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Die Abfolge der ersten drei Herrscher der 2. Dynastie ist von einer Privatstatue der Zeit bekannt, auf deren Schulter die Horusnamen: Hetep-sechemui, Neb-Ra und Ni-Netjer eingraviert sind. Dann scheint es nach einer etwa 40 Jahre langen Regierungszeit des Ni-Netjer in Ägypten zu politischen und religiösen Unruhen gekommen zu sein. Diese Unruhen waren vermutlich der Auslöser dafür, dass die Einheit des Landes zerbrach und Ägypten zwischen einem "Horus-König" im Norden und einem Seth-König im Süden aufgeteilt wurde. Knapp 40 Jahre lang wechselte die Regierungszeit der Horus-Könige Uneg, Sened und Nefer-Ka-Sokar ab, während im südlichen Seth-Reich Peribsen (Sechem-ib ?) und Chasechem herrschten.
Nach Wolfgang Helck und Jürgen von Beckerath war der Nachfolger von König
sxm - jb / Per-ib-sen in Oberägypten ein Herrscher namens Chasechem, "die Macht ist erschienen".
Auf dem Serech dieses Königs stehen nun der Horusfalke und das Sethtier brüderlich Seite an Seite über der Palastfassade. Beide tragen manchmal auch die Doppelkrone. Damit war die wiedergewonnene politische Einheit in eine Formel gebracht. Sein nun das ganze Land kontrollierendes Schatzhaus trug den Namen "Haus der roten Krone". Da die einfache Namensform des Königs "Chasechem" = "Erscheinen der Macht (Horus)" nur in Hierakonpolis bezeugt ist, könnte sie aber auch nur eine bloße lokale Variante darstellen mit Rücksicht auf den dortigen Lokalgott Horus. "Chasechemui " bedeutet ja "Erscheinen der beiden Mächte [Horus und Seth]" und Seth war ja bekanntlich der Feind des Horus."
Beides schließt einander aber nicht aus. Die zweite Form des Horusnamens kennt auch die Ergänzung "In dem die beiden Götter befriedet sind"
Regierungs- und Familiendaten Chasechem/Chasechemui
Regierungsdauer um 2740 v. Chr.
ca. 2714 - 2707 v. Chr.
ca. 2709 - 2682 v. Chr.
ca. 2714 - 2687 v. Chr.nach Schneider L.d. Pharaonen
Müller-Höveler/Am Anfang...
v. Beckerath/Handbuch
RedfordDynastie 2. Dynastie (Frühzeit) Vorgänger Per-ib-sen nach W. Helck u. Beckerath Vater ? Mutter unbekannt Geschwister unbekannt Kinder Djoser, Initka, Hetepher-nebti Gemahlinnen Ni-maat-hapi nach Wolfgang Helck Grabstätte Abydos (Buchstabe V)
Namen von König Chasechem/Chasechemui
Horusname 1. xja - sxm/
#a-sxm-HrwHor Cha-sechem /
Kha sekhem/Chasechem"Erscheinen der Macht"
2. Horusname m. Ergänzung:
xja - sxmwj Htp-nTrw jm.f
"Erscheinen der Macht "In dem die beiden Götter befriedet sind. 3. xja-sxmwj/ #a-sxm.wj Hor-Seth Cha-sechemui
Kha sekhemui/
Chasechemui"Erscheinen der beiden Mächte."
"Die beiden Mächte."
Nebtiname 1. xja-sxmwj - Nbtj
Htp-nTrwj - jm.fCha-sechemui-nebi Hetep-nebui-imef/ ""Erscheinen der Doppelmacht der zwei Herrinnen, in dem die beiden Götter befriedet sind."
*2. xj-sxmwj-Nbtj nbw-xt.s[n} "Erscheinen der Doppelmacht der zwei Herrinnen, Goldener ihres Leibes." ** * W. Barta liest: " Der nach Art des Mächtepaars Erschienene, in dem das Götterpaar ruht."
