),
Kawab
Duaenhor
Hetepheres II., Meresanch II.,
Chamerenebti I.
Neferetiabet - Mastaba G 1225



(umstritten: evtl. ident. mit Chefren)
(umstritten: evtl. Bruder Cheops ?)
(nicht gesichert - evtl. Kinder Kawabs

(umstritten: evtl. Tochter Djedefres)
(mit Vorbehalt)




llt. Gundacker

Grabmal in Giseh:

Achet Chufu ("Horizont des Chufu") Pyramide

**** Der Text der sog. "Inventory Stele", die in die 26. Dynastie datiert wird, erwähnt eine Prinzessin Henutsen (Hnwt-Sn) als Besitzerin einer der Königinnenpyramiden des Cheops (GI-c) Anhand zeitgenössischer Dokumente lässt sich die Existenz einer "Prinzessin" mit diesem Namen jedoch weder als Gemahlin noch als Tochter des Cheops nachweisen.

Abstammung und Familie:

Von der Person des Grabinhabers ist historisch wenig überliefert. Cheops war bislang nach allgemeiner Auffassung ein Sohn von Pharao Snofru und der Königin Hetepheres und damit der 2. König der 4. Dynastie. Diese Auffassung ist aber nicht durch Dokumente abgesichert. Von seiner Familie ist seine Mutter Hetepheres am besten bekannt durch den Fund ihres Grabmobiliars in einem Schachtgrab in Giseh.:   -  siehe  Hetepheres   

Es ist bislang noch keine umfassende Familiengeschichte der 4. Dynastie in Ägypten zwischen 2620 und 2480 v. Chr. geschrieben worden, denn die Verbindungen innerhalb der Königsfamilien dieser Epoche sind sehr kompliziert und unbestimmt. Wie oben schon ausgeführt, weiß man bis heute aufgrund der spärlichen Fundlage zeitgenössischer Inschriften nicht viel über Cheops und seine Regierungszeit und selbst das, was man weiß, ist leider nicht immer eindeutig. 

König Snofru, der Vorgänger von Cheops, verstarb ungefähr um das Jahr 2580 v. Chr. und Cheops, der allgemein als sein Sohn angesehen wird, bestieg den Thron von Unter- und Oberägypten. Es ist nicht bekannt, nach welchen Kriterien die Thronfolgeregelung im Alten Reich gehandhabt wurde. Auch ist nicht beweisbar, ob Cheops der designierte Thronfolger von Snofru war, da er vor seiner Thronbesteigung inschriftlich und archäologisch nicht fassbar ist - was im übrigen für alle Könige in der 4. Dynastie gilt. Es gibt allerdings auch keinen Hinweis für ein Privatgrab eines anderen designierten, aber evtl. früher verstorbenen sogenannten "Thronfolgers". Allgemein gilt aber auch hierfür, dass es nur sehr spärliche Spuren für Prinzen gibt, die später als König den Thron Ägyptens bestiegen - so als hätte ein Leben vor der Thronbesteigung nicht existiert.

Nebenpyramiden

 

Cheops war wohl der erste Herrscher, der Nebenpyramiden errichten ließ. Östlich seiner Pyramide und südlich seines Pyramidentempels liegen drei Nebenpyramiden, die aufgrund
der Architektur und der wenigen erhaltenen Inschriften nicht zu den Kultpyramiden zu zählen ist.

Sie waren Gräber hochrangiger weiblicher Persönlichkeiten der nigsfamilie, auch wenn die namentliche Identifizierung in allen drei Fällen Schwierigkeiten bereitet.

Die 3 Königinnenpyramiden der Cheops-Pyramide - Zuordnung bislang rein hypothetisch. 
- v. links: Hetepheres (G1-a); Meritites I. (G1-b) und
evtl. Henutsen (G1-c - umstritten) -

                                                         Bild: Sebi - der dieses Werk als gemeinfreies Werk veröffentlicht.

 

Meritites I. ( Mrj.t  jtj = s)
-
Ehefrau Cheops - 
"Die von ihrem Vater Geliebte"
Grab: G1-b
Vater:   evtl. Snofru (umstritten)
Mutter: unbekannt
Kinder:  Hetepheres II.

Es finden sich nur wenige Quellen, die uns Hinweise auf diese Frau geben können. Dieses sind ein Vasendeckelchen aus Byblos, eine heute verschollene "Stele" aus dem Ostfriedhof und ein rekonstruiertes Relief aus der Mastaba G 7110/20 des Kawab auf dem Ostfriedhof. Es wurde verschiedentlich versucht, diese Belege auf eine oder zwei Königinnen zu verteilen, doch geht der Ägyptologe Roman Gundacker davon aus, das die Quelle nur für eine Königin dieses Namens ausreichen und in Anspruch zu nehmen sind.

Die zweifelsfrei belegte Titulatur von Meritites I. erwähnt drei Könige und sie trägt die Titel:

  1. "Die groß an Auszeichnung des Snofru",

  2. "Die groß an Auszeichnung des Cheops", die Königsgemahlin, die er liebt [[Leiterin]] der Schlächter 
      des Akazienhauses, Gefolgsfrau des Horus, Gottes(dienern) Tjaisepefs, Genossin des Geliebten der 
      beiden Herrinnen, die irgendeine Sache ausspricht, die (sogleich) für sie getan wird, Meritites ("die ihr Vater
      liebt);

  3. "Ehrwürdig bei Chephren".

(Quelle: Roman Gundacker: Ein Beitrag zur Genealogie der 4. Dynastie - siehe: Baud, Band 2, S.  468. Die Meritites sicher zuzuweisenden Titel sind auf dem ihr zugeschriebenen Scheintürfragment, der sogenannten "Stele" (Mariette, S. 565; Reisner/Smith, S. 6, Abb.8) bzw. der Filiationsszene aus Mastaba G 7110/20 (Reisner/Smith, Abb. 8; Simpson, Kawab,
 S. 3 f., Abb. 13) belegt, die unsicher zuzuweisenden  auf Reliefbruchstücken, die in der Kapelle der Pyramide GI-b oder in deren nächster Umgebung gefunden wurden (Reisner/Smith, S. 7 f., Abb. 8-11)

Weitere fragmentarisch belegte oder Meritites I. nur unter Umständen zuzuweisende Titel sind:
"[[Mutter des ]] Königs von Ober- und Unterägypt[en], [[Gottes]tocht]er, die groß an Auszeichnung, 
die Horus und Seth schaut [Zuweisung unklar], "die groß an Gunst, [nur erschlossen]."

Aus den zweifellos Meritites I. zuzuweisenden Titel geht hervor, dass sie erst während der Herrschaft Chephrens starb, weshalb sie auch "Ehrwürdig bei Chephren " genannt wird. Es ist anzunehmen, dass sie unter der Regierung Chephrens schon ein betagtes Alter hatte, wenn man davon ausgeht, dass sie mit Snofru und Cheops lt. ihren Titeln "Die groß an Auszeichnung des Snofru" und "die groß an Auszeichnung des Cheops" in ehelicher oder zumindest eheähnlicher Verbindung stand.

Es ist anzunehmen, dass Meritites I. im Totenkult oder Begräbnis eines Königs, der aber nicht genau zeitlich eingeordnet werden kann, eine wichtige Rolle spielte. Es ist aber anzunehmen, dass die Szene aus Mastaba G 7110/20, welche den einzigen Beweis für den Titel: "Leiterin der Schlächter des Akazienhauses" für Meritites I. enthält, erst in der Zeit nach Cheops Tod datiert werden kann, so dass dieser Titel Meritites I. am überzeugendsten mit Cheops Bestattung oder Kult zu verbinden ist, wenngleich es dafür natürlich keinen expliziten Beweis gibt.

Lange Zeit wurde vermutet, dass Meritites eine Tochter von Snofru gewesen war, da sie aber sowohl in Bezug auf diesen als auch auf seinen Nachfolger Cheops den gleichen Titel trägt, wird heute allgemein davon ausgegangen, dass sie ursprünglich eine Nebenfrau des Snofru war und nach dessen Tod in den Harem seines Nachfolgers Cheops überging. Man glaubt, dass Meritites I. noch sehr jung gewesen war, als sie die Frau von König Snofru wurde, denn sie hatte anschließend mit ihrem zweiten Mann Cheops noch mindestens drei Kinder. Eines ihrer Kinder war lt. den Bruchstücken eines Reliefs aus ihrer Mastaba in Giseh (G1-b) (siehe Gundacker: Genealogie. S. 24–26) die spätere Königin Hetepheres II., die ihren Halbbruder Djedefre (Radjedef) heiratet, nachdem ihr erster Ehemann Kawab (Bruder oder Halbbruder oder evtl. auch Onkel von Hetepheres II.) verstorben war.
Irgendwann in der Regierung des Chephren muss Meritites I. dann wohl erst im hohen Alter verstorben sein. Als ihr Grabmal wird die mittlere der drei Königinnenpyramiden (G1-b) östlich der Cheops-Pyramide angesehen.

Henutsen:  Hnw.t = sn
- Ehefrau Cheops  (?) hypothetisch! 
"Ihre Herrin"
Grab: G1-c (hypothetisch)tel:
Titel: SA.t nswt
        mAA.t Hr.w StA
        wr[.t Hts]
Vater:     
Mutter:
Kinder:  hypothetisch Chephren

Der Name von einer weiteren evtl. Königsgemahlin des Cheops kann "Henutsen" gewesen sein. Allerdings wird Henutsen nur auf einer Stele genannt, die in die 26. Dynastie datiert. Mariette fand diese Stele in dem Isis-Tempel, der auf den Resten der östlichen Kapelle errichtet war. 

Der deutsche Ägyptologe Rainer Stadelmann ist der Meinung, dass die Nebenpyramide G1-c durch ihren spätzeitlichen Kult der Königsgemahlin des Cheops "Henutsen" zuzuordnen ist, die er mit der Mutter des Prinzen Chaef-Chufu (G 7130-7140) (Stadelmann hält es für möglich, dass Chaef-Chufu mit dem späteren König Chephren identisch ist) gleichsetzt. Die aus der 26. Dynastie stammende Stele, die in den Ruinen an der Ostseite von GI-c befindlichen Isis-Heiligtum gefunden wurde, erwähnt den Namen "Henutsen" als Königstochter in direktem Zusammenhang mit Cheops. Aber aufgrund der nur spärlich vorhandenen zeitgenössischen Quellen lässt sich bislang weder die Existenz einer Königstochter noch die einer Gemahlin des Cheops mit diesem Namen nachweisen.

