Biografie Pepi I.


Pyramide Pepi I.

Pepi I. entwickelte während seiner Regierung eine rege Bautätigkeit. Trotzdem ist die sakrale Baupolitik nur schlecht belegt. Der König errichtete sogenannte " Hut-Ka " in großer Zahl in verschiedenen wichtigen Tempeln des ganzen Landes.

Bubastis:

Von all den von König Pepi I. errichteten Ka-Häusern konnte nur das " xw.t - kA - Ppj " in Tell Basta (altägyptisch Per Bastet-Haus der Göttin Bastet - Bubastis) durch Labib Habachi 1939 nachgewiesen werden.

Mit diesem Heiligtum ist uns erstmals (außer dem seines Vaters Teti, das etwas nördlich vom Bau des 
Pepi I. liegt) ein " Ka-Haus " erhalten, in welchem vermutlich Gastgottheiten empfangen wurden. Der Bau lag etwa 120m nordwestlich des großen Bastet-Tempels entfernt und war auf diesen ausgerichtet. Außer seinen acht Kalksteinpfeilern und den beschrifteten Türrahmen, die sich heute im Museum von Kairo befinden) bestand das Bauwerk aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Eine 5m dicke Umfassungsmauer von 87,5m in Nord-Süd-Richtung und 64m in Ost-West-Richtung ( = ca. 5600 Quadratmeter) umschloss die Kapelle. Die verbauten Ziegel wiesen ein Format von 36 x 18 x 19cm auf.

Das eigentliche Sanktuar maß nur 15,50 x 16,50m = 255,70 Quadratmeter. Es besaß einen Portikus, Pfeiler-Querhalle, dessen Decke von zwei Reihen mit jeweils vier monumentalen Pfeilern aus Tura-Kalkstein getragen wurde und einem Drei-Kammer-Allerheiligsten mit zwei Nebenkammern, in dem wohl Statuen aufgestellt waren.

Innerhalb des Tempelbezirks lassen sich darüber hinaus im Südwesten Wirtschafts- und Magazingebäude nachweisen, welche die Versorgung der Anlage sicherstellten. Aus dem Tempel Pepi I. zu Bubastis setammt die älteste Darstellung einer opfernden Nilgottheit vor dem Horusnamen des Königs.

Nur inschriftlich belegt sind weitere "Ka-Häuser" des Königs in Memphis, Zawijet el-Meitin, Qusiya, Assiut, Achmin, Naqada und El-Kab.

Tanis:

In Tanis gefundene Steinblöcke mit seinem Namen sind sicher erst in späterer zeit als Baumaterial hierher verbracht worden.

Heliopolis:

Spuren einer Bautätigkeit fanden sich in Heliopolis

Dendera:

Im Hathor-Tempel von Dendera erinnerte man sich noch in ptolemäischer Zeit an den König als Stifter.
(Stiftung einer Kultstatuette) 

Abydos:

Aus Abydos stammt der Bericht über einen Neubau des Tempels für Osiris-Chontamenti. Hier ist auch ein "Ka-Haus" des Königs belegt. Es hat sich der Grundriss eines kleinen, rechteckigen Ziegelbaus mit steinernen Türdurchgängen erhalten. Aus diesem Tempel stammt vielleicht ein Relieffragment und ein Bruchstück mit dem Königsnamen Pepi Merire - sowie einige Grundsteintäfelchen. Die Inschriften der Täfelchen nennen das 1. Sedfest des Königs.

El-Kab:

In zwei Inschriften in El-Kab wird ein Aufseher " sHD ", der Priester des  "Hw.t - kA", also König Pepi I. genannt, das im pr.w  wr ( also im Haupttempel der Göttin Nechbet) ist.

Hierakonpolis:

Pepi I. baute auch in Hierakonpolis (Kom el-Ahmar) im Tempelbezirk des "Horus von Nechen". 
Hier fand man bei Grabungen im sog. "Main Deposit" innerhalb des Tempels die zwei berühmten Kupferstatuen König Pepi I.

Edfu:

Spuren der Bautätigkeit des Königs fanden sich außerdem in Edfu.

Elephantine:

In Elephantine wurden bei Grabungen durch das Deutsche Archäologische Institut, Abteilung Kairo, etliche Gegenstände mit dem Namen des Königs im Bereich der Felsnische des ältesten Satet-Heiligtums entdeckt. 

Es fand sich ein Gefäß aus Kalkstein in Form einer hockenden Äffin, die ihr Junges vor sich hält, des weiteren mehrere Fayence-Täfelchen und Fragmente von solchen mit dem Königsnamen.

Der König stiftet auch einen kleinen monoloitischen Naos aus rotem Granit (1908 in der Nähe des Satet-Tempels gefunden, heute im Louvre E 12660. Der Naos stand wohl einst am Ende der schmalen Nebennische der Felsnische der Kultbildkammer des Satet-Heiligtums. Dazu passt der Hinweis von Ricke, dass der "ziemlich flüchtig" hergestellte Naos anscheinend teilweise eingemauert gewesen ist. Der Naos hat eine Abmessung von 132 x 81 cm und besitzt eine gewölbte Decke. der König wird auf ihm als "geliebt von Satet " bezeichnet. In ihm war wohl eine Königsstatue aufgestellt. Später ließ König Merenre seinen Namen über den seines Vaters anbringen.

Auf diesem Naos wird die Göttin Satis (SAat.t) erstmals in Elephantine selbst genannt. Der Naos wurde sicher im Verlauf eines Neubaus des Heiligtums für die Göttin Satet hier aufgestellt, wobei sich die Frage stellt, ob der König nicht schon auch ein Heiligtum für Chnum auf Elephantine errichtet ließ.

Des Weiteren sind von König Pepi I. auf Elephantine zahlreiche Täfelchen mit der Erwähnung des königlichen Sed-Festes gefunden worden.

( Co-Autor J. H. Pirzer)

 


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