** (nbw - ht.sn " Gold ist ihr (der Nebti) Leib.")
Die Kampfhandlungen bei der Wiedergewinnung der Einheit oder vielleicht auch nur bei der Unterdrückung eines Aufstands beschränkten sich anscheinend nicht nur auf die Deltaregionen, sondern dehnten sich bis weit nach Oberägypten aus. In einer Inschrift, die sich auf einem kostbaren Steingefäß befindet, heißt es: " Im Jahr als der Feind aus dem Norden in Necheb geschlagen wurde" oder " Das Jahr der Bekämpfung des nördlichen Feindes in den Mauern der Stadt Necheb". Nach Wolfgang Helck stammen diese Steingefäße aus einem Magazin in Memphis, aus dem sie Chasechemui entnahm und beschriften ließ. Bei Necheb handelt es sich um das heutige El-Kab nahe von Hierakonpolis im 3. oberägyptischen Gau gelegen.
Auf einem anderen Steingefäß lesen wir:
" Jahr des Kampfes und des Schlagen des Nordlandes". Zudem sind auf den Gefäßen die symbolische Darstellung der "Vereinigung von Ober- und Unterägypten" abgebildet. All diese Gefäße waren Motivgaben (Fest-Vasen) an den Tempel von Hierakonpolis. Eine bestand aus Alabaster, die andere aus Granit. Zeitgenössisch scheint diesem Sieg außerordentliche Bedeutung beigemessen worden zu sein, denn auf zwei der Steingefäße aus Hierakonpolis sieht man die Geiergöttin Nechbet, wie sie den durch seinen Horustitel (Falke auf dem Palast mit dem Namen
"Chasechem") repräsentierten König das Zeichen smA - tAwj "Vereinigung der beiden Länder" überreicht, wobei sie auf dem sm-Ring mit den Hieroglyphen bAs darin sitzt.Nachdem man bAs zunächst für den Geburtsnamen des Königs gehalten hat, wird das Wort jetzt allgemein als Name des besiegten, dem König übergebenen Landes ( BAs , BAX ; wohl im Nordwesten gelegen) erklärt. Über und neben dem Bild der Nechbet befindet sich folgende Inschrift „ Kämpfen und Schlagen von Unterägypten “.
Der geschlagene Feind wird durch einen knienden Mann repräsentiert, dem drei Papyrusstengel auf dem Kopf wachsen, vor ihm eine Keule, die an ihm lehnt. Die gleiche Darstellung des Mannes mit den drei Papyrusstengeln und der Keule, findet sich auch auf einem Etikett des Narmers wieder. Der größte Teil der Denkmäler des Königs stammt aus Hierakonpolis, dem altägyptischen Nechem (seiner eventuellen Residenz), der Herrscher entwickelte hier auch eine beachtliche Bautätigkeit.
Von Chasechemui könnte etwa der hinter der alten Stadt in der Wüste beim heutigen Kom el – Ahmar gelegene Ritualbezirk im Stil der abydenischen Talbezirke (Sedfesthof) stammen.
Diese Anlage weist große Ähnlichkeit mit dem Schunet el–Zebit in Abydos auf, die wiederum König Chasechemui zugeschrieben wird.
Es handelt sich in Hierakonpolis um eine rechteckige, von einer hohen, mit Nischenmuster dekorierten Hauptmauer eingefasste Anlage von 67 x 48m (?) Abmessung, der eine dünnere Außenmauer vorgelagert ist. Zum Teil stehen die Mauern noch heute bis zu 11m an.
Die Anlage umfasst ein Gebiet von 0,49 Hektar, ist also nur ein Drittel so groß wie die in Abydos. Ein weiterer Unterschied ist, dass sie nur einen Haupteingang, ein monumentales Tor an der östlichen Ecke zwischen zwei rechteckigen Türmen besitzt. Außerdem ist die Anlage in Hierakonpolis quadratisch und nicht rechteckig wie die in Abydos ist.
Zudem weist die Umfassungsmauer im Gegensatz zu den Umwallungen in Abydos auch an ihrer Innenseite ein Nischenmuster auf. Im Inneren wurden nahe der Mitte geringe Reste eines Kultstätte aus Ziegeln gefunden.Hier fand sich ein Granitblock, bei dem es sich vielleicht um ein Libationsbecken gehandelt haben könnte. Granitbruchstücke mit dem Namen des Chasechemui fanden sich unmittelbar außerhalb des Torbaus der Lehmziegelumfriedung, weshalb diese Anlage ihm überhaupt zugeschrieben wurde.