" Es lebe Horus Medju Hor, König von Ober- und Unterägypten, Cheops, dem Leben gegeben ist. Neben dem Haus des Sphinx nordwestlich des Hauses des Osiris, des Herrn von Rasetjau, errichtete er das Haus der Isis. Neben dem Tempel dieser Göttin baute er eine Pyramide für des Königs Tochter Henutsen."
(Quelle: "Die Schätze der Pyramiden/Zahi Hawass 2003)

Da die sogenannte "Inventory-Stele" aus einer späteren Zeit stammt, ist zu vermuten, dass die Inschrift vielleicht eine abgewandelte Nachbildung einer älteren Inschrift ist, denn wenn es eine genaue Kopie wäre, würde das bedeuten, dass der Sphinx bereits vor Cheops Regierungszeit geschaffen worden wäre, was aber nach der allgemeinen Auffassung nicht stimmt.

Im Grab des Chaef-Chufu (G7130-7140) ist der Grabbesitzer mit seiner Mutter, die die Titel einer Königin trägt, abgebildet. (siehe Simpson, Kawab, 11, pl XVIa, Fig. 26) Allgemein wird angenommen, diese Frau, deren Name nicht erhalten ist, sei die Eigentümerin der dritten Nebenpyramide und identisch mit der "Prinzessin Henutsen" gewesen. (siehe Smith CAH 1/2, 171 und Stadelmann SAK 11 1984, 170) Diese Schlussfolgerung gründet sich wie im Falle des Grabes des Kawab und der Pyramide GI-a lediglich auf die Position des Chaef-Chufu-Grabes unmittelbar östlich der Königinnenpyramide. Es gibt aber weder verlässliche Hinweise, dass die im Grab des Chaef-Chufu dargestellte Frau tatsächlich die in der "Inventory-Stele" genannte Henutsen ist, noch dass sie in der Pyramide GI-c bestattet wurde.

Djedefre /Radjedef:  +d.f-ra oder ra-Dd.f
-
Sohn von Cheops, Nachfolger von Cheops -
"Beständig wie Re"
Grab: Pyramide in Abu Roach
Regierungszeit: ca. 8 Jahre und einige Monate
(Quelle: Turiner Königspapyrus Kol. III. , 11)
Ehefrau: , Hetepheres II., Chentetenka
Vater:     Cheops
Mutter:   unbekannt
Kinder:    Baka, Setka, Hornit, Nikauradjedef,
                 Hetepheres II., Neferhetepes

 

Djedefre oder Radjedef war ein leiblicher Sohn des Cheops - seine Mutter bleibt unbekannt. Verheiratet war Djedefre mit seiner Halbschwester Hetepheres II, die vor ihrer Ehe mit ihm bereits mit dessen Onkel Kawab verheiratet war.
Lange Zeit wurde Kawab als ältester Sohn von Cheops und Meritites I. angesehen, der dann noch in der Regierungszeit seines Vaters starb - nach neueren Erkenntnissen scheint er aber eher ein Sohn des
Snofru und somit ein Bruder des Cheops gewesen zu sein. 

(Bild: Jon Bodsworth - bearbeitet von Nefershapiland)

Als weitere Frau des Djedefre ist Chentetenka überliefert. Namentlich sind sechs Kinder des Djedefre bekannt, davon vier Söhne: Baka, Setka, Horrit und Nikauradjedef und die beiden Töchter: Hetepheres und Neferhetepes. Eventuell war Neferhetepes die Mutter der späteren Könige Userkaf oder Sahure. Häufig wird der nur unter seiner griechischen Namensform bekannte Nachfolger des Chephren, Bicheris, als einer der Söhne des Djedefres angesehen. Unklar ist dabei allerdings, um welchen der Söhne es sich dabei handelt. Von den Ägyptologen werden sowohl Baka als auch Setka in Betracht gezogen. Nach einem Vorschlag des Ägyptologen Aidan Dodson wäre es möglich, dass Setka identisch ist mit dem von Manetho aufgeführten Bicheris, der einige Jahre nach dem Tod von Djedefre und seinem Onkel Chephren auf den ägyptischen Thron gelangte. Dodson beruft sich bei seinen Überlegungen auf einen Namenszug aus einer unvollendeten Pyramide in Saujet el-Arjan, dessen Lesung unklar ist und den er als Setka deutet, der diesen Namen nach der Thronbesteigung leicht abgeändert hätte.

Über die Person des Djedefres vor seiner Thronbesteigung ist nichts bekannt. Auch über seine Regierungszeit als König von Ober- und Unterägypten gibt es nicht viel zu berichten. Unter seiner Führung wurden die letzten Baumaßnahmen am Pyramidenbezirk von Giza ausgeführt und alles für die Bestattung seines Vaters Chufu/Cheops vorbereitet. Darunter fiel auch die "Beisetzung" der königlichen Barken in die dafür vorgesehenen Gruben neben der Grabpyramide. Belegt wird dieses durch die auf den Abdecksteinen der Gruben mehrfach vermerkten Namenskartuschen des Djedefres. In Abu Roasch ließ Djedefre dann seine eigene Pyramidenanlage errichten. Außerdem stieg während seiner Regierung der Sonnengott Re zur zentralen Gottheit Ägyptens auf. Lt. dem Turiner Königspapyrus währte die Regierungszeit des Djedefres nur 8 Jahre und einige Monate.

Chephren:  xaj=f-Ra
-
Sohn von Cheops - Nachfolger von Djedefre -
"Er erscheint wie Re"
Grab: Pyramide in Giseh
Regierungszeit: 2547 - 2521 v.Chr., ca. 26 Jahre
Ehefrau: Chamerenebti I (Halbschwester)
                Meresanch III. (Nichte)
                Persenet und Hekenuhedjet
Vater:     Cheops
Mutter:    Henutsen (umstritten)
Kinder:    Menkaure (Mykerinos), Chamerernebti II.
                 Cheneterka, Duaenre, Nebemachet, Niuserre,
                 Schepsetkau, Anchmare, Achre und Iunmin
                 sowie die Töchter Hemetre und Rechetre.

 

Chephren war ein leiblicher Sohn von König Cheops. Der Name seiner Mutter ist nicht bekannt, es wird jedoch vermutet, dass es sich dabei um eine Dame namens Henutsen handelt, von der jedoch keine zeitgenössischen Belege existieren.
Nach dem dt. Ägyptologen Rainer Stadelmann ist Chephren identisch mit Chaefchufu I., welcher durch eine Mastaba auf dem Ostfriedhof der Cheops-Pyramide bezeugt ist. Als seine Ehefrauen sind seine Halbschwester Chamerernebti I. und seine Nichte Meresanch III. (Tochter von Kawab), welche die Titel trug:
"Die den Horus und Seth schaut", "Freundin des Horus, die er liebt",
"Königsgemahlin" und "Königstochter".

bekannt, sowie Persenet und Hekenuhedjete - die letztere allerdings nur durch die Nennung ihres Namens im Grab ihres Sohnes.
(Bild:
Jon Bodsworth - bearbeitet von Nefershapiland)

Aus der Ehe mit Chamerernebti I. gingen eine Tochter mit dem Namen Chamerernebti II und der spätere König Menkaure/Mykerinos hervor. Mit seiner Frau Meresanch II. hatte Chephren vier Söhne: Cheneterka, Duaenre, Nebemachet und Niuserre sowie eine Tochter mit Namen Schepsetkau und zwei weitere Töchter, deren Namen nicht erhalten blieben. Auch mit seiner Frau Hekenudjet hatte Chephren einen Sohn namens Sechemkare. Der angebliche Sohn Nikaure, den er mit Persenet haben soll ist nicht gesichert, da er nur aufgrund der unmittelbaren Nachbarschaft der Gräber beider Personen angenommen wird. Es werden noch weitere Kinder des Chephren bezeugt, deren Mütter aber unbekannt sind.

Im Papyrus Westcar wird eine Geschichte erzählt, die am Königshof des Cheops spielt wo insgesamt vier Söhne des Cheops auftreten und wundersame Geschichten erzählen. Der Prinz Chephren erzählt hier eine Geschichte von dem Magier Ubaoner, der seine untreue Ehefrau dadurch bestraft, dass er ein Wachskrokodil erschafft, welches - ins Wasser geworfen - zum Leben erwacht und ihren Liebhaber verschlingt.

Chephren folgte seinem Bruder Djedefre auf den Thron von Ober- und Unterägypten, nachdem dieser nach ca.
8 Regierungsjahren verstarb. Die Frage, warum nicht einer der Söhne von Djedefre ihm auf dem Thron folgte, sondern sein Bruder Chephren bleibt offen. Zwar gab es zahlreiche Spekulationen, wie die Annahme von George Andrew Reisner, der meinte, dass es nach dem Tod des Cheops zu Familienstreitigkeiten kam und zwei Familienzweige um die Vorherrschaft stritten, was aber durch keinerlei archäologische Funde gestützt wird, denn nach dem Tod von Djedefre kam es zu keiner Damnatio memonae. Für den König Djedefre wurde die ihm zustehende kultische Verehrung durchgeführt und er tauchte auch in den späteren Königslisten auf. Eine unrechtmäßige Machtergreifung von Djedefre, wie Reisner mutmaßte ist daher auszuschließen.

Hordjedef/Djedefhor:  Hr Dd=f / Dd=fHt
-
Sohn von Cheops - 
"Horus überdauert" / "Er überdauert (wie) Horus."
Grab: Doppelmastaba G 7210-7220 - 
Ostfriedhof Cheopspyramide.
Ehefrau:  unbekannt
Vater:     Cheops
Mutter:   evtl. Meritites I.
Kinder:    unbekannt

Prinz Hordjedef war ein Sohn König Cheops und seine Mutter war vermutlich Königin Meritites I. Schon seit dem Ende des Alten Reiches genoss Hordjedef eine große Verehrung und findet seit dem Mittleren Reich mehrfach Erwähnung in literarischen Werken. Er wird als Autor einer Weisheitslehre genannt, die mit großer Sicherheit aber erst im Mittleren Reich entstanden ist; außerdem ist er eine der Hauptpersonen in den Erzählungen des "Papyrus Westcar".