In Hierakonpolis fehlen alle Hinweise auf eine Grabanlage des Königs. Die Inschriften belegen, dass es sich um eine König Chasechemui gewidmete Kultstätte handelte, die jedoch nicht speziell für den Totenkult des Königs gedacht war.
( W. Helck vertrat gegensätzlich dazu die Ansicht, der König hätte sich zunächst ein Grab mit zugehörigen Statuentempel – dem sog. „ Fort “- hier in Herakleopolis errichten lassen , wäre jedoch dann später dem Vorbild seines Vorgängers Prj – jb.sn gefolgt und hätte sich in Abydos bestatten lassen).In neuerer Zeit führte Rene Friedmann eine systematische Untersuchung des Bezirks in Hierakonpolis durch, da dieser Bezirk bisher nu sporadisch erkundet wurde. Ergebnisse dieser Untersuchungen sind mir derzeit aber noch nicht bekannt.
Auf einem Sandhügel in Hierakonpolis stand wahrscheinlich das Urheiligtum des Horusfalken. Hier fanden sich etliche Zeugnisse der Bautätigkeit Chasechemuis. Hauptsächlich waren dies verworfene Granitblöcke mit den ältesten uns bekannten Tempelreliefs. Der Reliefblock wurde zusammen mit anderen Granitblöcken in einer Schicht unterhalb des Neuen Reiches gefunden.
Dieses älteste Heiligtum wurde abgelöst von einem Ziegelbau aus dem frühen Alten Reich. Der Palermostein berichtet in Vs. - Zeile 5:
" hai.t nsw hai.t bit i kd inr mn nTr.t"
Dieses hier genannte Gebä7de aus Stein " mn nTr.t" muss natürlich nicht mit dem Bau in Hierakonpolis in Zusammenhang stehen, da Chasechemui natürlich mehrere Tempel errichtet haben könnte. Aus den vorhandenen Granitspolien ersieht man, dass mindestens seit der Zeit Chasechemuis steinerne Tempel bzw. zumindest steinerne Teile im Tempelbau in Stein ausgeführt wurden.Ein Reliefblock, der zu einer monumentalen Türeinfassung aus Granitdiorit gehört, war mit einem flach erhabenen Relief dekoriert. Im Zuge einer späteren Wiederverwendung wurde die Szene flächlich abgeschlagen, so dass die Darstellung nur noch die Göttin Schesat im Kontext des Gründungsrituals die Messpflöcke für einen Tempelbau einschlagen - heute Kairo JdE 33896; Höhe 1,30 m, Breite 1,35 m.
Diese Zeremonie ist sicher auf den Tempel von Hierakonpolis zu beziehen. Zahlreiche kleinere und größere steinerne Fragmente (zum Teil unveröffentlicht) stammen von hier. Eines der Relieffragmente (heute Kairo JE 33895 / CG 57107 mit den Abmessungen 65 x 37 cm) beinhaltet im unteren Register rechts den Horus (über ihm die Himmelhieroglyphe) über dem " srh " mit dem Namen " #ja - shm " links steht das höchst bemerkenswerte Königsepitheton " tb(.t) r xA st" - "nützliche Sandale gegen das Fremdland".
Das obere Register zeigt den König (große Teile der Figur des Königs sind zerstört) kniend auf dem in einem liegenden Mann mit negroiden Gesichtszügen personifizierten Land. Über dem Kopf des Mannes befindet sich ein Bogen und darüber das Zeichen für Land. Hier steht also " tA sti (Nubien)
Dieses Relieffragment könnte also an einem Sieg Chasechem(ui)s über Nubien erinnern. Rifaat Abdullah Farag gibt in MDAIK 36, Seite 77 bis 68, einen Überblick der in Hierakonpolis gefundenen Steinspolien.
Eine Stele aus einem dicken Quarzitblock von schiefergrüner Farbe, ähnlich denen der Königsstelen aus der archaischen Periode zu Abydos.