Im Wadi Hammamat befindet sich eine Felsinschrift aus dem Mittleren Reich, in der Cheops und seine Söhne Radjedef, Chephren, Hordjedef und Bauefre in Kartuschen geschrieben genannt werden. Eigentlich werden Namen in Kartuschen nur bei Königsnamen geschrieben, daher wurde gemutmaßt, dass Hordjedef und Bauefre einst als Könige über Ägypten geherrscht hatte. Dafür gibt es allerdings keinerlei zeitgenössische Belege. Hordjedef wird in literarischen Werken stets als Königssohn, nie jedoch als König bezeichnet. Die Lehre des Hordjedef ist nur noch in einigen Fragmenten erhalten. Als Entstehungszeit wird sie aufgrund des sprachlichen Bildes in die Zeit des Mittleren Reiches verwiesen. Sie ist nur noch auf einigen Ostraka aus dem Neuen Reich und einer Holztafel aus der Spätzeit vorhanden. Die Lehre des Hordjedef behandelt die Sorge um das Grab und den Totendienst.

Im Papyrus Westcar, deren Erzählungen am Hofe des König Cheops spielen, erzählt Hordjedef, nachdem von seinen Brüdern schon verschiedene Wundergeschichten aus vergangener Zeit erzählt worden waren, die Geschichte von einem noch lebenden Zauberer namens Djedi. Dieser wird an den Königshof geholt und vollbringt dort ein Wunder, in dem er Tieren den Kopf abtrennt und anschließend wieder aufsetzt, ohne dass sie dabei sterben.

Das Grab des Hordjedef liegt auf dem Ostfriedhof der Cheopspyramide. Die Dekorierung der Doppelmastaba G 7210-7220 blieb unvollendet und wurde zu einem späteren Zeitpunkt teilweise zerstört. Georg Andrew Reisner sah darin ein Indiz, dass bei dem Tod des Cheops eine Fehde zwischen seinen Nachkommen ausbrach. Allerdings deutet die sehr sorgfältige Ausmeißelung der Grabreliefs eher auf eine Umgestaltung für eine spätere Nachbestattung hin. Im Ägyptischen Museum befindet sich ein Sarkophag aus Rosengranit, der in der Mastaba G 7210-7220 gefunden wurde.

Khufukhaf I. / Chaef-Chufu 
-
Sohn von Cheops - 
"Horus überdauert" / "Er überdauert (wie) Horus."
Grab: Doppelmastaba G 7130/40
Ostfriedhof Cheopspyramide.
Ehefrau:  unbekannt
Vater:     Cheops
Mutter:   evtl.  Henutsen
Kinder:    unbekannt

Khufukhaf I. oder Chaef-Chufu scheint ein Sohn Cheops und ein Halbbruder von König Djedefre gewesen zu sein. Falls er nicht identisch ist mit dem späteren König Chephren, (wie von Rainer Stadelmann vermutet) war er dessen Vollbruder, ebenso wie von Prinz Minkhaf. (siehe Aidan Dodson & Dyan Hilton, The Complete Royal Families of Ancient Egypt, Thames & Hudson 2004) Khufukhaf I. wird in Complete Royal Families mit dem Titel eines Wesir benannt, evtl. unter seinem Vater Cheops oder sogar evtl. noch unter der Regierung einem Bruder Chephren.

         Relief im Grab des Chaefchufu

Prinz Khufukhaf I./Chaef-Chufu ließ für sich ein großes Grabmal in Giseh erbauen, das reich geschmückt mit feinsten Hochreliefs war. Die  Wanddekorationen in seiner reich geschmückten Totenkapelle zeigen Prinz Khufukhaf I. in verschiedenen Posen und Gewändern mit seiner Mutter, welche die Titel einer Königin trägt und seiner Gemahlin Nefretkau

(Umzeichnung: nach GiM 3, Abb. 26, Beleg IV.2.2(2:1)

Rainer Stadelmann regt dazu an, diese im Grab dargestellte Mutter des Khufukhaf I. mit der oben erwähnten Königin "Henutsen" gleichzusetzen. Lediglich bei zwei Doppel-Mastabas ist die Bestattung von Ehepaaren gesichert. Diese sind G 7110/20 (Kawab und Hetepheres II. und die Doppelmastaba G 7130/40 von Khufukhaf I. und seiner Frau Nefretkau. 

                                                          Prinz Khufukhaf I./Chaef-Chufu, Sohn des Cheops
Er ließ für sich ein großes Grab in Giseh erbauen, reich geschmückt mit feinsten Hochreliefs, die ihn in Begleitung seines Gefolges oder seiner Familie in unterschiedlichsten Szenen zeigen.

Auf einer Abbildung in der Mastaba von Khufukhaf I. wird der Prinz von einer Frau gefolgt, die ein interessantes Kleid mit einem Schulterriemen über die rechte Schulter und einer gestärkten Spitze auf der linken Schulter trägt. Dieses Kleid ist ähnlich dem von der Hetepheres II. im Grab ihrer Tochter Meresankh III. Die Inschrift lautet: "Seine Mutter, die ihn geboren, sie, die Horus und Seth sieht, in großer Zuneigung."

                                                        Doppelmastaba G 7130/40 - links Inschriften
                                 (Diese Bilder vom Autor Sebi sind von diesem public domain gestellt worden)

 

Horbaef / Baefhor: Hr bA=f / BA=f Hr
-
vermutlich ein Sohn Cheops -
------
Grab: Mastaba G 7420 
Ostfriedhof Cheopspyramide.
Ehefrau: Meresanch II. (evt. seine Schwester)
Vater:     Cheops
Mutter:   -----
Kinder:    Sohn Djati und Tochter Neferetkau

Prinz Horbaef (auch Baefhor) war vermutlich ein Sohn Cheops, aber seine familiären Verbindungen sind nicht restlos geklärt. Verheiratet war er mit der Prinzessin Meresanch II., die ebenfalls eine Tochter Cheops war. Als seine Kinder sind sein Sohn Djati und eine Tochter mit Namen Neferetkau bezeugt. 

Wahrscheinlich ist Horbaef Eigentümer der Mastaba G 7420 auf dem Ostfriedhof der Cheops-Pyramide. In dieser Grabanlage wurden neben einigen Relief-Fragmenten auch eine kleine hölzerne Frauenstatuette gefunden, welche aus der 6. Dynastie stammt, die sich heute in Ägyptischen Museum Kairo befindet 

Die Zuweisung dieser Mastaba G 7420 erfolgte auch aufgrund eines großen Sarkophages aus Rosengranit, der sich heute im Museum Kairo befindet und der seinen Namen trug. Die genaue Fundposition dieses Sarkophages wurde von den Ausgräbern dieser Mastaba leider nicht vermerkt, aber aufgrund seiner enormen Größe ist die Mastaba G 7420 allerdings der einzig plausible Herkunftsort, da alle anderen in Frage kommenden Mastabas eine zu kleine Grabkammer besitzen.

Minchaef/Chaefmin:  Mn.wxa=f / xa=f Mn.w
-
Sohn Cheops -
"Er erscheint, der Gott Min"
Grab: Doppelmastaba G 7430-7440
Ostfriedhof Cheopspyramide.
Ehefrau: 
Vater:     Cheops
Mutter:   evt. Henutsen (nicht gesichert)
Kinder:    

Prinz Minchaef oder auch Chaefmin war ein Sohn Cheops. Evtl. war seine Mutter die oben erwähnte "Henutsen". Er bekleidete während einer nicht näher bekannten Zeit das Amt des Wesirs und gehörte damit zu den höchsten Beamten nach dem König. Vermutlich starb er während der Regierungszeit von Cheops Nachfolger Djedefre - evtl. aber auch erst in den ersten Regierungsjahren seines Bruders Chephren.

In seiner Doppelmastaba G 7430-7440 auf dem Ostfriedhof der Cheops-Pyramide wurde ein Sarkophag des Verstorbenen aus Rosengranit gefunden, der sich heute im Ägyptischen Museum Kairo befindet.

Meresanch II.
-
Tochter Cheops -
 
Grab: Doppelmastaba G 7430-7440
Ostfriedhof Cheopspyramide.
Ehemann: Horbaef
Vater:     Cheops
Mutter:   
Kinder:    Sohn Djati und Tochter Neferetkau

Meresanch II. war eine Tochter von König Cheops. Sie war verheiratet mit Horbaef, der wahrscheinlich ihr Bruder war. Kinder aus dieser Ehe waren Djati und eine Tochter mit Namen Neferetekau.

Meresanch II. wurde in der Mastaba G 7410 auf dem Ostfriedhof der Cheops-Pyramide bestattet. Aus ihrer Opferkapelle, die sich heute im Museum of Fine Art in Boston befindet, wird die Verstorbene in einem Boot sitzend gezeigt. Ebenfalls im Museum in Bosten befindet sich heute der Sarkophag von Meresanch II. Der Sarg besteht aus Rosengranit und sein Deckel ist verziert mit einer Opferliste und der Darstellung des Anubis-Schakals.

Sarkophag von Meresanch II aus Mastaba G 7410B Giseh
Material: roter Granit
heute: Museum of Fine Arts, Bosten
Datei: Originalbild siehe hier
MeresankhII-SarcophagusMuseumOfFineArtsBoston,png
Autor:  Keith Schengili-Roberts
Lizenz: Attribution ShareAlike 2.5

 

Hetepheres II.
-
Tochter Cheops -

 
Grab: Doppelmastaba G 7110/7120 Ostfriedhof Cheops
           ursprüngl.  für sie vorgesehen,
           evtl. Mastaba in Abu Roasch (?) 
          
G 7530/7540 - evtl. abgetreten für Meresanch II. (?)
           oder Felsgrab G 7530sub
          
oder Königinnenpyramide G1-c (?)
Ehemann: Kawab und Djedefre
Vater:     Cheops
Mutter:   unbekannt
Kinder:   Djedefmin, Kaemsechem, Duaenhor (umstritten)
                und Meresanch III.

Hetepheres II. war eine Tochter von König Cheops. Über ihre Mutter ist nichts überliefert. Hetepheres II. muss mindestens zweimal verheiratet gewesen sein, jedenfalls ist ihr ersten Mann Kawab, der ihr Onkel oder sogar ihr (Halb-)Bruder gewesen war noch vor ihr verstorben. Aus der Ehe mit Kawab, der eine große Doppelmastaba G 7110/20 besaß, gingen die Söhne Djedefmin, Kaemsechem und evtl. der Sohn Duanenhor sowie eine Tochter mit Namen Meresanch III. hervor.

Nach dem Tod ihres Mannes Kawab heiratete Hetepheres II. ihren Bruder oder Halbbruder Djedefre. Es ist nicht geklärt, ob sie evtl. nach dessen Tod noch ein weiteres Mal heiratete. Der Onkel oder Bruder des Cheops, der Wesir Anchhaf war mit einer Frau namens Hetepheres verheiratet, die einige Forscher mit Hetepheres II. gleichsetzen. Andere halten diese Frau aber nur für eine Frau gleichen Namens.

Es ist unbekannt, wo Hetepheres II. letztendlich bestattet worden ist. Ursprünglich war zwar die Doppelmastaba  
G 1710/7120 auf dem Ostfriedhof der Cheops-Pyramide für sie und Kawab vorgesehen, aber ab dem Zeitpunkt ihrer zweiten königlichen Eheschließung  konnte Hetepheres II. nicht mehr in Betracht ziehen, in ihrem ursprünglichen Grab (G 7110) bestattet zu werden. Die Dekoration der Kapelle G 7110 wurde zumindest notdürftig ausgeführt, dann aber bei Aufgabe des Grabes für Hetepheres II. eingestellt, wie auch der unvollendete Schacht G 7110B - der ursprüngliche Bestattungsort Hetepheres II. während ihrer Ehe mit dem Prinzen Kawab - diese Tatsache untermauert. Eigentlich wäre nun zu erwarten, dass für sie ein neues, dem Königinnenrang entsprechendes Grab in Abu Roach errichtet wurde (vermutlich heiratete sie Djedefre erst in der 2. Hälfte seiner Regierungszeit -
Quelle: Seipel: Untersuchungen, S. 116, S. 158ff. in Ein Beitrag zur Genealogie der 4. Dynastie / Roman Gundacker) - es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass Hetepheres II. ihr neues Grab in Giseh lag, worüber diesbezüglich die im Oberbau der Mastaba G 7530/40 gefundenen Baugraffiti Aufschluss bieten.

  1. Graffito (a): "Jahr des ///  Mals, 3. Monat des Sommers, 2 (?) Tag"

  2. Graffito (b): "Jahr des 7.  Mals, 4. Monat des winters, 10. Tag"

  3. Graffito (c): "Jahr des 7.  Mals, 3 Monat des Winters, 20. Tag; die groß an Ansehen, Hetepheres [II.]."

  4. Graffito (d): "Jahr des ///  Mals, 3. Monat des Sommer, 10. (?) Tag; die groß an Ansehen, Hetep[heres] [II.]"

Obwohl es auf den ersten Blick den Anschein erweckt, diese Mastaba G 7530/40 sei als Grab für Hetepheres erbaut worden,  widerspricht Peter Jànosi (Jànosi Hetepheres II., S. 54 ff. in ZÄS 123 von 1996) diesem mit dem Argument, dass im Mastabamassiv weder ein Schacht, welcher zu einer Bestattungsanlage führt, vorliegt, noch in der Dekoration des Felsgrabes G 7530sub Hinweise vorhanden sind, die dieses als zu irgendeinem Zeitpunkt Hetepheres II. zugedacht zu identifizieren sind. Auch andere Kriterien deuten lt. Jànosi auf die Möglichkeit hin, dass die Mastaba G 7520/30 in den letzten Jahren Cheops geplant und wahrscheinlich noch Teile des Kernmauerwerks und der Schächte ausgeführt wurden, ehe dann unter der Regierung des Djedefres die Bauarbeiten reduziert und die Mastaba unfertig belassen wurden. G 7530sub umfasst drei Kapellenräume und die Bestattungsanlage der Meresanch III. 

Der Ägyptologe Roman Gundacker regt folgende Überlegung an: Hetepheres, die als Tochter des Königs Cheops geboren wurde, plante während ihrer Ehe mit dem Prinzen Kawab, der lt. Auskunft des Relieffragmentes 24-12-22 als Vollbruder Cheops anzusehen sei, in G 7110 bestattet zu werden. In zweiter Ehe war sie vermutlich mit ihrem (Halb-)Bruder Djedefre verheiratet, der aber nach einer wohl nur kurzen Ehe früh verstarb (Regierungszeit ca. 8 Jahre und einige Monate). Die Witwe Hetepheres ließ danach in Giseh für sich die bereits unter ihrem Vater Cheops begonnene Mastaba 7520/30 als ihr Grabmal bereiten. Der Ehemann ihrer Tochter Meresanch III., König Chephren, fügte dieser Mastaba G 7520 in einer einfacheren Ausführung den Anbau G 7530sub für seine Gemahlin hinzu. 

Gundacker erwägt die Möglichkeit, dass Hetepheres die Mutter des ephemeren Königs "Bicheris", hervorgegangen als  Sohn aus der kurzen Ehe mit Djedefre, war und ihr deshalb ein prächtigeres Grab zustand. In Erfüllung seiner Pflicht nach dem frühen Tod des Bicheris ließ sein Nachfolger in Form der sogenannten Königspyramide G1-c für Hetepheres II. ein angemessenes Grab errichten. Meresanch III. ließ daraufhin die angefangene Mastaba G 7520/30 zu G 7530/40 umgestalten, unter dem fortan nur noch das weiter ausgebaute Felsgrab G 7530sub lag.

Diese Theorie muss aber in vielen Punkten rein hypothetisch bleiben - kann daher nur durch Neufunde weiter untermauerst und bewiesen werden. Ein möglicher Beleg dafür könnte im Statuenraum des Felsgrabes C 7530sub auf dem Architrav über den Statuen existiert haben. Leider ist von dem einzigen anzusetzenden Titel Hetepheres II. nichts erhalten geblieben, auch der Name ist partiell zerstört

Hetepheres II. starb dann wohl im hohen Alter von 68-75 während der Regierungszeit von Mykerinos, während ihre Tochter Meresanch III. im Alter von ca. 60 Jahren am Beginn der Regierung Schepseskaf verstarb. (siehe: Ein Beitrag zur Genealogie der 4. Dynastie / Roman Gundacker). Eine ältere Theorie Reisners führt aus, dass sie im hohen Alter unter Schepseskaf in 
G 7530 beigesetzt worden ist. (
(siehe Reisner, Giza I. 207 (20); Smith Sculpture, 164f, Pl 45a; Mersyankh III. 1; Kawab,5) 

Belege für Hetepheres III. in Mastaba G 7530-7540 und Felsgrab G 7530sub:
  1. Zwei Steinmetzgraffiti am Oberbau der Mastaba (PM III², 197

  2. Sarkophag Htp-Hr=sa II. (Hetepheres II.) - später Meresanch III.) Kairo JdE 54935 (PM III.², 199.

  3. Doppelstatue Hetepheres II. und Meresanch III.: Boston 30.1456 (PM III.², 199=

  4. Relief im Grab Meresanch III., Hauptraum Ost-Wand (Papyrusrascheln), PM III.²

  5. Relief im Grab Meresanch III., Hauptraum, West-Wand (PM III.², 198

  6. Statuen im Grab Meresanch III., Nordraum (10 halbplastische Statuen, Architrav) 
    PM III.², 199

 

   Sphinxfigur aus bemaltem Kalkstein
Kairo: JE 35137 - Länge 74 cm

Königinnensphinx, die vermutlich eine der ersten Sphinx-Darstellung der ägyptischen Geschichte ist.

Einige Ägyptologen möchten diese Sphinx, die im Pyramiden-Komplex des Djedefres in Abu Roasch gefunden wurde, Königin Hetepheres II. zuschreiben. Die Zuweisung erfolgte vermutlich aufgrund der Fundlage und der gelben Farbe des Gesichtes. (evtl. eine weibliche Sphinx-Variante)

(Bild: Jon Bodsworth - public domain)

 

Sonstige Belege und Fundorte:
Friesinschrift an der Mastaba des $mt.nw (G 5210) in Giseh (PM III.², 155
und Gefäßdeckel: Privatsammlung (KBIÄF, 21, Taf. 10,12

Im Grab ihrer Tochter trägt sie den Königinnentitel, der auf eine königliche Ehe nach dem Tod ihres ersten Gemahls, Kawab, hinweist.

    Meresanch III. und ihre Mutter Königin Hetepheres II.
In der Darstellung des "Papyrusraschelns" wird die Mutter der Meresanch III., Hetepheres II., ausdrücklich als:
"Ihre Mutter, die Tochter des Königs von Ober- und Unterägypten Chufu."
            Relief im Grab der Meresanch III. in Giseh

Königin Hetepheres II. gefolgt von ihrer Tochter Meresanch III. Hetepheres trägt ein goldenes Haarnetz über die Perücke.

 

                                                                 (Zeichnungen aus Silke Roth - Königsmütter)
nach GiM 1, Abb. 4, Beleg IV.3.1/2:5 (und IV.4.1/4:5) und nach GiM 1,Abb. 7 Beleg IV.3.1/2:6 (und IV.4.1/4:14)

Aidan Dodson hält es für möglich, dass Hetepheres II. in der am Ende der 4. Dynastie erbauten Mastaba G 7350 bestattet wurde, da hier Reliefs gefunden wurden, die möglicherweise sie und ihre Tochter Meresanch III. darstellen, ähnlich denen im Grab ihrer Tochter, wo sie ein goldenes Haarnetz trägt, was aufgrund der verschiedenen fehlerhaften Annahmen zu Legenden über ihre ethnische Herkunft führte.