Die Stele zeigt das Serech mit dem Königsnamen "Horus Khasekhemui". Links vom Serech befindet sich eine Gruppe von Hieroglyphen, wahrscheinlich zu lesen als " dbt r smt " oder
"dbt r dwt" - "Demütiger der Fremdländer".
Vermutlich wurde diese Stele kurz vor oder nach der erneuten Reichseinigung aufgestellt. Es ist die einzige bekannte Stele mit der Namensform "Khasekhemui".
Gefunden wurde sie nahe des Tempelgebäudes in Hierakonpolis - heute im Museum von Kairo.
Türrahmen, heute im Museum von Kairo:
Höhe: 1,55 m; Breite: 1,20 m.
Material: Rosengranit aus Assuan.
Beschriftet ist der Block an der Vorderseite und an den Seiten.
An der Vorderseite wurde das Bild des Sethtiers ausgeratzt.
Linkes Türgewände, heute im Museum zu Kairo.
Gefunden in der Nähe der SO – Seite der Umfassungsmauer (?).
Keine Maße angegeben.
Material:
grauer Granit, Reliefs ausgekratzt. Man sah den Horus und Sethnamen des Königs.
Die Schreibung ist identisch mit denen auf Objekten, die in Abydos gefunden wurden.
Fragment eines Türpfostens oder Stele aus rotem Granit, mit zerstörter Inschrift und Reliefdarstellungen.
a. Fragment:
Serech mit Inschrift:
„ #a - sxmwj Ht p nT rwj (jm.f)
Oben auf den Serech, links sitzt Horus , rechts Seth.b. Fragment:
Serech mit zerstörtem Relief, mit einer Sethtierdarstellung und darunter
zwei Darstellungen des Horus.
c. Fragment: Zwei Darstellungen
In der ersten erkennt man noch den unteren Teil des
Königs und schreitend zwei seiner Söhne, von denen der linke einen Tierschwanz
trägt.
Die zweite Darstellung ist fast vollständig zerstört. Es bestand aus einigen Zeichen:
drei vertikale Striche und eine Scheibe (?).
Dieses Bruchstück fand sich nahe des Eingangs zum sog. Fort in Hierakonpolis,
weshalb dieser Bau auch Khasekhemui zugeschrieben wird.5. Großer Block mit dem Namen von König Khasekhemui und Namen von Gütern,
die der König vielleicht gegründet hatte (?) . Gefunden an der Südseite der
Umfassungsmauer. Auf den Photos ist kaum etwas zu erkennen.
Das Material aus dem der Block besteht ist nicht angegeben, auch keine Maße.6. Granitstele mit dem Namen Khasekhemuis, gefunden nahe dem Friedhof von El-Kab,
(altägyptisch Necheb – auf dem Ostufer des Nils gegenüber von Hierakonpolis gelegen)
zusammen mit mehreren anderen Fragmenten, eines davon mit Reliefdarstellung.Daraus kann man auf eine Bautätigkeit Khasekhemui hier im Tempel der Geiergöttin
Nechbet schließen die zumindest Teilweise in Stein ausgeführt wurde.
Es gibt keine Fotos noch sind Maße angegeben nicht einmal der genaue Fundort ist bekannt
Die handwerkliche Gestaltung all dieser Bauteile steht auf recht hoher Stufe, und die
Ähnlichkeit mit den Skulpturen aus den ersten Jahren der 3. Dynastie ist so auffallend, dass
kein Zweifel an ihrer zeitlichen Einordnung besteht. Stilistisch stehen sie schon ganz auf der
Linie der kanonischen Kunst des Alten Reiches.Unter dem Tempelpflaster des Horustempels von Hierakonpolis fand 1898 J. E. Quibell in mehreren Depots Gegenstände der Tempelausstattung aus den Anfangszeiten des Tempels, darunter auch die zwei berühmten Sitzstatuen des Königs Chasechemui.
Kopf einer Statue
König Chasechemuis
aus Hierakonpolis
heute in Oxford E. 517Sitz-Statue
König Chasechemui:
aus Hierakonpolis
heute im Ägypt. Museum KairoDie Statuen sind von außerordentlichem künstlerischen Wert. Beide sind sich vom Aussehen her sehr ähnlich. Die eine befindet sich heute im Museum zu Kairo - JE 32161 / CG 3056 - die andere in England im Ashmolean Museum of Art and Archaelogy in Oxford E. 517.