Hetepheres II. mit goldenem Haarnetz
Hauptkultkammer Grabanlage ihrer Tochter

      Hetepheres II. und Meresanch III.
Kalksteindoppelstatue aus dem Grab der Meresanch III. G 7540
  Datei: HetepheresII-and-MeresankhIII-PairStatue
            MuseumOfFineArtsBoston.jpg
User:   Captmondo
Lizenz: Creative Commons CC-BY-SA-2.5

Hetepheres II. und Kawab waren die Eltern von Meresanch III.  ("sie liebt das Leben" [siehe Ranke, PN 1, 158.] ) - diese war folglich eine Enkelin des Cheops. Obgleich ihr Vater nie König war, bezeichnete sie sich als "Tochter des Königs" - was aber auch "Enkelin des Königs" bedeuten kann. Meresanch III. heiratete ihren Onkel Chafre/Chephren, der später Nachfolger ihres Stiefvaters Djedefres wurde. Sie überlebte Chephren für kurze Zeit und starb in den ersten Regierungsjahren des Mykerinos. Als sie starb war anscheinend kein Grab für sie vorbereitet gewesen, es sei denn man folgt der oben ausgeführten Theorie, dass Meresanch III. die angefangene Mastaba G 7520/30 zu G 7530/40 umgestalten ließ, unter dem dann das weiter ausgebaute Felsgrab G 7530sub lag.

Aus ihrer Ehe mit Chephren stammen die Söhne Nebemachet, der während der Regierungszeit Mykerinos das Wesirat bekleidete und mit Nebuhetep verheiratet war, Niuserre, Duare, Chenterkai, welcher nur als titelloses Kind auftaucht und die Tochter Schepsetkau. Im Grab der Meresanch III. werden weitere Kinder dargestellt, allerdings ohne Beischriften

Meresanch III. trug die Titel:

  1. "Die den Horus und Seth schaut",
  2. "Freundin des Horus, die er liebt",
  3. "Königsgemahlin"
  4. "Königstochter".

Es ist anzunehmen, dass Meresanch III., obwohl sie höchstwahrscheinlich als eine Tochter Kawabs identifiziert werden kann, den Titel "Königstochter" aufgrund ihres Status als "Stieftochter" Djedefres erhielt. Das Geburtsdatum von Meresanch III. kann nicht genau beziffert werden,, doch ist ein Zeitraum um das Regierungsende Cheops bzw. die frühen Regierungsjahre Djedefres am wahrscheinlichsten.

Der heute sich im Museum von Kairo (JdE 54935 ) befindliche Sarkophag Meresanch III, besitzt eine Stiftungsaufschrift, die George A. Reisner annehmen ließ, Hetepheres II. habe ihrer Tochter Meresanch III. wegen ihres unerwarteten Todes ihr eigenes, fertiges Grab übertragen. Abgesehen davon, dass Meresanch III: selbst G 7530sub errichten ließ, besagt diese Inschrift nicht mehr, als die Übergabe des Sarkophages an Meresanch III.

"Hiermit übergebe (ich) (dies) (meiner) Tochter, [oder: der Königstochter und] der Königsgemahlin Meresanch [III.]"
(siehe dazu: Jànosi, Hetepheres II., S. 50 f.)

Der Sarkophag enthielt einige menschliche Knochen, die einer Frau gehörten, die um die fünfzig war - eventuell Meresanch selbst? 

Neferetiabet:   Nfr.t j3b.t
-
Tochter Cheops -  (umstritten)
Grab: Mastaba G 1225
westliches Gräberfeld Cheopspyramide.
Ehemann: 
Vater:     Cheops
Mutter:   
Kinder:   

Neferetiabet war vermutlich eine Tochter von König Cheops (umstritten) und ihr gehörte die Mastaba G 1225 auf dem westlichen Gräberfeld der Cheopspyramide. Im Inneren ihrer Mastaba wurde eine gut erhaltene Opfertafel gefunden. Sie befindet sich heute im Louvre. 

      Opfertafel der Prinzessin Neferetiabet
                         heute im Louvre Paris

 

Datei:  Neferetiabet.jpg
Autor: 
Einsamer Schütze
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             3,0 Unported aus Wikipedia

 

Kawab:    K3 wab
-
Bruder oder Sohn des Cheops -
 
Grab: Doppelmastaba G 7110/20
Ostfriedhof der Cheopspyramide.
Ehefrau: evtl. 1. Ehefrau unbekannt
                        2. Hetepheres II.
Vater:     Snofru oder Cheops
Mutter:   Hetepheres I.
Kinder:    Kawab der Jüngere
                 Meresanch III.

Die Herkunft des Kawab ist nicht mit völliger Sicherheit zu bestimmen. Lange Zeit wurde er als ältester Sohn von König Cheops und dessen Gemahlin Meritites I. angesehen. Dodson tituliert Kawab in "Complete Royal Families" als "Ältester Königssohn (of his Body)" - und als früh verstorbener Thronerbe Chufus/Cheops. Nach neueren Erkenntnissen scheint er aber eher ein Sohn Snofrus und somit ein Bruder Cheops gewesen zu sein. (Roman Gundacker: Ein Beitrag zur Genealogie der 4. Dynastie. In: Sokar, Nr. 16, 2008, S. 22–51) Kawab bekleidete zahlreiche Ämter, darunter auch das Amt eines Wesirs. Sein Name und seine Titel sind in seinem Grab  (G 7110/20) dokumentiert (allerdings nur fragmentarisch).

"Fürst, Reichsgraf, Wesir, Vor[[steher aller arbeiten des Königs]] [ansonsten nur erschlossen] oder Vor[[steher der [Expedtions-] Truppen]] (?), Großer [[der Zehn Oberägyptens]] oder der groß [[an Schauen von Heliopolis]] (?), Leiter der göttlichen Stätten, Gottesdiener der Selkis, Günstling Anubis`, [[Vor]]lese[priester [[///]] [vielleicht identisch mit dem folgenden Titel], Vorlesepriester und Oberhaupt, Kultadlatus Duaus, Palast[[verwalter]], leiblicher ältester Königssohn (var. Königssohn, leiblicher Königssohn, ältester leiblicher Königssohn), Kawab ("mein Ka ist rein")."
(
siehe Baer. S. 140;Strudwick, S. 146 f.; Baud, Bd. 2, S. 586f)

Auch Peter Jànosi hegt Zweifel daran, dass Kawab ein Sohn König Cheops war und verweist mit Recht darauf, dass die dafür herangezogene Materialbasis hauptsächlich aus den Untersuchungen von George A. Reisner stammen, der ausführt, dass im Ostfriedhof (G 7000) ursprünglich nur direkte Nachkommen Cheops in 1. Generation bestattet wurden. Lt. Bettina Schmitz ("Königssohn") ist ein in seiner Bedeutung nicht exakt zu bestimmendes Indiz das Fehlen von Redewendungen wie nj  jtj=f "seines Vaters" als Erweiterung von Rang- und Ehrentiteln seit der Regierung Djedefres bezeugt, um gebürtige von titularen Prinzen innerhalb der höfischen Hierarchie zu unterscheiden. Kawab war mangels des Fehlens von jeglichen Spuren dieser Formel, die in Giseh erstmals für Chaiefmin (G 7430/40) und Chaiefchufu I. (G 7130/40) belegt sind, welche unter der Regierung von Djedefre Wesire waren, also entweder kein Sohn Cheops oder er dekorierte sein Grab bevor den gebürtigen Königssöhnen besondere Titelmöglichkeiten zustanden. Da aber Kawab bereits vor der Erhebung zum Wesir den Prinzentitel in der höchsten Form trug, ist er mit Sicherheit als Sohn eines Königs und folglich als (Halb-)Bruder oder Sohn Cheops zu betrachten. Allerdings ist zu bemerken, dass es bezüglich seiner Karriere keinerlei Reliefreste gibt, die auf einen evtl. Wesirtitel hinweisen - dies könnte aber auch erklärbar sein aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes der Reliefs in seiner Mastaba. Auch fehlen diese Hinweise auf dem besser erhaltenen Inschriften seines Sarkophages. Erklärbar wäre auch die Annahme, dass er bereits mit der Ausstattung seines Grabes fertig war, als er unerwartet zum Wesir ernannt wurde.

Steinsarkophag des Kawab - Museum Kairo
- ein königlicher Prinz Ägyptens während der 4. Dynastie -
evtl. ein Sohn Snofru oder Cheops -

        Relief des Kawab im Grab der Meresanch III:

Datei:  Kawab.JPG (Originalbild) - in Wikipedia
Autor:  Udimo
Lizenz: Creative Commons-Lizenz, Namensnennung 4.0 Unported
Bild: aus "Die Welt aus der wir kommen" / Piggott 1961
Droemer Verlag Stuttgart 

Seine Titulatur ist nur fragmentarisch erhalten und scheint nur unter großen Schwierigkeiten zu ergänzen bzw. zu vervollständigen zu sein, da die in seiner Kapelle gefundenen Bruchstücke von Statuen stammen, die nicht nur Kawab selbst, sondern auch zum Teil seinem nicht näher bekannten ältesten Sohn gehörten. Ihm gehörte wohl einer der Schächte ganz in der Nähe der Mastaba als Grab. Als Quellenbeleg für die Titel des Kawabs dienen sein Sarkophag und Relieffragmente aus der Kapelle G 7120, außerdem Darstellungen Kawabs mitsamt den zugehörigen Beischriften im Grab (G 7530sub) seiner Tochter Meresanch III. und dem Grab des Totenpriesters Chemetnu (G 5210). Auf den Relieffragmenten der Kapelle Kawabs ist nur der Titel: "Fürst" (Fragment 26-3-76 supp.) (siehe Simpson, Kawab, S. 2 ff,, Abb. 5,10-16). vollständig erhalten und aus den Schriftenresten sind außerdem die Titel: "Palastverwalter" (Fragment 24-12-990a), und "Vorlesepriester" (Fragmente 24-12-999 und 24-12-1108b) zu ergänzen. Durch die gefundenen Statuenfragmente sind die Titel: "Fürst und Königssohn" sicher und der Titel "Reichsgraf" vermutlich für Kawab bezeugt. Kawab trägt im Grab seiner Tochter Meresanch III. die Titulatur: "Fürst, ältester leiblicher Königssohn, Vorlesepriester und Oberhaupt, Leiter der göttlichen Stätten, Kultadlatus Daaus."

Einziger Beleg für die Titel: "leiblicher Königssohn, Fürst und Wesir" ist die in Memphis gefundene SitzStatue (Museum Kairo JdE 40431), welche in der 19. Dynastie von Prinz Chaemwaset restauriert und von Giseh nach Memphis verbracht wurde. (gefunden am 20. Juni 1908 in Mit-Rahina) Diese Statue besitzt noch ihre ursprüngliche Beschriftung aus dem Alten Reich und dazu eine knapp 150 Jahre jüngere Restaurationsinschrift des Prinzen Chaemwaset (Sohn Ramses II.) Indirekt ist dieser Titel des Wesirs allerdings in der Beischrift zu seiner Darstellung als Vater der Meresanch III. in deren Grab (G 7530sub) bezeugt, die für ihn den Titel: "Leiter jeder göttlichen Stätte" zu betrachten sein kann. 

                    Sitzfigur des Prinzen Kawab, Bruder oder Sohn des Cheops, mit Inschrift des Chaemwase
heute im Museum Kairo (JdE 40431 - gefunden am 20. Juni 1908 in Mit-Rahina.
Material: Diorit, Kopf und Schultern sowie Teile der Fußplatte sind abgebrochen. 
Höhe des erhaltenen Fragmentes 55 cm. Die Figur stellte den Prinzen Kawab sitzend und das Leopardenfell tragend dar. Während die Inschrift auf der Vorderseite des Sitzes aus dem Alten Reich stammt (Titel und Name des Kawab [KA-wab], ist die Inschrift auf den drei Seiten des Sitzes von dem Prinzen Chaemwase angebracht worden.  
(Bilder: Chaemwese ÄA Band 27/Farouk Gomaa 1973)

Kawabs Söhne hießen Kaemsechem und Mindjedef sowie möglicherweise Duaenhot und ein nicht näher titulierter "Ältester Sohn". Seine Tochter Meresanch III. wurde später die Gemahlin von König Chephren. 

Statuen und Bildnisse des Cheops:

Selbst die Bildnisse dieses Königs sind nur in äußerst geringer Zahl überliefert worden, denn von den vielen Statuen, die von Cheops angefertigt worden sein müssen und die z. B. in den Tempeln seiner Pyramidenanlage aufgestellt worden waren, sind nur wenige Fragmente erhalten geblieben. Es existiert bis heute nur ein einziges absolut sicher zugeordnetes rundplastisches Abbild, welches aus dem Tempel des Gottes Chontamenti im oberägyptischen Abydos stammt. Das 1903 bei Ausgrabungen gefundene Figürchen befindet sich heute im Ägyptischen Museum in Kairo. Zu beiden Seiten der Beine wurden an der Frontseite des Throns Inschriften eingemeißelt, von denen aber nur noch diejenige am rechten Bein lesbar ist. Dort steht der erste Bestandteil der königlichen Titulatur des Cheops: - der Horusname "Medjedu", was übersetzt bedeutet: "der [die Feinde] zerdrückt." Das Alter der Statuette ist umstritten. Bislang wurde sie für ein Werk aus der 4. Dynastie gehalten, Zahi Hawass hingegen datiert sie allerdings in die 26. Dynastie. (Zahi Hawass: The Khufu Statuette. S.379–394)

                          Sitzstatue Cheops/Khufu

Von dem Erbauer der größten Pyramide ist allein eine kleine Königsplastik erhalten, die ihn sitzend auf seinem Thron darstellt, auf dessen rechter Seite der Horusname des Königs eingraviert ist, während der Inhalt der linken Seite ganz zerstört wurde. Die 7,5 cm hohe Plastik aus Elfenbein wurde 1903 in Abydos, im Tempel des Gottes Chontamenti gefunden. Das Gesicht gehört einem selbstbewussten, älteren Mann. Der König trägt die rote, unterägyptische Krone und den kurzen plissierten Königsschurz (schendit). In der rechten Hand hält er die Geißel, während die linke Hand ausgestreckt auf dem Oberschenkel ruht. Zu beiden Seiten
Die Statue befindet sich heute im Ägyptischen Nationalmuseum in Kairo.

(Bild: Thanks to
Jon Bodsworth for public domain)

Heute werden ihm aufgrund stilistischer Ähnlichkeiten mit der kleinen Statue aus Kairo noch eine Reihe weiterer Funde, die sich für Cheops zuordnen lassen. Durch das Kairo-Fragmente Nr. 2, (C2/K2 - nach Wolfgang Helck) das vermutlich aus dem ehemaligen Annalenstein der 5. Dynastie stammt, wissen wir von zwei weiteten, heute nicht mehr erhaltenen Statuen, die für Cheops angefertigt worden sind, wovon die eine eine Höhe von 7 Metern besaß und die andere aus "purem Gold" gearbeitet worden sein soll. (Quelle: Schneider: Lexikon der Pharaonen. S. 100) Bei drei Statuenbasen, die alle aus Gizeh stammen, ist eine zweifelsfreie Zuordnung möglich. Eine dieser Statuenbasen befindet sich im Museo Egizio in Turin und misst nur 3,3 xc 4,5 xc 2,6 cm. Das aus Kalkstein gefertigte Fragment zeigt den linken Fuß des Herrschers. Neben diesem sind noch die Reste einer Kartusche mit dem Namen "....fu" zu erkennen, was sich dann zu "Chufu" ergänzen lässt. (Quelle: P&M: Topographical Bibliography of Ancient Egyptian Hieroglyphic Text, Reliefs and Paintings III. Memphis, 2. Auflage, Oxford 1974, S. 12 und Dagmar Stockfisch: Untersuchungen zum Totenkult des ägypt. Königs im Alten Reich. Die Dekoation der königlichen Totenanlagen. Mainz 1994)

Die beiden anderen aus Alabaster gefertigten Stücke befinden sich heute im Museum of Fine Arts in Bosten. Das erste Fragment mit der Inventar-Nummer: 24.2711 (Maße: 8,2 x 7,6 cm) auf dem sich noch Reste der Füße erhalten haben,  wurde nördlich der Königinnenpyramide GI-a gefunden. Der Name des Cheops ist hier vollständig erhalten. Das zweite Fragment mit der Inventar-Nummer: 13.3448 wurde im Schutt der Mastaba G 2391, die sich unmittelbar nordwestlich der Cheops-Pyramide befindet, gefunden. Bei diesem Stück sind Teile der Basisplatte und Reste der Füße erhalten. Allerdings sind auch ebenso wie auf dem Turiner Stück nur noch Reste vom Ende des Cheops-Namens erhalten. (William Stevenson Smith: A History of Egyptian Sculpture and Painting in the Old Kingdom. 1946)

Neben diesen drei oben erwähnten Statuenbasen sind aus der Regierungszeit des Cheops oder Chephren noch acht weitere Stücke erhalten, die sich in verschiedenen Museen befinden. Allerdings ist ihre Zuordnung an Cheops oder Chephren nicht abgesichert. Im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim befinden sich zwei Objekte, die eine katzenförmige Göttin (Bastet oder Sachmet) zeigt. Von dem ehemaligen Götterbild hat sich nur der Oberkörper der katzenköpfigen Figur erhalten. Die Hauptbruchstelle verläuft im Taillenbereich und fällt schräg in Richtung der Rückenplatte ab. Die katzenköpfige Göttin trägt ein eng anliegendes Frauengewand, dessen Details einst in der farbigen Fassung des Originalzustandes aufgemalt ist. Mit dem linken Arm umfasste die Göttin den neben ihr stehenden König, wobei die zugehörige Hand dann an der Taille sichtbar wurde. Die ursprüngliche Gesamthöhe der Gruppe wird etwa 105 cm betragen haben

 

Für eine zeitliche Einordnung des Großfragments und damit der gesamten Gruppe stehen vorrangig stilistische Kriterien zur Verfügung, die einen Ansatz in die frühe 4. Dynastie nahe legen. Unter Berücksichtigung der archäologischen Befunde für die königlichen Totentempel der 4. Dynastie und der ablesbaren Priorität für königliche Gruppen hinsichtlich ihrer Aufstellung, ist für das vorstehende Fragment am ehesten an den Taltempel des Cheops in Giseh als ursprünglichen Aufstellungsort zu denken. (siehe dazu HÄB 42 - Matthias Seidel: die königlichen Statuengruppen Bd. 1 - Gerstenberg-Verlag 1996)

 

 

      Fragment Statuengruppe König mit Göttin
                         -   Vorderseite - 

Oberkörper der Figur einer löwenköpfigen Göttin
   -  heute im Pelizaeus-Museum in Hildesheim  -
    Fragment Statuengruppe König mit Göttin
                      - Rückseite - 

Deutlich sichtbar ist hier, dass die linke Hälfte der Statue durch Wassereinwirkung stark korrodiert ist.
     Bild:  HÄB 42 - Hildesheim Pelizaeus-Museum   Bild:  HÄB 42 - Hildesheim Pelizaeus-Museum

 

Das zweite Fragment ist ein Thronsitz einer Statuengruppe des Cheops oder Chephren mit einer Gottheit, von dem nur noch vier Fragmente (Inv.-Nr. 5416, 6447 und 6448) erhalten sind. Die Fragmente aus Kalzit-Alabaster wurden auf dem Südfriedhof (G I S), nahe der Cheopspyramide gefunden. 