Die Statue in Kairo - JdE 32161 = CG 3056: Material: Grüner Schiefer (Schist)
Höhe: 56.5 cm; Breite: 13,3 cm: Länge 30 cm.
fand sich im Boden eines Saales im Osten des Tempels vergraben. Sie wurde dort zusammen mit einer massiven Statue eines Löwen aus Terrakotta aus derselben Zeit und den berühmten Kupferstatuen von König Pepi I. gefunden.Der König sitzt auf einem Thron, dessen Füße und Rückenlehne nur reliefartig aus dem Schieferblock herausgearbeitet sind. Er trägt die sogenannte "Weiße Krone", sowie einen halblangen, langärmligen Mantel ( das sogenannte Sedfestgewand ) mit einem breiten Bordürenband, der vorne übereinandergeschlagen ist. Die rechte Hand liegt zur Faust geballt auf dem Schenkel, der linke Arm ist gebeugt, die Faust liegt auf dem rechten Vorderarm.
Beide Hände sind zum Halten von Szeptern oder Keule durchbohrt. Die nachten Füße stehen flach auf dem Sockel. Die Figur ist wie die in Oxford durch ein e Inschrift auf der Basisoberfläche als Bild des Königs Chasechem ausgewiesen. Die rechte Hälfte des Kopfes und die Nase ist leider abgesplittert, doch die erhaltene Gesichtshälfte offenbart uns, wie meisterhaft der Bildhauer Augen- und Geschichtsmuskulatur wiederzugeben vermochte.Auf den Sockeln von beiden Statuen sind rund um Darstellungen verkrümmter, getöteter Feinde zu sehen. Einer ist als Unterägypten personifiziert (Papyrus-Land: tA mhw ) . Aus seinem Kopf wachsen fünf Papyrusstengel. Er ist gefesselt und ein Pfeil steckt in seinem Kopf. Laut Inschrift will der König die Zahl von 47.209 unterägyptischer Rebellen niedergemetzelt haben. Falls dieses den Tatsachen entspricht, müsste es sich hierbei, dem gesamten Bevölkerungszensus der unterägyptischen Rebellen handeln und somit hätte der König das alte Problem der beiden gegensätzlichen Bevölkerungsgruppen auf einen Schlag gewaltsam gelöst, indem sie nicht mehr existierten.
Sockeldarstellung verkrümmter und verstümmelter Feinde.
Rechts oben ist ein als "Unterägypten" personifizierter gefesselter Feind zu sehen, aus dessen Kopf 5 Papyrusstengel wachsen. Zusätzlich steckt in seinem Kopf ein Pfeil.Die zweite Statue befindet sich in Oxford im Ashmolean Museum of Art und Archaeology - Nr. 517.
Sitzstatue Chasechemui aus Oxford
Sie ist der Statue in Kairo sehr ähnlich. Nur hier ist der Körper in einem schlechteren Erhaltungszustand, dafür ist der Kopf vollständig erhalten.
Sie besteht aus Kalkstein und misst 60cm in der Höhe. Die Sockelreliefs sind identisch mit der Kairoer Statue.
Diese Statue fand sich im sogenannten "Hauptlager".
Aus dem Kunsthandel stammt eine Streitaxt mit dem Namen " #a - sxm". Dieses ist auch der Name des ersten ägyptischen Königs, von dem sich ein Denkmal in Byblos erhalten hat - sein Name fand sich auf einem Vasenfragment aus Breccien geschrieben. Damit sind nun auch die engen Beziehungen zwischen dieser Stadt und Ägypten, die wir schon für die Vorgeschichte annehmen müssen, schriftlich bezeugt.
Familie: Die verwandtschaftlichen Verhältnisse Chasechemuis sind alles andere als klar. Allgemein wird angenommen, dass Chasechemui und dessen Gemahlin Ni-maat-hapi A (Ni-maat-hap / Nemathap /
Hepenma-Nj-Hpp-mAat / Nj-mAat-Hp ) die Eltern von König Djoser waren. Nun muss man sich aber fragen, warum gerade an dieser Stelle eine neue Dynastie begann.Im sogenannten "Fort" (Statuentempel des Königs ?) zu Hierakonpolis fanden sich im vorderen Teil der Anlage zahlreiche Siegelabrollungen des "Werftvorstehers der Mutter der Königskinder - Ni-mAat-Hp".