 

Die Darstellung auf den Fragmenten A und B  (diese Fragmente werden unter einer gemeinsamen Inventarnummer geführt) sind in versenktem Relief ausgeführt und hat an mehreren Stellen noch die originale Bemalung in blauer Farbgebung bewahrt. Das Fragment A stammt von der linken Hälfte der Rückseite eines königlichen Thrones, während das Fragment B die rechte Hälfte der Rückseite desselben Thronsitzes betrifft. Das Kleinfragment C bezeichnet die obere rechte Ecke von der rechten Thronwange der Statuengruppe, während das Fragment D, das aus zwei Teilstücken zusammengefügt ist, ebenfalls zur rechten Thronwange gehört und den unteren Bereich der Südpflanze mit den beiden äußeren Dolden darstellt. Auch hier werden die vier Fragmente von Matthias Seidel in die Zeit von Cheops oder Chephren datiert, mit dem Hinweis, dass der geringe Maßstab der Gruppe eher zu den wenigen Statuenfragmenten des Cheops passt. (vergl. PM III.2, 1974, 12)


Im Museum of Fine Arts in Bosten befinden sich insgesamt drei mögliche Statuen, die man Cheops zuordnen kann. Dazu gehört eine Sitzstatue aus Alabaster, von der zwei Fragmente (Inventar-Nummer 25-1509a-b) erhalten sind. Diese wurden in der Nähe des Grabes von Hetepheres gefunden. Eines der beiden Stücke zeigt die Statuenbasis und einen Fuß, während das andere den rechten Arm des Herrschers zeigt, der auf seiner Brust gelegt ist. Ein weiteres Fragment, welches durch die Stilistik oder den Fundort König Cheops zugeordnet werden kann, wurde in der Kapelle der Mastaba des Idu (G7102) auf dem Ostfriedhof der Cheops-Pyramide gefunden und ein weiteres Fragment aus Alabaster (Inventar-Nummer: 27.1466), welches zu einer lebensgroßen Statue gehörte. Dieses Fragment umfasst Teile einer Perücke sowie die Flügelspitze eines Horus-Falkens. Lt. William Stevenson Smith (siehe A History of Egyptian Sculpture and Painting in the Old Kinddom 1946) zeigt dieses dritte Stück aus Bosten die Reste eines Löwenkopfes, welcher wohl einst zu einem Thron des Cheops gehörte.

                     Granitblock mit dem Horusnamen von Chufu

Dieser Granitblock aus der Regierungszeit des Chufu/Cheops wurde in Bubastis gefunden.
Möglicherweise gehörte er einst zu dem Totentempel des Cheops bei der Großen Pyramide, der wohl sekundär dorthin verschleppt wurde.
Bild:    GraniteSlabWithNameof Khufu-BristischMuseum-August19-08.jpg
Autor:  CaptMondo
Lizenz: Creative Commons CC-BY 2.5

Die zeitliche Einordnung des Kopfes einer königlichen Statue in Berlin ist dagegen sehr unsicher (Inv.-Nr. 14396). Adolf Erman kaufte  den kleinen Kopf aus Breccie (Gestein, das aus Gesteinstrümmern eckiger Form besteht, die in einer feinkörnigen Grundmasse liegen) im Jahre 1899 in Giseh. Diese Zuordnung von Eddna Russmann, die hierin ein Bildnis des Cheops erkannt haben will, ist sehr problematisch, da die Kriterien dafür nicht sehr eindeutig sind.

Objekt:
Material:
Maße:
Herkunft:
heute in:
Königskopf
Breccie
H: 13,8 cm; B: 11,3 cm; T: 12,7 cm
unbekannt
Museum Berlin: Inv.-Nr.
14396

Der Kopf, der Beschädigungen an Nase, Mund und Kinn aufweist, ist ansonsten gut erhalten. Er zeigt einen König, der eine Löckchenperücke trägt, darüber ein Stirnband mit Uräus. Die Identität des Königs, den dieser Kopf darstellt, ist in letzter Zeit heftig diskutiert worden. Es wurde von E. Russmann König Cheops vorgeschlagen, 
K. Finneisen und D. Wildung sehen in ihm eher ein Bildnis von König
Neferefre (auch dieser wurde ohne Bart dargestellt). Rainer Stadelmann weist schließlich darauf hin, dass die Uräusschlange auf der Stirn des Königs so wie sie hier dargestellt ist, erst seit der Regierungszeit des Chephren belegt ist.

Auch die Zuordnung eines Kopfes im Brooklyn Museum New York (Inv.-Nr. 46.167), dessen Fundort unbekannt ist, wird sehr kontrovers diskutiert.  Der Kopf ist 54,3 cm hoch und besteht aus Rosengranit. Teilweise ordnet man ihn aufgrund der Gesichtsform König Cheops zu, teilweise auch seinem Großvater Huni. Das gleiche gilt für einen kleinen Kopf mit ähnlichen Gesichtszügen, der sich im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst in München befindet. Er ist nur 5,7 cm hoch und besteht aus Kalkstein. (siehe Sylvia Schoske: Staatliche Sammlung Ägyptischer Kunst München. Zaberns Bildbände zur Archäologie 31, Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1995, S. 43f.)

Bauprojekte aus der Regierungszeit des Cheops sind neben seiner monumentalen Grabanlage nur wenig überliefert. Seine Bau- und Spendenaktivitäten reichten jedoch von den Städten im Nildelta bis nach Elephantine, der damaligen Südgrenze des ägyptischen Reiches. Ein Granitblock mit dem Horusnamen des Königs Khufu wurde in Tida bei Buto gefunden sowie auf den Tempelgeländen von Bubastis und Tanis, welche dorthin wohl sekundär verschleppt wurden. Eine Felsinschrift in  den Alabastersteinbrüchen bei Hatnub südöstlich von Tell el-Amarna bezeugt die umfangreichen Aktivitäten der Prospektoren unter König Cheops, die hier Rohstoffmaterial für diverse Kultgegenstände und Bauelemente gewannen. Ein Bruchstück einer großen Alabastervase, die den Horusnamen des Cheops in einer Palastfassade mit krönendem Horusfalken eingeschrieben trägt, stammt aus Koptos, einem Ort, wo der Königskult um Cheops bis ins Neue Reich hinein lebendig geblieben war. Vermutlich war diese Alabastervase einst eine Weihegabe des Königs. In Hierakonpolis, dem religiösen-politischen Zentrum Oberägyptens in vordynastischer Zeit und Standort eines alten Heiligtums des Reichsgottes Horus wurde ein Fragment einer Diorschale mit dem Geburtsnamen des Cheops gefunden. 

Auf dem Bruchstück einer königlichen Annalenliste, welche sich heute im Ägyptischen Museum in Kairo befindet, haben sich einige spärliche Informationen aus der Regierungszeit von Chufu erhalten. Der Eintrag auf der Annalenliste erwähnt die Herstellung einer 14 Ellen (ca. 7,33m) hohen Kolossalstatue des Königs und einer Götterstatue und enthält vielleicht auch einen Hinweis auf den Bau einer 100 Ellen (etwa 52,4 m) langen Schiffes und die Gründung eines Landgutes. Leider ist uns nichts bekannt über den Aufstellungsort  der Kolossalstatue. 

Bei neueren Ausgrabungen in Ägypten tauchen hin und wieder neue Belege für Cheops Regentschaft vor über 4.500 Jahren auf. Neben den in der Westwüste gefundenen Inschriften mit den Jahresangaben seiner Regierungszeit wurden erst vor wenigen Jahren in einer fast abgetragenen Nebenpyramide im Grabkomplex des Djedefre bei Abu Roasch, Fragmente einer Alabasterschale, auf deren Innenseite der Horus- und der Geburtsname des Cheops graviert wurden, gefunden.
In einem kleinen Höhlenheiligtum einer löwenköpfigen Göttin mit einigen Stiftungsgaben welches man im Norden von Sakkara entdeckte, wurden zahlreiche Kleinplastiken und eine kleine Terrakotta-Figur in Form eines Löwen oder einer Sphinx, die den Namen des Cheops trugen, entdeckt. 

Auf einem Felsrelief im Wadi Maghara auf dem Sinai findet sich ein gutes Beispiel für die Wiedergabe der vollständigen Titulatur des Cheops, welches sich unmittelbar neben einem zweiten Relief erhalten hat, das den König als Bezwinger eines bärtigen, asiatisch aussehenden Nomaden zeigt. In der dreispaltigen Inschrift  des Reliefs ist die Königstitulatur in der linken Spalte mit dem Horusnamen des Cheops innerhalb einer Palastfassade mit krönendem Falken wiedergegeben. Die Titel "nesut bit" (König von Ober- und Unterägypten) und der nicht vollständig erhaltene Herrinnenname "Medjet er Nebti" (der [die Feinde] zerdrückt entsprechend der beiden Herrinnen) stehen links daneben. Der in einer Kartusche geschriebene Geburtsname Cheops, in der Kurzform "Chuiefui "allgemein als "Chufu" geschrieben ("er schützt mich") steht in der zweiten Spalte von links. Der vollständige Geburtsname des Cheops ist auf dem benachbarten Relief, rechts oberhalb der Szene, wo gezeigt wird, wie der mit der Doppelkrone dargestellte König vor dem Gott Thot zum Schlag gegen dem vor ihm knienden Beduinen ausholt. Der Name lautet hier: "Chnum-Chufu", was übersetzt "(Gott) Chnum, er schützt mich" bedeutet. Zusammen mit dem Eptheton "Großer Gott", welches zur Erklärung dahintersteht, lautet die komplette Titulatur mit dem vollständigen Eigennamen von Cheops:

"Horus, der (die Feinde) zerdrückt entsprechend der beiden Herrinnen, Gold (Goldener) der zwei Falken, (Gott) Chnum, er schützt mich."

 


Sinai-Inschrift Nr. 7 - ältere Gruppe


A: "Kurzer" Geburtsname Chufu's
B:  Goldhorusname
C:  unvollständiger "Nebtiname"
D:  Horusname

                                   Umzeichnung von Felsreliefbilder aus dem Wadi Maghara auf dem Sinai
Auf dem linken Felsrelief befindet sich der vollständige Geburtsname des Chufu in der Kartusche: 
Er lautet: ""Chnum-Chufu", "er schützt mich". Unter der Kartusche mit dem Königsnamen befindet sich eine Inschrift:
 „Schlagen der Iwn.tjw “. Das Relief zeigt den König mit der Doppelkrone von Ober- und Unterägypten als Bezwinger eines asiatisch aussehenden Feindes, der vor ihm kniet. Mit der linken Hand hält er den vor ihm knienden Feind am Schopf. Er hat den rechten Arm zu einer schlagenden Bewegung erhoben.