Auch Siegel, die aus dem Königsgrab des Chasechemuis zu Abydos stammen nennen sie "Mutter der Königskinder" oder " die königsträchtige Mutter".
Nach Wolfgang Helck war sie die Mutter der Prinzessinnen Initka und Hetephernebti, die eventuell Frauen von Djoser waren ( anders Dodson). Somit wäre Ni-maat-hapi, falls sie nicht seine Mutter gewesen sein sollte, zumindest die Schwiegermutter von Djoser.Jedenfalls wurde sie in späterer Zeit als Ahnfrau der dritten Dynastie angesehen. Ein großes Grab in Bet Chalfaf (Bet Khallaf) - K 1 - aus der Regierungszeit König Djosers stammend - gilt allgemein als ihr Grabmal. Es besteht aus regelmäßigen Lagen von Lehmziegeln und misst 85 x 46 m. Die Höhe betrug über 8m. Auf Siegeln aus diesem Grab wird sie als "Mutter des Königs von Ober- und Unterägypten" genannt. Da die meisten in diesem Grab gefundenen Siegelabrollungen den Namen des Djosers nennen, muss sie dessen Mutter gewesen sein. Ihr Name Nj-mAat-Hp verweist auf den memphitischen Apis.
Die Familie nach Wolfgang Helck:
#a - shmwj
Nb - kA + Jnjt - kA.s
+
Nj - mAat - Hp
Djoser + Htp - Hr -
Initka und Hetephernebti ( njt - kA.s und Htp - Hr - nb.tj ) waren also Töchter des Chasechemui (#a - shmwj) und der Ni-maat-hapi (Nj - mAat - Hp.)
Annalen:
Turiner Papyrus col. III. (T. 3,3;)
Der Turiner Papyrus gibt dem König 27 Regierungsjahre,2 Monate, 1 Tag. Er führt ihn unter dem Namen Bbtj (Bb.tj) auf. Dabei handelt es sich sicher um eine Fehlinterpretation des hieratischen
#aj - sxm.wj.T. 3,3; bbtj, er regierte, Jahre 27, (Monate) 2, (Tage) 1, seine Lebenszeit 40 + x.
Königslisten:
Abydos: A. 14; Djadjai (+A j)
Saqqara: S. 48; Bedi
TP. : 3, 3; Bebti 27 Jahre,2 Monate, 1 Tag
Manetho: Cheneres oder Necherophes, 30 Jahre
Auf dem Palermostein ist seine Regierung nicht erhalten.Wolfgang Helck leitet von Chasechemui - Djadjai, Bebi oder Bedti ab.
Auf dem Palermostein (Vorderseite 5,4; (1.5 Nr. 4) wird berichtet, dass in einem Jahr nach der 7. oder 8. Zählung (also wohl dem 13. Jahr) eines nicht bekannten Königs, der insgesamt maximal 16 Jahre regiert hat, eine Statue des Chasechemui hergestellt wurde "Bilden des Kupfers: Hoch ist
#aj - sxmwj". Die Statue ist als ausführliches Determinativ in das Jahresfeld gesetzt worden, do dass ihr Aussehen rekonstruiert werden kann: der König beim Kultlauf mit Schurz und weißer Krone auf dem Kopf. In den erhobenen Händen Wedel und mks`- Symbol.Diese Kupferstatue von wohl beachtliche Größe - denn ein ganzes Jahr ist nach ihrer Herstellung bekannt - wurde also nicht von Chasechemui selbst hergestellt, sondern von einem seiner Nachfolger, der seinem Vorgänger eine Statue weihte. Wahrscheinlich war wohl König Djoser der Stifter dieser Statue.
Mit dem Tode Chasechemuis ist die archaische Periode der ägyptischen Geschichte zuende und das Land steht an der Schwelle der ruhmreichen Pyramidenbauer.
( Co-Autor: J. H. Pirzer )