Vor dem König steht in einem kleineren Maßstab dargestellt, ein ibisköpfiger Gott (wohl Thot, der Herr der Fremdländer), der ein langes Was-Zepter in der einen Hand hält und in der anderen ein Anch-Zeichen.

             (beide Bilder:
nach Gardiner und E. Peet (bearbeitet von Nefershapiland)

Wohl als Schutzheilige im Steinbruchgebiet des Wadi Hammamat wurden während der 12. Dynastie von Teilnehmern einer Expedition verschiedene Könige der 4. Dynastie angerufen. Während einer von König Faruq im Jahre 1949 entsandten Expedition ins Wadi Hammamat entdeckte F. Debono nahe der Stele von König Sebekhotep IV. aus der 13. Dynastie eine Felsinschrift, die nach ihrer Epigraphik eindeutig in die 12. Dynastie gehörte. In großen, klar gezeichneten Hieroglyphen steht in der oberen Zeile:

„Der König von Ober– und Unterägypten, dem ewiglich Leben gegeben ist, #wf(w), RaDd.f, Raxaj.f, !rDd.f, RabA.w.f


(Bild:
bearbeitet von Nefershapiland)

Das Graffito im Wadi Hammamat nennt nebeneinander die Namen von Cheops und seinen Söhnen Radjedef (Djedefre), Chephren, Hordjedef und Bauefre. Auffallend ist dabei, dass all diese Namen in Kartuschen geschrieben sind, was zu der Vermutung führte, Hordjedef und Bauefre könnten genauso wie Djedefre und Chephren einst als Könige regiert haben. Dafür gibt es allerdings keinerlei zeitgenössische Belege. Als Grund für die Anbringung der Inschrift kann angenommen werden, dass Cheops und seine Söhne als Schutzheilige des Wadi Hammamat verehrt wurden. Unterstützt wird diese Annahme durch den Fund eines Alabastergefäßes mit dem Namen des Cheops, aus Koptos, dem Ausgangspunkt für Expeditionen in Wadi Hammamat, und was vermuten lässt, dass er dort einst kultische Verehrung genossen hatte.
(Quelle:
Flinders Petrie Koptos 1896, S. 4, 23; pl. 21.3 und Wildung, Rolle ägyptischer Könige. S. 164–165, 174)

Die Nennung dieser fünf Königsnamen in Kartusche könnte auf den Papyrus Westcar zurückzuführen sein, da Ra-Djedef (Djedef-Re) und auch Prinz Ra-Chaef (Chephren) im Papyrus noch Prinzen sind, dann aber den Thron bestiegen haben, machte der Schreiber der Hammamat-Inschrift auch die beiden weiteren Prinzen zu Königen.

Außenpolitische Aktivitäten des Cheops sind nur spärlich bekannt. Seine Spur führt neben der weiteren Erschließung der Türkis- und Kupferminen auf dem Sinai weiter nach Nubien. Ungefähr 65 km nordwestlich von Abu Simbel wurde in den Diorit-Steinbrüchen unweit südlich von Wadi Tushka eine Stele gefunden, deren Inschrift die Ortsbezeichnung "Hamet-Chufu" enthält. Sie weist das dortige Abbaugebiet als Eigentum des Königs aus. Auf auf einem Alabasterfragment, das aus dem heutigen Libanon, stammt, wurde der Horusname des Cheops gefunden. Aus dieser Region stammt ebenfalls eine Kupferaxt auf der möglicherweise der Name einer "Bootsmannschaft des Cheops" eingraviert wurde.

Regierungsdauer:

Wenn auch Herodot König Cheops eine Regierungsdauer von ca. 50 Jahren zuschrieb, ist dieses durch nichts zu belegen. Es ist bis heute unbekannt, wie lange die Regierung des Cheops gedauert hat. Uns liegen nur spärliche Informationsquellen aus den zeitgenössischen inschriftlichen Vermerken vor, die in Felsinschriften in der westlichen Wüste oder in Form von Bauarbeitergraffiti auf Steinblöcken in seiner Pyramide gefunden wurden und zum anderen aus altägyptischen Königslisten sowie dem Geschichtswerk Manethos, das uns leider nur teilweise durch spätere Geschichtsschreiber überliefert ist.

Erst im Jahre 1999 wurde die bislang späteste Regierungsdatierung des Cheops innerhalb einer Felsinschrift in der libyschen Wüste südwestlich der Oase Dachla entdeckt. Es wird in dieser Felsinschrift auf das "Jahr nach dem 13. Mal der Zählung" verwiesen. Das Problem dabei ist nun, dass wir keinerlei definitiven Beleg aus dem letzten Regierungsjahr Cheops vorliegen haben und außerdem nicht wissen, ob die Steuerzählung in dieser Zeit in einem üblichen Rhythmus von zwei Jahren durchgeführt wurden. Bei der Zugrundelegung der bislang höchsten vorliegenden Datumsangabe von "Jahr nach dem 13. Mal" aus der Felsinschrift in der libyschen Wüste, kann man rein hypothetisch derzeit nur folgern, dass Cheops mindestens 27 Jahre regiert hat. Die der Inhalt der uns nur bruchstückhaft vorliegenden Annalen und Königslisten weitgehend zerstört oder nicht mehr im Original überliefert ist, lassen sich die historischen Zusammenhänge oftmals nicht mehr eindeutig rekonstruieren. So ist z. B. dem Turiner Königspapyrus eine Regierungsdauer von 23 Jahren zu entnehmen. Lt. Manetho, einem Hoherpriester von Heliopolis, der etwa zwischen 280 und 245 v. Chr. unter Ptolemaios I. Soter lebte, regierte Cheops sogar 63 Jahre.

In den letzten beiden Jahrzehnten ist mehrmals der Versuch unternommen worden, basierend auf den Bauleistungen der Pyramiden die Regierungszeiten der Könige in der 4. Dynastie indirekt zu berechnen. Man kam dabei zu dem Ergebnis, dass die 23 Jahre lange Regentschaft, welche im Turiner Papyrus ausgewiesen wird, realistisch gesehen glaubhaft erscheint.

Westfriedhof und Ostfriedhof

Im östlichen und westlichen Umfeld der Cheops-Pyramide wurden die Grabmäler der königlichen Familie und der hohen Beamten des Reiches von der königlichen Baubehörde geplant und angelegt. Die gleichförmige Bauweise der Anlagen zeigt, dass unter der Regierung Cheops der staatlich geförderte Grabbau seinen Höhepunkt erreichte. Ebenso wie das gewaltige Projekt des Pyramidenkomplexes wuchsen im Osten und Westen der Großen Pyramide die Gräberfelder. 

Unmittelbar östlich des Königsgrabmals und südlich des Aufwegs entstand der sogenannte "Prinzenfriedhof" (G 7000) mit drei Königinnenpyramiden (G 1a-c), vier Reihen großer Doppelmastabas (G 7110/20 - 7430/40) und die gigantische Anlage des Prinzen Anchchaef (G 7510), der evtl. ein Halbbruder des Cheops gewesen ist. Um diese Bauten gruppierten sich im Laufe der Zeit weitere Mastabas sowie zahlreiche kleinere Anlagen, die zum Teil an die älteren Gräber angebaut wurden.

           Plan der Nekropole G 7000

G 7110

Hetepheres II. (geplant)
G 7120 Kawab
G 7130 Chaefchufu I.
G 7140 Nefretkau
G 7210 ?
G 7220 Djedefhor
G 7230 ?
G 7240 ?
G 7310 ?
G 7320 Bauefre (?) G 7420 Baefhor (?)
G 7330 ? G 7430 Chaefmin
G 7340 ? G 7440 ?
G 7410 Meresanch II. G 7510 Anchchaef
       
G 7650 Anchethotep u. Meritites II: G 7660 ((LG 59) Kaemsekhem (Sohn Kawabs)
G 7750 ? G 7760 Mindjedef (Sohn Kawabs)

(Plan der Nekropole: nach Franck MONNIER als gemeinfrei - bearbeitet von Nefershapiland)

Westlich der großen Cheops-Pyramide wurde wahrscheinlich erst in der zweiten Hälfte der Regierungszeit unter Cheops damit begonnen für die hohen Beamten eine größere Anzahl von Grabanlagen zu errichten. Sie bestehen aus den sog. Nekropolen G 1200, G 2100 und G 4000. Ursprünglich begann der sogenannte "Westfriedhof" etwa 150 m von der Pyramide entfernt. Auf diesem "Westfriedhof"  dem größten Gräberfeld auf dem Giseh-Plateau wurden Beamte bestattet. Das Kerngebiet des Beamtenfriedhofes wird nach Westen hin durch die große Mastaba G 4000 begrenzt.  
(siehe Hem-Iunu)

Mit ihren regelmäßig angelegten Gräberreihen wird die Totenstadt des Cheops ein Abbild der damaligen hierarchischen Gesellschaftsordnung. Die Gräber weisen genormte Maße und einen einheitlichen Aufbau auf - wobei zu bedenken ist, dass es sich genau genommen nicht um "Privatgräber", sondern um einen staatlichen Grabbau für eine privilegierte Bevölkerungsgruppe handelt. Durch das Privileg, ihre Grabbauten im Umfeld der königlichen Pyramide errichten zu dürfen, wurden die hohen Beamten in der Vorstellungswelt des königlichen Jenseits miteinbezogen. Das machte sie für den ins Jenseits eingegangenen König auf ewig verfügbar und dienstbar.

Das ägyptische Königtum erreichte unter Cheops seinen absoluten Höhepunkt. Schon unter Snofru wurde der Prozess einer konsequent auf den König und seine alles überragende Stellung als Gott-König hin ausgerichtete Staatsstruktur eingeleitet. Nach dem Ende der Herrschaft von Cheops verblasste dieser absolute Herrschaftsanspruch schnell und wich einem Konzept, das nur Teil des Göttlichen, nicht aber identisch war mit diesem.


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